Willkommen Die 20 neuesten Beiträge im Forum
Fadensuche     Suche
Kennkarte ändern     Häufig gestellte Fragen   zu anderen Nutzern  kostenlose Anmeldung   Anfang  verabschieden
Jemandem diese Seite senden! Druckvoransicht zeigen
Forum > Rechtschreibforum
Die Presse
< voriges Leitthema     nächstes Leitthema >
Verfasser
Leitthema    Post New Thread     Post A Reply
Sigmar Salzburg
30.08.2010 08.39
Diesen Beitrag ansteuern
Eva Male (Die Presse)

Sprachspaltereien: Wenn die Frau allein steht

Ein Leser bittet mich, den unsinnigen Gebrauch der Getrenntschreibung aufs Korn zu nehmen.


In der Annahme, dass die „neue“ Rechtschreibung dies erfordere, wird heute vieles getrennt, was eigentlich zusammengehört. Obwohl die aktuelle Regelung dies häufig gar nicht erfordert.

Unübersichtlich ist die Lage allemal. „Die Leitung wurde still gelegt“, schreibt eine Zeitung, was den Verdacht nahelegt, dass die Leitung nicht abgeschaltet, sondern geräuschlos gelegt wurde. Aber Vorsicht: Schuld ist nicht die Rechtschreibreform, sondern der Verfasser, denn stilllegen ist auch heute zusammenzuschreiben, allerdings mit 3 L.

„Ein Situationsdrama, das ihn durch die Betten allein stehender Damen führt“, heißt es woanders – was tut der Mann mit einer Frau, die allein im Bett steht? Ist es nicht vielmehr eine Single-Frau, also eine alleinstehende? Allein stehend war tatsächlich im ersten Neue-Rechtschreibungs-Anlauf zu trennen, gehört jetzt aber, nach den Reformen der Reform, wieder zwingend zusammen.

Wenn jemand „vorüber gehend einen Stock benützt“, könnte man die Auseinanderschreibung so argumentieren, dass der vorübergehend Fußmarode das Hilfsmittel ja nur im Gehen braucht. Aber wieder liegt es am Verfasser, denn vorübergehend schrieb man auch vor der Reform nicht getrennt und tut es heute gleichfalls nicht.

Ein „Engagement, das schief geht“, muss man sich erst einmal bildlich vorstellen. Vielleicht braucht es ja einen Stock? Die Reformer haben es sich wieder anders überlegt: Schief gehen wurde nur im ersten Anlauf getrennt, sozusagen vorübergehend.

(„Die Presse“, Print-Ausgabe, 28.08.2010)

diepresse.com 28.8.2010

Mit Klick die Kennkarte von Sigmar Salzburg ansehen    Suche weitere Einträge von Sigmar Salzburg        Edit/Delete Message    Reply w/Quote    IP: Notiz
Sigmar Salzburg
28.07.2010 09.25
Diesen Beitrag ansteuern
Scharf

Hitzespätfolge der Dudenreform

PETER STRASSER (Die Presse)

Jetzt glauben die Coiffeure, dass man „façonner“ so schreibt, wie man's spricht!

Ja, manche meinen, er lasse an nichts ein gutes Haar, nicht einmal an seinem eigenen, von dem er ohne Übertreibung sagen darf, es habe sich vor der dummdreisten dudendeutschen Rechtschreibreform jederzeit in tadelloser Façon befunden. Und nein, er hat keinen Sonnenstich; er ist bloß Französischnachhilfelehrer in der heißesten Nachzipfphase des Jahres. Und ja, es ist sinnlos, sich von einem Coiffeur, der glaubt, dass er sich schreibt, wie er sich spricht – Kwoaföa –, eine tadellose Façon zu erwarten. Es kommt aber noch schlimmer.

Begonnen hat alles mit der dreisten Dudendummheit: „Man schreibt es, wie man's spricht“, die sich nicht nur in den Hohlköpfen (têtes creuses) der Französischnachzipfler rasch ausbreitete. Man schreibt es, wie man's spricht, ha! Geht er zum Coiffeur, so will er nichts weiter als eine tadellose Façon, doch seit der dummdreisten dudendeutschen Rechtschreibreform glauben die Coiffeure, dass man „façonner“ so schreibt, wie man's spricht, weswegen sie sich weigern, ihn zu „fassonieren“. Denn fassonieren sei total out, frikassieren super in. Da sie alle darauf schwören, Jünger der Haute Coiffure (Hot Kwoafüa) zu sein, bejubeln sie neuerdings den Top-Style des Frikassierens – frz. „fricasser“, ein Frikassee zubereiten – als trähschik. Damit meinen sie „trashig“, was sie, geschrieben, wie man's spricht, für die stylischste façon de parler halten, „très chic“ zu sagen, so ein Unsinn! Es kommt aber noch schlimmer.

Gestern erst war er beim Coiffeur, und heute schaut er aus, als ob er bei einem Frikasseur gewesen wäre, der ihn durch eine Frikassiermaschine gedreht hätte. Nun hat er etwas Trähschikes auf dem Kopf, wofür ihm keine andere Bezeichnung als die einer Frikasseeglatze einfiele, noch dazu einer, die sich wegen der Sommerhitze gleich mit Hitzewimmerln überzog. Scheußlich. Und was schwört sein Coiffeur? Dass das Trähschike auf seinem schütteren Kopf (als ob ein Kopf schütter sein könnte!) supertoll ausschaue, nämlich frikassiert.

Dass er an nichts ein gutes Haar lasse, ist ein Neidgerücht der pensionsreifen Glatzenträger unter seinen Nachhilfekollegen in der heißen Nachzipfphase, die sich zu gut sind, um ein Toupet über ihren Kahlkopf (tête chauve) zu stülpen. Denn die Schwerhörigen unter ihnen– von den Sprachgestörten ganz zu schweigen – halten nach der verbrecherischen dudendeutschen Rechtschreibreform, die ihnen die Haare hat ausfallen lassen, Toupets für Tampons, bezüglich derer sie nicht zu wissen vorgeben, was sie auf ihrem Kopf verloren hätten. Dazu kann er nur sagen, besser ein Tampon auf dem Kopf als ein kopfloses Toupet, hahaha, man darf auch in der heißen Nachzipfphase seinen Humor nicht ganz verlieren.

Kurz und gut, unwahr ist, dass er an nichts ein gutes Haar lasse. Wahr ist vielmehr, dass er die hitzewimmerlübersäte Frikasseeglatze verabscheut, mit der er heuer dudenverblödeten Nachzipflern Französischnachhilfe geben wird müssen. Die ihm von seinem Coiffeur über seinen Kopf hinweg gestellte Frage, ob er, der altmodisch Fassonierte, sich, statt schütter frikassiert zu werden, nicht lieber gleich ein Tampon anschaffen wolle, hat er ignoriert. Er hat ja keinen Sonnenstich, oder?

peter.strasser@uni-graz.at
(„Die Presse“, Print-Ausgabe, 28.07.2010)

diepresse.com 28.7.2010

Mit Klick die Kennkarte von Sigmar Salzburg ansehen    Suche weitere Einträge von Sigmar Salzburg        Edit/Delete Message    Reply w/Quote    IP: Notiz
Sigmar Salzburg
20.06.2010 22.49
Diesen Beitrag ansteuern
Auf Kriegsfuß

Diese Crux müssen wir knacken
(Die Presse)

Wie jedes Jahr im Frühsommer auch heuer wieder ein Deutsch-Sprachkurs für Fortgeschrittene. Als Lektüre für verregnete Tage.

… Das Wort Sommersale habe ich zweimal lesen müssen, bevor ich draufgekommen bin, dass es sich um den Sommerschlussverkauf handelt. Aus unkaputtbarem Material. Gegen dieses Wort, das uns die „Presse“ beschert hat, sträubt sich sogar das Rechtschreibprogramm des PC.

P.S. Wie Sie merken, stehe ich mit der neuen Rechtschreibung auf Kriegsfuß. Ich akzeptiere sie nur selektiv.

(„Die Presse“, Print-Ausgabe, 21.06.2010)
diepresse.com

Eine umfangreiche Sprachglosse, deshalb nur dieser Link. Den Autor konnte ich nicht ausfindig machen. Er kritisiert manche Wendungen als „deutsch“, die selbst hier im Norden nicht als hochdeutsch gelten. Außerdem meint er anscheinend, daß die Sprachgrenze genau dort verläuft, wo frühere Potentaten sie politisch gezogen haben. Zwei Tage vorher hatte eine Rotraut A. Perner an der gleichen Stelle unter dem Titel „Bekenntnis-Inflation“ unfreiwillig offenbart, daß viele heute nicht mehr genau wissen, mit welcher Rechtschreibung sie auf Kriegsfuß stehen:

… Folgt man den Medienberichten, fällt auf, dass Bischof Elmar Fischer wie schon hinsichtlich seiner wissenschaftlich inkorrekten Aussagen über Homosexualität auch zu den von ihm ausgeteilten Kraftwatschen formuliert, „Wenn sich jemand durch ihn verletzt gefühlt habe, dann tue es ihm leid“ – ob es ihm, wie nach neuer Rechtschreibung richtig zu schreiben wäre, auch „Leid“ täte, ist bei dieser konjunktivierenden Wortwahl zu bezweifeln. …

(„Die Presse“, Print-Ausgabe, 19.06.2010)
diepresse.com 19.6.2010

Mit Klick die Kennkarte von Sigmar Salzburg ansehen    Suche weitere Einträge von Sigmar Salzburg        Edit/Delete Message    Reply w/Quote    IP: Notiz
Sigmar Salzburg
17.05.2010 12.46
Diesen Beitrag ansteuern
Hat die „Reform“ doch nicht alle Probleme gelöst?

Morphemprogramm: Kampf dem Fehlerteufel
Eine von Psychologen in Graz entwickelte neue Methode soll Schülern helfen, die mit der Rechtschreibung gröbere Probleme haben.


Wer nämlich mit ,h‘ schreibt ist dämlich.“ Wer kennt diesen Merksatz aus seiner Schulzeit nicht. Oder den Hinweis über „das“ und „daß“ bzw. heute „dass“: Wenn man dieses Wort in der Umgangssprache als „des“ ausdrücken kann, dann handelt es sich um den Artikel oder das Relativpronomen, andernfalls um das mit „ß“ (heute „ss“) geschriebene Bindewort. Dergleichen Sprüche sollten den Schülern als Krücken im Dschungel der Rechtschreibung dienen.

Nadja Kozel wird diese Rechtschreibhilfen vielleicht dämlich finden. Die Doktorandin am Institut für Psychologie der Universität Graz arbeitet unter der Devise „Kampf dem Fehlerteufel“ an einem Programm, das Lese- und Rechtschreibstörungen beseitigen soll. Und da geht es sicherlich nicht um das Auswendiglernen von bestimmten Regeln. „Ein neuer Ansatz vertreibt den Fehlerteufel aus den Schulheften“, sagt Kozel, die bereits für ihre Diplomarbeit 2009 mit dem Preis „Initiative Gehirnforschung Steiermark“ ausgezeichnet wurde.

Morpheme statt Silben. Das Programm, das Kozel gemeinsam mit dem Lese-Rechtschreib-Institut Graz entwickelt hat, beginnt mit einer Studie: Bei Probanden (zwischen neun und 16 Jahren), die sich für die Testreihe gemeldet haben, wird eruiert, ob die Schwächen eher im Lesen, im Rechtschreiben (Legasthenie) oder in beiden Bereichen vorliegen. Danach richtet sich das Trainingsprogramm. „Besonders wichtig ist uns der individuelle Zugang zu jedem Probanden, zu jeder Probandin“, sagt die junge Forscherin. Auf der einen Seite geht es dabei um das sinnverstehende Lesen, auf der anderen aber – und das ist das Neue des Grazer Projekts – unterziehen sich die Teilnehmer dem neu entwickelten Computerprogramm „Morpheus“.
Morpheme sind die kleinsten, lexikalisch definierten Einheiten einer Sprache. Kozel erläutert dies an einem Beispiel: Das Wort „Umfahrung“ besteht aus der Vorsilbe „um“, dem Wortstamm „fahr“ und der Nachsilbe „ung“. Wenn das Kind weiß, dass der Wortstamm „fahr“ immer mit einem Dehnungs-h geschrieben wird, kann es eine Vielzahl von Wörtern richtig schreiben, ohne dass die Schreibung jedes Wortes einzeln gelernt werden muss.
Parallel zu den Anfangsübungen unterziehen sich die Kinder einem Elektroenzephalogramm (EEG). Mit der neurowissenschaftlichen Messtechnik – das Kind bekommt dabei eine Elektrodenhaube auf den Kopf gesetzt – werden Gehirnströme und damit die Auswirkungen während des Trainings auf die Hirnaktivitäten untersucht. Charakteristisch für Personen mit Lese-Rechtschreibstörung ist eine geringe Aktivität in den sprachrelevanten Arealen des Gehirns. Ein Training kann diese Gehirnreaktionen aktivieren, wie eine zweite EEG-Untersuchung nach fünf Wochen zeigt.
Der Morphemansatz werde in der Schule kaum bis gar nicht erklärt, sagt Kozel. Auch im Förderunterricht für Rechtschreibschwache liegt die konventionelle Methode bei der Zerlegung eines Wortes in Silben. Das kann aber zu einer neuen Verwirrung führen. Das Wort „Rückmeldung“ in Silben zerlegt, nämlich „Rück“, „mel“ und „dung“, lässt keinen Schluss auf das Morphem „meld(en)“ zu. „Unser Trainingsprogramm ist viel regelgeleiteter, es wird die Regel der Wortstämme erklärt“, sagt die Grazer Forscherin. Daher sei es für Schüler transparenter und leichter, mit dem Sinn auch die richtige Schreibung zu finden.

Passivere Mädchen. Gibt es einen Unterschied zwischen Burschen und Mädchen? Im Unterricht würden rechtschreibschwache Mädchen weniger auffallen, wenn sie etwas nicht können, sie verhalten sich ruhiger, sind eher passiv. Aber dann meint Nadja Kozel doch, dass sie es mehrheitlich mit Buben zu tun habe. Die Gründe seien vielschichtig, da gebe es genetische, biologische und natürlich auch soziale Fakten.
Eine Übungsphase dauert übrigens fünf Wochen mit je einem Präsenztag pro Woche am Institut. Im Training sind spielerische Aufgaben am PC zu lösen, aber auch Übungen „mit Bleistift und Papier“ stehen auf dem Programm. Für die Tage bis zum nächsten Institutstraining werden ebenfalls spielerische PC-Übungen und Aufgabenbögen mitgegeben.
Für ihre Übungsreihe sucht die junge Wissenschaftlerin noch Probanden. Wenn aber Eltern sofort ihre Kinder mit dem Morphemprogramm trainieren wollen, dann sind auch Kurse am Lese-Rechtschreib-Institut in Graz und in der Wiener Außenstelle möglich. „Die Grundlagenforschung ist gut“, sagt Nadja Kocel, „aber mich interessiert auch die Anwendung.“
Da die Fertigstellung der Dissertation erst für den Sommer 2011 geplant ist, wird jetzt noch eine Ausweitung folgen: ein Morphemprogramm für Englisch.
Das Morphemprogramm
wird gemeinsam mit dem Lese-Rechtschreib-Institut Graz (Reinhard Kargl, Christian Purgstaller) durchgeführt. Ein Kurs kostet 260 Euro. Die Forscherin Nadja Kozel (Institut für Psychologie der Uni Graz, betreut von Dozent Andreas Fink) sucht noch Probanden für ihre Studien. Info und Anmeldung: nadja.kozel@uni-graz.at

(„Die Presse“, Print-Ausgabe, 16.05.2010)

diepresse.com 16.5.2010

Eine eigene nebensächliche Erinnerung: Ich trat gerade zur Pause aus dem Schulgebäude (damals das ehem. Kloster Cismar), als eine Schar älterer Schülerinnen auf mich zustürzte: „Wie schreibt man nämlich?“ „Na, ohne h!“ „Das hat dir der Teufel gesagt!“ – Da hatte doch ihr Lehrer ihnen vorgehalten: ‚Fragt jeden Quintaner, der weiß das’, und nun waren sie für den Gegenbeweis an den Falschen geraten.

Mit Klick die Kennkarte von Sigmar Salzburg ansehen    Suche weitere Einträge von Sigmar Salzburg        Edit/Delete Message    Reply w/Quote    IP: Notiz
Sigmar Salzburg
23.01.2010 10.31
Diesen Beitrag ansteuern
Scheißreform

Wortspielereien: A shy sweater

Vorige Woche hatte ich von dem englischen Sprachforscher Arthur John Ellis erzählt, dem Vorbild von Shaws Professor Higgins.

In seinem Buch „A Plea for Phonotypy And Phonography“ hatte er 1845 ein phonetisches Alphabet vorgeschlagen, das mit 78 eindeutigen Buchstaben alle Ausspracheunsicherheiten beseitigen sollte. Dieses Alphabet hätte auch einem Engländer sofort ermöglicht, etwa deutsche Texte richtig zu deklamieren. Als Beispiel brachte Ellis einen Text von Klopstock, in dem der Satz vorkam: Abur var?m? den dòtlikur? Leicht zu entziffern als: Aber warum denn deutlicher?

Dieser Satz stammt nicht zufällig aus Klopstocks „Von der Schreibung des Unerhörten“. Ellis kannte offenbar die Vorschläge des deutschen Dichters zu einer Rechtschreibreform....

Aber zurück zu Herrn Ellis.
Dieser begründet die Notwendigkeit einer phonetisch eindeutigen Schreibweise damit, dass nicht nur Kinder sich beim Englischlernen so schwertun, sondern auch Ausländer. ...

Wie erstaunt wäre Ellis wohl, wenn er heute sähe, dass sich seine Weltsprachenvision ganz ohne Reform erfüllt hat. Und das so sehr, dass es nun schon Crossover-Wortspiele sonder Zahl gibt. Etwa die Übertragung des Niederösterreichischen in die (unreformierte) englische Orthografie, wie die meteorologische Aussage Days is a shy sweater. ...

(„Die Presse“, Print-Ausgabe, 16.01.2010)
diepresse.com

Und wie erstaunt wäre Ellis aber erst gewesen, wenn er hätte voraussehen können, daß die deutschen Kultusminister gute deutsche Wörter wie Quentchen oder Stengel „zur Erleichterung“ zwangsreformieren würden, aber die massenweise Übernahme englischer Wörter in ihrer konfusen Orthographie für sie kein Problem wäre.

P.S.: Der richtige Name ist Alexander John Ellis. Er war zugleich der Schöpfer der musikwissenschaftlichen Einteilung der Oktave in 1200 „Cents“, die den übersichtlichen Vergleich auch exotischer Tonskalen ermöglicht.

Mit Klick die Kennkarte von Sigmar Salzburg ansehen    Suche weitere Einträge von Sigmar Salzburg        Edit/Delete Message    Reply w/Quote    IP: Notiz
Sigmar Salzburg
27.05.2008 07.52
Diesen Beitrag ansteuern
Fantastin

Belvedere: Phantastisch, phinanzstark, phern
23.05.2008 | 18:38 | ALMUTH SPIEGLER (Die Presse)
Eine Ausstellung über den „Phantastischen Realismus“ vergibt die Chance, ihm durch einen wohl schmerzhaften Bogen ins Heute noch eine Chance zu geben.
… So aber wirken die „Phantastischen Realisten“ heute so „dated“, so mit Datum versehen, wie das „Ph“, das sie trotz Rechtschreibreform immer noch im Label tragen.
Die Presse online 24.05.2008
http://diepresse.com/home/kultur/news/385648/index.do

„Phantastisch“ ist auch von der Reform nicht abgeschafft und sieht phantasievoller aus.

Mit Klick die Kennkarte von Sigmar Salzburg ansehen    Suche weitere Einträge von Sigmar Salzburg        Edit/Delete Message    Reply w/Quote    IP: Notiz
Sigmar Salzburg
23.10.2007 21.32
Diesen Beitrag ansteuern

Eva Male: „Wenn uns die Fälle davonschwimmen“

23.10.2007 | 08:32 | (DiePresse.com)
Mir oder mich? Heißt es in der Mehrzahl Stacheln? Schreibt man zusammen halten nach der Rechtschreibreform auseinander?

Was ist ein Graupernigl, was ein dazugehöriges Accessoire? Fragen zur Sprache, chronische »Fehltritte«, amüsante Stilblüten, liebenswerte Neuprägungen, »bedrohliche Einflüsse« von außen: Seit 1998 schreibt Eva Male – in der Nachfolge von Edwin Hartl und Karl Hirschbold – im »Spectrum«, der Wochenendbeilage der »Presse«, die Kolumne »Sprachspaltereien «. Sprachkritische Glossen, die sich bei den »Presse«- Lesern großer Beliebtheit erfreuen.
Die Texte sind alltagsbezogen, unterhaltsam – und nebenbei auch lehrreich. Mit »posthumer« Unterstützung von Onkel Otto, dem die Autorin die Liebe zur Sprache verdankt.

Wenn uns die Fälle davonschwimmen

Sprachspaltereien
12,8 x 21 cm
200 Seiten
ca. € A/D 17,90
ca. CHF 31,70
ISBN 978-3-85002-622-2

Eva Male, 1965 in Wien geb., Studium der Romanistik und Klassischen Philologie. Seit 1991 Journalistin (»Die ganzeWoche«, »Täglich Alles«), seit 1992 bei der »Presse« in den Bereichen Außenpolitik, Kultur und Chronik. Von 1999 bis 2003 US-Korrespondentin der »Presse« in Washington. Herbst 2003 bis Sommer 2004 Journalistenstipendium der Freien Universität Berlin. Seit Herbst 2004 wieder »Presse«-Redakteurin in Wien.

http://www.diepresse.com/home/kultur/literatur/338733/index.do?_vl_backlink=/home/kultur/index.do

[Anm.: Ich kann mich nicht erinnern, daß es in der Zeit von 1945 – 1995 eine ernsthafte Frage war, ob und wann man „zusammen halten“ zusammenschreibt.]

Mit Klick die Kennkarte von Sigmar Salzburg ansehen    Suche weitere Einträge von Sigmar Salzburg        Edit/Delete Message    Reply w/Quote    IP: Notiz
Martin Dauth
27.02.2003 16.57
Diesen Beitrag ansteuern
Internetumfrage

Auf der Webseite der Presse gibt es eine Umfrage zur Zustimmung oder Ablehnung des sogenannten Relaunchs. Die Frage lautet: „Wie gefällt Ihnen die neue Presse?“

Bis gestern abend waren etwas über 500 Stimmen abgegeben worden. Heute um 16:00 Uhr sah das Zwischenergebnis so aus:


  • abgegebene Stimmen: ca. 600

  • 52%: gar nicht

  • 33%: sehr gut

  • 14%: weniger gut


Etwa eine halbe Stunde später:

  • abgegebene Stimmen: ca. 2000

  • 75%: sehr gut

  • 20%: gar nicht

  • 5%: weniger gut


Da hat jemand es offensichtlich sehr nötig, ein bißchen nachzuhelfen.

Mit Klick die Kennkarte von Martin Dauth ansehen    Suche weitere Einträge von Martin Dauth        Edit/Delete Message    Reply w/Quote    IP: Notiz
Theodor Ickler
27.02.2003 08.32
Diesen Beitrag ansteuern
Keine Illusionen!

Mit dem Schritt der „Presse“ war zu rechnen gewesen. Auch bei der FAZ ist alles möglich. Man muß bedenken, daß weder die Umstellung noch die Rückumstellung mit Rücksicht auf die Leser stattfanden. Allenfalls ein Auflagenrückgang wäre als Argument anerkannt worden, aber dazu scheint es nicht in nennenswertem Umfang gekommen zu sein. Zwar ist den meisten Menschen die Sprache nicht gleichgültig, und beinahe alle dürften den Qualitätsverlust zur Kenntnis genommen haben, der überall durch die Rechtschreibreform eingetreten ist, aber auf eine gewohnte Zeitung ganz zu verzichten oder sie gegen eine andere auszutauschen, ist gar nicht so leicht. Zumal es nun fast keine Alternativen mehr gibt, und das war ja auch der Zweck der von dpa (Herlyn) eingefädelten gleichzeitigen Umstellung fast aller Zeitungen.
Daß die „Presse“ ein schlechtes Gewissen hat, liegt auf der Hand.
Wir lernen den Menschen und die Geschichte immer besser kennen: Dagegen sein und mitmachen – das scheint der gemeinsame Nenner so vieler Verhaltensweisen zu sein.

__________________
Th. Ickler

Mit Klick die Kennkarte von Theodor Ickler ansehen    An Theodor Ickler schreiben   Suche weitere Einträge von Theodor Ickler        Edit/Delete Message    Reply w/Quote    IP: Notiz
Dominik Schumacher
27.02.2003 01.03
Diesen Beitrag ansteuern
Lieber Herr Stang,

die Presse in Österreich in »neuer Rechtschreibung«, wie Sie schreiben, das bedeutet mehr Fehler als vorher. Das wissen Sie als Fachautor (der versucht, mit seinen Büchern an der Chaotisierung einen müden Euro zu verdienen). »Neue Rechtschreibung« heißt nicht Verbesserung. Warum verschweigen Sie die praktischen Auswirkungen, warum beschränken Sie sich auf die Theorie?

Wenn die Presse nicht standhält, nun, dann gibt es eine Zeitung mehr, die einem Volksentscheid einen Tritt in den Rücken gibt. Heute mit dem falschen Datum von morgen gedruckt und übermorgen schon Altpapier, das ist das Schicksal einer Tageszeitung. Wenn die Verlagsleitung die Gelegenheit zur inneren Erbauung des Lesers nicht nutzt, nun, dann verteilt sie eben Altpapier über das Land.

Umso mehr freue ich mich auf den Normalfilter, dessen Entwicklung Schritt für Schritt weitergeht. Ob er dann zusätzlich noch »Die Presse« auf das normale Deutsch zurückwandelt, ist ihm völlig egal. In jedem Fall ist er schnell, und er listet auf, was er normalisiert hat.

Der Normalfilter kostet 7500 Euro, weniger als eine Die-Presse-Ausgabe. Dafür hält er länger als eine Tageszeitung. Und der Volksentscheid stärkt seinen Rücken.
__________________
Dominik Schumacher

übrigens heiße ich wirklich Norbert Lindenthal

Mit Klick die Kennkarte von Dominik Schumacher ansehen    An Dominik Schumacher schreiben   Visit Dominik Schumacher's homepage!   Suche weitere Einträge von Dominik Schumacher        Edit/Delete Message    Reply w/Quote    IP: Notiz
Christian Dörner
26.02.2003 23.21
Diesen Beitrag ansteuern
FAZ

Anzeichen gibt es zwar noch kaum welche (außer daß die FAZ ihre bisherige Trennung von faz.de und faz.net jetzt aufgegeben hat), aber wie lange kann eine Zeitung so einen Zustand durchhalten? Höchstens ein paar Monate.
Alle Medien, die sich der Reform anfangs widersetzt haben, haben inzwischen aufgegeben: »Internet World«, »DM«, »Bild der Wissenschaft«, »Die Presse« ...
Interessanterweise hat diesmal die »Presse« ihre Leser nicht befragt. Warum wohl?
__________________
Christian Dörner

Mit Klick die Kennkarte von Christian Dörner ansehen    An Christian Dörner schreiben   Suche weitere Einträge von Christian Dörner        Edit/Delete Message    Reply w/Quote    IP: Notiz
Jörg Metes
26.02.2003 22.12
Diesen Beitrag ansteuern
Traurig

Ja, es ist traurig. 'Die Presse' hat – wie es in anderem Zusammenhang im Leitartikel gleich der ersten reformierten Ausgabe heißt – klein bei gegeben.

Bezeichnenderweise nimmt sie ausgerechnet dazu in ihren Erläuterungen zum „Relaunch“ mit keiner Silbe Stellung.

Insgesamt scheint die Lage dieser Zeitung eine schon ziemlich verzweifelte zu sein. Die Neuerungen, zu denen sie Stellung nimmt (etwa die in der Gestaltung) werden damit begründet, daß andere solche Neuerungen gleichfalls eingeführt haben. Die Verantwortlichen wollen ganz offensichtlich nicht zur Verantwortung gezogen werden. Sie haben getan, was sie tun konnten – nämlich das, was alle anderen auch tun.

- Warum sollte auch die FAZ bald umstellen? Gibt es dafür irgendwelche Anzeichen?
__________________
Jörg Metes

Mit Klick die Kennkarte von Jörg Metes ansehen    An Jörg Metes schreiben   Suche weitere Einträge von Jörg Metes        Edit/Delete Message    Reply w/Quote    IP: Notiz
Christian Dörner
26.02.2003 22.09
Diesen Beitrag ansteuern
Was zu erwarten war

Im Sommer wird sich die FAZ wohl anschließen ...
__________________
Christian Dörner

Mit Klick die Kennkarte von Christian Dörner ansehen    An Christian Dörner schreiben   Suche weitere Einträge von Christian Dörner        Edit/Delete Message    Reply w/Quote    IP: Notiz
Christian Stang
26.02.2003 20.57
Diesen Beitrag ansteuern
Die Presse

Die österreichische Zeitung „Die Presse“ erscheint seit der heutigen Ausgabe in neuer Rechtschreibung.

Mit Klick die Kennkarte von Christian Stang ansehen    An Christian Stang schreiben   Visit Christian Stang's homepage!   Suche weitere Einträge von Christian Stang        Edit/Delete Message    Reply w/Quote    IP: Notiz
Alle Zeiten sind MEZ    Neuen Faden beginnen     antworten
Gehe zum Forum:
< voriges Leitthema     nächstes Leitthema >

Benutzungs-Regeln:
Wer kann im Forum lesen? Jeder Gast / jeder angemeldete Nutzer.
Wer kann ein neues Leitthema oder eine Antwort eintragen? Jeder angemeldete, eingewählte Nutzer.
Einträge können von ihrem Verfasser geändert oder auch gelöscht werden.
HTML-Kennungen beim Eintragen erlaubt? AN. Schnuten erlaubt? AN. vB-Kennungen erlaubt? AN. Bilder-Einbindung mit [IMG] erlaubt? AN.

Maßnahmen der Verwaltung:
Leitthema öffnen / schließen
Leitthema umziehen lassen
Leitthema löschen
Leitthema ändern

Herausgeber · Schreiben Sie uns · Forum

Technik von: vBulletin, Version 1.1.4 ©Jelsoft Enterprises Ltd. 2000. Rechtschreibung.com – Nachrichten zur Rechtschreibfrage