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Sigmar Salzburg
25.07.2010 04.19
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Lobenswerte Absicht

Impressum & Copyright
DER GLÖCKEL, (vorm. muenchnernotizen), ist ein unabhängiges Nachrichtenmagazin, ohne thematische Einschränkung. Entsprechend internationalem Standard, ist DER GLÖCKEL als Magazin mit der ISSN (International Standard Serial Number) 1992-0318 registriert. Für die Nutzung gelten die Allgemeinen Geschäftsbedingungen. Hinweis: Wir publizieren nicht nach der “Neuen Rechtschreibreform”.
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Sigmar Salzburg
23.07.2010 21.56
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Zu Hamburg eine (katholische) Stimme aus Österreich

Ein Triumph nicht nur für die Hamburger

Es ist ein Triumph der Freiheitsliebe gegen staatlichen Zwang – Ein Kommentar von Dr. Andreas Unterberger zur Abstimmung über die Pflicht-Gesamtschule in Hamburg

[Ehem. Redakteur der „Presse“ und „Wiener Zeitung“]

Hamburg (kath.net/andreas-unterberger.at)
Es ist ein gewaltiger Triumph. Mit einer satten Mehrheit – 276.000 gegen 218.000 Stimmen – haben die Hamburger die von praktisch allen Parteien gewünschte Einführung einer Pflicht-Gesamtschule bis zum 12. Lebensjahr abgelehnt. Und damit auch die vom schwarz-grünen Senat geplante Zerstörung des achtjährigen Gymnasiums.

Es ist ein Triumph der direkten Demokratie. Es ist ein Triumph der Freiheitsliebe gegen staatlichen Zwang. Es ist ein Triumph für die sich zunehmend selbst um ihre eigenen Anliegen kümmernden Bürger über eine politische Klasse, die jeden Kontakt zu den Menschen verloren hat. …

Es ist zugleich eine schwere Niederlage für die sogenannten pädagogischen Reformer, die seit Jahr und Tag an den Schulen herumdoktern, und diese dabei immer weiter verschlechtert haben. Es ist eine Niederlage für den linken Zeitgeist und die vielen in seinem Sog schwimmenden Politiker und Journalisten. Von denen es in Österreich noch mehr gibt als in Deutschland.

Die werden den Deutschen wie den Österreichern sicher in den nächsten Tagen (so wie nach dem Schweizer Minarett-Referendum) wieder einreden, dass die Bürger geirrt haben, dass man künftig halt noch besser aufklären (=indoktrinieren) müsse. …
Dieser Hamburger Paukenschlag soll und muss auch in Österreich allen die Ohren dröhnen lassen. …

Hamburg sollte aber auch ein aufrüttelndes Signal für all diese Gruppen in Österreich sein. … Aber auf die ÖVP ist leider kein Verlass mehr. Und eine Gewerkschaft kann gar nicht glaubwürdig sein.

Es ist Zeit für eine Bildungs-Bürgerinitiative „SOS Schule“ oder „SOS Bildung“.

kath.net 20.7.2010

Die „Presse“ hatte ja auch anfangs tapferen Widerstand gegen die Rechtschreibreform geleistet, u.a. weil die Leser darüber abstimmen durften. Warum die Zeitung dann doch bald wieder einknickte, ist ungeklärt.

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Sigmar Salzburg
27.05.2010 17.11
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Kleinschreibung zurückdrängen

Innsbruck
Wenn sich Kleine groß über Kleinschreibung wundern
Die durchgehende Kleinschreibung lässt Schüler die Stirn runzeln. Die IVB rüsten langsam wieder um.

Von Isolde Zwerger

Innsbruck – Langsam und mühevoll entziffert die kleine Lisa im Bus die Hinweise. „notausstieg“ und „ohne ticket wird’s teuer !“. Auch „bitte benutzen sie den sicherheitsgurt“ kann sie da lesen. Stirnrunzeln bei der Erstklässlerin. Warum „da alles falsch“ steht, will sie von ihrer Mama wissen. Doch die hat Erklärungsnotstand. Wie auch die Eltern eines Zehnjährigen, der kürzlich einen Aufsatz durchgehend in Kleinschreibung verfasste, „weil der Papa es in seinen E-mails auch so macht“ […]

Von einer Zeiterscheinung spricht auch IVB-Geschäftsführer Martin Baltes, was die Kleinschreibung in den Öffis (siehe oben) betrifft. „Von 1998 bis 2003 wurde Amerikanisches und Englisches gerne nachgeahmt“, meint er. So waren damals auch Info- oder Fahrplantexte in Kleinschreibung gehalten. Bis stark sehbeeinträchtigte Fahrgäste dazu „um Gottes Willen“ gesagt hätten. Denn: Diese Schreibweise widerspricht der Lesegewohnheit. „Ab da begannen wir, wieder umzustellen, nach und nach“, erklärt Baltes. Die Haltestellen-Schilder würden gerade jetzt getauscht und „die Piktogramme werden wir auch anpacken.“ Dies wird schleichend passieren. Bei der Neuanschaffung von Bussen etwa. Baltes‘ Botschaft an kopfschüttelnde Erstklässler: „Ihr habt ja so Recht.“
tt.com 25.05.2010

Schon bei der Planung von Olympia 72 lehnte der Chefdesigner Otl Aicher bei der Beschilderung die modische Kleinschrebung wie auch die Schreibung in Versalien ab – wegen der schlechteren Lesbarkeit.

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Sigmar Salzburg
27.04.2010 06.06
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…und die von 1996 erst!

NOTIZEN vom 27. April
...
Über Rechtschreibung
Weidach – Die Rechtschreibreform von 2006 sorgt immer noch für Verunsicherung – vor allem bei Eltern, die ihren Kindern bei den Hausaufgaben helfen wollen, mit den neuen Regeln aber nicht vertraut sind. Um diese Regeln geht es morgen von 20 Uhr an in der alten Schule in Weidach. Der örtliche Landfrauenverein bittet unter Tel. (07304) 427 00 um Anmeldung zu dem Informationsabend.
Südewest-Presse

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Sigmar Salzburg
17.03.2010 05.42
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Dänemark

APENRADE/AABENRAA – 16. März 2010 – von Ruth Candussi

»Aabenraa« bleibt vor Aarhus

Nun will auch Århus das »Å« im Namen zwecks internationaler Vermarktung loswerden

Was die Apenrader von Anfang an verstanden hatten, hat nun auch in Århus zu der Erkenntnis geführt, dass das »Å« im Städtenamen über kurz oder lang im Zuge der Globalisierung für dänische Gewerbetreibende zum Problem werden könnte. Ein weiser Schachzug also einst von Seiten der Apenrader »Aabenraa« nicht zugunsten von »Åbenrå« aufzugeben. Wie berichtet möchte sich nun auch Århus fortan Aarhus nennen dürfen. Das »Å« sei im Ausland nicht bekannt und störe in der internationalen Vermarktung der Stadt, so das Argument des Århuser Bürgermeisterns Nicolai Wammen.

[Bild:]
Rund 250 Apenrader zogen 1997 mit Musik und Transparenten durch Kopenhagen für »Aabenraa« an erster Stelle im Alphabet.
Foto: Archiv-Iselt Segert

Mit Einführung der neuen Rechtschreibreform 1948 durch Unterrichtsminister Hartvig Marcus Frisch (Soz.) wurde u. a. die Schreibweise »Aa« abgeschafft und durch das »Å« ersetzt. Damit sollte u. a. der nordischen Zusammengehörigkeit Nachdruck verliehen werden, indem das »Å« sowohl in Schweden als auch in Norwegen bereits angewandt wurde. Nur in einzelnen Fällen, wie etwa bei Namen, sollten hierzulande künftig Ausnahmen gemacht und vom »Å« abgesehen werden dürfen. Die Stadt Apenrade bestand von Anfang an darauf, von dieser Ausnahmeregelung Gebrauch machen und sich nach wie vor »Aabenraa« schreiben zu dürfen. Damit sicherte man sich den ersten Platz im Alphabet.
»Unter anderem Bürgermeisterin Camma Larsen-Ledet bestand ausdrücklich auf das doppelte A in Aabenraa und damit auf den ersten Platz im Städteregister«, erinnert sich Stadtratsmitglied Jørgen Witte (Soz.). Gleiches tat auch er in seiner Zeit als Apenrader Bürgermeister und führte sogar die Demonstration »@@benr@@ – verdens første by« in Kopenhagen an, an der Bürger und Politiker aus Apenrade teilnahmen, um gegen die Entscheidung der Behörde zur Pflege der dänischen Sprache (Dansk Sprognævn) zu protestieren, »Aabenraa« im dänischen Alphabet unter »Å« anzusiedeln. »Sollen sie doch hier in Kopenhagen ihr Bolle-Å behalten, aber Aabenraa gehört auf den richtigen Platz, nämlich auf den ersten«, wetterte Witte 1997 vor dem Folketing in Kopenhagen und auch heute noch lässt er es sich nicht nehmen, auf das Recht Apenrades auf den ersten Platz im Alphabet aufmerksam zu machen. »Das ist für die Vermarktung von großer Bedeutung, denn Ausländer kennen das ‘Å’ nicht und würden nie auf die Idee kommen, nach Aabenraa ganz hinten im Alphabet zu suchen«, so Jørgen Witte.

nordschleswiger.dk 16.03.2010

Mein Ururgroßvater aus Aabenraa hatte diese Probleme nicht. Er schrieb „Apenrade“, wie die deutschsprachige Mehrheit dort. Die „Reform“ konnte in Dänemark nur eingeführt werden, weil die Dänen kurz nach dem Kriege andere Sorgen hatten und daher leicht überrumpelt werden konnten – mit Beihilfe der Presse.

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Sigmar Salzburg
09.02.2010 11.03
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Die „Reform“ ist kein Gesetz!

Rechtschreibung: Auseinander oder zusammen?

Die gesetzlich verordnete Rechtschreibreform [Falsch: Die RSR wurde gerade dadurch ermöglicht, daß das BVerfGer die Einführung ohne Gesetz erlaubte], die durch viele Diskussionen zu einem Reförmchen mutierte, ist inzwischen zu einer Art Selbstbedienungsladen geworden: Mehr oder minder schreibt jeder, wie es ihm gerade vor die Finger kommt. Höchst ärgerlich bei der amtlich verordneten Form des Schreibens war – und da hatte der Erlanger Germanist Theodor Ickler völlig recht –, dass zusammengesetzte Wörter ausnahmslos auseinander geschrieben werden sollten.

Dass dies zu Bedeutungsverwirrungen führte, lässt sich mit ein paar Beispielen mühelos belegen. Wenn jemand in einem Lager die Paletten hoch stapelt, ist er noch lange nicht unter die Hochstapler geraten. Wenn jemand aus vielen kleinen Bausteinen eine Figur ohne Vorlage frei legt, dann hat er noch lange nicht das getan, was Archäologen mit verbuddelten Ruinen tun: freilegen. Und mancher Politiker gibt sich zwar viel versprechend, doch ist er deswegen noch lange nicht vielversprechend....
Nürnberger Zeitung

War es nicht die Nürnberger Zeitung (oder ... Nachrichten?), die sich gleich zu Beginn der Schreibumstellung weigerte, selbst Todesanzeigen in herkömmlicher Rechtschreibung zu drucken?

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Sigmar Salzburg
09.02.2010 10.11
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Ein Lichtblick beim Verfassungsgericht

Wegweisendes Urteil
Verfassungsrichter verlangen Hartz-IV-Revision

Die größte Sozialreform der Bundesrepublik muss drastisch korrigiert werden: Das Bundesverfassungsgericht hat die Hartz-IV-Leistungssätze für völlig falsch berechnet erklärt. …
spiegel.de 9.2.10

Daß auch die Regelsätze der „Rechtschreibreform“ völlig falsch waren und unter Mißbrauch der Schulkinder durchgesetzt werden sollten, hatte die Verfassungsrichter aber nicht gestört. Das entsprechende Urteil war sogar so verschwommen formuliert, daß bei devoten Verwaltungsgerichten nicht einmal eine Richtigstellung eingeklagt werden konnte.

P.S.: Nach der ss-Reform wäre die gg-Reform fällig: Schüler könnten „wegweisend“ und „weggweisend“ verwechseln.

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Sigmar Salzburg
23.01.2010 08.44
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Possenspiel „Reform der Reformen“ in der Schweiz

Übrigens …
[Dr. Alois Grichting]
...wurde am 1. August 2009 die konfuse neue Rechtschreibung, die 13 Jahre lang immer wieder verändert worden war, für die schweizerischen Schulen als bindend erklärt. Unsere Bundeskanzlei hat 2008 in dritter Auflage dazu einen «Leitfaden zur deutschen Rechtschreibung» herausgebracht. Nennen wir ihn «Leitfaden 3». Diese dritte Auflage wurde nötig, weil der «Rat für Rechtschreibung» 2006 vieles von dem rückgängig machte, was in den Jahren zuvor als «Neue Rechtschreibung» gepriesen worden war. So läuft das Possenspiel «Reform der Reformen»: Tat uns einst, reformbedingt, etwas «Leid», so tut es uns nun wieder «leid» – wie es vor der Reform war; was «so genannt» hiess, darf nun wieder «sogenannt» sein usw. Da die Autoren von «Leitfaden 3» nicht erläutern, warum etliche Jahre lang «Leid tun», «so genannt» usw. zu schreiben war, wird die Sache immer dubioser. Die Autoren stellen damit – auf die Vergesslichkeit der Leute hoffend – unehrlich als Neuregelungen vor, was eigentlich Rücknahmen der Reform sind. ...

Die Autoren des «Leitfadens 3» erfüllen leider auch einen Auftrag des Bundesrates nicht, der auf ein Postulat von Nationalrätin Riklin vom 27. September 2004 zurückgeht. Frau Riklin forderte darin, dass «die bisher möglichen Bedeutungsdifferenzierungen durch Zusammen- und Getrenntschreibung erhalten bleiben». Es geschah nichts. Nach dem reformversessenen Schweizer Schülerduden ist ein «wohlbekannter» Schriftsteller dasselbe «wie ein wohl bekannter», «vielversprechend» auch «viel versprechend» usw. Die Autoren von «Leitfaden 3» hätten die Pflicht gehabt, solche falschen Varianten auszuschliessen.

Bemerkenswert ist, dass auch in Österreich 700 Autorinnen und Autoren Eingriffe in die Textgestalt und «orthographische Anpassungen» untersagen. Und auf deutscher Seite kündigt die «Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung», die vor Folgeschäden der Neuregelung warnt, Verbesserungsvorschläge an ...

Walliser Bote 15.12001
(Nur für Abonnenten)

Vollständig bei FDS:
Walliser Bote (n. FDS)

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Sigmar Salzburg
21.12.2009 13.07
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Reformkonfusion

Das Tüpfelchen
Es gibt einen Buchstaben, mit dem haben viele ihre liebe Not: Es ist der Strich mit dem Tüpfelchen drauf, also das „i“.

Sollte man eigentlich nicht meinen, dass dieses kleine Tüpfelchen so seine Schwierigkeiten mit sich bringt, ist aber so – zumindest in den Worten „ihre“ und „ihnen“.
Die kann man nämlich auf zweierlei Weise schreiben: mal groß, mal klein. Groß in der Anrede (Ihre Majestät), so haben wir es gelernt, und klein als „Besitzanzeige“ (Sie kam mit ihrem Hund...).
Der Mensch mag zwar an sich Alternativen. Nur in der Sprache mag er sie nicht. So kommt es immer öfter vor, dass bei Verwendung von „ihr“ und „ihnen“ das Tüpfelchen weg bleibt und sich immer mehr die grundsätzliche Großschreibung durchsetzt.
Gegen eine Vereinheitlichung ist nichts zu sagen, wenn es denn die richtige wäre. Der Duden gibt uns da die Marschroute vor: wenn schon, dann immer klein geschrieben. Dies ist auch bei der Anrede möglich – nach der neuen deutschen Rechtschreibung.
Doch wer kennt sich bei der schon aus, denn die war wahrlich nicht das Tüpfelchen auf dem „i“...
augsburger-allgemeine.de 17.12.09

Wieder ein Reformverwirrter. Wen wundert dann noch, daß häufig als Dativ zu „Sie“ auch in den Zeitungen „ihnen“ geschrieben wird.

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Sigmar Salzburg
14.12.2009 07.03
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Die beiden großen Zeitungen sind sich einig

Ein Irrtum wie die Rechtschreibreform
Ein Kommentar von Thomas Steinfeld

Die Studenten werden auch in Zukunft gegen die Bologna-Reform protestieren. Die Beschlüsse der Kultusminister können daran nichts ändern ...

Für das Verhalten der Bildungspolitiker gibt es ein Muster: die Rechtschreibreform. Auch sie ging auf eine bürokratische Phantasie zurück, auch sie löste heftigen Widerstand aus, und als endlich überdeutlich wurde, dass sie ein Irrtum war, begann ein zähes Zurückweichen, das, in mehreren Etappen, zur weitgehenden Auflösung der Reform führte. In den meisten Veröffentlichungen deutscher Sprache wird heute, abgesehen vom „ss“, wieder so geschrieben, wie das vor fünfzehn Jahren der Fall war. Die Kosten dieses Scheiterns aber waren immens – weil die Politik über diese Reform immer nur politisch verhandeln wollte, also in den Kategorien von Interesse und Durchsetzung, nie aber sachlich, in Form einer Auseinandersetzung über Sprache und Schrift.
sueddeutsche.de – ‎11.12.09‎


Bologna und die Bachelorisierung
So geistvoll wie die Rechtschreibreform
Von Rüdiger Görner

Diese „Vereinfachungen“ in den Studienstrukturen waren so geistvoll wie sonst nur die Rechtschreibreform, die bekanntlich zu einer „Ortogravieh“ geführt hat. Eine Reform der Reform bleibt in beiden Fällen die einzige Lösung, sofern sie nicht zu Verschlimmbesserungen führt. …
faz.net 10.12.09

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Sigmar Salzburg
11.11.2009 18.57
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Reiner Kunze

„Der Mensch ist schief“

Der Dichter Reiner Kunze über Wunder, Bildung, Fische und Poesie


Ruhig, nachdenklich, so wirkt Reiner Kunze. Er wählt jedes Wort bewusst, seine Lippen formen die Laute genau. In der DDR galt der Dichter als politisch, gerade weil er sich auf das Individuelle konzentrierte. 1977 ließ er sich mit seiner Familie ausbürgern und zog nach Passau. Als am Montagabend im Salzstadel ein Film über ihn gezeigt wurde, hat er mit der LZ gesprochen. Dabei erzählte er unter anderem, warum er die Rechtschreibreform ablehnt und was Kois und Poesie gemeinsam haben.

LZ: Herr Kunze, der 9. November ist der Tag des Mauerfalls. Was empfinden Sie?

Reiner Kunze: Dass ich in meinem Leben ein Wunder erlebt habe: Ich habe zwar immer angenommen, dass sich Deutschland wiedervereinigen wird. Aber ich habe nicht geglaubt, es zu erleben.

Die Wiedervereinigung enthält immer noch viel Zündstoff; die Vorurteile scheinen nicht zu schwinden. Was ist da schief gelaufen?

Wenn etwas schief gelaufen ist, dann ist es der Mensch. Die Menschen sind schief. Bis es Gesamtdeutsche gibt, werden noch zwei Generationen vergehen müssen.

Deutschland wird kritisiert, weil sein Bildungssystem angeblich die sozialen Unterschiede zementiert. Sie wurden in der DDR gefördert, gerade weil sie ein Arbeiterkind waren. Wie bewerten Sie die aktuelle Diskussion?

Man kann die Probleme in der Bundesrepublik nicht in Beziehung setzen mit der Förderung von Arbeiterkindern in Ostdeutschland unmittelbar nach dem Krieg. Wir wurden gefördert, um ein riesiges politisches Lügengebäude zu stützen und dem Stalinismus zur Weltherrschaft zu verhelfen. Kinder, deren Väter zur Intelligenz gehörten, wurde die Weiterbildung sehr erschwert oder unmöglich gemacht. Die Schüler und Studenten, die sich jetzt gegen das Bachelor- und Master-System wehren, wehren sich zu Recht. Sie dürfen sicher sein, dass ich nicht der Zementierung sozialer Hürden das Wort rede.

Sie sind ein entschiedener Gegner der Rechtschreibreform. Warum?

Weil sie eine Katastrophe ist! Die Reform ist teilweise eine Rückentwicklung um 200 Jahre. Beispielsweise die Getrennt- und Zusammenschreibung: Ich kann einen Stuhl „richtig stellen“, aber doch kein Missverständnis. Das muss ich „richtigstellen“. „Vor Kurzem“ bedeutet „kürzlich“, nicht „vor dem Kurzen“, also gehört es kleingeschrieben.

Im Rathausfoyer sind Ihre Fotografie japanischer Farbkarpfen ausgestellt. Wie kamen Sie dazu, sich mit ihnen zu beschäftigen?

Ich habe die Koi bei Lesungen in Japan kennengelernt. Da dachte ich noch nicht daran, selbst welche zu haben. Dann wollte meine Frau einen Teich, also habe ich angefangen zu graben. Der Teich wurde immer größer, und dann kamen die Fische.

Was fasziniert Sie so an den Kois?

Dass sie schön sind. Nicht nur der Fisch selbst: Es ist das Zusammenspiel von klarem Wasser, Sonne, Schilf und den Bewegungen der farbigen Fische. Sie leben seit Jahrhunderten mit den Menschen zusammen und kommunizieren mit ihnen. Ich hatte einen Fisch, den konnte ich rufen. Nebenbei: Koi wie die meinigen sind nicht teuer.

Wo wir gerade beim Thema sind: Muss Poesie zuerst schön sein oder etwas aussagen?

Inhalt und Form kann man bei Poesie nicht trennen. Mit Poesie muss man der Welt Welt hinzufügen, sie um Vorstellungen erweitern, die es bisher nicht gegeben hat. Das erfordert ein Maximum an Ausdruck bei einem Minimum an Mitteln.

Das Interview führte Kathrin Geltinger.

Landshuter-Zeitung 11.11.09

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Sigmar Salzburg
19.09.2009 08.05
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Trierer Volksfreund

Die Sprache gehört dem Volk
Wir laden Sie, liebe Leserin, lieber Leser, zum Dialog ein. Sagen Sie uns Ihre Meinung! Das Motto: Leser fragen – die Chefredaktion antwortet.

Klauspeter Bungert aus Trier weist auf einige Rechtschreib-Probleme hin: Die neue Schreibung scheint bei den Korrektoren im TV immer noch zu Verwechslungen zu führen. Besonders aus der Groß- und Klein-, Zusammen- und Getrenntschreibung entstehen zuweilen Kombinationen, die unter sprachlogischen und grammatikalischen Gesichtspunkten fehlerhaft erscheinen.
So setzen Wortpaare wie „Haus gemacht“, „Gott gewollt“, die als Zusammenziehung Eingang ins Sprachbewusstsein gefunden haben, getrennt geschrieben den im Deutschen nicht vorgesehenen lateinischen Kasus des Ablativus absolutus voraus. (Richtig wäre: „von zu Hause gemacht“, „von Gott gewollt“.) Fälschlicherweise groß geschrieben finde ich häufig Adjektive nach der Präposition „am“. Etwa in der Ausgabe vom 5. / 6. September, Seite 23, linke Spalte, dritter Absatz, zweite Zeile: „am Schamlosesten“. Immer wieder anzuführen wäre „am Besten“. Die Großschreibung suggeriert eine Personifizierung: (gehen oder schauen) an einem Menschen entlang, der schamlos ist, (sich messen oder verzweifeln) an einem Menschen, der großartig ist. Bei der Komparation (Steigerung) von Adjektiven (Eigenschaftswörtern) bleibt die Kleinschreibung erhalten: schamlos – schamloser – am schamlosesten.



Lieber Herr Bungert,

vielen Dank für Ihre sachdienlichen Hinweise. Wohl wahr: Das Elend mürbt, die Häufung von Rechtschreib-Fehlern und grammatikalischen Irrtümern in Druck-Erzeugnissen aller Art ist Besorgnis erregend, ähh, besorgniserregend. Schluderei? Mangelnde Kenntnisse? Wenig Sprachgefühl? Mag sein. Eines ist gewiss: Nicht unerheblich zur Fehlerquote trägt die von Amts wegen verordnete allgemeine Verunsicherung bei – getarnt als Rechtschreib-Reform. Und ein Musterbeispiel ist die ewige Frage: getrennt oder zusammen?

Ob wir jemals fertig werden mit der Diskussion? Offiziell gilt die Reform ja als fertiggestellt. Das immerhin haben die Sprachwächter in jahrelanger Bosselei fertigbekommen. Alles sollte einfacher, konsequenter, logischer werden. Nach dem vermeintlich großen Wurf, mit gewaltigem Tamtam im Jahr 1996 vorgestellt, hagelte es Kritik an der Orthografie-Orgie, die sich als irreführend oder, wie einige glaubten, als Irre führend entpuppte. Es folgte die Reform der Reform der Reform – 2004 und 2006 nahm der „Rat für Deutsche Rechtschreibung“ manch lächerliche Änderung von 1996 zurück, packte dafür einige Verschlimmbesserungen hinzu. Mit dem Resultat, dass viele Deutsche nun gar nicht mehr wissen (und es auch gar nicht wissen wollen!), was richtig ist und was falsch, und fertiggemacht werden, nur weil sie es nicht fertigbringen, das fertig gemachte Machwerk korrekt anzuwenden. Die Rechtschreibung sei endgültig unbeherrschbar geworden, meinen Reform-Kritiker. Will sagen: (Fast) niemand kennt sich mehr aus. Nicht Lehrer, nicht Schüler, nicht Journalisten, nicht Lektoren. Die meisten Bürger haben die angeblich Bahn brechende (was ein Unfug!), Grund legende (Quatsch!) Reform ohnehin nie gutgeheißen. Sie schreiben, wie sie es gelernt haben: vor der Reform, nach der Reform. Sich das Neue einzubleuen, hmm, einzubläuen, ist schweißtreibend, meinetwegen auch Schweiß treibend, dann wieder umzukehren, aber nur ein bisschen – fast unmöglich. Erst hüh, dann hott.

Fehler bewusst machen, also absichtlich? Nein, das will niemand. Aber man muss sich bewusstmachen: Für viele Menschen hierzulande (hier zu Lande, igitt) ist die Rechtschreibung ein Greuel, ähh, Gräuel. Zumal wenn dank aufwendiger, mitunter aufwändiger reformerischer Großtaten der Sinn der Wörter, die Bedeutung verloren geht. Sitzenbleiben (in der Schule) oder sitzen bleiben (auf dem Stuhl)? Ein Unterschied, der glücklicherweise seit drei Jahren wieder benannt werden darf!

Der Hickhack wirkt auf manche Furcht einflößend, womöglich auch furchteinflößend. Rat suchend, meist aber ratsuchend wenden sich die Verunsicherten an Sprach-Gurus. Die Regeln müssen genaugenommen werden, sicher. Aber genau genommen gilt in der Praxis: Ob es Staub saugen heißt oder staubsaugen, ob es Bier kalt stellen heißt oder kaltstellen, ist den meisten völlig schnuppe.

Im „Duden“ steht zum Thema „Getrennt- und Zusammenschreibung“: Es kann Fälle geben, die mithilfe der Regelungen nicht eindeutig zu klären sind. Den Schreibenden stehen „gewisse Freiräume für eigene Entscheidungen offen“. Aha.

„Die Sprache gehört dem Volk“, hat der Bundestag im März 1998 beschlossen. Kein Gesetz schreibt den Bürgern vor, wie sie zu schreiben und zu sprechen haben. Erlaubt ist, was gefällt – eigentlich. Damit kein babylonisches Sprachgewirr ausbricht, haben Bund und Länder Vorschriften erlassen, in denen die Rechtschreib-Regeln für Verwaltungen und Schulen verankert sind. Doch was die lieben Kleinen morgens pauken, verdrängen sie nachmittags oft wieder – beim Simsen, Mailen, Chatten, Bloggen, Gruscheln, Twittern. Das Internet? Eine rechtschreibfreie Zone!

P.S.: Wir Volksfreunde orientieren uns an der reformierten Schreibung, bei Variantenwörtern sagt unsere Haus-Orthografie: „klassisch“. Eine Dokumentation finden Sie auf http://www.die-nachrichtenagenturen.de im Netz. – Schönes Wochenende!

Peter Reinhart, stellvertretender Chefredakteur

Lob, Kritik, Anregungen?

http://www.volksfreund.de/nachrichten/meinung/leserbriefe/Leserbriefe;art8042,2203453

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Sigmar Salzburg
12.09.2009 13.36
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Die „richtige“ Erziehung ist selbstbewusst

Von Silvia Seimetz RECKLINGHAUSEN/OE. Diese Frau hält mit ihrer Meinung nicht hinterm Berg. Und wenn es um Kinder geht, redet sie sich schnell „in Rage“. Darum ist Regine Schwarzhoff, Vorsitzende des Elternvereins NRW, oft Gast in Talkshows. Am Donnerstag, 17. September, spricht die Recklinghäuserin im Willy-Brandt-Haus über ihre Ideen von „richtiger“ Erziehung.

Auf Einladung der Buchhandlung Winkelmann und der Volkshochschule RE stellt sie ihr erstes Buch vor. Der Titel: „Kinder brauchen starke Eltern. Das Mutmach-Buch für eine selbstbewußte Erziehung“. „Für die alte Schreibweise auf dem Titel habe ich hart gekämpft“, sagt Regine Schwarzhoff. Denn die Rechtschreibreform ist für die dreifache Mutter barer Unsinn: „Deswegen machen Schüler mehr Fehler.“ …

Recklinghäuser Zeitung 11.9.09

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Sigmar Salzburg
27.06.2009 18.24
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IDS – aktuelle Geisteszustandsmeldung

Nachrichten: Reutlingen

Weil out sein in sein kann

Kurzweiliger Abend über richtiges Schreiben und provozierendes Sprechen
Die Rechtschreibreform erregt die Gemüter. Der Linguist Ludwig Eichinger ist gegen mehr Normierung und für gelassene Beobachtung. Beim 79. Zeitgespräch am Donnerstag im Spitalhof erläuterte er kurzweilig, wie alles kam. Und wie wird‘s? Schlechter nicht, aber anders.


[Bild]

Ludwig Maximilian Eichinger, der entspannte Sprachbeobachter. Bild: Haas

Reutlingen. Ein Spaziergang durch die Sprache sollte es werden, sagte Ulla Heinemann zur Einleitung. Die Rektorin der Tübinger Albert-Schweitzer-Realschule befragte zusammen mit dem Pädagogik-Professor Norbert Vogel den Gast der katholischen Erwachsenenbildung.

„Die Leute meinen ja, sie hätten früher alles richtig geschrieben.“ Nach der halben Zurücknahme der Rechtschreibreform ist die Verunsicherung groß, weil Varianten zugelassen sind. Auch wenn eine IT-Firma in Seattle verlange, eine bevorzugte Variante zu definieren, beschränke man sich hauptsächlich darauf, die Sprachentwicklung zu dokumentieren.

Der Bayer Ludwig M. (für Maximilian) Eichinger ist erst seit 2002 Direktor des Instituts für Deutsche Sprache in Mannheim. …

Schwäbisches Tagblatt 27.6.09

Ergänzt sei hier eine noch aufschlußreichere Darstellung aus dem Reutlinger General-Anzeiger:

Sprache – Das Dialekt sprechende Kind vom Lande als Direktor des Instituts für deutsche Sprache in Mannheim. Ludwig Eichinger Gast der »Zeitgespräche«

»Ganz schlecht ist schlecht«

VON HOLGER DAHLHELM

REUTLINGEN. »Wir sind ja auch zuständig für die Rechtschreibreform. Ich gestehe es.« Das Geständnis kommt ihm leicht über die Lippen, und Ludwig Eichinger schmunzelt dabei. Doch der Direktor des Instituts für deutsche Sprache (Mannheim) verteidigt die neuen Regeln trotzdem vehement: Was Duden und andere dem Volk vor hundert Jahren verordnet hätten, das sei einfach nicht mehr tragbar gewesen. [Unglaubliche Narretei!] Ist das heute gültige Regelwerk tragbar?


[Bild]
Ist die Sprache noch zu retten? Ludwig Eichinger, Ulla Heinemann.
GEA-FOTO: HD

Na ja: Es ist erträglich, erfuhren die fünfzig Zuhörer des jüngsten »Zeitgespräches«, zu dem Katholische Erwachsenen-Bildung und Stadt den Sprach- und Dialektforscher in den Spitalhof eingeladen hatten, wo ihn Ulla Heinemann (Realschulrektorin) und Nobert Vogel (Professor der Erziehungswissenschaften, beide Tübingen) nach allen Regeln der Fragekunst verhörten: Ist Deutsch noch zu retten? Oder bringen Denglisch, Jugendslang, SMS & Co. die Sprache vollends um?

Die Antwort des Niederbayern, der sich als »Dialekt sprechendes Kind vom Lande« unter Jugendlichen aus anderen Regionen einst fühlte »wie ein Tier im Zoo«: Keine Bange, die Sprache wird überleben, auch wenn sie sich verändert. Aber zur internationalen Verständigung ist Englisch unumgänglich, und »dagegen sollte man vernünftigerweise nicht kämpfen«. Und die englischen Brocken, von Meeting bis »Coffee to go«? »Was es gibt, das braucht es«, bleibt Eichinger gelassen, findet allerdings die Ausdrucksweise (vor allem der Werbeleute) »manchmal schrecklich albern«.

Tut mir Leid? Tut ihm leid, »das war ein echter Fehler« bei der Rechtschreibreform. Aber Gämse oder Gemse, Stängel oder Stengel? Für Ludwig Eichinger ist, was viele – auch Reutlinger – nervt, offenbar gar nicht so wichtig: »Bären oder Beeren, die meisten hören den Unterschied doch gar nicht«, aber die Deutschen müssten sich eben auf die eine oder andere Schreibweise einigen.

Und die muss halt lernen, wer Deutsch schreiben will. Ein paar Fehler lasse man ja jedem durchgehen, aber »ganz schlechte Rechtschreibung ist auch schlecht«. (GEA)

Reutlinger General-Anzeiger 27.6.09


Eichinger ist im Norden nicht unbekannt. In der heißen Zeit des Volksentscheids war er an der Kieler Uni tätig, ohne besonders aufzufallen. Er wird dort als inkonsequent und anpassungsbereit beschrieben, also wohl als der richtige Mann, die „Reform“ am IDS zu fördern.

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Sigmar Salzburg
19.06.2009 19.55
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IDS-Aktivitäten

Institut für Deutsche Sprache und Universität Mannheim präsentieren Studie über Einstellungen zur Sprache

Man spricht deutsch – und das gerne

Die große Mehrheit der Deutschen schätzt die deutsche Sprache. Dieses Ergebnis einer repräsentativen Umfrage lässt sich klar benennen ...

[Kein Wunder: Die meisten haben gar keine andere Wahl.]

Steigendes Interesse

Ein signifikant gestiegenes Interesse an Fragen der Sprache ist zu registrieren. Sagten vor zehn Jahren nur 13 Prozent der Befragten, sie interessierten sich stark oder sehr stark für Fragen der Sprache, so sind es jetzt 35 Prozent. IDS-Direktor Ludwig Eichinger erklärt den Zuwachs mit den öffentlichen Diskussionen über Rechtschreibreform ...
Morgenweb.de 18.6.09

[ Das hatten wir schon mal:
Hans Zehetmair in der F.A.Z. v. 1.8.2003:
„Etwas sehr Erfreuliches und aus meiner Sicht auch ziemlich Unverhofftes hat die Rechtschreibreform ganz sicher mit sich gebracht: die intensive, ja bisweilen leidenschaftlich geführte Auseinandersetzung mit der deutschen Sprache und ihrer Orthographie. Wer hätte das den Deutschen zugetraut?...

Dazu bemerkte Dr. Gerhard Eber in einem Leserbrief in der F.A.Z. v. 6.8.03:
„Die Freude darüber, daß die Rechtschreibreform zu einer intensiveren Beschäftigung mit der deutschen Sprache geführt habe, gleicht der Freude eines Museumswärters darüber, daß ein Verrückter Salzsäure über ein Rubens-Bild geschüttet hat, weil man sich nun doch immerhin intensiver mit Rubens beschäftige.“

Tatsächlich wurde das Rubens-Bild „Höllensturz der Verdammten“ 1959 in der Münchener Pinakothek von einem Psychopathen schwer beschädigt. Die Spuren sind noch heute sichtbar.
]

Übrigens:
Mannheimer Morgen Großdruckerei und Verlag GmbH
Dudenstraße 12-26, 68167 Mannheim

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