Willkommen Die 20 neuesten Beiträge im Forum
Fadensuche     Suche
Kennkarte ändern     Häufig gestellte Fragen   zu anderen Nutzern  kostenlose Anmeldung   Anfang  verabschieden
Jemandem diese Seite senden! Druckvoransicht zeigen
Forum > Bücher
Ordentlich gedruckte Bücher
< voriges Leitthema  
Verfasser
Leitthema    Dieser Faden ist 13 Seiten lang:    1  2  3 · 6  7  8  9   10  11  12  13  Post New Thread     Post A Reply
Sigmar Salzburg
03.11.2010 13.56
Diesen Beitrag ansteuern

Naimark, Norman M.
Stalin und der Genozid
Aus dem Amerikanischen von Kurt Baudisch
Suhrkamp Verlag

Leseprobe:

… oder war es der schädliche Einfluß Trotzkis und seiner »Vierten Internationale« auf die sowjetische Elite? In der neueren Literatur über Stalins Verbrechen werden häufig Wjatscheslaw Molotows Erinnerungen zitiert, um die Säuberungsaktionen und Morde zu erklären. Dessen Gespräche mit dem Schriftsteller Felix Tschujew wurden etwa 35 Jahre nach den Ereignissen aufgezeichnet: … Wir waren 1937 gezwungen, dafür zu sorgen, daß wir im Kriege keine fünfte Kolonne hatten. [...] Natürlich ist das sehr bedauerlich, und solche Leute [die unschuldig waren] tun einem leid, aber ich glaube, daß der Terror, der gegen Ende der dreißiger Jahre ausgeübt wurde, notwendig war. [...] Stalin verfolgte meiner Meinung nach eine sehr richtige Politik: Besser es rollten ein paar Köpfe mehr, als daß es während des Krieges und nach dem Krieg Schwanken gab.Molotow hatte selbst erlebt, daß seine Frau Polina Schemtschuschina auf Grund frei erfundener Anklagepunkte nach Sachalin verbannt wurde. Trotzdem blieb er sogar im hohen Alter noch dabei, daß die Säuberungen nicht nur notwendig, … Für die großen Ziele des sowjetischen Sozialismus mußten Menschenleben geopfert werden. …

Suhrkamp, Lesepobe:

Nach hpd.de:
Die bislang publizierten Forschungsergebnisse bewiesen eindeutig, „dass Stalin für die Massenmorde in der damaligen Zeit voll verantwortlich und bis ins einzelne über alle wichtigen Aktionen informiert war“ (S. 37).

Mit Klick die Kennkarte von Sigmar Salzburg ansehen    Suche weitere Einträge von Sigmar Salzburg        Edit/Delete Message    Reply w/Quote    IP: Notiz
Sigmar Salzburg
01.11.2010 08.25
Diesen Beitrag ansteuern
Nochmals gelesen …

Rüdiger Safranski
Nietzsche
Biographie seines Denkens
Hanser 2000

… gelesen diesmal in der „ungekürzten Lizensausgabe des SPIEGEL-Verlags“
für die SPIEGEL-Edition 2006/2007

Der Text ist anscheinend unverändert in der gewählten Rechtschreibung Safranskis abgedruckt. Allerdings wollten die Spiegelleute das Werk durch ihre reformierten Duftmarken einrahmen: Im Titel des Buches steht jetzt „Biografie seines Denkens“. Das kurze Nachwort von Elke Schmitter demonstriert „
tü-ckisch“ u.a. „Biograf“, aber „Philosoph“.

Nietzsches Schreibweisen werden von Safranski teilweise nach italienischen Ausgaben zitiert, vermutlich mit zuviel „ss“, die ansonsten seiner vorsintflutlichen Schreibmaschine geschuldet sind. Seine Großschreibung könnte den Verdacht aufkommen lassen, die Reformer hundert Jahre später seien vorwiegend Nietzscheaner. Dagegen spricht, daß sie heimtückisch „Jenseits von Gut und Böse“ klein schreiben wollten.

Mit Klick die Kennkarte von Sigmar Salzburg ansehen    Suche weitere Einträge von Sigmar Salzburg        Edit/Delete Message    Reply w/Quote    IP: Notiz
Sigmar Salzburg
01.11.2010 07.42
Diesen Beitrag ansteuern
Fortgesetzte Schreibkultur

Peter-André Alt
Ästhetik des Bösen
C.H. Beck 2010

Niklas Holzberg
Aristophanes
Sex und Spott und Politik
C.H Beck 2010

Michel Foucault
Mut zur Wahrheit
Suhrkamp 2010
Übers. Jürgen Schröder

Frank Kolb
Tatort Troia
Ferdinand Schöningh 2010

Ralf-Peter Märtin
Die Varusschlacht
Fischer 2008/2010

Mit Klick die Kennkarte von Sigmar Salzburg ansehen    Suche weitere Einträge von Sigmar Salzburg        Edit/Delete Message    Reply w/Quote    IP: Notiz
PL
24.10.2010 16.21
Diesen Beitrag ansteuern

Ein e solch e Scheiß e …

Mit Klick die Kennkarte von PL ansehen    Suche weitere Einträge von PL        Edit/Delete Message    Reply w/Quote    IP: Notiz
Sigmar Salzburg
24.10.2010 13.13
Diesen Beitrag ansteuern
Reinhard Jirgl

Büchner-Preis an Reinhard Jirgl überreicht

Der Berliner Schriftsteller Reinhard Jirgl ist am Samstag mit dem Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet worden. Der in der DDR aufgewachsene Jirgl habe in „einem Romanwerk von epischer Fülle und sinnlicher Anschaulichkeit ein eindringliches, oft verstörend suggestives Panorama der deutschen Geschichte im 20. Jahrhundert entfaltet“, …

Der bereits mit zahlreichen Preisen ausgezeichnete Jirgl ist vor allem für seine anspruchsvolle, experimentelle Sprache bekannt. So nutzt er Ziffern und Zeichen – schreibt etwa „1zige“, „&“ oder setzt Ausrufungszeichen vor Wörtern und Bindestriche – nach einem ausgeklügelten System und oft lautmalerische Rechtschreibung, die an den Schriftsteller Arno Schmidt erinnert. So finden sich in seinem jüngsten Werk „Die Stille“ Sätze wie: „?Hättest du=Anihrerstelle? nicht weinen müssen. Denn son Hochzeit´s Tag gilt doch für 1 Frau als Der-Schönste-Tag=im-Le -“. Das Familienepos war für den Deutschen Buchpreis 2009 nominiert.

In seinen Romanen führe Jirgl vor, wie wichtig für ihn der Prozess des Schreibens selbst sei, sagte Laudator Böttiger. So werde klar, welche Funktion seine besondere Schreibweise und Zeichensetzung hätten. Der alphanumerische Code verschaffe seinen Texten eine zusätzliche Informationsebene. …

focus.de 24.10.2010


Reinhard Jirgl
Die Stille
Hanser 2009

Trotz aller graphischen Besonderheiten und Kürzel liegt den Schreibweisen Jirgls die traditionelle Rechtschreibung zugrunde:

Seite 420: … ihrem fleisch lichen Sinn Diese gewissen Nächte ohne Schlaf bescherte und der ihr wenns dann endlich Soweit ist mit dem 1 Kuß ihr das leibdurchströmende Gefühl gibt in einem warmen Fluß zu liegen …

Seite 424: Bulldozer ver schwunden Zäune Beete das Gewächshaus niedergewalzt der Vater hat den Herzanfall nicht überlebt – – Schaumkronen Haß Neid Mißgunst spritzend im schroff angedrehten Sturm des Volk's …

Seite 441: … still kreisende Alarmlicht rammte blaue Lichtpfähle ins Spiegelbild auf der Straße während feiner Regen in dichten Schleiern niedersank Eine Schütte rauhen Sands floß in träggelber Schwemme …

Mit Klick die Kennkarte von Sigmar Salzburg ansehen    Suche weitere Einträge von Sigmar Salzburg        Edit/Delete Message    Reply w/Quote    IP: Notiz
Sigmar Salzburg
22.10.2010 06.26
Diesen Beitrag ansteuern

Man ist ja immer dankbar für Hinweise auf traditionell gedruckte Literatur.
Unter sprachforschung.org gibt es einen solchen:


Ich bin nur hin und wieder in Deutschland, stöbere dann in den Buchhandlungen herum und stelle erleichtert fest, daß viele Bücher in klassischer Rechtschreibung gehalten sind – immer solche, denen ein gewisser Anspruch eignet, scheint mir.

Um auch einige Beispiele zu nennen:
Orhan Pamuk, Istanbul, Fischer 2010 (Lizenz Hanser 2006)
Stefan Weidner, Mohammedanische Versuchungen, Suhrkamp 2008 (Lizenz Ammann 2004)
Hans-Martin Gauger, Was wir sagen, wenn wir reden, dtv 2007 (Lizenz Hanser 2004)
Peter Sloterdijk, Philosophische Temperamente, Diederichs 2010

Ferner: Lettre International und die Zeitschrift für Ideengeschichte.

Mit Klick die Kennkarte von Sigmar Salzburg ansehen    Suche weitere Einträge von Sigmar Salzburg        Edit/Delete Message    Reply w/Quote    IP: Notiz
Sigmar Salzburg
17.10.2010 17.05
Diesen Beitrag ansteuern

Asfa-Wossen Asserate:
„Draußen nur Kännchen“.
Meine deutschen Fundstücke.
Scherz Verlag, 2010.

laut Zeit:…eine Liebeserklärung mit Migrationshintergrund!

… In entlegene Ecken des Landes dringt der Hobby-Ethnologe vor, gern mit dem »Bummelzug«, dessen Umbenennung in »Regional-Expreß« er hintertreibt, indem er ihn auf ß enden lässt, wie er überhaupt an der von deutschen Rechtschreibreformern abgeschafften Orthografie lustvoll festhält. [… dazu ein überflüssiger Biß:] Asserate ist ein tiefschwarzer Konservativer, keine Frage.

zeit.de 15.10.2010

… und in der FAZ v. 26.8.2010:

… Er erinnert seine Leser an den alltagskulturellen Reichtum ihrer Heimat und beklagt das negative Verhältnis vieler Deutscher zu ihrer Nation und deren Symbolen. Es zeige sich etwa im lieblosen Umgang mit der Landessprache bei der Rechtschreibreform …

… in der Süddeutschen v. 5.10.2010 (n. buecher.de) dazu nur ein falscher „Kratzfuß“:

Gleich im Titel schlägt Asserate jenen semi-ironischen Tonfall an, den wir schon aus „Manieren“ kennen. „Draußen nur Kännchen“ lautet er, ein Satz, der im Latte-Macchiato-Zeitalter ähnlich verschroben wirkt wie ein Kratzfuss.

Mit Klick die Kennkarte von Sigmar Salzburg ansehen    Suche weitere Einträge von Sigmar Salzburg        Edit/Delete Message    Reply w/Quote    IP: Notiz
Sigmar Salzburg
14.09.2010 11.25
Diesen Beitrag ansteuern
Blättern im Buchladen

Gegen staatliche Indoktrination und Einkreisungspolitik der Medienmafia leisten einige Autoren weiterhin tapferen Widerstand und veröffentlichen in traditioneller Kulturrechtschreibung:

Sven Regener
Der kleine Bruder
Goldmann 2010 (Eichborn 2007)

Uwe Tellkamp
Der Turm
Suhrkamp 2010

Anne Weber
Luft und Liebe
S. Fischer 2010

Siegfried Lenz
Wasserwelten
Hoffman und Campe 2010

Siegfried Lenz
Landesbühne
Hoffman und Campe 2009

Rüdiger Safranski
Goethe & Schiller
Geschichte einer Freundschaft
Hanser 2009

[Anthologie]
Schleswig-Holstein
Ein literarisches Porträt

Hg. G. Gumpert, E. Tucsin
Wachholtz 2010
(Texte bis Th. Mann u. F. Zaimoglu)

Tiziano Terziani
Asien, mein Leben
Die großen Reportagen
(Hg. Angela Terziani, Dieter Wild)
Spiegel Buchverlag
DVA 2008
Goldmann 2010

Mit Klick die Kennkarte von Sigmar Salzburg ansehen    Suche weitere Einträge von Sigmar Salzburg        Edit/Delete Message    Reply w/Quote    IP: Notiz
Sigmar Salzburg
13.09.2010 15.45
Diesen Beitrag ansteuern

Tausendundeine Nacht
Nach der ältesten arabischen Handschrift
in der Ausgabe von Muhsin Mahdi
erstmals ins Deutsche übertragen
von Claudia Ott

C.H.Beck 2004

Obwohl ich diesen Band schon länger besitze, fiel mir erst jetzt ein, daß er es verdient, hier erwähnt zu werden. Durch die Übersetzung wurde mir auch klar, warum ich an der arabischen Ausgabe von Mahdi, die ich gleich bei ihrem Erscheinen 1984 erworben hatte, mitunter scheitern mußte. Claudia Ott schreibt im Nachwort:

„Und mit Nabila Ibrahim, einer … Professorin an der Kairiner Universität, saß ich viele Stunden lang … zusammen, und wir rätselten gemeinsam über die kniffligen Stellen. Insbesondere die schlüpfrigen Passagen in der „Geschichte vom Träger und den drei Damen“ wären ohne ihre geduldigen Ausführungen und Erklärungen, während derer sich ihre Gesichtsfarbe mal rot, mal weiß verfärbte, unübersetzbar gewesen.

Mit Klick die Kennkarte von Sigmar Salzburg ansehen    Suche weitere Einträge von Sigmar Salzburg        Edit/Delete Message    Reply w/Quote    IP: Notiz
Sigmar Salzburg
05.09.2010 14.53
Diesen Beitrag ansteuern

Fritz J. Raddatz
„Tagebücher 1982-2001“
.
Rowohlt, 900 Seiten, 34,95 Euro

Kampen, den 6. September 2001
Der alte Rezensent rezensiert also seinen Geburtstag, über den vergnügt zu sein dann doch nicht ganz ohne Bitterkeit gelang. Bitter, weil das Ende so nahe, …

Arabella Sheraton Grand Hotel, Frankfurt, den 14. Oktober 2001
Die (hoffentlich: meine letzte) Buchmesse tanzt nach dem Motto: „Wer war die alte Dame, mit der ich Sie gestern fotografiert habe?“ Die alte Dame war Inge Feltrinelli; auch wer ich bin, wußte der Fotograf nicht – Hauptsache knipsen, egal, egal.
... Vorgestellt – auch bei der Lesereise, über deren klägliche Strapazen ich hier nicht ein abermaliges Mal jeremiaden will – werde ich neuerdings: „Anläßlich Ihres Geburtstags stand ja über Sie zu lesen . . .“

faz.net 5.9.2010

Mit Klick die Kennkarte von Sigmar Salzburg ansehen    Suche weitere Einträge von Sigmar Salzburg        Edit/Delete Message    Reply w/Quote    IP: Notiz
Sigmar Salzburg
03.09.2010 13.54
Diesen Beitrag ansteuern
Heinrich von Kleist: Sämtliche Werke und Briefe

Die Autorität des Textes

Er ist einer der größten deutschen Dramatiker, ein wunderbarer Erzähler und unermüdlicher Briefeschreiber: Heinrich von Kleist. Im kommenden Jahr jährt sich sein Freitod zum 200. Mal. Zum Jubiläum versammelt eine neue Ausgabe Kleists sämtliche Werke.

… Die Münchner Ausgabe druckt die letzte Handschrift; wenn sie, wie oft, fehlt, den ersten Buchdruck. Auf die üblichen Eingriffe zur Modernisierung und Angleichung wird verzichtet: Apostrophe gibt es nun zuhauf, Abkürzungen wie „u.“ bleiben ebenso stehen wie „Schaar“, „Comtoir“ und „trit näher“, werden aber gegebenenfalls erläutert. Spätestens seit der Rechtschreibreform [?] dürften solche Varianten als Bereicherung empfunden werden. Im Zweifel entschieden sich Reuß und Staengle für Verständlichkeit: „Tuschen“ in „Die Herrmannsschlacht“ wird zu „Thuschen“, damit die gemeinte Thusnelda assoziiert werden kann …

Heinrich von Kleist: Sämtliche Werke und Briefe. Münchner Ausgabe. Bd. 1 – 3
Auf der Grundlage der Brandenburger Ausgabe herausgegeben von Roland Reuß und Peter Staengle
Carl Hanser Verlag, München 2010.
838, 1008 und 884 Seiten, 128 Euro

Deutschlandradio.de 2.9.2010

Mit Klick die Kennkarte von Sigmar Salzburg ansehen    Suche weitere Einträge von Sigmar Salzburg        Edit/Delete Message    Reply w/Quote    IP: Notiz
Sigmar Salzburg
27.08.2010 13.11
Diesen Beitrag ansteuern
Philosophen

Rüdiger Safranski
Schopenhauer
und Die wilden Jahre der Philosophie

Hanser 1987/2010

(Anscheinend zum 100. Todesjahr des Philosophen neu aufgelegt)

Vorwort … Schopenhauer: Er kommt aus den ›wilden Jahren der Philosophie‹ und ist doch aufs erbittertste mit ihnen verfeindet.

Mit Klick die Kennkarte von Sigmar Salzburg ansehen    Suche weitere Einträge von Sigmar Salzburg        Edit/Delete Message    Reply w/Quote    IP: Notiz
Sigmar Salzburg
17.08.2010 20.34
Diesen Beitrag ansteuern
Neues in altbewährter Form von Günter Grass

Grimm und Grass

Von Michael Bengel, 17.08.10, 21:28h

Der Nobelpreisträger Günter Grass widmet sich nach „Beim Häuten der Zwiebel“ und „Die Box“ in seinem neuen Werk erneut seinem eigenen Leben – und verknüpft es mit dem Geschick der Brüder Grimm und ihrem Wörterbuch.

... In neun Kapiteln, die zumindest dem Prinzip nach lexikalisch arrangiert sind, von „Asyl“ bis „Ziel“, verknüpft er die Erzählung der Entstehungsgeschichte unseres noch immer größten Buchs der Wörter mit der kritischen Betrachtung ihres Resultats. Verknüpft er weiter die Geschichte eines unfertigen Vorentwurfs von Deutschland mit dem Scheitern seiner Wiederherstellung, die „Göttinger Sieben“ von leichter Hand mit einem Göttinger Verleger, „die reformation unsrer orthographie“ von einst mit der Rechtschreibreform im Zeitalter ihrer bürokratischen Durchsetzbarkeit.

… Er sei, sagt Grass, wie jene Grimms „vernarrt“ in „Sinn und Widersinn der deutschen Sprache“, und führt es ein ums andre Mal begeistert vor.
Mit vollen Händen greift er nach dem füllhorngleichen Reichtum aus der Wörterwelt. …

Mit Nachdruck und vielen Belegen stellt Grass in oft geübter Weise seine Rolle in der Zeit heraus, die er mit seinem frühen Ruhm als wirksamem „Begrüßgustav“ gelebt hat: Den Streit mit Heinar Kipphardt um „Hetze, die zum Mord führen kann“, Jahre vor den ersten Toten der RAF. Oder wie es Grass, der Redenschreiber, war, der Willy Brandt gelehrt hat, „Ich“ zu sagen.

Dass er selber damit kein Problem hat, ist von Grass bekannt: „Ich aber“, betont auch dieses Buch und gibt damit vor, dem biedermeierlichen Bild der Grimms, „so augenfällig anheimelnd und angepaßt dem allgemeinen Geschmack“ (aus dem ersten Kapitel mit „A“!), ein völlig anderes entgegenzusetzen. …

Günter Grass: „Grimms Wörter: Eine Liebeserklärung“, Steidl, 29,80 Euro.

Kölner Stadt-Anzeiger 17.8.2010

– geändert durch Sigmar Salzburg am 18.08.2010, 09.34 –

Mit Klick die Kennkarte von Sigmar Salzburg ansehen    Suche weitere Einträge von Sigmar Salzburg        Edit/Delete Message    Reply w/Quote    IP: Notiz
Sigmar Salzburg
10.07.2010 19.04
Diesen Beitrag ansteuern
... typographische und satztechnische Gestaltung

Iris Hanika
Das Eigentliche.
Roman. Droschl. 176 S., ca. 33 Fr.

Vor zwei Jahren veröffentlichte Iris Hanika im kleinen Grazer Droschl-Verlag den Roman «Treffen sich zwei», eine Liebesgeschichte auf dem Reflexions- und Ironieniveau unserer Zeit. Er schaffte es auf die Shortlist des Deutschen Buchpreises. Jetzt ist, wieder bei Droschl, ihr neuer Roman erschienen, mit dem posaunenstarken Titel «Das Eigentliche». Und um auch in die Kritikerposaune zu blasen: Dieses Buch musste einmal, musste endlich geschrieben werden. Es ist die literarische Auseinandersetzung mit der deutschen «Vergangenheitsbewirtschaftung», wie es im Roman provozierend heisst. …

tagesanzeiger.ch 2.7.2010

Wie üblich, werden Hinweise auf traditionelle Rechtschreibungen gemieden, auch in der FAZ – wenn man nicht folgenden Satz als solchen verstehen will:

… wenn die Autorin Iris Hanika heißt, die in allen ihren Texten … bewiesen hat, dass ihr typographische und satztechnische Gestaltung von Erzähltem kaum weniger wichtig ist als der Inhalt selbst …

faz.net 27.1.2010

Leseprobe:
buecher.de

Mit Klick die Kennkarte von Sigmar Salzburg ansehen    Suche weitere Einträge von Sigmar Salzburg        Edit/Delete Message    Reply w/Quote    IP: Notiz
Sigmar Salzburg
25.06.2010 09.10
Diesen Beitrag ansteuern
Christian Meiers neuer Essay

Christian Meier,
Das Gebot zu vergessen und die Unabweisbarkeit des Erinnerns.
Vom öffentlichen Umgang mit schlimmer Vergangenheit,
München 2010 (Siedler-Verlag),
159 S., 14,95 €

Christian Meier wurde kürzlich eingeladen, einen Beitrag im SPIEGEL veröffentlichen, aber das Magazin weigerte sich, die vom Verfasser gewünschte Rechtschreibung zu verwenden; daraufhin verzichtete Meier. Es wird nun bald so sein, daß kein Medium mehr einen kritischen Beitrag über die Rechtschreibreform veröffentlicht (es ist schon jetzt weitgehend so). Noch nie gab es eine so strikte Tabuisierung irgendeines Gegenstandes in der deutschen Presse. (Th. Ickler FDS 6.12.06)

Mit Klick die Kennkarte von Sigmar Salzburg ansehen    Suche weitere Einträge von Sigmar Salzburg        Edit/Delete Message    Reply w/Quote    IP: Notiz
Alle Zeiten sind MEZ    Dieser Faden ist 13 Seiten lang:    1  2  3 · 6  7  8  9   10  11  12  13  Neuen Faden beginnen     antworten
Gehe zum Forum:
< voriges Leitthema  

Benutzungs-Regeln:
Wer kann im Forum lesen? Jeder Gast / jeder angemeldete Nutzer.
Wer kann ein neues Leitthema oder eine Antwort eintragen? Jeder angemeldete, eingewählte Nutzer.
Einträge können von ihrem Verfasser geändert oder auch gelöscht werden.
HTML-Kennungen beim Eintragen erlaubt? AN. Schnuten erlaubt? AN. vB-Kennungen erlaubt? AN. Bilder-Einbindung mit [IMG] erlaubt? AN.

Maßnahmen der Verwaltung:
Leitthema öffnen / schließen
Leitthema umziehen lassen
Leitthema löschen
Leitthema ändern

Herausgeber · Schreiben Sie uns · Forum

Technik von: vBulletin, Version 1.1.4 ©Jelsoft Enterprises Ltd. 2000. Rechtschreibung.com – Nachrichten zur Rechtschreibfrage