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Kirchen und Religion
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Sigmar Salzburg
14.05.2010 12.17
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Fromme Seiten

Joseph Ratzinger: Öffentliche Offenbarung und 'Privatoffenbarungen'
Kommentar zum dritten Geheimnis von Fatima: Zu allen Zeiten ist der Kirche das Charisma der Prophetie gegeben, die geprüft werden muß, aber auch nicht verachtet werden darf.
http://kath.net

kath.net schreibt sonst reformiert. Hier handelt es sich aber um einen Text von Joseph Ratzinger aus dem Jahre 2000, den man wohl nicht zu „korrigieren“ wagte. Der Text enthält 57 zu „reformierende“ ß, davon 60 Prozent „daß“, die durch die „ss“ noch leichter danebengehen.

Es geht aber katholischerseits auch unreformiert. Leider sind die folgenden beiden Netzwerke weniger erfreulich:


katholisches.info ... kreuz.net

Der Zufall will, daß gerade jetzt auch die „Süddeutsche“ darauf aufmerksam geworden ist:

Lichtscheu und anonym
sueddeutsche.de 11.5.2010

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Sigmar Salzburg
27.04.2010 21.25
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Mangelhafte Trennung von Staat und Religion

„So wahr mir Gott helfe“

Deutschland hat seine erste muslimische Ministerin: Ungeachtet ihrer umstrittenen Äußerungen über ein Kruzfixverbot ist die CDU-Politikerin Aygül Özkan als neue niedersächsische Sozialministerin vereidigt worden. …

In einer Erklärung des Sozialministeriums hieß es, Özkan berufe sich bei ihrer Vereidigung auf den „einen und einzigen Gott“, der allen drei Weltreligionen gemeinsam sei. Die 38-Jährige betonte auch, dass sie sich den Werten der Christlich Demokratischen Union Deutschland verpflichtet fühle. …

focus.de 27.4.2010

Daß Frau Özkan sich gegen religiöse Symbole in den Schulen ausgesprochen hat, entspricht dem Grundgesetz und der Rechtssprechung des Bundesverfassungsgerichtes. Sie ist studierte Juristin, und es ist eine Frechheit, wenn ihr der CSU-Politiker und CSK-Vorsitzende Thomas Goppel aus seinem katholischen Blickwinkel vorhält, das Grundgesetz nicht richtig zu kennen,

Allerdings gehören auch religiöse Eidesformeln nicht in eine religiös neutrale Staatsverwaltung. Jemandem, der nur mit Anrufung Gottes die Pflichten und Gesetze ehrlich beachten will, ist auch sonst zu mißtrauen. Jesus jedenfalls hat das Schwören, gerade „bei Gott“, schlicht verboten. Der Eid ist jetzt übrigens, wie die ganze niedersächsische Verfassung, umreformiert in „Ich schwöre, dass ich meine Kraft dem Volke und dem Lande widmen, …“

Die Behauptung, daß der nicht näher definierte, für die Eidesformel der Verfassung zugelassene „Gott“ in den drei genannten Religionen derselbe sei, ist irreal und wird meist bestritten. Wenn er derjenige aus 1.Samuel 15,2 ist, dann ist er sogar verfassungswidrig.


P.S.: Die niedersächsische Verfassung ist überhaupt ein Kuriosum. Nachdem sie 1993 verabschiedet war, wurde auf Drängen einer frommen Volksinitiative 1994 eine Präambel mit Gottesbezug davorgesetzt – und kürzlich noch in ss-Schreibung umgefälscht:

„Im Bewusstsein seiner Verantwortung vor Gott und den Menschen hat sich das Volk von Niedersachsen durch seinen Landtag diese Verfassung gegeben.“

Ein glatter Schwindel, denn die Parlamentarier hatten zuvor „Gott“ bedenkenlos außer acht gelassen. Auch andere Bundesländer haben eine solche Präambel nicht, z.B. Schleswig-Holstein.

Da damals gerade Informationsmaterial der Regierung in sechsstelligem Wert vernichtet werden mußte, weil die feministischen Doppelnennungen nicht lückenlos durchgeführt waren, hatte ich gefordert, wenigstens die Präambel korrekt mit „Verantwortung vor Gott und/oder Göttin“ zu formulieren. Leider wurden meine Vorschläge dazu nicht einmal als Leserbrief abgedruckt.
.


Nachtrag: Wie erwartet – eine absurde Diskussion um die Beschaffenheit eines nicht nachweisbaren Wesens:

spiegel.de 28.4.2010

N.B.: Dazu fällt mir noch ein – Bertrand Russell wurde nach einem Vortrag von einer Dame gefragt: „Ist es nun der katholische oder der protestantische Gott, an den Sie nicht glauben?“

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Sigmar Salzburg
10.04.2010 08.03
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Rechtschreibung und rechter Glaube bei Kreuz.net

Bei den Recherchen zu katholischen Reaktionen auf das Titanic-Titelbild stieß ich auch auf KREUZ.NET und war erfreut, daß dort noch die traditionelle Rechtschreibung verwendet wird. Bei näherer Betrachtung mußte ich mir jedoch unerwartete und mir bis dahin völlig unbekannte Erkenntnisse über meine lebenslange areligiöse Einstellung vorhalten lassen:

Donnerstag, 23. April 2009 13:46

Atheismus ist ein anderes Wort für Sexverfallenheit und Haß

Die gottlose Ideologie ist an ihrer Großspurigkeit gescheitert, bevor sie überhaupt zum Sprung ansetzt. Von Christian L. Schutzer.

… Auch der Glaube an die egoistischen Gene, den der Religionshasser Richard Dawkins propagiert, zeigt in der gegenwärtigen Finanzkrise seine häßliche Fratze aus Gier und Geiz.

kreuz.net 23.4.2009

Irritierend ist auch der Umgang mit Pfarrern, die sich anstelle der heimlichen Kinderschändung einer normalen Ehebeziehung zuwenden:

Freitag, 9. April 2010 15:42

Die altkatholische Gemeinschaft als Abfall-Sammelstelle

(kreuz.net) Im Mai 2009 brannte der ehemalige katholische Priester Markus Schäfler mit seiner Kebse durch … Zu Schäflers Abfall vom Priestertum meint seine Kebse: „Seine Kollegen haben es wesentlich besser aufgenommen als meine.“ … Dann fährt sie weiter: „Herr Schäfler hat nach seinem Entschluß sehr viele Glückwünsche von ihnen bekommen.“ …
[usw.]
kreuz.net 9.4.2010

Natürlich gibt es auch Stellungnahmen zu den aktuellen Mißbrauchsfällen:

kreuz.net 9.4.2010

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Sigmar Salzburg
03.04.2010 05.17
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Bibelgerecht

Wer sagt die Wahrheit? Die Erklärung von Bischof Mixa zu Prügelvorwürfen stößt bei Heimkindern auf Empörung. Sie lehnen ein Gespräch ab. Derweil lässt das Thema Missbrauch die Kirche nicht los.
Südwestpresse 3.4.10

Warum bekennt sich Mixa nicht dazu, bibelgemäß gehandelt zu haben? In meiner Prachtbibel von 1910, Halle a. d. S., 482. Auflage, steht bei Sirach 30, 1:

Wer sein Kind lieb hat, der hält es stets unter der Ruthe, daß er hernach eine Freude an ihm erlebe.

... und in 30, 12:

Beuge ihm den Hals, weil er noch jung ist; bläue ihm den Rücken, weil er noch klein ist, auf daß er nicht halsstarrig und ungehorsam werde.

… sehr „fortschrittlich“ – zumindest schreiblich, was das Bleuen betrifft. Ansonsten werden „ä“ und „ß“ gemieden, wie bei Luther, z.B. in Jeremia 5;30:

Es stehet greulich und scheuslich im Lande.

Seltsamerweise ist „scheußlich“ 1996 nicht reformiert worden, trotz „Scheusal“, „grauslich“ und „häuslich“.

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Sigmar Salzburg
14.05.2009 07.16
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Wie das Kieler Bildungsministerium mogelt

Wie erwähnt, hatte ich am 7. Dezember 2001 Erfolg mit einer Klage gegen das Kieler Kultusministerium unter Ute Erdsiek Rave. Das OVG Schleswig wies das Ministerium an, Religionsersatzunterricht gleichwertig zum Religionsunterricht auszugestalten. Hier ist nicht der Ort für religiöse Diskussionen. Aber auch für diese Seiten ist aufschlußreich, wie die Ministerin und ihre Dienststellen mit dem Urteil umgehen. Zwar wird an den Gymnasien und Realschulen jetzt „Philosophie“ als Alternative angeboten – aber an den Grundschulen wird still weitergemacht wie bisher, die Schulen und Eltern werden nicht einmal darüber informiert und die Information sogar untersagt.

Deshalb ist erfreulicherweise eine Elterninitiative entstanden:

http://www.EI-proper.de

Aus der Startseite:

pro PER – eine Initiative wird geboren
Liebe Eltern,
Anfang des Schuljahres 2008/09 erhielten wir den Hinweis auf ein Urteil des Schleswig-Holsteinischen Oberverwaltungsgerichtes aus dem Jahre 2001. Aus dem Urteil ging hervor: Vom Religionsunterricht abgemeldete Kinder müssen einen Unterricht erhalten, der dem Religionsunterricht gleichwertig ist. Ist dies nicht der Fall, sind die Kinder zu beaufsichtigen; der Gesetzgeber muss eine Benachteiligung dieser Kinder vermeiden, da er ansonsten gegen seine Neutralitätspflicht verstößt.
Obschon wir unsere Kinder umfassend und neutral erziehen wollten, hatten wir sie bis dahin nicht vom Religionsunterricht abgemeldet, da an unserer Grundschule genau das weiterhin gang und gäbe war, was das Urteil eindeutig untersagte: Die Kinder wären einfach in den Unterricht einer anderen Klasse geschickt worden. Unsere Schule war allerdings durch das Ministeriums nicht informiert worden und ist immer noch gehalten, Eltern über diese grundsätzliche Rechtslage nicht von sich aus zu informieren. Um dieser „Informationspolitik“ entgegen zu wirken, haben wir selbst eine ausführliche Elterninformation erstellt.
In einer Presseerklärung vom 10. Dezember 2003 hat unsere Ministerin für Bildung und Frauen in Schleswig-Holstein, Frau Erdsiek-Rave, verkündet, sie sähe keine gleichwertige Alternative zum Religionsunterricht. Dies erklärt, warum eine gleichwertige Unterrichtsalternative seitens des Bildungsministeriums noch nicht einmal angedacht, geschweige denn vorgesehen wird. Es erklärt wohl auch, warum viele Eltern keine bzw. falsche Informationen erhalten haben.
[…]


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Detlef Lindenthal
26.04.2009 10.07
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Re: Wieder ein Volksentscheid in Berlin


Sigmar Salzburg schrieb:
Über die Todesstrafe jedoch macht man keinen Volksentscheid, obwohl über lange Zeit die Mehrheit der Bürger dafür gestimmt hätte, obwohl der katholische Katechismus diese Strafe ausdrücklich zuläßt und hochrangige christliche Politker dafür eingetreten sind („Kopf-ab“-Jäger).
Hierbei möchte ich (wiederholend) darauf hinweisen, daß auch Roland Kochs „Verfassung des Landes Hessen“ in ihrem Artikel 21 die Todesstrafe erlaubt: „ ... Bei besonders schweren Verbrechen kann er zum Tode verurteilt werden. / Die Strafe richtet sich nach der Schwere der Tat. / Alle Gefangenen sind menschlich zu behandeln.“ – was immer dies „menschlich“ heißen mag.

(Ich selbst bin, aus schwerwiegenden Gründen, insgesamt gegen die Todesstrafe, wenngleich ich bei Drogenhändlern und nichttherapierbaren Kindermördern auch gewichtige Vorteile erkennen kann.)

Einen gleichen Erfolg hatte ich mit meiner Klage gegen die „Rechtschreibreform“ erwartet. Aus durchsichtigem Eigeninteresse folgte das Gericht hier jedoch nicht dem vorausgegangenen Urteil des Oberverwaltungsgerichts Lüneburg.
Da bin ich neugierig: Welches durchsichtige Eigeninteresse vermuten Sie denn bei dem Gericht – von der Landeszeitung nicht ausgemeckert und vom „Freundeskreis“ nicht ausgestoßen zu werden?
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Detlef Lindenthal

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Sigmar Salzburg
26.04.2009 07.51
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Wieder ein Volksentscheid in Berlin

Anders als die seinerzeitige Kultusministerin Behler behauptete, ist das Volk sehr wohl berechtigt, darüber abzustimmen, ob „Thron“ mit oder ohne „h“ geschrieben werden soll.

Über die Todesstrafe jedoch macht man keinen Volksentscheid, obwohl über lange Zeit die Mehrheit der Bürger dafür gestimmt hätte, obwohl der katholische Katechismus diese Strafe ausdrücklich zuläßt und hochrangige christliche Politker dafür eingetreten sind („Kopf-ab“-Jäger).

Bei dem heutigen Berliner Volksentscheid geht es, anders als die Befürworter von „pro Reli“ glauben machen wollen, nicht um die Erlangung von Religionsfreiheit, – der christliche Religionsunterricht steht allen frei – sondern es geht darum, das für alle gleichermaßen eingeführte Fach Ethik zu verdrängen und durch Religionsunterricht ersetzbar zu machen.

Es wäre so, als wenn durch Volksentscheid das Fach Mathematik verzichtbar gemacht würde, um dafür ein Fach „Kabbalistik, Numerologie und Astrologie“ wählen zu dürfen. Ethik ist ein wissenschaftliches Fach, das sich mit den allgemein anerkannten Grundlagen des Zusammenlebens beschäftigt. Es geht also nicht um „Wahlfreiheit“, sondern um Verbesserung des religiösen Zugriffs auf die Schulkinder und ihre Isolierung von Andersdenkenden. –

Als ich für meine Kinder die Freiheit forderte, keine Nachteile durch den Verzicht auf Religionsunterricht zu erfahren, verweigerte dies die religiös grundierte Kultusministerin Erdsiek-Rave. Meine Kinder wurden weiterhin zwangweise in einen beliebigen Aufbewahrunterricht anderer Klasse eingewiesen, nur damit sie gegenüber den anderen Schülern keinen Vorteil durch Freistunden oder früheren Schulschluß hätten. Allein aus diesem Grund sind die „Ethik“- und „Philosophie“-Unterrichte ursprünglich eingeführt worden. Deswegen gab es diese auch nicht in Berlin und Bremen, die keinen Staatsreligionsunterricht kannten.

Fünf Jahre lang habe ich gegen die Zwangseinweisung meiner Kinder in beliebige Unterrichte gekämpft – eine Regelung, die nur der Diszplinierung der Schüler mit Taufschein diente –, ohne daß ich Unterstützung von den Kräften, die jetzt für „Religionfreiheit“ eintreten, erfahren hätte. Erst als die heute wieder in gleicher Richtung tätige Ministerin Schavan durch Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes vom 17.6.1998 gezwungen wurde, den Ethikunterricht ihres Landes gleichwertig zum Religionsunterricht auszugestalten, hatte ich Erfolg. Am 7.12.2001 schloß sich das Oberverwaltungsgericht Schleswig als zweite Instanz „vollinhaltlich“ diesem Urteil an.

Einen gleichen Erfolg hatte ich mit meiner Klage gegen die „Rechtschreibreform“ erwartet. Aus durchsichtigem Eigeninteresse folgte das Gericht hier jedoch nicht dem vorausgegangenen Urteil des Oberverwaltungsgerichts Lüneburg.

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Sigmar Salzburg

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Sigmar Salzburg
16.04.2009 11.09
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Aus dem bayrischen Kultusministerium

Pressemeldung
Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus

„Unverzichtbares Element in der Vermittlung der Werte“

Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle würdigt die große Bedeutung des konfessionellen Religionsunterrichts für Bayerns Schüler

Der konfessionelle Religionsunterricht sei in Bayern zurecht als ordentliches Lehrfach in den Stundentafeln verankert, Ethik als Ersatzangebot, betonte Minister Spaenle angesichts der Entwicklung in Berlin.
München, 15.04.2009 … Der Staat sei zwar weltanschaulich neutral, aber nicht wertneutral, erinnerte Minister Spaenle an den Auftrag der Bayerischen Verfassung, der sich in Art. 131 manifestiere. Auch die Mütter und Väter des Grundgesetzes haben bewusst aus ihren Erfahrungen mit der Geschichte des braunen Unrechtsregimes die Verantwortung vor Gott und seiner Schöpfung in der Präambel herausgestellt.
bildungsklick 15.4.09


Pressemeldung
Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus

„Kirchliche Schulen unverzichtbare Ergänzung des staatlichen Bildungswesens“

Bayerns Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle beim Antrittsbesuch im Vatikan – Audienz bei Papst Benedikt XVI. und Gespräche mit dem Leiter der Kongregation für das Katholische Bildungswesen
Rom, 09.04.2009 … Auf der Agenda der Gespräche standen aktuelle Fragen des Konkordats …
bildungsklick 9.4.09

Nur das falsche „zurecht“ sollte eigentlich aufgespießt werden. Der Kontext fordert aber eine Ergänzung: Nachdem sich die Weimarer Republik immer einem Konkordat verweigert hatte, ließ Adolf Hitler einen solchen Vertrag am 20. Juli 1933 unterzeichnen, der seltsamerweise heute noch gültig sein soll. Dies bescherte den Kirchen großen Zulauf, und als meine Mutter um diese Zeit aus der Kirche austrat (und von ihrem Vater aus dem Hause geworfen wurde), mußte sie sich vom Standesbeamten anhören: „Was, Sie wollen aus der Kirche austreten, jetzt, wo alle Welt eintritt?“ – Die so unverzichtbaren „christlichen Werte“ erlaubten es dann dennoch dem berühmten Bischof v. Galen und der gesamten Bischofskonferenz, zur Judenverfolgung und zum Überfall auf das katholische Polen zu schweigen und am 10.12 1941 zu versichern, „mit Genugtuung verfolgen wir den Kampf gegen den Bolschewismus ...“

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PL
01.02.2008 21.21
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http://www.ferkelbuch.de/

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Sigmar Salzburg
01.02.2008 08.54
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Zensur … besonders Angst einflößende Schreibung bleibt aber erlaubt

Wie antisemitisch kann ein Kinderbuch sein?

Das Bundesfamilienministerium geht gegen das Kinderbuch „Wo bitte geht’s zu Gott? fragte das kleine Ferkel“ vor. Es soll auf den Index. Grund: Die Weltreligionen werden darin verunglimpft, besonders das Judentum. Aber eigentlich ist das atheistische Werk für die Zensur viel zu schlecht. … Am Ende kommen Ferkel und Igel zum Ergebnis: Wer Gott nicht kennt, dem fehlt eigentlich nur die Angst. Und um die Lehre einzubläuen, heißt es in einem lustigen Verschen zum Schluss: „Der Gottesglaube auf den Globus / Ist fauler Zauber, Hokuspokus, / Rabbis, Muftis und auch Pfaffen / Sind, wie wir, nur nackte Affen. / …“ So weit, so blöd. Denn genauso wenig, wie es jüdische, christliche oder muslimische Kinder geben dürfte, sollte es atheistische Kinder geben. Kinder sind Kinder. Die Frage, ob es einen Gott (oder hundert Götter) gibt, sollten Menschen möglichst ohne frühkindliche Indoktrination in einem Alter entscheiden, in dem sie nicht an den Weihnachtsmann und den Klapperstorch glauben
[das würde auch gegen frühe Religionseinübung sprechen, deshalb hängt der Autor schnell noch an:] – oder daran, dass ihre Eltern immer die Wahrheit sprechen. Dass aber solche Reimdichoderichfressdicherei wirklich „jugendgefährdend“ sei, glaubt man vermutlich auch in Ursula von der Leyens Ministerium nicht. Denn jugendgefährdend nach dem Gesetz sind „unsittliche, verrohend wirkende, zu Gewalttätigkeit, Verbrechen oder Rassenhass anreizende Medien“. Deshalb wird die ultimative Keule herausgeholt: Das Judentum, so das Ministerium, „werde als besonders Angst einflößend und grausam dargestellt“. Das stimmt, leider. [… nicht überzeugend belegt, aber hier nicht zu diskutieren.]

Welt online 30. Januar 2008

http://www.welt.de/kultur/article1614414/.html#reqNL

http://alibri.denkladen.de/product_info.php/info/p214_Nyncke---Schmidt-Salomon--
Wo-bitte-geht-s-zu-Gott----.html

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Sigmar Salzburg
31.01.2008 09.31
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Gräuliche Säuberer

http://www.shortnews.de/start.cfm?id=696655

Scientology wehrt sich gegen die in der „Bild am Sonntag“ gedruckten Vorwürfe
… Die Sekte reagierte … auf eine in der „Bild am Sonntag“ veröffentlichte Kritik des ZDF-Historikers Guido Knopp und des evangelischen Sektenbeauftragten Thomas Gandow. Dabei wurde eine Rede von Tom Cruise mit Reden des NS-Propaganda-Ministers Joseph Goebbels verglichen.
Scientology erklärte, dass Cruise sich lediglich für einen humanitären Preis bedankte und mit der Rede andere dazu aufgefordert habe, sich ähnlich zu engagieren. Die Organisation erinnert daran, dass die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte eine Folge der Gräueltaten Deutschlands im Zweiten Weltkrieg war.
WebReporter: evil_weed
Quelle: http://www.spiegel.de


Folgt man dem Link, dann liest man:
Die Organisation wies zudem darauf hin, dass die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte ja schließlich eine Folge des Zweiten Weltkriegs und der von Deutschland begangenen Greueltaten gewesen sei – "Greueltaten, die von deutscher Propaganda ermöglicht wurden“.
Der Grund für diesen Seitenhieb ist eindeutig: Deutsche Politiker diskutieren immer wieder über ein Verbot von Scientology. Die Organisation ist im Unterschied zu den USA nicht als Kirche anerkannt. …

spiegel.de
Spiegel online 21. Januar 2008

FAZ.net, (jetzt in Schirrmacher-Dass-Deutsch):

Im zweiten Clip spricht er zu seinen Brüdern und Schwestern im Geiste, und seine Rede läuft auf den Satz „let's clean-up the place!“ hinaus, was die „Bild“-Zeitung als Aufforderung zur Säuberung der Welt verstanden hat, obwohl es doch nur heißt: „Lasst uns den Laden aufmischen!“…

faz.net

Durch Raffgier und Psychoterror wird übrigens Scientology keineswegs zu einer Nicht-Religion, wie die abendländische Geschichte zeigt – ansonsten:

Vgl. Günter Kehrer: Religion darf Unsinn sein. In. Die Zeit v. 7.2.97 (noch in Kulturrechtschreibung):
zeit.de/1997/07

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Sigmar Salzburg
01.02.2006 11.27
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Kirchen und Religion

Enzyklika „Gott ist die Liebe“

zu F.A.Z. v. 26.01.2006

Es heißt, Papst Benedikt habe seine Enzyklika auf deutsch niedergeschrieben. Dies klingt glaubhaft, denn nur in der Muttersprache kann das Thema Liebe mit der nötigen Empathie durchdacht werden. Vielen Menschen deutscher Zunge ist es jedoch nicht vergönnt, diese Gedanken unverfälscht kennenzulernen. Zwischen Papst und Volk drängt sich neuerdings eine Mittler-Instanz von Unberufenen, die die Unterwerfung des Textes unter die Sprach- und Schreibregelungen der Kultusminister betreibt und entsprechende Eingriffe vornimmt.

War in dem wohl authentischen Text nach kath.net noch die Rede von dem Prasser im Gleichnis Jesu, „der den notleidenden Armen übersehen hat“, so steht in der überarbeiteten Fassung der Bischofskonferenz falsch klingend: „der den Not leidenden Armen …“. Ähnliches ist noch zwei weitere Male zu lesen. Es wird suggeriert, daß der Verfasser, ein Meister der theologischen Prosa, das Wort „notleidend“ nicht kennt. Diese übereifrige Unterwerfung unter das staatliche Schreibdiktat ist umso ärgerlicher, als die Kultusminister in diesem Fall den Anspruch auf Alleingültigkeit ihrer Reformschreibweise seit kurzem wieder aufgegeben haben. Dasselbe gilt für das gespaltene „so genannt“, das seit dem Öffnen der Büchse der Reform-Pandemie durch Presse geistert.

An dem Satz: „Dieses Herz sieht, wo Liebe not tut …“ hat man einen wahren orthographischen Greuel verübt: „…wo Liebe Not tut“ läßt eher an kirchliche Probleme mit sexueller Not und Notzucht denken. Es ist die seit Sommer 2005 verbindliche falsche Schulschreibung.

Die „Reform“ ist unter dem Vorwand vom Zaun gebrochen worden, die Rechtschreibung an die Entwicklung der Sprache anzupassen. Tatsächlich haben die Reformer eine achthundertjährige Sprachentwicklung zurückgedreht, indem sie „vereinfachend“ dem Substantiv „Not“, das nichts mehr von „Notwendigkeit“ hat, das seltenere Adverb „not“ einverleibten, das nur noch „nötig“ oder „notwendig“ bedeutet.

Von den übrigen störenden Wortaufspaltungen, „ineinander greifen“, „auseinander fallen“, „zufrieden stellend“ und dergleichen, ist „hinein genommen“ sogar neu falsch.

Der in der F.A.Z. dankenswerterweise in herkömmlicher Rechtschreibung abgedruckte Teil der Enzyklika zeigt in der reformierten Fassung nur die penetrant allgegenwärtigen neuen „ss“. Aber auch hier kann man die völlige Nichtsnutzigkeit der Neuregelung erkennen: Endständige „ß“ bezeichnen herkömmlich meist die Kürze des voraufgehenden Vokals. Die wenigen Fälle mit Langvokal lesen Muttersprachler immer richtig. Im Enzyklika-Text finden sich nur drei solcher Stämme: „bloß“„maß/gemäß“ und „groß“ (20mal). Um diese nach der neuen Regel als lang herauszuheben, ist die Konversion von 172 traditionellen „ß“ in „ss“ nötig. Davon sind aber 62 Prozent „daß“, womit niemandem geholfen ist.


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Sigmar Salzburg

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