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Sigmar Salzburg
06.08.2010 22.31
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Sinnvolle ‚Reform‘: Blei und Potenz

Bleivergiftung (aus Wikipedia):

Bleiverbindungen sind bis auf Ausnahmen als fortpflanzungsgefährdend (fruchtschädigend und Beeinträchtigung der Fruchtbarkeit) eingestuft. … Potenziell gefährdet sind deshalb vor allem Arbeiter in der Bleigewinnung oder der Verarbeitung bleihaltiger Produkte.

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Sigmar Salzburg
30.07.2010 07.34
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Potenzgehabe

„Aufmerksamkeit besitzt Suchtpotenzial

Theo Albrecht starb als Unbekannter, von Jörg Kachelmann weiß man inzwischen alles, und Lothar Matthäus plaudert und plaudert. Medienforscher Bernhard Pörksen spricht im Interview über Privatheit in der Öffentlichkeit.

focus.de 29.7.2010

In der Rechtschreibung setzte der Focus immer auf besondere Reformunterwürfigkeit, wohl um sich bei den Herrschenden anzubiedern und das Konkurrenzblatt Spiegel auszustechen. Als daher der damalige Spiegelchef Stefan Aust mit Springer zurück zur alten Rechtschreibung wollte, kam von Markwort nur ein hämisches Nein, und sein Blatt durfte infam schreiben „Wieder ist Deutschland geteilt“, als einige CDU-Kultusminister wagten, eine Zeitlang noch alt geschriebene Wörter in den Schulen nicht als Fehler anstreichen zu lassen. Die reformerischen Albernheiten „aufwändig“ und „so genannt“ waren feste Vorschrift bei Focus. Inzwischen ist man dort aber dem Spiegel gefolgt, wieder „aufwendig“ und „sogenannt“ zu bevorzugen. Einen Unterschied gibt es jedoch immer noch in der Rechtschreibung: Im letzten Monat findet man im Spiegel keinmal das reformistische „Potenzial“, im Focus keinmal das klassische „Potential“. Das spiegelt natürlich auch einen gewissen Niveauunterschied wieder.

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Sigmar Salzburg
14.06.2010 14.31
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Für Afghanistan sterben …

… lohnt sich wieder – und auch das Freihalten der Handelswege:

USA finden gewaltige Bodenschätze
… Die Vorkommen von Lithium, Eisen, Kupfer, Kobalt und Gold seien so riesig, dass das verarmte Land zu einem der weltgrößten Bergbauzentren avancieren könnte, berichtete die „New York Times“ … unter Berufung auf US-Regierungsmitarbeiter…. „Es gibt hier ein erstaunliches Potenzial“, erklärte der Kommandeur des Central-Command der US-Streitkräfte, General David Petraeus, der Zeitung zufolge.
focus.de 14.6.2010

Allerdings sprechen wir mit unseren amerikanischen Freunden wegen der nichtsnutzigen „Rechtschreibreform“ orthographisch nicht mehr die gleiche internationale Sprache:

“There is stunning potential here,” Gen. David H. Petraeus … said in an interview …
nytimes.com 13.6.2010

Der Spiegel aber leistet noch (wieder?) heldenhaften Widerstand:

Es habe damit das Potential, zum „Saudi-Arabien für Lithium“ zu werden, zitierte die „New York Times“ aus einem internen Bericht des US-Verteidigungsministeriums.
spiegel.de 14.6.2010

Die erleichternde Schreibung “Lizium“ soll jedoch auch nach der Reform nicht erlaubt sein, obwohl sie die weitverbreitete Aussprache wiedergibt.

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Sigmar Salzburg
12.05.2010 17.26
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Platt-Deutsch

Deutsche Esoteriker überwinden den Holocaust

Wilbers »Integrale Theorie« ist in Bestsellern nachzulesen. Es handelt sich um eine krude Mixtur aus postmodernen Schlagworten, altbackener Esoterik und sehr autoritärem Sektenjargon. Plattitüden werden als Fundamente eines genialischen Weltentwurfs präsentiert. Rationalität wird als »Flachlanddenken« diffamiert.

jungewelt.de 12.5.2010

Selbst die „junge Welt“, die traditionell schreibt, stolpert mitunter. Oder war die platte „Platitüde“ als spöttische Mißachtung gedacht? Die Möglichkeit hatte man vor der „Reform“!

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Sigmar Salzburg
13.11.2009 16.24
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P.M. „History“ wärmt Abgestandenes wieder auf

Grafologische Gutachten bewiesen die Übereinstimmung von Anastasias Handschrift und jener von Anna Anderson. Gerichtsmediziner bestätigten zudem, dass Anastasias und Andersons Ohren identisch waren.

focus.de 12.11.09

Duden empfiehlt die Neuschreibung ohne „ph“ und rückt damit die „Graphologie“ in die Nähe der „Ufologie“; nicht empfohlen werden falsche „Grafen“: „Graph, der; … (Math. grafische Darstellung)“.

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Sigmar Salzburg
11.03.2009 08.29
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Das Wirken der Schicksalsgöttinnen

Banken: Citigroup macht wieder Gewinn
ZEIT ONLINE – ‎Vor 14 Stunden‎
Der Bankchef führte die Entwicklung auf das "parzielle Auftauen der Kreditmärkte“ und auf Kostenreduzierungen zurück. ...
(Nach Google News)

Wer die „Parzen“ („Parcae“, römische Schicksalgöttinnen) kennt, kommt kaum auf solche schreiblichen Abwege. Gefördert wird das durch die „erleichternde“ Reformschreibung, die „potentiell“ mit „potenziell“ näher an die Manneskraft rückt, aber bei „partiell“ (von „partio“, ich teile) der Aussprache nicht folgt.

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Theo Grunden
10.02.2002 21.25
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E-Videntes zu E wie Em(a)il oder Edmund

(nicht so ganz ernst gemeint, immerhin ist noch Karneval)

Mit E-Musik, E-Gitarren und E-Loks hatte ich nie Probleme, zumindest mit deren Schreibweise nicht, denn sie wurden e(h) immer so geschrieben wie hier. Gänzlich anders geht’s mir mit der E-Post, genauer gesagt mit den im deutschen Sprachbereich dafür verwendeten englischartigen Ausdrücken. Da bot mir vor kurzem eine meiner Tageszeitungen innerhalb von zwei Tagen gleich vier verschiedene Schreibweisen an: e-mail, eMail, E-mail und E-Mail (die beiden letztgenannten sogar innerhalb ein und desselben Beitrags). Aber auch e-Mail habe ich schon oft gesehen. Und als wenn’s damit nicht genug wäre, bietet uns ein gewisser Herr Dr. E. St. (CSU) auf seiner Homepage als weitere Möglichkeit „Email“ an („Wir betrachten Ihr Email als Bereicherung unserer politischen Arbeit“). Bei ihm darf man doch wohl Sprachkompetenz vermuten, zumal er in seinen Stellungnahmen zu PISA Wichtigkeit und Wert von sprachlichen Fähigkeiten im Schulbereich stets besonders betont hat.

Der Duden empfiehlt übrigens seinen Benutzern, „E-Mail“ zu schreiben (E-Mails zu schreiben kann er natürlich nicht empfehlen), aber kann man ihm vertrauen? Schließlich stellt er gleich im nächsten Druckeratemzug die Behauptung auf, Email sei eine Art Schmelzüberzug; ja, wie paßt das denn nun zu dem Email des Herrn St.? Oder wird hier noch, so wie im (Schreibungs-)Fall des „Heiligen Vaters“, ein Einspruch aus Bayern zu verhandeln sein? Auf jeden Fall müßte man im Zuge der E-Manzipation anderer Wörterbücher auch mal in diesen nachschauen; und wahrscheinlich kann auch noch nicht jedes eine definitive Stellungnahme dazu abgeben, solange die E-Volution noch andauert.

Zum Glück gibt’s ja auch weiterhin die sogenannte – von mir aber nicht so genannte – Schneckenpost, ein Relikt aus der Pra-e-Mail-Zeit; die hat mir zwar schon oft Schwierigkeiten und Unannehmlichkeiten bereitet, aber noch nie mit ihrer Schreibweise. Mein Postzusteller ist viel schneller als eine Schnecke; er heißt übrigens Emil und ist ein sehr unterhaltsamer und e-loquenter Zeitgenosse. Für ihn ist ein E-Brief noch ein Einschreibebrief. Moment mal, jetzt werd’ ich unsicher, heißt er nun Emil oder E-Mil? Nein, E-mil ... oder e-mil ... oder e-Mil ... oder gar eMil? Jedenfalls schreibt er sich vorne mit „E“ (wie Emil) und nicht mit „I“ (wie E-Mail). Gleich morgen werd’ ich ihn abfangen und fragen. E-
............hrlich!

Ich kann mich manchmail über mancheMail so aufregen, daß ich mich dann aus der Mail- in die Musikwelt zurückziehen muß. Diese soll zwar, so sagt man, ein ähnliches Problem haben, denn sie weiß wohl immer noch nicht so recht, welche der zu G-Dur parallelen Molltonarten orthographisch die „parallelste“ ist: e-Moll, E-Moll, E-moll oder e-moll? Aber damit kann ich mich nun als Musikfreund nicht auch noch belasten! Immerhin gilt hier der Bindestrich schon als gesichert!


P.S.: Auch wenn Sie noch so dringende Anregungen, Probleme oder Fragen zur Politik (Kanzlerkandidatur, Bundestagswahl o.ä.) haben sollten, bitte schicken Sie Herrn St. bis zur endgültigen Klärung des „Email-Falles“ keine Schmelzüberzüge! Warten Sie wenigstens bis nach Aschermittwoch; und vermeiden Sie bitte einen E-klat! – E(h) klar?

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Theodor Ickler
26.12.2001 13.43
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Bekanntlich kann fast kein Mensch das Wort Diözese auf Anhieb richtig aussprechen. Bei Google findet man über 600 Belege für Diozöse. Ähnliche Probleme gibt es mit Sibylle (Sybille) und beim Schreiben mit Philipp (Phillip) – zum Teil schon amtlich gewordene Namen. Bei einigen kirchlichen Institutionen usw. habe ich den Verdacht, daß sie das Suchwort Diozöse absichtlich auch in der Falschschreibung aufgenommen haben, damit die Suchenden überhaupt zum Ziel kommen. Interessant, wenn man an das Rechtschreibwörterbuch denkt: vielleicht sollte man solche krassen Fehlschreibungen aufnehmen, um dem bekannten Paradox zu entgehen, daß der Laie ein Wort nur findet, wenn er schon weiß, wie es geschrieben wird ...
__________________
Th. Ickler

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