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Sigmar Salzburg
06.08.2010 15.04
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Das erwartete Ergebnis

Lehrermangel in Deutschland: Widerstand gegen die Lückenfüller

Lehrer schlagen Alarm: An den Schulen fehlen bis zu 45.000 Pädagogen – so viele wie noch nie. Pensionäre und Förster sollen die Lücken füllen, doch dagegen setzen sich die Lehrer zur Wehr. …
Die Interessenvertretung der Lehrer klagt seit Jahren darüber, das [!] zu wenig Kollegen in die Schulen nachrücken. Obwohl das Problem allen Verantwortlichen klar ist, zeichnet sich keine Lösung ab. Was allerdings nichts mit einem Mangel an Vorschlägen zu tun hat: So stellt Verbandschef Meidinger mit den neuen Zahlen auch gleich eine Reihe von Ideen vor, um die Pädagogenlücke zu schließen. …

stern.de 6.8.2010

Auf das Problem haben wir schon zu Beginn der „Rechtschreibreform“ vor 14 Jahren hingewiesen. Aber die nicht belehrbare Kultus-Politbürokratie zeigte sich nicht einsichtsfähig und hat lieber alle Energie und Geldmittel für die nichtsnutzige Schreibveränderung verpulvert – mit dem vorhersagbaren Ergebnis:

Berlin (ddp). Ein Jahr nach ihrer Einführung hat die Rechtschreibreform nach Ansicht des Vorsitzenden des Philologenverbandes, Heinz-Peter Meidinger, nicht zu weniger Fehlern der Schüler geführt. 95 Prozent der Fehler würden gar nicht in den Bereichen gemacht, in denen es Änderungen gegeben habe, sagte Meidinger der Nachrichtenagentur ddp.(2007)

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Sigmar Salzburg
12.05.2010 14.51
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Werbung in der Kita

„Wir lassen die Kinder nicht mehr los“

Kinder schnappen alles Neue begierig auf, Unternehmen wie Super RTL nutzen das aus: Im großen Stil machen sie Werbung in Kitas. Anders als in Schulen ist das sogar legal – Psychologen fordern den sofortigen Stopp der Hort-Reklame.
… „Wir fangen da an, wo die Kinder erstmals aus dem Haus kommen und lassen sie dann nicht mehr los, bis sie ihr Studium beendet haben“, sagt André Mücke, Geschäftsführer der Agentur DSA Youngstar. „Wir sprechen deshalb junge Eltern über den Kanal Kindergarten an, weil es sehr schwierig geworden ist, Familien mit Werbung zu erreichen.“ Vom Malheft über Badewannenfiguren bis zur Chipstüte ist dabei fast alles denkbar. Und erlaubt.
Anders als in Schulen ist die Werbung in Kindergärten nicht verboten. Diese Lücke nutzen Unternehmen gerne aus. … Und ohne Argwohn: "Kinder glauben erst einmal fast alles, was man ihnen sagt", sagt Arnd Florack, Professor für Strategische Kommunikation …
spiegel.de 12.5.2010

Zwar ist Firmen der Zugriff auf Schulkinder untersagt, dafür dürfen aber Politiker – auch im Interesse der Medienindustrie – die Kinder mißbrauchen, um beispielweise eine mehrheitlich abgelehnte „Rechtschreibreform“ in der Bevölkerung durchzusetzen. Lehrer, die sich dagegen zur Wehr setzten, wurden disziplinarisch bestraft.

In meiner Schulzeit war anscheinend schulische Werbung noch zulässig. Ich erinnere mich, daß in der Obertertia der Physikunterricht für einen Werber von „Bravo“ unterbrochen wurde. Ich kriegte sogar noch einen Rüffel, weil ich den Mann vorlaut gestört hatte.

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Sigmar Salzburg
20.03.2010 17.28
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Windsbacher Knabenchor

… So habe der Internatsleiter vornehmlich nach dem Mittagessen einzelne Jungen in sein Büro geholt, dessen Tür doppelt gepolstert gewesen seien – „damit die Schreie der Gepeinigten nicht an die Öffentlichkeit drangen“. Dort habe er ihnen die Wahl zwischen Nilpferdpeitsche und Rohrstock gelassen und die Kinder anschließend verprügelt. … Die Schläge hätten ihn offensichtlich sexuell erregt. Danach habe der Pfarrer sich jedes Mal mit dem Satz gerechtfertigt: „Mir tut es genauso weh wie dir.“
Kirschner nannte den Windsbacher Chor ein „Kinder-KZ“.
spiegel.de 20.3.10

Heute steht das Schreiben von „jedesmal“ unter Strafe, allerdings nur in Form einer Rotstiftattacke; „weh tun“ ist wieder erlaubt, „leid tun“ aber immer noch verboten.

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Detlef Lindenthal
07.03.2010 20.04
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Danke, daß Sie 1 Stunde standgehalten haben!
Lehrer mit solcher Fehlschaltung sind nicht hinnehmbar.
__________________
Detlef Lindenthal

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Sigmar Salzburg
07.03.2010 09.52
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Rohe Gewalt, Sadismus, Klima der Angst

Beim Missbrauch-Skandal am bayerischen Kloster Ettal offenbaren sich immer neue Abgründe. …. Von roher Gewalt, Sadismus, einem Klima der Angst ist da die Rede. …
Ein Schüler habe Sonderermittler Pfister berichtet, er sei von einem Pater so lange mit dem Bambusstock geschlagen worden, bis er auf die Krankenstation des Internats kam. …
Neben den täglichen Grausamkeiten gab es auch sexuelle Übergriffe, so Pfister. …
bild.de 6.3.10

In meinen ersten Schuljahren war auch an den staatlichen Schulen der Rohrstock vereinzelt noch übliches, aber schon verpöntes Züchtigungsmittel. Einmal erhielt ich im dritten Schuljahr unschuldig drei Schläge: dafür, daß ich, erstens, die Tat begangen hätte, zweitens zum Tathergang zunächst gelogen hätte und drittens erst nach Stunden des Verhörs ein Geständnis abgelegt hätte (– um der Psychofolter ein Ende zu bereiten. Allerdings wurde der Lehrer bald wegen seiner Schlägerei versetzt, wie ich sechzig Jahre später erfuhr.) Seither sind mir Ungerechtigkeiten aller Art ein Greuel.
P.S.: Anlaß war eine harmlose Kneiferei während des Singens!

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Sigmar Salzburg
25.02.2010 10.42
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Kultusministerfreie Schulen

Träger von zwei privaten Grundschulen können auf Zulassung hoffen

Bildungssenatorin erleidet Schlappe vor Gericht


Von Bernd Schneider und Birgit Bruns

Bremen. Nach Jahren des Streits können die Träger von zwei privaten Alternativ-Grundschulen hoffen, dass ihnen die Bildungsbehörde die Genehmigung zum Betrieb erteilt. Auch wenn die Grundlinien der Urteile erst Freitag veröffentlicht werden, zeichnet sich die Niederlage der Behörde deutlich ab.

Engagierte Eltern wollen eigene Schulen gründen – Bildungssenatorin Renate Jürgens-Pieper (SPD) sieht das mit Sorge. Sie würde die Eltern lieber in staatliche Schulwesen einbinden. Vor Gericht hat sie damit derzeit wenig Chancen.
'Freie Schule Bremen' und 'Humanistische Schule Bremen' – das könnten schon im Sommer Adressen für Eltern werden, die sich weder mit Bremens staatlicher Bildung anfreunden können, noch mit der kirchlichen oder der von Waldorf-Schulen. …

Das gilt zumindest für die 'Humanistische Schule', die am liebsten schon im Sommer mit zehn bis zwölf Kindern am Neustädter Kirchweg loslegen würde. Nach dem Grundgesetz muss eine private Grundschule genehmigt werden, wenn sie als 'Weltanschauungsschule errichtet werden soll und eine öffentliche Volksschule dieser Art in der Gemeinde nicht besteht'. Das ist die rechtliche Grundlage für die kirchlichen Grundschulen.

Aber ist der Humanismus eine Weltanschauung? Und wenn ja: Wird er inhaltlich und pädagogisch die tragende Säule der Schule sein? Und: Sind Eltern und Lehrer wirklich überzeugte Humanisten? Drei Fragen, die das Gericht ebenso deutlich bejaht, wie die Behörde sie verneint.

'Wir haben niemanden gefunden, der anderer Ansicht ist', erklärte Richterin Silke Benjes. Bis in die höchste Rechtsprechung sei der Humanismus als Weltanschauung anerkannt. Er schaffe eine 'ganzheitliche Lebens- und Werteorientierung', gebe Lebensanleitungen und verschaffe dem einzelnen eine 'subjektive Gewissheit', ähnlich wie Religionen. Der Humanismus betrachte die Stellung des Menschen in der Welt und gebe Handlungsanweisungen für die Suche nach den moralischen Werten von Gut und Böse. Benjes: 'Wir haben keine Zweifel, dass der Humanismus eine Weltanschauung ist.'

'Ich bin einigermaßen verwirrt', sagte darauf Walter Henschen, in der Bildungsbehörde auch zuständig für die Genehmigung privater Schulen. Der aus dem 18. Jahrhundert stammende Humanismus sei heute Grundlage der Verfassung, der gesamten Gesellschaft und aller 182 Schulen im Land Bremen. 'Alles ist davon durchdrungen.' Humanisten würden damit gar keine eigene, vom gesellschaftlichen Grundkonsens abweichende Weltanschauung vertreten, die eine eigene weltanschauliche Schule rechtfertige. Richterin Benjes vertrat dagegen den Standpunkt: 'Wieso eine Weltanschauung keine Weltanschauung mehr sein soll, nur weil sie sich durchgesetzt hat, leuchtet mir nicht ein.' Die Vorsitzende Richterin Anette Ohrmann argumentierte ganz formal: 'Für die Zulassung reicht es aus, dass die Weltanschauung die Schule prägt.' …

Der Paritätische Wohlfahrtsverband Bremen begrüßt das Ergebnis der ersten Gerichtsverhandlung. Nach Auffassung des hauptamtlichen Vorstands, Wolfgang Luz, hat das Gericht ein deutliches Signal für ein demokratisches und vielfältiges Bildungsangebot in der Bremer Schullandschaft gesetzt.

„Das Bildungsressort reklamiert für sich den alleinigen Anspruch, das Schulwesen an den Bedürfnissen der Schülerinnen und Schüler orientiert und qualitativ hochwertig organisieren zu können. Den Beweis dafür bleibt das Haus jedoch seit Jahren schuldig“, sagte Luz. Generell setze der Paritätische auf die Prinzipien der Vielfalt, Offenheit und des bürgerschaftlichen Engagements, auch im Schulwesen. Daher unterstütze der Verband generell Elterninitiativen.

weser-kurier.de 24.2.2010

Andere Gerichte wiederum haben den Schülern ein demokratisches, sogar durch Volksentscheid gestütztes Bildungsangebot verweigert – etwa das „Quentchen“ in traditioneller Kulturrechtschreibung als das kleine, alte Gewichtsmaß kennenzulernen und darstellen zu dürfen.

Allerdings erweisen sich häufig die „fortschrittlichen“ freidenkerischen Humanisten als besonders unterwürfig gegenüber der schreiblichen Rückschrittsdiktatur der Kultusminister.

Ansonsten wird es Groß- und Kleinsekten mit geschlossenem, sogar unsinnigem Weltbild leichter gestattet, eigene Schulen zu gründen, als Humanisten und Atheisten, deren Kennzeichen gerade die Abwesenheit von Dogmen, Riten und Kultusgemeinschaften ist.

In Thüringen, wo die mehrheitlich konfessionslose Bevölkerung von zwei Pastoren regiert wird, werden im Zuge der Reconquista ständig neue christliche Eliteschulen gegründet.

Die Gründung rein islamischer Schulen zur Verhinderung von Integration ist nur eine Frage der Zeit.

Die privaten Waldorf- und Steiner-Schulen vermitteln ein esoterisches Weltbild, das unvereinbar mit anerkannten wissenschaftlichen Erkenntnissen ist.

An der Hannoverschen Waldorfschule wurde Schülern z.B. in „wissenschaftlichen“ Experimenten anhand von angeblich unterschiedlichen Verlaufsformen von Tintenklecksen auf Löschpapier die Existenz und Abschirmung der „Sonnenkräfte“ vor, während und nach einer Sonnenfinsternis „bewiesen“. Anthroposophische Biologie und Medizin versammeln alle abseitigen Denkweisen, derer der Gründer Rudolf Steiner habhaft werden konnte. Dennoch ist die Betreuung allen staatlichen Einrichtungen überlegen, so daß ich meine geistig behinderte Tochter in eine Steinerschule geben mußte. Zum Glück konnte bei ihr kein intellektueller Schaden angerichtet werden.

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Sigmar Salzburg
29.01.2010 09.16
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Frustrierte Lehrer

Im Schulunterricht beim Thema Demokratie und Volksentscheid erinnerte meine Tochter (16) an den aufgehobenen Volksentscheid zur „Rechtschreibreform“ in Schleswig-Holstein. Daraufhin meinte die Lehrerin, das sei richtig. Und kritisch meinte sie, sie habe schon zweimal umlernen müssen, und nun schriebe sie nur noch, wie sie selbst es für richtig hielte.

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Sigmar Salzburg
05.12.2009 16.46
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Da hätte man die ganze „Reform“ sparen können!

LESEN DURCH SCHREIBEN
Mekan Fabotn – Elltan müssn drausn blaibn
Samstag, 5. Dezember 2009 08:08 – Von Astrid Herbold

„Tanschue“* und „Fhäd“* sind klar, „empidreiblä"* auch. Aber was zum Teufel bedeutet „BebibonjaK“*? Die Weihnachtswunschzettel von Erstklässlern geben gerne Rätsel auf; Eltern üben sich regelmäßig als Lautschrift-Übersetzer. Die Autoren selbst braucht man nicht zu fragen, die können ihre Niederschrift hinterher meistens auch nicht mehr entziffern. Was sie aber nicht davon abhält, weiter begeistert Seite um Seite mit krakeligen Großbuchstaben zu füllen.
Erstklässler lernen heute anders schreiben als früher, …
[…]

* Tanschue = Tanzschuhe
Fhäd = Pferd
empidreiblä = MP3 Player
BebibonjaK = „Baby Born“-Jacke
morgenpost.de 5.12.09

… und die neuen „ss“ sollen als einziges richtig geschrieben worden sein?

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Sigmar Salzburg
27.08.2009 08.31
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Die Gleichmacher agitieren wieder

Bildungs-Ungerechtigkeit
Jedes dritte Kind geht auf die falsche Schule
Von Birger Menke und Jochen Leffers
Gute Noten und dennoch schlechte Chancen – auf die Schullaufbahn von Kindern hat der Bildungsstand ihrer Eltern großen Einfluss. Viele Schüler werden systematisch unterfordert, …
Nach und nach enden die Sommerferien in den Bundesländern, viele Kinder wechseln von der Grund- auf eine weiterführende Schule. Und oft ist es dabei mit der Chancengleichheit nicht weit her: 17 Prozent besuchen einen Schultyp unterhalb ihres Leistungsniveaus (Underachievement in der Forscher-Fachsprache [bald nicht mehr auf deutsch zulässig!]), weitere 13 Prozent eine Schule oberhalb ihres Potenzials (Overachievement) [!]. Das ist das Ergebnis einer Studie des Berliner Wissenschaftszentrums für Sozialforschung …
In ihrer Studie bestätigen auch die Berliner Bildungsforscher Heike Solga und Johannes Uhlig jetzt, wie deutlich der Einfluss des Bildungsgrades der Eltern auf die Schullaufbahn ihrer Kinder ist. Die Forscher testeten das Lernpotential der Schüler …
Beim großen Sieben an Oberschulen greift die Unterschichtsbremse bisher höchst zuverlässig, wie auch eine Wiesbadener Studie zeigte. Wer allerdings längeres gemeinsames Lernen fordert, begibt sich gleich mitten hinein in den Glaubenskrieg ums richtige Schulsystem, schon seit dem Streit um Gesamtschulen in den siebziger Jahren ein echtes deutsches Reizthema. Damit machen derzeit Bundesländer, die ihre Schulen umbauen wollen, derbe Erfahrungen, etwa Bildungssenatorin Christa Goetsch im schwarz-grün regierten Hamburg. Dort läuft die Lobby der Gymnasial-Eltern Sturm gegen die Schulreform, obwohl lediglich die Verlängerung der gemeinsamen Grundschulzeit auf sechs statt vier Jahre geplant ist, nicht etwa die Wiederbelebung von Gesamtschulen.
Dabei gilt bei allen Veränderungen das Gymnasium stets als unantastbar: „Alle Eltern, die etwas zu sagen haben, die kampagnenfähig sind, schicken ihre Kinder aufs Gymnasium – die werden den Teufel tun, diese Schulform abzuschaffen“, sagte Bildungsforscher Wilfried Bos im SPIEGEL-ONLINE-Interview. "… Es wird nicht gelingen, das Gymnasium abzuschaffen. Wer das versucht, wird nicht wiedergewählt.“

spiegel.de 26. August 2009

Es sei mir gestattet, hier eigene Erfahrungen beizusteuern: Auch ich war auf der falschen Schule. Das wurde mir erst neulich beim Jubiläums-Abituriententreffen klar, als ein ehemaliger Mitschüler den Parallelkläßlern erläuterte: „Wir hatten so einen Genialen in der Klasse. Wenn man den aus seinem Tiefschlaf riß, konnte er auf Anhieb schwierige lateinische Texte übersetzen oder eine mathematische Formel noch weiter verbessern. Ich habe ihn beneidet.“ Was Wunder, ich bezog, obwohl meine Mutter arm war und nur mittlere Reife hatte, seit meinem neunten Lebensjahr wissenschaftliche Zeitschriften. Angeblich konnte ich schon vor der Einschulung lesen und schreiben. In Schleswig-Holstein kam bald die Umstellung von der sechsklassigen Grundschulzeit auf die vierklassige! Ich empfand das als Erlösung vom Klippschulniveau. In meinem Diktatheft der fünften Klasse hatte ich im ganzen Jahr keinen einzigen Rechtschreibfehler (Karl May sei Dank!). Fürs Gymnasium mußten wir eine Aufnahmeprüfung machen. Dabei fragte mein späterer Geschichtslehrer in die Runde, wann wohl die Schlacht im Teutoburger Wald gewesen sein könne. Die Antwort konnten vor kurzem noch nicht einmal alle Lehrer in einem Fernsehquiz des NDR geben. Wegen meiner sofortigen präzisen Antwort brauchte ich bis zum Abitur in Geschichte nichts mehr zu sagen, kam allerdings auch nie auf eine Eins. Ich bin auf den sprachlichen Zweig gegangen, weil ich „Mathematik schon konnte“. Etwas mehr davon wäre mir jedoch von Nutzen gewesen. Jetzt will man überall das „längere gemeinsame Lernen“ auf Grundschulniveau durchsetzen. Eine schlimmere Entwicklungsbremse für begabte Schüler kann es gar nicht geben.

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Sigmar Salzburg
24.08.2009 06.43
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Einer der wenigen aktiven Politker, die es sagen ...

Bundestagspräsident Norbert Lammert

Bergkamen. Politik ist gar nicht langweilig und Demokratie sogar äußerst spannend. Dieser Meinung sind nun rund 450 Schüler aus Bergkamen, die Besuch von Bundestagspräsident Norbert Lammert erhielten.

„Zum Thema Demokratie habe ich zwar nichts Neues erfahren, aber das war so viel interessanter, als das Thema im Unterricht mit einem Lehrer durchzukauen”, gestand Pennäler Kadir Ari.
Norbert Lammert kam auf Einladung der Bergkamener CDU-Fraktion in die Aula des Gymnasiums.

Das freut Schüler: kein trockener Vortrag, sondern lebendige und einfach verständliche Erklärungen komplexer Sachverhalte.

„Wie sieht das aus mit diesen unnötigen Rechtsschreibreformen? Keiner kommt damit wirklich klar“, beschwerte sich eine Schülerin. Nur war Norbert Lammert dafür nicht der richtige Ansprechpartner: „Für Rechtschreibung ist nicht der Bund zuständig, sondern die Länder. Ich habe genauso wenig wie du Einfluss darauf. Die Rechtschreibreform war ein Versuch, der nicht gelungen ist und der auch unnötig war“, so der Bundestagspräsident.

der westen.de 20.8.09

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Sigmar Salzburg
17.06.2008 06.26
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Schüler protestieren

Zöllner bleibt bei Mathe-Prüfung hart

Trotz der wütenden Proteste von 3000 Schülern hält Bildungssenator Jürgen Zöllner an der Wiederholung der zentralen Mathematik-Klausur fest – und begründet das mit Chancengerechtigkeit für alle. Elternvertreter setzen jetzt auf politischen Druck, um den SPD-Politiker doch noch umzustimmen. … Auch die Berliner FDP sieht die Schuld nicht bei den Jugendlichen. Schulsenator Jürgen Zöllner (SPD) sollte sich für die Panne bei der Mathematik-Prüfung bei den Schülern entschuldigen, forderte die schulpolitische Sprecherin der FDP-Fraktion Mieke Senftleben. … Während der Abschlussprüfungen in Mathematik waren einige Schüler beim Mogeln erwischt worden. Schließlich war heraus gekommen, dass die Prüfungsaufgaben, die für alle Berliner Realschüler die gleichen sind, bereits vor dem zentralen Prüfungstermin bekannt geworden waren. …

Berliner Morgenpost 16.06.2008
Morgenpost

Nun, als früher Förderer der weit größeren Panne „Rechtschreibreform“ ist Zöllner abgebrüht genug, um jeden Angriff auszusitzen. Die Kultusminister haben sich bis heute nicht dafür entschuldigt, obwohl dies von der seinerzeitigen Grünen-Abgeordneten Antje Vollmer gefordert worden war – z.B. im Reichenhaller Tagblatt v. 24.09.2004: „Was jetzt fällig ist, ist eine Entschuldigung bei den Kindern dafür, dass sie das Falsche lernen mussten.“

Jürgen Zöllner
seit 21.05.1991 Minister für Wissenschaft und Weiterbildung
seit 26.10.1994 Minister für Bildung, Wissenschaft und Weiterbildung
seit 18.05.2001 Minister für Wissenschaft, Weiterbildung, Forschung und Kultur
seit 24.11.2006 Senator für Bildung, Wissenschaft und Forschung in Berlin


Jürgen Zöllner: Dem Ruf der Kultusministerkonferenz war sicher auch abträglich, dass wir uns ohne Not die Rechtschreibreform ans Bein gebunden haben.

DIE ZEIT, 07.02.2008
http://www.zeit.de/2008/07/C-Schavan-Zoellner?page=all

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PL
10.02.2008 13.55
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Wenn man diesen liederlichen Gesellen, die nicht imstande sind, vier, fünf fehlerfreie Zeilen zu schreiben, rechtzeitig eine ihren Fähigkeiten entsprechende Drecksarbeit zugewiesen hätte, dann wären sie heute statt Studiendirektoren oder Redaktoren vielleicht Straßenkehrer oder Fensterputzer. Jedenfalls wäre es dann nicht nötig gewesen, Arbeiter in solch großer Zahl aus Balkanien nach Deutschland oder in die Schweiz zu locken.

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PL
10.02.2008 10.30
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Während des letzten Klassentreffens fragte ich, ob wir als Schüler der Werkschule (das war die unterste Stufe im damaligen Schulsystem) weniger Fehler beim Schreiben machten als die heutigen Schüler. Die Antwort lautete entschieden: Ja!

Die Rechtschreibfehler der ‚gewöhnlichen Leute‘ regen mich nicht auf. Entdecke ich jedoch im redaktionellen Teil einer Zeitung – oder gar in Büchern! – Rechtschreibfehler, dann empfinde ich eine große Wut, einen schier unüberwindbaren Ekel und eine lähmende Ohnmacht.

Ich frage mich, wie der unten zitierte Herr Dietmar Müller aus Babenhausen Studiendirektor an einem Oberstufengymnasium werden konnte.

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Sigmar Salzburg
10.02.2008 01.42
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Verwirrung bei den Jüngeren, Erosion bei den Älteren

Aus BILD.de am Sonntag
(Diskussionsbeiträge, Auswahl)

SCHUL-REPORT 2008
• Verkorkstes Schulsystem
• Schüler überfordert
• Lehrer hilflos
• Eltern unzufrieden

Reden Sie mit!

T. Wolf, Bad Freihall
Also ich finde nicht das die Hauptschule nur für Verlierer ist, sondern durch aus eine sehr fördernde Schule ist. Ich bin selber Hauptschülerin und habe auch eine guten Hauptschulabschluss. Denn die Hauptschulen fördert mit Förderunterricht und unterschützen so mit die Schüler, dass Problem ist nur die meisten Schüler finden es uncool in einen Förderunterricht zu gehen. Manche brauchen es ja auch gar nicht weil sie gut im Unterricht mitkommen, aber der Groß teil damals in meiner Klasse ging es so ziemlich am Arsch vorbei das die Lehrer uns unterstützen wollen mit Job-fit Programmen, so mit lernen Schüler Bewerbungen schreiben. Aber viele hatten halt die leck-mich-Arsch-Einstellung, denn die meisten in meiner Klassen heben nicht ein mal mehr Hausaufgaben gemacht bsp. wir waren 23 Schüler und von denen hatten meistens nur 6 oder 10 Schüler die Hausaufgaben. Es liegt nicht an den ( Haupt ) Schulen sondern vielmehr an der Einstellung der Schüler, jeder Schüler ist seines Glückes Schmied.

Uschi A, Weeze
habe 3 kinder durch die Schulzeit gebracht und war teilweise schockiert.In der Realschule 1991 !!!! z. B. wurde meine älteste Tochter in der 5 Klasse u.a. gehänselt und auch geschlagen. Habe darüber beim Elternabend berichtet und war erschüttert, daß die Klassenlehrerin die Übergriffe zwar mitbekommen hatte, jedoch darauf nicht reagierte indem sie uns z. B. informiert hätte. Habe ihr dies auch zu verstehen gegeben, mit dem Ergebniss, daß meine Tochter für den Rest der Schulzeit in Mathematik kein Bein mehr auf die Erde bekam, …

Anna-Katharina Dau, Hamburg
Schule- was ist das schon? Wird völlig überbewertet. Das wahre Leben findet doch "draussen" statt! …

M. W., B.
Früher war Alles anders, so reden meistens die Erwachsenen. Aber es war wirklich so, das Lernen viel mir wesentlich leichter, als heute meinen Kindern. Ich mußte Samstags noch zur Schule und es hat mir nicht geschadet. Die Politiker, die meines Erachtens von Allem keine Ahnung haben sind gefordert und nicht erst nach Pisa. Warum mußte unbedingt eine Rechtschreibreform eingeführt werden ? War die deutsche Sprache so schlecht ? Als Eltern muss man dann auch wieder umdenken und sich informieren um seinen Kindern bei den Hausaufgaben zu helfen. Warum mußte unbedingt das 12-jährige Gymnasium eingeführt werden ? …

Dietmar Müller, Babenhausen
Ich bin Studiendirektor an einem Oberstufengymnasium (Klassen 11-13). Ich behaupte nach 36 Jahren im Schuldienst mit jährlichen Abiturprüfungen: Wenn unsere Schulen professionell gemanagt werden, wenn für Bildung ausreichend Geld ausgegeben wird, wenn professionelle Kontrollen statt finden, wenn Lehrpläne auf wirklich Notwendiges beschränkt werden, wenn „Bildung“ als Privileg in den Köpfen Aller (Eltern + Schüler/innen) verankert und akzeptiert wird, wenn die zur Verfügung stehende Zeit von Schülern und Lehrern wirklich genutzt wird, dann können wir nach 11 (in Worten: elf) Jahren die Schulzeit unserer Kinder beenden – und zwar ohne permanenten Stress, sondern ganz locker!

bild.de am Sonntag 08.02.2008

http://www.bild.de/BILD/news/vermischtes/2008/02/04/schule/umfrage/art-umfrage,geo=3672190.html

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Sigmar Salzburg
29.04.2007 06.10
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SMS-Sprache: Iren fürchten Verblödung der Jugend

Verkümmertes Vokabular in Abschlussarbeiten an Tagesordnung


Dublin (pte/28.04.2007/13:45) – Die irische Jugend weist immer größere sprachliche Defizite auf. Verantwortlich dafür soll unter anderem das exzessive Schreiben von SMS-Nachrichten sein, behauptet das irische Bildungsministerium in einer kürzlich veröffentlichten Studie …


[Eine Trojaner-Meldung. In Wirklichkeit geht es um die Verbreitung von Werbematerial des Menze-Clans, der auch die „Rechtschreibreform“ zur Förderung der eigenen Geschäfte genutzt hat:]

„Der Gebrauch von E-Mails und SMS hat sicherlich zu einer gewissen sprachlichen Seitwärtsentwicklung geführt. In gewissen Kommunikationsbereichen hat sich dadurch die Sprachkompetenz aber sogar erhöht“, meint Frohmut Menze vom Handy-Bildungssoftware-Anbieter Studymobile http://www.studymobile.de gegenüber pressetext. […]

http://www.pressetext.de/pte.mc?pte=070428009

Theodor Ickler bemerkte am 16.09.01:
Der Verleger Frohmut Menze (AOL-Verlag), der in Zusammenarbeit mit Bertelsmann die Rechtschreibreform durchsetzen hilft, wird in Zabels Buch „Widerworte“ mit einer Berechnung zitiert, die sich auch in seinen Briefen findet: Durch die Rechtschreibreform würden wegen der Erleichterungen 1.250.000.000 Unterrichtsstunden eingespart, d. h., auf zehn Jahre umgerechnet, „knapp 11 Milliarden DM“. Demnach müßten die deutschen Kultusminister in den letzten Jahren schon rund 5 Milliarden Mark gespart haben. Was ist mit diesem Geld geschehen? Könnte man nicht die Klassen verkleinern? Meine Tochter sitzt in einer achten Klasse mit 34 Schülern. (Rechtschreibunterricht findet so gut wie nicht mehr statt; in diesem Punkt hat Menze recht behalten.)

Nun endlich kann die Hamburger Bildungssenatorin einen Aufstieg aus der Talsohle der Rechtschreibfertigkeiten vermelden und als Erfolg der Bildungspolitik ausgeben:

http://bildungsklick.de/pm/52642/auszeichnung-der-besten-kess-7-schulen/

__________________
Sigmar Salzburg

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