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Sigmar Salzburg
22.10.2010 06.26
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Man ist ja immer dankbar für Hinweise auf traditionell gedruckte Literatur.
Unter sprachforschung.org gibt es einen solchen:


Ich bin nur hin und wieder in Deutschland, stöbere dann in den Buchhandlungen herum und stelle erleichtert fest, daß viele Bücher in klassischer Rechtschreibung gehalten sind – immer solche, denen ein gewisser Anspruch eignet, scheint mir.

Um auch einige Beispiele zu nennen:
Orhan Pamuk, Istanbul, Fischer 2010 (Lizenz Hanser 2006)
Stefan Weidner, Mohammedanische Versuchungen, Suhrkamp 2008 (Lizenz Ammann 2004)
Hans-Martin Gauger, Was wir sagen, wenn wir reden, dtv 2007 (Lizenz Hanser 2004)
Peter Sloterdijk, Philosophische Temperamente, Diederichs 2010

Ferner: Lettre International und die Zeitschrift für Ideengeschichte.

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Sigmar Salzburg
17.10.2010 17.05
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Asfa-Wossen Asserate:
„Draußen nur Kännchen“.
Meine deutschen Fundstücke.
Scherz Verlag, 2010.

laut Zeit:…eine Liebeserklärung mit Migrationshintergrund!

… In entlegene Ecken des Landes dringt der Hobby-Ethnologe vor, gern mit dem »Bummelzug«, dessen Umbenennung in »Regional-Expreß« er hintertreibt, indem er ihn auf ß enden lässt, wie er überhaupt an der von deutschen Rechtschreibreformern abgeschafften Orthografie lustvoll festhält. [… dazu ein überflüssiger Biß:] Asserate ist ein tiefschwarzer Konservativer, keine Frage.

zeit.de 15.10.2010

… und in der FAZ v. 26.8.2010:

… Er erinnert seine Leser an den alltagskulturellen Reichtum ihrer Heimat und beklagt das negative Verhältnis vieler Deutscher zu ihrer Nation und deren Symbolen. Es zeige sich etwa im lieblosen Umgang mit der Landessprache bei der Rechtschreibreform …

… in der Süddeutschen v. 5.10.2010 (n. buecher.de) dazu nur ein falscher „Kratzfuß“:

Gleich im Titel schlägt Asserate jenen semi-ironischen Tonfall an, den wir schon aus „Manieren“ kennen. „Draußen nur Kännchen“ lautet er, ein Satz, der im Latte-Macchiato-Zeitalter ähnlich verschroben wirkt wie ein Kratzfuss.

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Sigmar Salzburg
14.09.2010 11.25
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Blättern im Buchladen

Gegen staatliche Indoktrination und Einkreisungspolitik der Medienmafia leisten einige Autoren weiterhin tapferen Widerstand und veröffentlichen in traditioneller Kulturrechtschreibung:

Sven Regener
Der kleine Bruder
Goldmann 2010 (Eichborn 2007)

Uwe Tellkamp
Der Turm
Suhrkamp 2010

Anne Weber
Luft und Liebe
S. Fischer 2010

Siegfried Lenz
Wasserwelten
Hoffman und Campe 2010

Siegfried Lenz
Landesbühne
Hoffman und Campe 2009

Rüdiger Safranski
Goethe & Schiller
Geschichte einer Freundschaft
Hanser 2009

[Anthologie]
Schleswig-Holstein
Ein literarisches Porträt

Hg. G. Gumpert, E. Tucsin
Wachholtz 2010
(Texte bis Th. Mann u. F. Zaimoglu)

Tiziano Terziani
Asien, mein Leben
Die großen Reportagen
(Hg. Angela Terziani, Dieter Wild)
Spiegel Buchverlag
DVA 2008
Goldmann 2010

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Sigmar Salzburg
13.09.2010 15.45
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Tausendundeine Nacht
Nach der ältesten arabischen Handschrift
in der Ausgabe von Muhsin Mahdi
erstmals ins Deutsche übertragen
von Claudia Ott

C.H.Beck 2004

Obwohl ich diesen Band schon länger besitze, fiel mir erst jetzt ein, daß er es verdient, hier erwähnt zu werden. Durch die Übersetzung wurde mir auch klar, warum ich an der arabischen Ausgabe von Mahdi, die ich gleich bei ihrem Erscheinen 1984 erworben hatte, mitunter scheitern mußte. Claudia Ott schreibt im Nachwort:

„Und mit Nabila Ibrahim, einer … Professorin an der Kairiner Universität, saß ich viele Stunden lang … zusammen, und wir rätselten gemeinsam über die kniffligen Stellen. Insbesondere die schlüpfrigen Passagen in der „Geschichte vom Träger und den drei Damen“ wären ohne ihre geduldigen Ausführungen und Erklärungen, während derer sich ihre Gesichtsfarbe mal rot, mal weiß verfärbte, unübersetzbar gewesen.

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Sigmar Salzburg
05.09.2010 14.53
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Fritz J. Raddatz
„Tagebücher 1982-2001“
.
Rowohlt, 900 Seiten, 34,95 Euro

Kampen, den 6. September 2001
Der alte Rezensent rezensiert also seinen Geburtstag, über den vergnügt zu sein dann doch nicht ganz ohne Bitterkeit gelang. Bitter, weil das Ende so nahe, …

Arabella Sheraton Grand Hotel, Frankfurt, den 14. Oktober 2001
Die (hoffentlich: meine letzte) Buchmesse tanzt nach dem Motto: „Wer war die alte Dame, mit der ich Sie gestern fotografiert habe?“ Die alte Dame war Inge Feltrinelli; auch wer ich bin, wußte der Fotograf nicht – Hauptsache knipsen, egal, egal.
... Vorgestellt – auch bei der Lesereise, über deren klägliche Strapazen ich hier nicht ein abermaliges Mal jeremiaden will – werde ich neuerdings: „Anläßlich Ihres Geburtstags stand ja über Sie zu lesen . . .“

faz.net 5.9.2010

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Sigmar Salzburg
03.09.2010 13.54
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Heinrich von Kleist: Sämtliche Werke und Briefe

Die Autorität des Textes

Er ist einer der größten deutschen Dramatiker, ein wunderbarer Erzähler und unermüdlicher Briefeschreiber: Heinrich von Kleist. Im kommenden Jahr jährt sich sein Freitod zum 200. Mal. Zum Jubiläum versammelt eine neue Ausgabe Kleists sämtliche Werke.

… Die Münchner Ausgabe druckt die letzte Handschrift; wenn sie, wie oft, fehlt, den ersten Buchdruck. Auf die üblichen Eingriffe zur Modernisierung und Angleichung wird verzichtet: Apostrophe gibt es nun zuhauf, Abkürzungen wie „u.“ bleiben ebenso stehen wie „Schaar“, „Comtoir“ und „trit näher“, werden aber gegebenenfalls erläutert. Spätestens seit der Rechtschreibreform [?] dürften solche Varianten als Bereicherung empfunden werden. Im Zweifel entschieden sich Reuß und Staengle für Verständlichkeit: „Tuschen“ in „Die Herrmannsschlacht“ wird zu „Thuschen“, damit die gemeinte Thusnelda assoziiert werden kann …

Heinrich von Kleist: Sämtliche Werke und Briefe. Münchner Ausgabe. Bd. 1 – 3
Auf der Grundlage der Brandenburger Ausgabe herausgegeben von Roland Reuß und Peter Staengle
Carl Hanser Verlag, München 2010.
838, 1008 und 884 Seiten, 128 Euro

Deutschlandradio.de 2.9.2010

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Sigmar Salzburg
27.08.2010 13.11
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Philosophen

Rüdiger Safranski
Schopenhauer
und Die wilden Jahre der Philosophie

Hanser 1987/2010

(Anscheinend zum 100. Todesjahr des Philosophen neu aufgelegt)

Vorwort … Schopenhauer: Er kommt aus den ›wilden Jahren der Philosophie‹ und ist doch aufs erbittertste mit ihnen verfeindet.

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Sigmar Salzburg
17.08.2010 20.34
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Neues in altbewährter Form von Günter Grass

Grimm und Grass

Von Michael Bengel, 17.08.10, 21:28h

Der Nobelpreisträger Günter Grass widmet sich nach „Beim Häuten der Zwiebel“ und „Die Box“ in seinem neuen Werk erneut seinem eigenen Leben – und verknüpft es mit dem Geschick der Brüder Grimm und ihrem Wörterbuch.

... In neun Kapiteln, die zumindest dem Prinzip nach lexikalisch arrangiert sind, von „Asyl“ bis „Ziel“, verknüpft er die Erzählung der Entstehungsgeschichte unseres noch immer größten Buchs der Wörter mit der kritischen Betrachtung ihres Resultats. Verknüpft er weiter die Geschichte eines unfertigen Vorentwurfs von Deutschland mit dem Scheitern seiner Wiederherstellung, die „Göttinger Sieben“ von leichter Hand mit einem Göttinger Verleger, „die reformation unsrer orthographie“ von einst mit der Rechtschreibreform im Zeitalter ihrer bürokratischen Durchsetzbarkeit.

… Er sei, sagt Grass, wie jene Grimms „vernarrt“ in „Sinn und Widersinn der deutschen Sprache“, und führt es ein ums andre Mal begeistert vor.
Mit vollen Händen greift er nach dem füllhorngleichen Reichtum aus der Wörterwelt. …

Mit Nachdruck und vielen Belegen stellt Grass in oft geübter Weise seine Rolle in der Zeit heraus, die er mit seinem frühen Ruhm als wirksamem „Begrüßgustav“ gelebt hat: Den Streit mit Heinar Kipphardt um „Hetze, die zum Mord führen kann“, Jahre vor den ersten Toten der RAF. Oder wie es Grass, der Redenschreiber, war, der Willy Brandt gelehrt hat, „Ich“ zu sagen.

Dass er selber damit kein Problem hat, ist von Grass bekannt: „Ich aber“, betont auch dieses Buch und gibt damit vor, dem biedermeierlichen Bild der Grimms, „so augenfällig anheimelnd und angepaßt dem allgemeinen Geschmack“ (aus dem ersten Kapitel mit „A“!), ein völlig anderes entgegenzusetzen. …

Günter Grass: „Grimms Wörter: Eine Liebeserklärung“, Steidl, 29,80 Euro.

Kölner Stadt-Anzeiger 17.8.2010

– geändert durch Sigmar Salzburg am 18.08.2010, 09.34 –

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Sigmar Salzburg
10.07.2010 19.04
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... typographische und satztechnische Gestaltung

Iris Hanika
Das Eigentliche.
Roman. Droschl. 176 S., ca. 33 Fr.

Vor zwei Jahren veröffentlichte Iris Hanika im kleinen Grazer Droschl-Verlag den Roman «Treffen sich zwei», eine Liebesgeschichte auf dem Reflexions- und Ironieniveau unserer Zeit. Er schaffte es auf die Shortlist des Deutschen Buchpreises. Jetzt ist, wieder bei Droschl, ihr neuer Roman erschienen, mit dem posaunenstarken Titel «Das Eigentliche». Und um auch in die Kritikerposaune zu blasen: Dieses Buch musste einmal, musste endlich geschrieben werden. Es ist die literarische Auseinandersetzung mit der deutschen «Vergangenheitsbewirtschaftung», wie es im Roman provozierend heisst. …

tagesanzeiger.ch 2.7.2010

Wie üblich, werden Hinweise auf traditionelle Rechtschreibungen gemieden, auch in der FAZ – wenn man nicht folgenden Satz als solchen verstehen will:

… wenn die Autorin Iris Hanika heißt, die in allen ihren Texten … bewiesen hat, dass ihr typographische und satztechnische Gestaltung von Erzähltem kaum weniger wichtig ist als der Inhalt selbst …

faz.net 27.1.2010

Leseprobe:
buecher.de

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Sigmar Salzburg
25.06.2010 09.10
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Christian Meiers neuer Essay

Christian Meier,
Das Gebot zu vergessen und die Unabweisbarkeit des Erinnerns.
Vom öffentlichen Umgang mit schlimmer Vergangenheit,
München 2010 (Siedler-Verlag),
159 S., 14,95 €

Christian Meier wurde kürzlich eingeladen, einen Beitrag im SPIEGEL veröffentlichen, aber das Magazin weigerte sich, die vom Verfasser gewünschte Rechtschreibung zu verwenden; daraufhin verzichtete Meier. Es wird nun bald so sein, daß kein Medium mehr einen kritischen Beitrag über die Rechtschreibreform veröffentlicht (es ist schon jetzt weitgehend so). Noch nie gab es eine so strikte Tabuisierung irgendeines Gegenstandes in der deutschen Presse. (Th. Ickler FDS 6.12.06)

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Sigmar Salzburg
16.06.2010 05.51
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Christa Wolfs neuer Roman

„Stadt der Engel oder The Overcoat of Dr. Freud“ ist der erste Roman Christa Wolfs seit vierzehn Jahren, seit 1996 „Medea: Stimmen“ erschien.

… „Daß der Gedankenstrahl die Zeitschichten rückblickend und vorausblickend durchdringen kann, erscheint mir als ein Wunder, und das Erzählen hat an diesem Wunder teil, weil wir anders, ohne die wohltätige Gabe des Erzählens, nicht überlebt hätten und nicht überleben könnten“, heißt es schon auf den ersten Seiten des Romans.

… „Mir ist klargeworden, dass [?] ich mich als Exempel nehme, also von mir absehe, indem ich mich ganz auf mich zu konzentrieren scheine. Eine merkwürdige gegenläufige Bewegung“, schreibt Christa Wolf in ihrem Roman über die Figur, die von Christa Wolf schwer zu unterscheiden ist.

… Ein bisschen scheint die Raumschiffmannschaft die Rolle einer idealen DDR-Besatzung zu spielen, wenn sie schreibt: „Wobei die Picard-Mannschaft vorführte, daß unbedingte Disziplin sehr wohl zusammengehen konnte mit einer durch männliches Understatement veredelten reifen Menschlichkeit.“ …

Sie hat nicht aufgehört, nach ihrer Variante der Wahrheit zu suchen. Dieses Buch ist das kalifornische Monument dieser Suche.

Christa Wolf: „Stadt der Engel oder The Overcoat of Dr. Freud“. Suhrkamp 2010, 414 Seiten, 24,80 Euro. Der Roman erscheint in der nächsten Woche

faz.net 14.6.2010

Wir sind gespannt!

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Sigmar Salzburg
13.06.2010 05.34
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Cant läßt grüßen

Kant und die Komik
11.06.2010 | 18:36 |  Von Thomas Rothschild (Die Presse)
Ein Sekretär Immanuel Kants antwortet einer von Liebeskummer geplagten adeligen Dame: Alois Brandstetters Roman „Cant läßt grüßen“ bezieht seinen Reiz aus seinen gelehrten Abschweifungen.
...
Dass die Literaturkritik in Österreich von der Linken beherrscht werde, ist eine Legende, die keiner Überprüfung standhält. Dennoch ist nicht zu leugnen, dass es ein konservativer Schriftsteller wie Alois Brandstetter bei der Kritik nicht immer leicht hatte. Und dass er konservativ ist, nicht etwa nur seinen fiktiven Figuren konservative Ansichten in den Mund legt, darf man bei Kenntnis seiner zahlreichen Bücher behaupten, ohne ihm Unrecht zu tun. (Dass Brandstetter auf der alten Rechtschreibung beharrt, versteht sich von selbst.) ...
Diesmal versetzt sich Brandstetter in einen „Amanuensis“, einen Sekretär Immanuel Kants, der stellvertretend in einem langen Brief auf zwei Schreiben der von Liebenskummer geplagten Klagenfurterin Maria von Herbert an den Königsberger Philosophen antwortet. Hier darf Brandstetter weit hinter die Ersetzung des scharfen ß durch Doppel-s zurückgehen, und er hat offenbaren Spaß an der Simulation einer veralteten und deshalb ästhetisch aufgewerteten Sprachverwendung und Schreibweise. Wie frühere Romane von Brandstetter und auch von Thomas Bernhard bezieht „Cant läßt grüßen“ einen Großteil seines Reizes aus der Abschweifung – aus „Paraphrase und Circumloquium (Herumreden)“, wie es im Roman selbst heißt. ...

Dass dem Fräulein von Herbert in ihrer Not mit dem Brief von Kants Eckermann
geholfen würde, ist zu bezweifeln. Vom Selbstmord rät er jedenfalls dringend ab. „Fügt Euch ins Leben! Lebet wohl! Cant lässt grüßen!“
(„Die Presse“, Print-Ausgabe, 12.06.2010)

diepresse.com/ 12.6.2010

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Sigmar Salzburg
08.04.2010 09.52
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Kleiner Seitenblick in der Buchhandlung

Inmitten der gleichgeschaltet übersetzten Literatur gibt es immer auch Übersetzungen in klassischer Rechtschreibung:
(+ unreformiert)

Marcel Möring
+ Der nächtige Ort
Luchterhand 2009

Ioann Karystiani
+ Die Augen des Meeres
Suhrkamp 2009

Konrad Hansen
+ Die Männer vom Meer
(hist. Roman)
Hoffmann und Campe 2010

Konrad Hansen
+ Simons Bericht
(hist. Roman)
Hoffmann und Campe 2010

Manfred Mai
- „Was macht den Mensch zum Menschen?“:
Friedrich Schiller – Eine Biografie
dtv – Reihe Hanser 2009

Das Buch dient sich der indoktrinierten Jugend und dem Schulgebrauch an: „In neuer Rechtschreibung“. Der Hinweis scheint nötig zu sein, denn die vielen Zitate, vor allem Schillers, sind in anständiger ß-Schreibung gedruckt.

Erich Schmitt
+ Als ich ein Kunstwerk war
Amman Verlag 2009

Das „Erste lebende Kunstwerk“ war mein Studienkollege Timm Ulrichs. Er brach sein Studium ab und stellte sich im Samtanzug mit Personalausweis in einem Glaskasten aus. Darauf ernannte ihn der Kultusminister (NRW?) bald zum Professor. Das obige Buch hat damit sicher nichts zu tun.

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Sigmar Salzburg
17.03.2010 20.07
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Michel Matveev

… Der Autor Michel Matveev, Pseudonym des 1892 in Jaffa geborenen, als Tierbildhauer zu überschaubarem Ruhm gekommenen Joseph Constant, schildert diese Schicksale in seinem autobiografisch gefärbten Buch. Das Werk erschien 1933, geriet dann in Vergessenheit, so wie der 1969 gestorbene Bildhauer und Autor auch. Der Bonner Verleger Stefan Weidle hat „Die Gehetzten“, besser: „Les traqués“, wie die 1933 bei Gallimard in Paris erschienene Originalausgabe heißt, wiederentdeckt, von Rudolf von Bitter übersetzen lassen und neu herausgebracht (leider in alter Rechtschreibung, man spekuliert wohl nicht auf junge Leser).
Es ist ein sehr verstörendes Buch, …

Michel Matveev: Die Gehetzten. Weidle Verlag, 229 S., 23 Euro

general-anzeiger-bonn.de 17.03.2010

(Die „Reform“ wirkt eben doch als beabsichtigter Generations- und Kulturbruch … )

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Sigmar Salzburg
12.01.2010 18.08
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Alois Brandstetter

Alois Brandstetter:
Cant läßt grüßen“.
Roman.
Residenz Verlag, Salzburg 2009.
235 S., geb., 19,90 €.

… drei Originaldokumente bilden das Ferment für Alois Brandstetters kunstvoll vertracktes Romantraktat. Nicht Kant persönlich schreibt hier einen elendslangen Brief an die arme Seele in Kärnten, sondern sein Amanuensis, also eigentlich Handlanger, den Brandstetter zu diesem Zweck zu erfinden genötigt war. Dieses extrem mitteilsame Sekretärs-Ich, das sich einer streng historischen Orthographie befleißigt, hat die Gewohnheit, sämtliche Fachbegriffe und Fremdwörter in beigefügten deutschen Klammerausdrücken zu erklären, ein eleganter Kniff, der es dem Autor erlaubt, den Bildungsgrad seiner Leserschaft nicht allzu hoch einzuschätzen, ohne diese zu beleidigen.
Alois Brandstetter verpackt hier hübsch und sicher so manch gefährdetes Bildungsgut, …

faz.net 11.1.2010

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