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Unsere Politiker und die RSR
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Sigmar Salzburg
09.10.2010 06.58
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Ein Unwichtigtuer (SPD)

Freitag, Oktober 8th, 2010 | Posted by Dr. Werner Jurga

„daß“ oder „dass“ oder auch nur “das” oder wie oder was?

Die Angelegenheit ist so kompliziert eigentlich nicht:
“daß” ist weg, und “das” wird nur dann mit Doppel-s geschrieben, wenn es wirklich nicht durch “was”, “dieses” oder “jenes” zu ersetzen ist.

Weil die Rechtschreibreform – abgesehen von Deutschlehrern, Lektoren u.a. – kaum jemand richtig erfasst hat, gilt das das-dass-”Problem” gleichsam als Symbol für die ganze ungeliebte Angelegenheit. Nun gilt es in ganz verschiedenen Kreisen als chic, nach wie vor “daß” zu schreiben und damit den Eindruck zu erwecken, man texte in “nicht-reformierter Rechtschreibung”, die man – wie könnte es anders sein – selbstverständlich beherrsche. Nur mit der neuen käme man halt nicht mehr so mit.

Keine schlechte Idee. Nur: an den Dissidenten werden schärfere Anforderungen gestellt. Zumindest die das-dass-Geschichte sollte dann fehlerfrei über die Bühne gehen. Im Falle gehobener Ansprüche wäre es jedoch darüber hinaus empfehlenswert, zumindest andeuten zu können, weitergehende Vorstellungen von den Unterschieden zwischen alter und neuer Rechtschreibung zu haben.

Vor einigen Jahren hatte die „Zeit“ führende deutsche Schriftsteller, die heftig gegen die Rechtschreibreform protestiert hatten, zum Diktat in ihre Redaktion eingeladen. Zum Diktat freilich – fair geht vor – in “nicht-reformierter Rechtschreibung”. Verständlich, dass sich die illustre Schar der Preisträger nicht wie die Schulbuben vorführen lassen wollte. Nicht einer der renommierten Retter der deutschen Orthographie ist zur Klassenarbeit angetreten.

Um nicht missverstanden zu werden: ich will keineswegs andeuten, die neue Rechtschreibung zu beherrschen. Insbesondere bei der Groß- und Kleinschreibung sowie bei der Getrennt- und Zusammenschreibung stolpere ich regelmäßig über meine Unsicherheit. Die alten Regeln, die ich in der Schule gelernt hatte, stellen inzwischen entwertetes Wissen dar, und klar: selbstredend ist die Entwertung mühsam angeeigneter Qualifikation immer eine Ärgernis.

Auch will ich keine Lanze dafür brechen, dass die Orthographie von offiziellen Stellen verordnet wird. Was die Kurrikula für den Unterricht betrifft, dürfte der deutsche Sprachraum diesbezüglich jedoch keine Besonderheit darstellen. Aber die Verve und die Dauer, mit der dieser Killefitt diskutiert wurde, stellen schon Besonderheiten dar. Allmählich, nach Reform, Rücknahme der Reform, Reform der Reform, also nachdem auch in der letzten Ecke der Welt der vierte Lehrbuchsatz der Unterrichtsreihe „Deutsch für Ausländer“ angeschafft worden ist, scheint der Kulturkampf etwas einzuschlafen.

Selbst die von mir geschätzte Online-Zeitschrift „Das Blättchen“ kapituliert jetzt vor der Aufgabe, sämtliche neuen Text in “nicht-reformierte Rechtschreibung” zu transformieren. Armes Deutschland!

xtranews.de 8.10.2010

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Sigmar Salzburg
30.09.2010 16.11
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Interview mit Vera Lengsfeld

FOCUS Online: Welche Wunden hat der Verrat durch den eigenen Ehemann geschlagen? … Haben Sie denn Kontakt zu Knud Wollenberger?

Lengsfeld: Das wäre zuviel gesagt. Knud ist heute sehr krank. …

FOCUS Online: Gut 20 Jahre nach dem Fall der Mauer wird um das Bild der DDR heftig gestritten. Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Erwin Sellering – ein „Wessi“ an der Spitze eines ostdeutschen Bundeslandes – sagte, die DDR sei kein Unrechtsstaat gewesen. Hat er Recht?

Lengsfeld: Nein. Die DDR war eine Diktatur. Sie hat sich selbst so bezeichnet….

FOCUS Online: Der große Störenfried in diesem Jahr hieß Thilo Sarrazin. Was verrät uns die Debatte um seine Person über den Geisteszustand der Republik im Jahre 2010?

Lengsfeld: Die Debatte hat gezeigt, wie groß die Kluft zwischen Politik und den meisten Medien und den Bürgern ist. Früher gab es die Einheitspartei. Heute soll anscheinend eine Einheitsmeinung hergestellt werden. Das wird nicht klappen. Eine ähnliche Diskrepanz zwischen veröffentlichter und öffentlicher Meinung kenne ich nur aus der DDR der 80er-Jahre. Das Ergebnis ist bekannt.

focus.de 30.9.2010

Frau Lengsfeld hatte am 21.11.2004 zusammen mit 45 Abgeordneten im Bundestag eine fraktionsübergreifende Initiative zur Rücknahme der „Rechtschreibreform“ eingebracht. Die Namen der ersten vier waren Hans-Joachim Otto (FDP), Jelena Hoffmann (SPD), Vera Lengsfeld (CDU/CSU) und Josef Winkler (Bündnis 90/ Die Grünen). Hofmann und Winkler wurden von ihren Parteien genötigt, ihre Unterschrift wieder zurückzuziehen – schließlich ist ein Abgeordneter, abweichend vom Grundgesetz, nicht nur seinem Gewissen verantwortlich, sondern vor allem seiner Partei.

Die Debatte am 2.12.2004 unterminierte dann für die SPD als oberster Zwischenrufer Jörg Tauss – inzwischen verurteilt wegen Besitz und Austausch von Kinderpornographie.

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Sigmar Salzburg
19.09.2010 08.49
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Heyse Grütze

Mythen

Kleines Hirn, großer Irrtum

Von Charlotte Klein

Manches gilt als unumstößlich, bis jemand das Gegenteil beweist. Vom ach so gesunden Spinat bis zur Erdscheibe – menschliches Wissen war und ist von Irrtümern durchsetzt. …

Weil ein Schweizer Physiologe beim Bestimmen des Eisengehalts von Spinat irreführende Angaben gemacht hatte, wurde Generationen von Kindern die nicht unbedingt wohlschmeckende grüne Grütze eingeflößt, …

Je schlüssiger eine Theorie auf den ersten Blick und je zeitgeistiger und blumiger die zugehörige Erklärung, desto eher setzt sie sich durch …

spiegel.de 31.8.2010

In dieser Sammlung von echten, kolportierten oder protegierten Wissens- oder Wissenschaftsirrtümern fehlt einer: Die Mär vom leichteren Schreibenlernen durch die „Rechtschreibreform“.

„Ohne unbescheiden sein zu wollen, glauben wir, dass eine Reform der deutschen Rechtschreibung noch nie so gründlich bis ins letzte Detail vorbereitet worden ist.“
(Die Reformer G. Augst u. G. Stickel 1995 an die Ministerpräsidenten der deutschen Länder.)

Deshalb wird jetzt nicht nur Generationen von Kindern (und Erwachsenen) die „gräuliche“ ss-Grütze eingeflößt, sondern die ganze Kulturwelt einer 600jährigen Schreibtradition entfremdet – nur weil die Politiker ihre Unfähigkeit und Verblendung nicht eingestehen wollten.


P.S.: Der Titel ist im Vorspann noch erhalten, über dem Artikel aber ausgetauscht.

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Sigmar Salzburg
06.09.2010 05.41
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Klaus von Dohnanyi

Der frühere Hamburger Bürgermeister Klaus von Dohnanyi bietet an, ihn vor der Kommission zu verteidigen. Auch Sarrazins Kritik stimmt er größtenteils er zu … Sarrazin sei kein Rassist. „Niemand mit Sachkenntnis“ könne heute noch bestreiten, dass es „besondere kulturelle Eigenschaften von Volksgruppen“ gebe.

focus.de 5.9.2010

Die Wortmeldung des früheren Hamburger Bürgermeisters gibt Anlaß, daran zu erinnern, daß in den oberen SPD-Rängen, wenn auch oft im Ruhestand, durchaus auch besonnene und urteilsfähige Politiker zu finden sind.

Zur „Rechtschreibreform“ hatte Dohnanyi im ZDF am 29.07.2001 gesagt:


„Man muß wirklich sehen, daß man die Schönheit der Sprache begreift ... Wir haben eine Situation – in der Deutschland ohnehin Probleme mit seiner Geschichte hat – in der wir in der Sprache eigentlich die letzte Behausung unseres Landes haben. Da haben sie die Leute aus der Sprache rausgetrieben durch diese Reform.“

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Hans Flachs
11.07.2010 20.11
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Mit einem alten Rucksack ist
eben kein Staat zu machen.

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Norbert Lindenthal
11.07.2010 17.41
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… daß das Ruckeln aufhört.

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Sigmar Salzburg
11.07.2010 12.05
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Kalenderblatt 2010: 10. Juli

Hamburg (dpa) – Das aktuelle Kalenderblatt für den 10. Juli:

AUCH DAS NOCH
1997 – dpa meldet: «Ich habe mich nie mit der Rechtschreibreform befasst. Ich befasse mich nur mit wichtigen Dingen.» Bundespräsident Roman Herzog im Gespräch mit Jugendlichen auf die Frage, ob die Rechtschreibreform zurückgenommen werden sollte.

sueddeutsche.de 10.7.2010

Aber es hätte ihn doch interessieren müssen, wie dafür Demokratie, Volkswille und Vernunft ausgehebelt wurden und noch werden.

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Sigmar Salzburg
01.05.2010 09.52
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Zweimal falsche Staatsräson

Helmut Schmidt, Altkanzler (und Gegner der „Reform“)

Schmidt: Ja, ich erlebe jetzt zum Beispiel, wie eine deutsche Bundeskanzlerin aus dem Bewusstsein heraus, belastet zu sein mit der Verantwortung, dass sich so etwas wie der Genozid an den Juden niemals wiederholen darf, zu Übertreibungen neigt. Zum Beispiel dazu, die Sicherheit Israels als einen Teil der deutschen Staatsräson anzusehen.

zeit.de 26.4.2010

Johanna Wanka, damals Kultusministerin und KMK-Präsidentin

Wanka: „Die Kultusminister wissen längst, dass die Rechtschreibreform falsch war“… „Aus Gründen der Staatsräson ist sie nicht zurückgenommen worden.“

spiegel.de 2.1.2006

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PL
11.12.2009 08.16
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Willy Brandt am Dienstag, den 28. Oktober 1969: „Wir wollen mehr Demokratie wagen.“

Andrea Nahles am Donnerstag, den 10. Dezember 2009: „Und die SPD muss wieder Demokratie wagen. Demokratie nach innen und nach außen.“

Genossen und Genossinnen!
Wir gießen ein
Den vierzig Jahre alten Wein
Und stoßen an auf unser Wohl.
Doch, oh Schreck, die Flasche innen:
Sie ist hohl!

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Sigmar Salzburg
10.12.2009 16.56
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Nahles

Die SPD-Generalsekretärin sitzt an diesem Donnerstagmorgen im Gebäude der Bundespressekonferenz in Berlin, um ihr Buch vorzustellen. „Frau. Gläubig. Links“…
„Wenn die SPD aus ihrer bitteren Niederlagen lernen will, muss sie sich auf ein ernsthaftes Zuhören und Verarbeiten des Gehörten einlassen“, schreibt Nahles in ihrem Buch. „Und die SPD muss wieder Demokratie wagen. Demokratie nach innen und nach außen.“ Die Generalsekretärin fühlt sich für diese Auseinandersetzungen gut gewappnet – auch dank ihres Glaubens.
focus.de 10.12.09

Mindestens Nahles’ zwangsmissionierender Schreibreformglaube verträgt sich nicht mit Demokratie, s. Stichwort „Nahles“.

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Sigmar Salzburg
12.11.2009 11.55
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Ekkehard Klug, Schleswig-Holsteins neuer Bildungsminister

Wikipedia-Notiz:

Ekkehard Klug (* 3. Juni 1956 in Kiel) ist ein deutscher Politiker (FDP) und seit dem 27. Oktober 2009 Minister für Bildung und Kultur von Schleswig-Holstein.

Nach dem Abitur 1974 leistete Klug zunächst seinen Wehrdienst ab und absolvierte dann ab 1976 ein Studium der Osteuropäischen Geschichte, der Neuen und Mittleren Geschichte, der Soziologie und der Slawistik an der Christian-Albrechts-Universität Kiel. 1983 erfolgte hier seine Promotion zum Dr. phil. mit der Arbeit „Das Fürstentum Tve´r (1247 – 1485) – Aufstieg, Selbstbehauptung und Niedergang“. Er war danach als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Seminar für Osteuropäische Geschichte an der Universität Kiel tätig, wo er sich 1991 auch habilitierte.
….
Seit 1992 ist Klug Mitglied des Landtages von Schleswig-Holstein. Hier war er von 1992 bis 1993 zunächst Parlamentarischer Geschäftsführer und dann nach dem Rücktritt von Wolfgang Kubicki bis zur Landtagswahl 1996 Vorsitzender der FDP-Landtagsfraktion. Seit Juni 1996 ist er wieder Parlamentarischer Geschäftsführer der FDP-Fraktion.
Ekkehard Klug ist stets über die Landesliste in den Landtag eingezogen.
Seit dem 27. Oktober 2009 ist Klug Landesminister von Schleswig-Holstein für Bildung und Kultur.


Ekkehard Klug qualifizierte sich für das Amt des Bildungsministers durch seine Mitwirkung bei der Annullierung des Volksentscheids am 17.9.1999.

Im Parlament sagte Klug am 15.9.1999:

… Die F.D.P.-Fraktion hat sich die Entscheidung nicht leicht gemacht, den vorliegenden interfraktionellen Gesetzentwurf zu unterstützen. Vor allem der nahe zeitliche Abstand zum Termin des Volksentscheids wirft Fragen auf.
Andererseits ist klar: Ginge es nach dem Willen der Initiative gegen die Rechtschreibreform, so dürften die neuen Schreibregeln in diesem Land bis 2005 keinen Eingang in den Schulunterricht finden. So fordert es die Initiative in einem offenen Brief an die Landtagsabgeordneten vom 7. September 1999, also vor wenigen Tagen. Ein Moratorium bis 2005 würde bedeuten, daß schleswig-holsteinische Schülerinnen und Schüler während eines großen Teils ihrer Schulzeit, ja sogar fast während ihrer gesamten Schulzeit in den Schulen andere Schreibregeln lernen müßten als ihre Altersgenossen in allen anderen Bundesländern und im deutschsprachigen Ausland. Sie müßten in Schleswig-Holstein viele Jahre hindurch Schreibweisen lernen, die nicht mehr dem entsprechen, was jedenfalls in den heute erhältlichen Kinder- und Jugendbüchern, den Schulbüchern und den meisten Zeitungen und Zeitschriften üblich ist.
Ist es den jungen Schleswig-Holsteinern wirklich zuzumuten, in einer solchen – wahrlich abstrusen – Situation noch weitere sechs Jahre auszuharren, weil Erwachsene das so wünschen? …..

Weder war die Fehlerhaftigkeit der „Reform“ für die FDP ein Grund zum Ausstieg aus dem Parteienkomplott – noch das kurz zuvor ergangene Urteil des Bundesverfassungsgerichtes v. 20.7.1999:
Selbst wenn die reformierten Rechtschreibregeln von der Schreibgemeinschaft generell akzeptiert werden und künftig die Schreibweise bestimmen sollten, sind bei einer Unterrichtung nach den traditionellen Regeln greifbare Nachteile für die spätere Berufswahlentscheidung der Kinder nicht zu besorgen.“ .

Tatsächlich wurde nun den Schülern sechs Jahre lang auch der übelste Reformunfug in die Köpfe gehämmert, bis sich die Kultusminister zu einer Korrektur der gröbsten Fehler bereitfanden – aber nicht aus Achtung vor dem Volksentscheid oder eigener Einsicht, sondern weil es der Axel-Springer-Konzern durch seinen zeitweiligen Ausstieg erzwungen hatte.

Das unbegreifliche Verhalten der Nord-FDP wird durchsichtiger in früheren Äußerungen des neuen Bildungsministers: „Bertelsmann gehörte schon immer zu unseren großen Gönnern!“

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Sigmar Salzburg
18.10.2009 05.13
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Einsichten

„Wir müssen die Leistungen der Jugend würdigen“

(STUTTGART/sz) Gewalttätig, medienabhängig und politisch desinteressiert – die Jugend von heute wird häufig an den Pranger gestellt. Sie gilt auch als immun gegen Einflüsse von Schule und Eltern. Doch der baden-württembergische Kultusminister Helmut Rau will auch die besonderen Fähigkeiten junger Menschen gewürdigt wissen …

SZ: Woran hapert es heute?

Rau: Manches, was früher selbstverständlich war, ist es heute offensichtlich nicht mehr in dem Maß. Ein Thema ist die Rechtschreibreform, mit der wir selbst dazu beigetragen haben, dass Rechtschreibung beliebig geworden ist. Die Möglichkeiten und die Art und Weise, sich im Internet und auf dem Handy auszudrücken, tragen auch dazu bei. Ich bedaure diese Verwahrlosung von Sprache, aber Kommunikation ist trotzdem nicht unmöglich geworden. …

Schwäbische Zeitung online 17.10.09

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Sigmar Salzburg
12.09.2009 13.30
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MAZ-Fragebogen

Heute: Heinz Lanfermann, Bundestagsdirektkandidat der FDP im Wahlkreis 61
Im 19. Jahrhundert war ein beliebtes Gesellschaftsspiel, das Merkbuch der Bekenntnisse zu beantworten. Entworfen vom französischen Schriftsteller Marcel Proust hat der Fragebogen viele Varianten erfahren. Heinz Lanfermann (59), Bundestagsdirektkandi-dat der FDP, beantwortet das MAZ-Exemplar.
...
Welchen Fehler würden Sie gern ungeschehen machen?
Lanfermann: Dass ich als Abgeordneter im Bundestag nicht früh genug gegen die unsinnige Rechtschreibreform gekämpft habe.
...
Märkische Allgemeine 12.9.09

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Sigmar Salzburg
10.09.2009 10.01
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„Damit muss Schluß sein!“

Eben landete in meinem Briefkasten ein Wahlzettel der „Freien Wähler“:

FW-SH
Freie Wähler
Schleswig-Holstein


Schleswig-Holstein hat unvorstellbare 23 Milliarden Euro Schulden.
… Damit muss Schluß sein!

Unsere traumhafte Landschaft ist unser Schatz. Schluß mit Raubbau an der Natur!

Existenzgründung muss ruck-zuck möglich sein

• mehr Selbstständigkeit für die Schulen

Der unsägliche Show- und Machtkampf von Stegner und Carstensen ist nicht mehr auszuhalten. Wir halten die Wähler für klüger als die zynischen Parteistrategen und ihre Werbagenturen. Auch andere reden von Bürgernähe – wo ist sie in den letzten Jahren auch nur versucht worden?

In Kiel wurde jahrelang von oben nach unten regiert. Das wollen wir vom Kopf auf die Füße stellen: Die Wähler sind der Souverän.

Gehören die Verfasser auch zu den Millionen Opfern der „Rechtschreibreform“?
Oder ist der Text ein listiger Anschlag des Letztverantwortlichen im Impressum:


V.i.S.d.P. Vito von Eichborn

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Sigmar Salzburg
14.01.2009 12.26
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Von Karl-Heinz Requard, Reinsbüttel

Jutta Limbach – eine ehrliche Vertreterin der deutschen Sprache?

Von Politikern hört man sehr selten: „Wir haben Fehler gemacht“. Hingegen scheint die Äußerung: „Was schert mich mein Geschwätz von gestern?!“ zu einer beliebten Floskel zu werden. Das trägt natürlich zu einer Politikerverdrossenheit bei, die fälschlicherweise als Politikverdrossenheit ausgegeben wird. Am Ende vieler Unmutsäußerungen bleibt oft die Frage: Kann man überhaupt noch einem unserer Politiker etwas glauben?

Wie sieht es zum Beispiel mit den Aussagen der ehemaligen Präsidentin des Bundesverfassungsgerichts, Jutta Limbach, in ihrem Buch „Hat Deutsch eine Zukunft?“ aus? Aus diesem Werk kann man durchaus viele Hinweise der Autorin akzeptieren. Ja, man freut sich sogar, solche Worte zu lesen, denn eigentlich ist es doch ungewöhnlich, soviel Positives zum Erhalt der deutschen Sprache von einer unserer Politikerinnen zu hören! Doch die Freude schlägt schnell um, wenn man die Auslassungen Jutta Limbachs zur Rechtschreibreform näher beleuchtet.

Erinnern wir uns an diese sogenannte Schlechtschreibreform! Sie wurde nach überwiegender öffentlicher Meinung von den Kultusministern und ihren Gehilfen mit Dilettantismus, Traditions- und Demokratieverachtung betrieben, die ihresgleichen suchen. Die Politiker ließen sich von ihrem Irrweg trotz Protest und Volksentscheid nicht abbringen – obwohl sich die Einsicht nach den Worten der KMK-Präsidentin von 2005, Johanna Wanka, durchgesetzt hatte: „Die Kultusminister wissen längst, daß die Rechtschreibreform falsch war. Aus Gründen der Staatsräson ist sie nicht zurückgenommen worden.“ (Spiegel 1/06)

Sogar von einem Justizskandal war die Rede, und zwar in einem Appell einer Bürgerinitiative an den Bundespräsidenten. Es hieß darin, das Urteil des Bundesverfassungsgerichtes vom 14.7.1998 unter Vorsitz von Hans-Jürgen Papier (CSU) und der Präsidentin Jutta Limbach (SPD) sei nicht unparteiisch gewesen, und es wird Dr. Wolfgang Kopke, Mainz, in der Neuen Juristischen Wochenzeitung (49/2005) zitiert: „Nicht nur die dürftige Argumentation, sondern auch die Umstände des Verfahrens zeigen, daß es dem BverfG nicht um unbefangene Rechtsfindung, sondern darum ging, der KMK beizuspringen.“ … ein Urteil also „im Namen des Volkes“ – aber nicht für, sondern gegen das Volk!

Noch heute kann man im Weltnetz unzählige Äußerungen von den Politikern zu diesem Thema nachlesen, die in vielfacher Weise erkennen lassen, was wir von „unseren Herrschaften“ halten können und wie wir ihre ach so schön klingenden Worte bewerten sollten. Auch über Frau Limbach ist auf den Netzseiten etliches zu finden.

Zwar kritisiert sie als damalige Vorsitzende des Goethe-Instituts zu recht die Verunsicherung, die der Streit um die deutsche Rechtschreibung im Ausland ausgelöst hat. Der Eiertanz beginnt aber, wenn sie – in einer Zeit, als es durchaus noch sehr sinnvoll war – die Entscheidung bemängelt, daß der „Spiegel“ und der Springer-Verlag zur bewährten Rechtschreibung zurückkehren wollen; die FAZ sei konsequenterweise von Anfang an bei der alten Schreibweise geblieben. Die Präsidentin betonte laut Nachrichtendienst ddp: „Korrekturen der Rechtschreibreform seien notwendig. Sie müßten aber ‚sachlich vorgenommen‘ werden.“ Das hört sich zwar ganz nett an, aber was waren bei ihr die sachlichen Gründe? Auch zu dieser Frage finden wir im Weltnetz die Antwort: „Von Jutta Limbach war neulich die erstaunliche Forderung zu hören, man möge die deutschen ‚Sonderzeichen‘ (ß, ä, ö, ü) ganz abschaffen; dies sei im Sinne der Ausländer, die Deutsch lernen.“
Es stellt sich die Frage, ob jemand, der solche Forderung stellt, als ehrlicher Vertreter der deutschen Sprache angesehen werden kann.


Karl-Heinz Requard

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