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Kirchen und Religion
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Sigmar Salzburg
01.12.2010 11.00
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Missionierung

Kinderverblödung auf KI.KA
(hpd) Seit Anfang November läuft auf KI.KA täglich zur besten Sendezeit die Sendung „Chi Rho – das Geheimnis“. Die Serie mit vorerst 13 Folgen entstand mit Unterstützung der Evangelischen und Katholischen Kirche, weitere 13 Folgen sind für das Frühjahr 2011 geplant. Kindern soll mit der Serie die Bibel schmackhaft gemacht werden…

Wer also finanziert das Projekt Chi Rho? Soweit offengelegt, offenbar die Kirchen mithilfe der politischen Vertreter überwiegend jener Bundesländer, in denen jeweils 65-75 % der Bevölkerung konfessionsfrei sind. Vermutlich der Kinderkanal bzw. die beteiligten Rundfunkanstalten selbst. Letztlich finanzieren jedenfalls GEZ- und Steuerzahler diese Serie…
http://hpd.de/node/10768

Religiös Uninteressierte merken kaum, was vorgeht, die Kirchen dagegen wissen genau, was sie wollen. So wird das beteiligte Land Thüringen von zwei Pastoren regiert, die die Reconquista steuern. Auch das ist Demokratie: Nur die dümmsten Kälber wählen ihre …

Es wird klar, warum die Kirchen sich bereitwillig der Rechtschreibreform unterworfen haben. Nicht auszudenken, wenn die alten Bibeln nicht mehr in den Schulen hätten gelesen werden sollen.

P.S. Eben im Buchladen: Er führt keine unreformierten Bibeln mehr, d.h. Medien, Kirchen und Politiker betreiben Zwangsmissionierungen am Volk auf Gegenseitigkeit.

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Sigmar Salzburg
15.11.2010 07.53
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Rezension

Violettbuch Kirchenfinanzen

(hpd) Dieses Buch kommt genau zur rechten Zeit. Angesichts der seit dem Sommer angeschobenen Debatten um die sogenannten Staatsleistungen …

Daß Frerk nicht bloß einsamer Rufer in der Wüste ist, daß sein neues Buch notwendig ist, zeigen auch weitere politische Vorgänge des Jahres 2010…

Kapitel I geht der Angelegenheit der „Kirchensteuern“ auf den Grund und räumt gleich eingangs mit der Legende auf, diese seien eine Konsequenz aus dem Reichsdeputationshauptschluß von anno 1803.
Die Kirchensteuer an sich – wie sie heutzutage und hierzulande üblich ist, wurde erst mit der Weimarer Reichsverfassung von 1919 eingeführt. … Der Staat war aber nur verpflichtet, den Kirchen die allgemeinen Steuerlisten zur Verfügung zu stellen, damit diese selbständig (und auf eigene Kosten) ihre de-facto-Mitgliedsbeiträge von ihren Gläubigen eintreiben konnten.

Doch erst das Hitler'sche NS-Regime hat den Kirchensteuereinzug durch die Arbeitgeber als staatliche Aufgabe eingeführt, beginnend mit dem 1. Januar 1935. Geschehen in engem zeitlichem und sachlichem Zusammenhang mit dem Reichskonkordat vom 20. Juli 1933 zwischen dem „Heiligen Stuhl“ und der Hitler-Regierung. Und diese Gesetzgebung ist in der Bundesrepublik bis heute fortgeltendes Recht! Auch erst mit diesem NS-Gesetz wurde die verfassungs- (und grundgesetzwidrige) Angabe der Religionszugehörigkeit auf den Lohnsteuerkarten eingeführt.

Daß daher die sogenannten Staatsleistungen keinen Ewigkeitsanspruch darstellen (können), weist Frerk anhand der Texte von Reichsdeputationsschluß, Weimarer Reichsverfassung und Grundgesetz nach…


Siegfried R. Krebs

Carsten Frerk: Violettbuch Kirchenfinanzen.
270 S. kart. Alibri Verlag. Aschaffenburg 2010.
ISBN 3-86569-039-5. 16,- Euro

http://hpd.de/node/10633


An sich wollte ich nur zeigen, daß sich auch bei den neuen Humanisten nicht alle der staatlichen Reformschreibung unterwerfen. Aber gerade der Inhalt der Rezension ist bemerkenswert. Wie zum Hohn hat das Bundesverfassungsgericht eben erst den grundgesetzwidrigen Zustand weiter verfestigt:

Verfassungsgericht stützt Kirchensteuer
Karlsruhe (dpa) – Wer selbst keiner Konfession angehört, aber mit einem Kirchenmitglied verheiratet ist, muss sich auch weiterhin an der Kirchensteuer beteiligen. Das hat das Bundesverfassungsgericht am Freitag (12. November) in Karlsruhe klargestellt.

newsticker.sueddeutsche.de 12.11.2010

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Sigmar Salzburg
12.11.2010 04.18
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Reformministerin Ahnen ist immer noch im Amt

Islam kann nicht Körperschaft des öffentlichen Rechts werden

[Bild]
Doris Ahnen: Diesen Status können nur Religionsgemeinschaften [!] bekommen. Foto: Marc Bleicher

Mainz (idea) – Der Islam kann in Deutschland nicht den Status einer Körperschaft des öffentlichen Rechts erhalten. Das geht aus einer Antwort der rheinland-pfälzischen Ministerin für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur, Doris Ahnen (SPD)... hervor.

... In der Antwort der Ministerin heißt es, der Islam sei keine organisierte Religionsgesellschaft. Voraussetzung für den Status einer Körperschaft des öffentlichen Rechts ist nach einer Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts, dass eine Religionsgemeinschaft über einen gewissen Organisationsgrad verfügt. Der Islam kenne aber keine Organisationsstrukturen, …
idea.de 10.11.2010

Man beachte die feine Tendenz des „christlichen Nachrichtenportals idea“ in der Bildunterschrift!

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Sigmar Salzburg
19.10.2010 07.59
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Deutsche Bischöfe korrigieren den Papst

Der Vatikan hat mit Datum v. 19.3.2010 den

HIRTENBRIEF DES HEILIGEN VATERS
BENEDIKT XVI.
AN DIE KATHOLIKEN IN IRLAND

veröffentlicht – wohl in der ursprünglichen Fassung in seiner traditionellen deutschen Rechtschreibung.

Einen Tag später ist der gleiche Hirtenbrief (bbk), orthographisch und sprachlich stark verändert, von der Deutschen Bischofskonferenz an die Presse gegeben worden.

Da sich die Führung der deutschen Katholiken zum Kotau vor der Schreibreform der Kultusminister entschlossen hat, wird auch hier wieder der Eindruck erweckt, als ob der Heilige Vater dem ss-Geßlerhut der deutschen Kulturpolitiker seine Reverenz erwiese. Im Text mußte daher 44mal ein „daß“ durch das leichter erlernbare „dass“, 18mal ein „Mißbrauch“ durch den moderneren „Missbrauch“ ersetzt werden.

Ansonsten bietet der Text wenig Angriffspunkte für weitere Reformänderungen – der Papst fordert das in der Vergangenheit begangene „Unrecht wieder gutzumachen“, die Bischofskonferenz erwartet aber, das „Unrecht wieder gut zu machen“. Der „schnelle soziale Wandel“ wird beflissen der „schnelllebige soziale Wandel“. Ein reformiert unzulässiges „im voraus“ ist den bischöflichen Korrektoren entgangen.

Dennoch wurde die Gelegenheit wahrgenommen, noch weitere erhebliche Eingriffe am Text vorzunehmen, oft zum sprachlich Schwächeren hin: Statt „auf den neuesten Stand zu bringen“ heißt es nun „zu aktualisieren“, „pastoraler Einsatz“ wird „pastorales Engagement“, „was geschehen ist“ wird „was passiert ist“, „Leistungsverantwortliche“ werden „Autoritäten“ und ein „Unterfangen“ wird zu „Initiativen“.

„An die Priester und Ordensleute in Irland“ wendet sich der Papst mit den Worten „daß ihr Männer Gottes seid“, was in der bischöflichen Version nun nicht zu „Männer und Frauen“, sondern politisch korrekter zu „dass ihr Menschen Gottes seid“ verwaschen wird. Auf die weitgehenden inhaltlichen Umfärbungen kann hier natürlich nicht eingegangen werden, auch nicht auf die Frage, wieweit der Papst noch Einfluß auf die neue Version nehmen konnte.

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Sigmar Salzburg
07.10.2010 09.06
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Integrationspolitik

Erste deutsche Uni startet Seminare für Imame

[Bild]
Betende Muslime in Berlin: „Wir brauchen dringend wissenschaftlichen Nachwuchs“

… „Es geht auch um den Respekt für andere Religionen, darum, dass Prediger etwa klarmachen, dass auch Christen und Juden gläubig sind“, sagt Rauf Ceylan, Professor für islamische Religionspädagogik in Osnabrück.

… Osnabrück ist der erste Standort dieser universitären Lehre für Imame in Deutschland – ab nächstem oder übernächstem Jahr soll es auch in Tübingen ein ähnliches Programm geben. Das verkündete Baden-Württembergs Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU) am Dienstag.

spiegel.de 7.10.2010

1. Religionen sind keine Wissenschaft und die Ausbildung ihres „wissenschaftlichen“ Nachwuchses gehört nicht an staatliche Hochschulen. – Die Lehrer der synkretistischen „Anthroposophie“ werden auch nicht an den staatlichen Universitäten ausgebildet, obwohl jede größere Stadt ihre „Waldorf-“ oder „Rudolf-Steiner-Schule“ hat.

2. Es geht nicht darum, den Moslems klarzumachen, daß „auch Christen und Juden gläubig sind“ – als „Schriftbesitzer“ waren sie immer bessergestellt – sondern eher darum, daß auch Glaubensfreie und Atheisten mit gleichen Rechten ungläubig sein dürfen. Das allerdings wird auch von christlichen Politikern ständig mißachtet.

3. Mit der Integration des Islam in die Universität will Christdemokrat Mappus auch die Stellung der universitären Theologie sichern, die bei strenger Trennung von Staat und Kirche schon längst hätte ausgegliedert werden müssen.

SPD und Grüne fordern inzwischen, den Islam staatlich als Religionsgemeinschaft anzuerkennen und damit den christlichen Kirchen gleichzustellen. Dieses anbiedernde Entgegenkommen würde die unabhängigen diversiven islamischen Gemeinden nötigen, sich bundesweit kirchenähnlich zusammenzuschließen – wiederum ein staatlicher Eingriff in die Religionsfreiheit.

Nachtrag: Zur seltsamen Symbiose von Staat und Religion:

Legal Tribune 8.10.2010
und kreuz.net 7.10.2010

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Sigmar Salzburg
10.09.2010 08.24
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Steiniges

Die Universität Greifswald hat Studenten und Mitarbeitern das Tragen der bei Rechtsextremen beliebten Modemarke „Thor Steinar“ nach einem Bericht des Neubrandenburger „Nordkuriers“ verboten.
welt.de 10.9.2010

Thor Steinar Kleidung als Gesinnungssymbol? Das läßt hoffen, daß ebenso das Kopftuch, das Unterwerfungssymbol unter den Steinigungs-Koran, verboten wird.

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Sigmar Salzburg
18.08.2010 14.06
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Stussschreibung auch im Vatikan

Sprachliche Schwächen entschuldigen wir gerne, uns geht es nur um die durch die „Reform“ vermehrten und weltweit verbreiteten Fehlerquellen.

Aus dem Vatikanischen Geheimarchiv:


In dieselben Räume, wo Giordano Brunos Verhör stattfand, würde aufgrund eben dieser entscheidenden Probleme zwischen Wissenschaft und Glaube im Morgengrauen der aufgehenden Astronomie und in der Dämmerung der niedergehenden aristotelischen Philosophie sechzehn Jahre später von Kardinal Bellarmino, der nun die häretischen Thesen Brunos bestritt, Galileo Galilei beordert werden. Auch er wird einem berühmten Inquisitionsprozess unterworfen werden, der sich aber glücklicher Weise in seinem Fall mit einer einfachen Abschwörung beschließen würde.

http://asv.vatican.va/de/doc/1597.htm

Obgleich in der Vergangenheit nicht wenige Gelehrte lange und eingehend nachgeforscht hatten, um die Dokumente des Inquisitionsprozesses gegen Galileo Galilei zu «entdecken» oder besser wieder aufzufinden, besitzen wir bis heute nichts Anderes von jenen originalen Schriftstücken als einen mageren Auszug aus den umfangreichen «Inquisitionsdossiers» Galileos aus der Zeit des Prozesses (1633) oder bald danach.

http://asv.vatican.va/de/doc/1616.htm

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Sigmar Salzburg
04.08.2010 07.18
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Rechtschreibfreiheit bei kathnews

Dominus Iesus
Der theologische und weltanschauliche Kontext.
Am 6. August jährt sich bereits zum zehnten Mal die Erscheinung der dogmatischen Erklärung Dominus Iesus, welche die heilige Glaubenskongregation unter der Federführung ihres damaligen Präfekten, Joseph Kardinal Ratzinger, im Auftrag Johannes Pauls II herausgegeben hatte. …
Gewiß, die einzelnen Positionen welche Dominus Iesus notwendig gemacht hatten sind unterschiedlich und reichen von extremen Positionen wie der Allerlösungslehre bis hin zu einer moderateren These, daß wir über die Heilsmöglichkeiten außerhalb der katholischen Kirche gar nichts sagen können. …
Mag. Michael Gurtner

http://kathnews.de/cms/cms/front_content.php?idart=505

Bei „kathnews.de“ scheint tatsächlich Rechtschreibfreiheit zu herrschen. Wenn sich einige Autoren auch beflissen der Reformschreibung unterwerfen, so verweigern doch andere anscheinend ungehindert den Kotau vor der Kultusministerschreibe. Das ist allerdings bei der fundamentalistischen Konkurrenz „kreuz.net“ die Regel, während die Inhalte dort meist ungenießbar sind.

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Sigmar Salzburg
02.08.2010 17.00
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Es geht doch: KATHNEWS.de mit unreformiertem Text

Das Grabtuch von Turin und die Evangelien
Eine Artikelreihe von Dr. theol. Peter H. Görg


„1260-1390!“. So lautete das vorerst endgültige Ergebnis der sogenannten Radiokarbondatierung des Tuches, das seit Jahrhunderten als das Grabtuch Christi verehrt oder als mittelalterliche Fälschung abgelehnt wurde. War damit jede Hoffnung dahin, daß es sich doch um die bedeutendste Reliquie des Christentums handeln könnte….
Was man bis 1898 auf dem über vier Meter langen Tuch gesehen hatte, war zum einen ein schwacher Abdruck eines menschlichen Körpers, dessen Vorder- und Rückseite zu sehen waren. Desweiteren konnte man mehrere Flecken sehen, die aussahen wie Blut. …
Hier soll es nun darum gehen, die verschiedenen Forschungsgebiete darzustellen, die sich mit der „Sacra Sindone“, dem Heiligen Tuch, beschäftigen. … Der vierte Teil befaßt sich schließlich mit der Glaubensfrage, …

Dieser Artikel ist der erste Teil einer wissenschaftlichen Arbeit von Dr. Peter H. Görg, Dogmatiker und theologischer Berater der kathnews-Redaktion. Die übrigen Teile werden innerhalb der kommenden Tage auf kathnews erscheinen.

http://kathnews.de/cms/cms/front_content.php?idart=501

Die interessante Schreibvariante „desweiteren“ könnte für die Schreibreformer eine Zwischenlösung sein, sich „des Weiteren“ allmählich zu entledigen.

Die Frage der Echtheit des Grabtuches kann hier nicht erörtert werden. Trotz meines Unglaubens halte ich es aber für wünschenswert, daß es echt wäre.

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Sigmar Salzburg
15.07.2010 10.22
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Eine weitere Bibel-Reform – nun in reformiertem Reform-Deutsch?

EKD beschließt Durchsicht der Lutherbibel Lenkungsausschuss möchte Ergebnis vor 2017 präsentieren

Hannover (ots) – Der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) hat eine „Durchsicht der Lutherbibel“ beschlossen und einen Lenkungsausschuss eingesetzt, dem u.a. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den Bereichen Exegese, Praktische Theologie, Liturgik und Germanistik angehören. Geplant ist, die durchgesehene Bibel möglichst vor dem Jahr 2017 der Öffentlichkeit vorzustellen. Der Vorsitzende des Lenkungsausschusses, Landesbischof i.R. Dr. Christoph Kähler, erklärte zu dem Vorhaben: "Die Lutherbibel stellt ein kostbares theologisches und kulturelles Erbe dar. Mit diesem Erbe müssen wir behutsam und sorgfältig umgehen. Der Wortlaut darf nur dann verändert werden, wo es die Treue zu den biblischen Zeugen zwingend erfordert.“ So gehe es bei der beabsichtigten Durchsicht nicht um eine Revision. Es sei nicht Ziel der Arbeit, die Lutherbibel modernem Deutsch anzunähern. Das Vorhaben, so Kähler weiter, sei zwar in der Zielsetzung bescheidener als eine Revision, in der Durchführung aber kaum weniger anspruchsvoll. Denn in den Jahren seit der letzten Revision der Lutherbibel 1984, seien eine Vielzahl neuer Ergebnisse auf den Gebieten der Textkritik und der Exegese erarbeitet worden. Der Rat der EKD sieht Veränderungen des Luthertextes lediglich dort vor, wo sie zwingend geboten sind, […] In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts begann man die Bibelübersetzungen, die auf Martin Luther zurückgingen, sich aber durchaus unterschieden, kritisch durchzusehen und eine erste Revision vorzunehmen. Diese hatte das Ziel, einerseits den ursprünglichen Luthertext wieder herzustellen und andererseits diesen Text an jenen Stellen, wo er nicht mehr verständlich oder unklar war, an den allgemeinen Sprachgebrauch anzugleichen. Immer noch in Gemeinde-Gebrauch ist der Text der zweiten Revision von 1912. Die dritte und letzte Revision wurde in den Jahren 1964 (Altes Testament), 1970 (Apokryphen) und 1984 (Neues Testament) abgeschlossen. Zu einer heftigen Auseinandersetzung kam es Zuge diese Revisionsarbeiten im Jahr 1975. Der damals vorgelegte revidierte Text des Neuen Testaments stieß in weiten Teilen der evangelischen Kirche auf zum Teil massive Kritik. Man vermisste vor allem die „Treue gegenüber der Sprache Luthers“. Es wurde eine "Nach-Revision" vorgenommen, so dass der gesamte Prozess der Revision erst 1984 zum Abschluss kam. Im Zusammenhang mit der Einführung der neuen Rechtschreibung 1999 wurde der Text noch einmal durchgesehen. Bitte beachten Sie unser Editorial „Durchsicht der Lutherbibel“.

http://www.ekd.de/aktuell/edi_2010_07_14_lutherbibel_durchsicht.html

Hannover, 14. Juli 2010
[…]
presseecho.de 14.7.2010

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Sigmar Salzburg
01.07.2010 08.02
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Staatliche Zensur

26. Juni 2010

Cornelsen-Verlag muss anti-evangelikale Passagen in Schulbuch streichen

Kultusministerium: Inhalt stimmt zum Teil nicht mit Verfassung überein.

Berlin/München (idea) – Das bayerische Kultusministerium duldet keine anti-evangelikalen Passagen in einem Schulbuch. Es verwehrt dem Berliner Cornelsen-Verlag die Zulassung des neuen Englischbuchs „Context 21“, wenn es weiter Aussagen enthält, die Evangelikale in den USA in ein sehr schlechtes Licht rücken. Diese Darstellung stimme „teilweise nicht mit den in Artikel 131 der Bayerischen Verfassung formulierten Obersten Bildungsziele überein“, so das Kultusministerium. Diese sind unter anderem Ehrfurcht vor Gott, Achtung vor religiöser Überzeugung und vor der Würde des Menschen.
[…]
idea.de 26.6.2010

Kritik am Kreationismus wird nicht geduldet. Da wundert es einen nicht, wenn die Schüler auch mit den verfälschenden orthographischen Kreationismen eines Prof. Augst indoktriniert werden („belemmert“ von „Lamm” ) und die Schreibvernunft mit kultusministeriellen Zensurmaßnahmen ferngehalten wird.

P.S.: Ein Eintrag von Th. Ickler bei FDS erinnerte mich an meine eigene unveröffentlichte Notiz. – Der Cornelsen-Verlag wurde zum Kniefall gezwungen: FDS

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Sigmar Salzburg
26.05.2010 08.04
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Ernesto Cardenal in Rostock

Gottes Reich ist der Kommunismus

Ernesto Cardenal über Gott und die Revolution, die Theologie der Befreiung und den Sozialismus im 21. Jahrhundert


Er ist einer der berühmtesten, beeindruckendsten und umstrittensten Priester. Er nennt sich Marxist und glaubt an den Kommunismus. ...

[Cardenal] … Ich glaube, dass Sozialismus möglich und notwendig ist. Das ist die Doktrin der Heiligen Väter, der Bibel: Das gemeinschaftliche Eigentum ist heiliger als das Privateigentum; Gott hat den Reichtum für alle geschaffen und nicht nur für einige Wenige.

…. Papst Benedikt der XVI. hat das erkannt und deshalb gewarnt: Diese Theologie des Pluralismus, die aus der Befreiungstheologie stammt, ist gefährlicher als jene war. Ich glaube, da hat er Recht.

[Erstaunlich bei einem Religiösen:] Alle Religionen sind gleichermaßen anzuerkennen, die großen wie die kleinen, bis hin zu den Religionen der Kannibalen. …

… Chávez nimmt das unvollendete Projekt der Revolution von Simón Bolívar wieder auf, alle Länder Lateinamerikas in einem Bündnis zu vereinen, um sich gegen die USA wehren zu können. Deshalb wird er in den westlichen Medien nieder geschrieben und denunziert. Man versucht, ihn lächerlich zu machen. Er ist aber ein sehr kluger, belesener und geistreicher Mann, der die Not der Armen und die Wünsche des Volkes kennt.

… Oft wird die Bibel auch bewusst gefälscht (auch die Züricher Bibel), indem »ungerecht« mit »gottlos« übersetzt wird. Auf diese Weise wird der Eindruck erweckt, als ob die Atheisten verurteilt würden, nicht die Reichen. Auch wenn viele dieser Reichen der Bibel keine Atheisten sind.

… Die Menschheit war sozialistisch, bis das Privateigentum entstand. Der Theologe Leonardo Boff hat Recht, wenn er sagt: »Die sozialistischen Ideale sind tief in diesem politischen Wesen verwurzelt, das der Mensch ist. Dort werden gefährliche Utopien genährt.«

neues-deutschland.de 26.5.2010

„nieder geschrieben“ müßte eigentlich wie „niedergeschrien“ zusammengeschrieben werden, aber das ist schon vergeben – ein nicht zu seltenes Problem.

P.S.: Die LINKE sucht offensichtlich die Unterstützung frommer Linker, vor allem im Westen.

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Sigmar Salzburg
14.05.2010 12.17
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Fromme Seiten

Joseph Ratzinger: Öffentliche Offenbarung und 'Privatoffenbarungen'
Kommentar zum dritten Geheimnis von Fatima: Zu allen Zeiten ist der Kirche das Charisma der Prophetie gegeben, die geprüft werden muß, aber auch nicht verachtet werden darf.
http://kath.net

kath.net schreibt sonst reformiert. Hier handelt es sich aber um einen Text von Joseph Ratzinger aus dem Jahre 2000, den man wohl nicht zu „korrigieren“ wagte. Der Text enthält 57 zu „reformierende“ ß, davon 60 Prozent „daß“, die durch die „ss“ noch leichter danebengehen.

Es geht aber katholischerseits auch unreformiert. Leider sind die folgenden beiden Netzwerke weniger erfreulich:


katholisches.info ... kreuz.net

Der Zufall will, daß gerade jetzt auch die „Süddeutsche“ darauf aufmerksam geworden ist:

Lichtscheu und anonym
sueddeutsche.de 11.5.2010

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Sigmar Salzburg
27.04.2010 21.25
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Mangelhafte Trennung von Staat und Religion

„So wahr mir Gott helfe“

Deutschland hat seine erste muslimische Ministerin: Ungeachtet ihrer umstrittenen Äußerungen über ein Kruzfixverbot ist die CDU-Politikerin Aygül Özkan als neue niedersächsische Sozialministerin vereidigt worden. …

In einer Erklärung des Sozialministeriums hieß es, Özkan berufe sich bei ihrer Vereidigung auf den „einen und einzigen Gott“, der allen drei Weltreligionen gemeinsam sei. Die 38-Jährige betonte auch, dass sie sich den Werten der Christlich Demokratischen Union Deutschland verpflichtet fühle. …

focus.de 27.4.2010

Daß Frau Özkan sich gegen religiöse Symbole in den Schulen ausgesprochen hat, entspricht dem Grundgesetz und der Rechtssprechung des Bundesverfassungsgerichtes. Sie ist studierte Juristin, und es ist eine Frechheit, wenn ihr der CSU-Politiker und CSK-Vorsitzende Thomas Goppel aus seinem katholischen Blickwinkel vorhält, das Grundgesetz nicht richtig zu kennen,

Allerdings gehören auch religiöse Eidesformeln nicht in eine religiös neutrale Staatsverwaltung. Jemandem, der nur mit Anrufung Gottes die Pflichten und Gesetze ehrlich beachten will, ist auch sonst zu mißtrauen. Jesus jedenfalls hat das Schwören, gerade „bei Gott“, schlicht verboten. Der Eid ist jetzt übrigens, wie die ganze niedersächsische Verfassung, umreformiert in „Ich schwöre, dass ich meine Kraft dem Volke und dem Lande widmen, …“

Die Behauptung, daß der nicht näher definierte, für die Eidesformel der Verfassung zugelassene „Gott“ in den drei genannten Religionen derselbe sei, ist irreal und wird meist bestritten. Wenn er derjenige aus 1.Samuel 15,2 ist, dann ist er sogar verfassungswidrig.


P.S.: Die niedersächsische Verfassung ist überhaupt ein Kuriosum. Nachdem sie 1993 verabschiedet war, wurde auf Drängen einer frommen Volksinitiative 1994 eine Präambel mit Gottesbezug davorgesetzt – und kürzlich noch in ss-Schreibung umgefälscht:

„Im Bewusstsein seiner Verantwortung vor Gott und den Menschen hat sich das Volk von Niedersachsen durch seinen Landtag diese Verfassung gegeben.“

Ein glatter Schwindel, denn die Parlamentarier hatten zuvor „Gott“ bedenkenlos außer acht gelassen. Auch andere Bundesländer haben eine solche Präambel nicht, z.B. Schleswig-Holstein.

Da damals gerade Informationsmaterial der Regierung in sechsstelligem Wert vernichtet werden mußte, weil die feministischen Doppelnennungen nicht lückenlos durchgeführt waren, hatte ich gefordert, wenigstens die Präambel korrekt mit „Verantwortung vor Gott und/oder Göttin“ zu formulieren. Leider wurden meine Vorschläge dazu nicht einmal als Leserbrief abgedruckt.
.


Nachtrag: Wie erwartet – eine absurde Diskussion um die Beschaffenheit eines nicht nachweisbaren Wesens:

spiegel.de 28.4.2010

N.B.: Dazu fällt mir noch ein – Bertrand Russell wurde nach einem Vortrag von einer Dame gefragt: „Ist es nun der katholische oder der protestantische Gott, an den Sie nicht glauben?“

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Sigmar Salzburg
10.04.2010 08.03
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Rechtschreibung und rechter Glaube bei Kreuz.net

Bei den Recherchen zu katholischen Reaktionen auf das Titanic-Titelbild stieß ich auch auf KREUZ.NET und war erfreut, daß dort noch die traditionelle Rechtschreibung verwendet wird. Bei näherer Betrachtung mußte ich mir jedoch unerwartete und mir bis dahin völlig unbekannte Erkenntnisse über meine lebenslange areligiöse Einstellung vorhalten lassen:

Donnerstag, 23. April 2009 13:46

Atheismus ist ein anderes Wort für Sexverfallenheit und Haß

Die gottlose Ideologie ist an ihrer Großspurigkeit gescheitert, bevor sie überhaupt zum Sprung ansetzt. Von Christian L. Schutzer.

… Auch der Glaube an die egoistischen Gene, den der Religionshasser Richard Dawkins propagiert, zeigt in der gegenwärtigen Finanzkrise seine häßliche Fratze aus Gier und Geiz.

kreuz.net 23.4.2009

Irritierend ist auch der Umgang mit Pfarrern, die sich anstelle der heimlichen Kinderschändung einer normalen Ehebeziehung zuwenden:

Freitag, 9. April 2010 15:42

Die altkatholische Gemeinschaft als Abfall-Sammelstelle

(kreuz.net) Im Mai 2009 brannte der ehemalige katholische Priester Markus Schäfler mit seiner Kebse durch … Zu Schäflers Abfall vom Priestertum meint seine Kebse: „Seine Kollegen haben es wesentlich besser aufgenommen als meine.“ … Dann fährt sie weiter: „Herr Schäfler hat nach seinem Entschluß sehr viele Glückwünsche von ihnen bekommen.“ …
[usw.]
kreuz.net 9.4.2010

Natürlich gibt es auch Stellungnahmen zu den aktuellen Mißbrauchsfällen:

kreuz.net 9.4.2010

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