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Rechtschreibreform und Gruppendynamik
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Sigmar Salzburg
20.03.2010 10.59
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Die „Reform“ – ein Großexperiment nach Milgram

[Wikipedia:]

Das Milgram-Experiment ist ein erstmals 1961 in New Haven durchgeführtes psychologisches Experiment, das von dem Psychologen Stanley Milgram entwickelt wurde, um die Bereitschaft durchschnittlicher Personen zu testen, autoritären Anweisungen auch dann Folge zu leisten, wenn sie in direktem Widerspruch zu ihrem Gewissen stehen.
[…]
Der Versuch bestand darin, dass der „Lehrer“ dem „Schüler“ bei Fehlern in der Zusammensetzung von Wortpaaren jeweils einen elektrischen Schlag versetzte. Dabei wurde die Spannung nach jedem Fehler um 15 Volt erhöht. In Wirklichkeit erlebte der Schauspieler keine elektrischen Schläge, sondern reagierte nach einem vorher bestimmten Schema, abhängig von der eingestellten Spannung. Erreichte die Spannung beispielsweise 150 Volt, verlangte der Schauspieler, von seinem Stuhl losgebunden zu werden, da er die Schmerzen nicht mehr aushalte. Dagegen forderte der dabei sitzende Experimentator, dass der Versuch zum Nutzen der Wissenschaft fortgeführt werden müsse. […]
Satz 1: „Bitte, fahren Sie fort!“ Oder: „Bitte machen Sie weiter!“
Satz 2: „Das Experiment erfordert, dass Sie weitermachen!“
Satz 3: „Sie müssen unbedingt weitermachen!“
Satz 4: „Sie haben keine Wahl, Sie müssen weitermachen!“
Es gab noch weitere Standardsätze in antizipierten Verlaufssituationen: Wenn die Versuchsperson fragte, ob der „Schüler“ einen permanenten physischen Schaden davontragen könne, sagte der Versuchsleiter: „Auch wenn die Schocks schmerzvoll sein mögen, das „Gewebe“ (tissue) wird keinen dauerhaften Schaden davontragen, also machen Sie bitte weiter!“ Auf die Aussage des „Lehrers“, der „Schüler“ wolle nicht weitermachen, wurde standardmäßig geantwortet: „Ob es dem Schüler gefällt oder nicht, Sie müssen weitermachen, bis er alle Wörterpaare korrekt gelernt hat. Also bitte machen Sie weiter!“ Wenn nach der Verantwortung gefragt wurde, sagte der Versuchsleiter, er übernehme die Verantwortung für alles, was passiert. Die Versuchsperson reagierte auf die Stromschläge mit auf Band aufgenommenen Schmerzensäußerungen.

Ähneln die stereotypen Statements des „Versuchsleiters“ nicht ungemein dem, was die Kultusminister und ihre Konferenz, ja die meisten Politiker, in den letzten zwanzig Jahren so von sich gegeben haben? Daß die „Reform“ unumkehrbar sei? Daß man immer weitermachen müsse, bis das Volk die neuen Wörter gelernt habe? Das weder die Demokratie noch die Kultur Schaden nehmen würde? Und ähnelt die dienstbeflissene Mitmacherei nicht dem Verhalten, oft wider besseres Wissen, all der kleinen Bürokraten an den Schalthebeln von Politik und Kulturbetrieb? Und hatten wir nicht die Erfahrung mit ähnlichem weit Schlimmerem?

An dieses Experiment dachte ich, als ich am 19.08.1999 für die Bürgerinitiative an Volker Rühe, den zur Beihilfe bei der Liquidierung des Volksentscheids entschlossenen CDU-Kandidaten, schrieb:


Sehr geehrter Herr Rühe,

vor längerer Zeit wurden von Psychologen Tests durchgeführt zur Erkundung der Widerstandsfähigkeit von Normalbürgern gegen Verführungen, an Mißhandlungen von Menschen teilzunehmen. Die Probanden mußten für „wissenschaftlich notwendige, aber völlig harmlose“ Experimente Patienten, die im Nachbarraum angeschnallt waren, per Knopfdruck vermeintlich unter Elektroschocks setzen, wobei deren (simulierte) Schreie nach draußen übertragen wurden. Den meisten Versuchspersonen kamen Bedenken wegen ihrer Tätigkeit erst sehr spät oder überhaupt nicht.

Die „Rechtschreibreform“ mit ihren antidemokratischen Begleitumständen ist ein ähnlicher Test für die Widerstandskraft der Politiker und Medienmächtigen gegen die Versuchung, an Mißhandlungen der Demokratie teilzunehmen. Leider ist er mit Kosten bis zu 50 Milliarden DM recht teuer.
Sie, sehr geehrter Herr Rühe, haben soeben diesen Test nicht bestanden!

Eine Antwort habe ich von Herrn Rühe natürlich nie erhalten. In Wahlkampfveranstaltungen beklagte er sich aber über Beschimpfungen, denen er ausgesetzt sei.


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Sigmar Salzburg
11.10.2009 18.37
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Unnötige Reformhysterie

Oper Leipzig zum Wendejubiläum mit 35 Jahre altem Werk:
Die Revolution frisst ihre Kinder


Selbstständig denken“ würde es nach der heutigen Rechtschreibung heißen müssen an der Fassade des Opernhauses, der Losung in der Handlung und den roten Zetteln im Programmheft, doch in Leipzigs Oper verharrt man beim früheren Duden und spart zwei Buchstaben….
20 Jahre nach 1989, … kommt auch Luigi Nonos „Unter der großen Sonne von Liebe beladen“, uraufgeführt 1975 in der Mailänder Scala auf den Spielplan des Leipziger Opernhauses. …
Leipziger Internet-Zeitung 10.10.09

„Selbständig“ ist auch gemäß der „Reform“ noch richtig, aber ohne Dumm-Duden-Empfehlung.

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Sigmar Salzburg
10.07.2008 05.40
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Umfaller unter sich

Martin Walser sagte laut Spiegel vom 14.10.1996, Seite 270:
„Rau“ statt „rauh“ werde ich nie schreiben. Dem „Hass“ tut die Verschärfung gut.

spiegel.de 14.10.1996

In seinem letzten Werk liest man nun:
„Da heute das Wetter rau genug war …“ (S. 131)

Anders als die FAZ hat er also noch nicht einmal solchen bescheidenen Restwiderstand wahrgemacht. Umfaller Walser hat dem Umfallerblatt den Vorabdruck seines Goethe-Romans sehr erleichtert. Ob dort das fehlende „h“ wieder hineinkorrigiert wurde?

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Sigmar Salzburg
22.01.2008 17.25
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... warum machen das Viele?

das Lustkomma
Opinio – 17. Jan. 2008
Seit der Rechtschreibreform wissen Viele nicht mehr, wie und wann und warum sie Kommas setzen sollen. Sogar meine Freundin, eine alte Deutschlehrerin, ...

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Norbert Lindenthal
07.07.2006 07.39
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Anläßlich der Zensur im Forum der Nürnberger Nachrichten

Das Thema Zensur spielt auch bei uns Reformgegnern hier auf diesen Seiten eine wichtige Rolle, die unrühmlich ist. Neu möchte ich allen Besuchern mitteilen, daß ich seit dem Vergleich im Flensburger Landgericht die Möglichkeit habe, mehr Freiheiten für die Nutzer zu verteidigen.

Darüber hinaus wünschenswerte notwendige technische Verbesserungen sind hier schon überlegt und beschrieben worden.

Wenn ich könnte, würde ich jede Löschung in Hintergrundkopien auffangen und eine redaktionell einstellbare Zeitsperre einrichten, die nur auf das Foyer für unbedarfte Besucher zum Tragen käme.

Wenn also jemand „für uns selbst“ neuen Mut schöpfen sollte …
__________________
Norbert Lindenthal

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Calva Dos
01.05.2005 14.44
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Re: Die Rechtschreibreformgegner sollten es nicht übertreiben!

Zitat:
Ursprünglich eingetragen von Doris Ahnen
Goethe-Institut in Togo in Brand gesteckt
Mehrere Vermummte stürmten in der Nacht zum Freitag das Gebäude, schossen auf Sicherheitskräfte und setzten die Bibliothek in Brand. Verletzt wurde niemand. Das erst vor einem halben Jahr renovierte Goethe-Institut brannte im Untergeschoss völlig aus. Der Schaden wird auf 300 000 Euro geschätzt.


Wenn der Hintergrund dieser Tat die Rechtschreibreform gewesen wäre, so hätten vermutlich eher die Reformbetreiber- und Reformbetreiberinnen die Finger im Spiel. Warum ? Ganz einfach: Der jetzt vernichtete Bücherberg dürfte zu einem großen Teil noch aus alten Werken mit "überholter“ Rechtschreibung bestehen, die Neuanschaffungen, die Joschka Fischer und Heidemarie Wiczorek-Zeul demnächst feierlich übergeben werden, dürften sämtlichst in „progressiver“ Schreibung sein ..

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Doris Ahnen
01.05.2005 12.54
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Die Rechtschreibreformgegner sollten es nicht übertreiben!

Goethe-Institut in Togo in Brand gesteckt
Mehrere Vermummte stürmten in der Nacht zum Freitag das Gebäude, schossen auf Sicherheitskräfte und setzten die Bibliothek in Brand. Verletzt wurde niemand. Das erst vor einem halben Jahr renovierte Goethe-Institut brannte im Untergeschoss völlig aus. Der Schaden wird auf 300 000 Euro geschätzt.

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Sigmar Salzburg
29.04.2005 20.49
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...affig-tiert

Stefanie Samland
29.04.2005

Fallorientiertes Lernbuch
Eine Rezension zu:
Hans-Joachim Schütz / Thomas Bruha / Doris König
Casebook Europarecht
1. Auflage

C.H. Beck, München 2004, 1.374 Seiten, 32,80 €
ISBN 3-406-52222-X

http://www.beck.de

Bei dem Titel „Casebook Europarecht“ mag mancher vermuten, eine Entscheidungssammlung wie die „Entscheidungen des EuGH“ aus dem Verlag UTB vorzufinden. Die Verfasser der Reihe der Casebooks im Beck-Verlag verfolgen jedoch ein anderes Konzept – das vorliegende Werk wird im Vorwort „fallorientiertes Lernbuch“ genannt.
[…]
Die lehrbuchartigen Erläuterungen sind durchweg kurz gehalten, auf Fußnoten wurde komplett verzichtet. Einzelne Nachweise auf Literaturfundstellen sind im Text enthalten bzw. den Kapitel vorangestellt worden. Die Namen der Entscheidungen sowie zentrale Aussagen sind im Fettdruck hervorgehoben. Etwas befremdlich liest sich die noch verwendete alte Rechtschreibung.[…]

http://www.jurawelt.com/artikel/10186

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Michael Krutzke
10.03.2004 18.42
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Bildungslücke ...

Gerade wurde ich darauf aufmerksam gemacht, daß meine Lesart des „Idötzchens“ auf einer Bildungslücke meinerseits beruhte und nicht auf einem Schreibfehler des Beiträgers. Daß ich dem in einem belehrenden Ton geschriebenen Beitrag mit meiner Deutung dieses mir unbekannten Wortes eine beleidigende Absicht unterstellt habe, tut mir leid.

Idötzchen (oder auch I-Dötzchen) heißt Erstkläßler ... man lernt nie aus.
(Mit Google wär das nicht passiert ...) :-)

__________________
Michael Krutzke

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Detlef Lindenthal
09.03.2004 14.52
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Schule als Revier

Lieber Herr Krutzke,

auch mir war damals dieser Beitrag aufgefallen. Aus zwei Gründen möchte ich unseren Freund Kukulies in Schutz nehmen und mich Ihrer Kritik nicht anschließen:
Zum einen kann ich Herrn Kukulies’ Befinden gut nachfühlen: Von ihm wird in Beruf und Forumtechnik große Genauigkeit erwartet, und da wünscht er sich gleiches von Neuforisten. Das finde ich in Ordnung.
Zum anderen übernimmt Herr Kukulies nur die Rolle, die jeder Lehrer, Lehrherr oder Vater übernehmen muß, will er nicht Gefahr laufen, daß später mit Recht unserer Generation das große Versagen vorgeworfen wird.

In diesem Zusammenhang werde ich nachdenklich:
Wie kommt das eigentlich, daß unsere Schullehrer alles andere als zimperlich sind, unseren Kindern Wissen ebenso wie Unsinn überzustülpen, die Eltern aus der Schule wegzubeißen, Kindern Haschisch mitzubringen, sich gegenseitig zu decken? Und daß sie sich oftmals keinen Deut um Stimmigkeit bemühen (Beispiele: Wörterverbote, Urknall (Kosmologie))?
Will sagen: Von Lehrern nimmt „die Mehrheit“ Umgangsformen und Bevormundung als normal hin, die hier im Forum leicht beanstandet würden. (Vielleicht liegt es an meinem Pädagogenberuf und an meinem Vaterberuf, daß ich mich hier nicht ducke.)

Betr. Wörter und Sprachpflege:
Mit der Sprache ist das so wie beim Bau eines Hauses: So, wie ich beide in 5 oder 15 Jahren haben will, muß ich sie jetzt planen.
Eine Sprachakademie könnte ein Forum für gute Vorschläge sein und könnte Planungen und Unterricht begleiten.

Die TrueType-Technik stammt übrigens aus dem Hause Apple; ich verwende TT-Zeichensätze, seit es sie gibt; sie sind ebensogut wie PostScript-Schriften. Vielleicht macht TT Kummer erst in Verbindung mit M$?

Gruß,
__________________
Detlef Lindenthal

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Michael Krutzke
09.03.2004 11.44
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Zu: Sprachdynamik und Reviermarken

Lieber Herr Lindenthal,

zugegeben – das Wort „Idiötchen“ ist meine Auslegung von etwas, das offensichtlich ein Schreibfehler war. Die Quelle finden Sie hier: http://rechtschreibreform.de/php/einzelner_Datensatz.php?BeitragNr=20494. Vielleicht stimmen Sie mir zu, daß man darin einen Willkommensgruß der ganz besonderen – und bestimmt sehr überzeugenden – Art sehen kann. (Ihr eigener Anspruch an die Qualität einer Antwort auf die dem Strang zugrundeliegenden Frage – einen Beitrag vorher – war im übrigen ein deutlich anderer.)

Zum (DV-) Fachwortschatz.
Als jemand, der in der EDV-Branche arbeitet, komme ich täglich mit diesem Wortschatz in Berührung. Bei dem, was ich gelegentlich zu (be)schreiben habe, ist es mir vor allem wichtig, verstanden zu werden. Und wenn sich dafür ein mir nicht genehmes, aber sehr gebräuchliches Wort aus dem Fachwortschatz bestens eignet, benutze ich es. Manchmal liefere ich zunächst eine Erklärung des zugrundeliegenden Sachverhalts und bringe das Fachwort zum Schluß. Nach meiner Erfahrung halten sich viele ganz gern an die gebräuchliche Bezeichnung, selbst wenn ihnen direkte Übersetzung und Aussprache nicht geläufig sind. Was an Benutzung fremder Wörter im Alltagsgebrauch angemessen ist, wird man kaum allgemeingültig festlegen können, jeder mag da seine persönliche Schmerzgrenze haben. Wer nicht mehr in der Lage ist, sich aus einem Fachwortschatz (ebenso Fremd- und Modewortschatz) zu lösen, amüsiert mich in gleicher Weise wie jemand, der meint, alles eindeutschen zu müssen.

Ich weiß sehr wohl, daß Ihre Abneigung gegen Produkte aus dem Hause Microsoft gerade in der Druckbranche (da sind Sie doch tätig?) verbreitet ist – aus gutem Grund. (Ich selbst habe im Moment massiven Ärger mit der Windows-Version eines bekannten Layout-Programms.) Ein Druckereibesitzer, der gerade einen Auftrag von mir bekam, bezeichnete True-Type-Fonts stellvertretend für so manches Microsoft-/Windows-Produkt als „eine Geißel Gottes für die Druckereien“. (*) Aber er müsse halt irgendwie damit klarkommen. So ist es. Da reibt man sich zwangsläufig, verlernt auch das Fluchen nicht, und wer kann, sucht sich Alternativen. Aber das führt nun eindeutig vom Thema weg, also schließe ich


mit freundlichen Grüßen an die Küste

Michael Krutzke


(*) Das können wir gern um die „Rechtschreibhilfe“ für die Kultursprache erweitern und Gott meinetwegen außen vor lassen.

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gestur
09.03.2004 08.31
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cache [käsch] und cash [käsch]

sind Homophone (gleichklingende Wörter) und daher beim Hören verwechselbar.
cache = unterirdisches Depot, geheimes Lager;
to cache = verbergen;

cash = Bargeld, Kasse;
to cash = einkassieren, einlösen;

„Cache-Speicher“ ist folglich eine Doppelbezeichnung: beide Teilwörter bedeuten dasselbe.
(Vorbilder dafür gibt es in west- und mitteleuropäischen geographischen Namen, wo vielfach an den vor-indogermanischen Namen der indogermanische Name angehängt wurde, wobei beide dasselbe bedeuten.)

In der Bedeutung, die „cache“ in der Rechnertechnik hat, sieht es nach „falschem Freund“ aus.

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Detlef Lindenthal
09.03.2004 06.17
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Sprachdynamik und Reviermarken

Lieber Herr Krutzke,

von Ihrem hübschen Ausdruck
>>Fernbelehrungsinstitut zum rechtschaffenen Umgang mit dem Gänsefuß<<
und von der
>>Lektion in Sachen Handwerkerehre<<
kann ich durchaus mit gewesenen Erörterungen rückverbinden. Aber worauf mag sich das
>>Idiötchen der Jahrgänge 1996 bis 2003<<
beziehen?

(Übrigens bin ich nach wie vor der Meinung, daß zu einer Kultursprache und zur Allgemeinbildung auch eine gute Zeichensetzung gehört, und deshalb haue ich auf die William-(“Bill”)-Gates-Dummschreibung drauf, wo immer ich sie finde und es mir passend erscheint; hat Gates doch selbst schuld, wenn er Pfusch zur Firmenphilosophie erhebt.)

Zur Wörter-Neubildung:
In unserer schnellebigen, schnellentwickelnden Zeit werden viele neue Inhalte und Begriffe geschaffen, und für diese werden zur Verständigung Wörter gebraucht. Manchmal haben sich dafür Abkürzungen durchgesetzt: TÜV, EDV, LKW, Radar, PISA;
manchmal wird ein Fachwort aus einer anderen Sprache geholt: zum Beispiel cache, font oder mouse.
Das mouse allerdings hat es bei uns nie gegeben, denn es hat sich sofort zur Maus verweiblicht, das font ist nur teilweise gebräuchlich und teilt sich den Sprachraum mit Zeichensatz (welcher insofern eine glückliche Wahl ist, als dies Wort auch einem Anfänger schon mit einmaligem Lesen in etwa verständlich sein kann).
Der Lernaufwand für cache ist viel höher als für ein passendes deutsches Wort. Dafür wäre z.B. Speicher zu allgemein und würde sich mit (bei Rechnerabschaltung flüchtigem) Arbeitsspeicher und (beständigem, langsamerem) Massenspeicher stören, also liegt es auf der Hand, nach einem einschränkenden Wortzusatz zu suchen: Nahholspeicher, Nahspeicher, Vorspeicher; auch Zwischenspeicher war erwogen worden.

Zwischenbetrachtung: Das Ding könnte meinethalben auch Meyer-Speicher heißen (wie bei Dieselmotor oder Geiger-Müller-Zählrohr und Geigerzähler); die Wortteile ...motor, ...zähler oder ... speicher geben dem Neuleser eine ungefähre Einordnung, was diese Begriffe bedeuten können, und erleichtern ihm das Lernen.

Darüber hinaus haben wir für unseren neuen ...speicher alle Freiheit, ein sinnfälliges Vorderteil zu wählen, aber, so meine ich, dieses braucht sich in Sachen Paßgenauigkeit nicht übermäßig zu rechtfertigen; für den Neuleser wird das mit ...speicher gebildete Wort allemal leichter verständlich als cache, denn letzteres Wort müßte a.) erst (vergeblich) im Bedeutungenwörterbuch nachgeschlagen und b.) aussprachemäßig beherrscht werden. (Duden _21 und _22 enthalten es nicht; Ickler verzeichnet es mit der Erläuterung Zwischenspeicher; Aussprache ist nicht angegeben.)
(In meinem Wörterbuch werde ich dafür mal Vorspeicher oder eher wohl Nahspeicher versuchen.)

Und damit auf dem langen Weg durch die Sprachpflege-Instanzen die Verständigung mit den Fachleuten nicht leidet, kann das neue Wort dann so verwendet werden: Nahspeicher (cache).
__________________
Detlef Lindenthal

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Michael Krutzke
08.03.2004 16.58
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Eine Betrachtung von außen ...

Als jemand, der hier ziemlich regelmäßig mitliest, werde ich mich natürlich mit Kritik an jenen zurückhalten, die hier die Arbeit machen; der von mir sehr geschätzte Herr Wrase ist einer von ihnen, sein Widerpart Herr Lachenmann ebenfalls. Auch maße ich mir nicht an, der Moderation Ratschläge zu erteilen, wie sie mit „Störern“ umgehen sollte.

Löschung von Beiträgen, die dem Zweck des Forums zuwiderlaufen? Warum nicht, denn wenn Störungen eine Art „kritische Masse“ (Qualität einzelner und/oder Menge vieler Beiträge) gebildet haben, werden tatsächlich Besucher abgeschreckt – egal ob neue oder alte. Allerdings fragt sich der (wohlwollende) Beobachter immer, ob eine Löschung zweckmäßig ist, ob sie die "Überzeugungskraft“ des Forums und seiner Betreiber in der Sache stärkt und ob es auch andere, wirksame Mittel gibt.

Eines zahlt sich immer aus: Gelassenheit. Aber bitte nicht verwechseln mit „Laisser-faire“! Stänkerern geht in aller Regel rasch die Luft aus, wenn sie ins Leere laufen. Beiträger, die ursprünglich gar nicht auf Störungen aus sind, deren Benehmen im Konfliktfall aber zu wünschen übrig läßt, werden sich auch bald zurückziehen. Krawallmacher sollten natürlich – in aller Gelassenheit – vor die Tür gesetzt werden, einmal gab es das hier ja schon.

Auf die Probe gestellt werden (meine) Gelassenheit und Ruhe aber viel eher bei dem, was Herr Lachenmann dankenswerterweise auch angesprochen hat und wogegen er sich (neben anderen) auch immer mal wieder zu Wort gemeldet hat: „Heimseitige“ Defizite im Umgang mit Besuchern dieser „Heimseite“. Da wähnt man sich schon mal in einem Fernbelehrungsinstitut zum rechtschaffenen Umgang mit dem Gänsefuß, lernt „Idiötchen der Jahrgänge 1996 bis 2003“ kennen, denen die bewährte Rechtschreibung vorenthalten wurde, bekommt auch mal eine Lektion in Sachen Handwerkerehre und erfährt schließlich etwas über „Nahholspeicher“ ... offenbar geeignet zur Vertreibung der angloamerikanischen Besatzer der DV-Fachsprache. (Aber das ist ein anderes Thema.) „Willkommen auf den Seiten für Rechtschreibung“ ... und Rechthabung, ist man dann versucht zu ergänzen.

Herr Lachenmann nannte Beispiele von Handlungsweisen, die nur die Handelnden selbst befriedigen konnten – um es mal so auszudrücken. Die Wirkung auf Außenstehende: mindestens peinlich und in keinem Fall überzeugend! Um den gleichen Negativeindruck zu erzielen, müßten sich „salz“, „störer“ und wie sie alle heißen mögen noch mächtig ins Zeug legen.

In diesem ganzen Zusammenhang sind auch „margels“ Anmerkungen zu „nahezu geschlossenen Benutzerkreisen“ in seinem „Marktplatz“-Beitrag bedenkenswert. Seinen Ausführungen kann ich durchaus folgen.

Zum Schluß. Wenn ich mir ansehe, mit welcher Ernsthaftigkeit und welchem Erfolg sich der hier angesprochene Herr Wagner seit Jahren durch einen schwierigen sprachwissenschaftlichen Stoff hindurcharbeitet, von welch hoher Qualität seine Beiträge sind und wie vorbildlich sachlich seine Argumentation, dann sehe ich ihn – lieber Herr Wrase – ganz zuallererst bei „Leuten“, deren zähe Überzeugungsarbeit zu der von Herrn Lachenmann zitierten Schlagzeile geführt hat – also zu dem Kreis, in dem auch Sie engagiert mitwirken. „Leute“ die den von Ihnen kritisierten Umgang mit Störern pflegen und empfehlen, kann ich hier eigentlich nicht so recht ausmachen – oder habe ich etwas nicht richtig mitbekommen?


Mit freundlichen – und gelassenen – Grüßen aus Bremen
__________________
Michael Krutzke

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Wolfgang Wrase
08.03.2004 08.19
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Zustimmung und Klärungsversuch

Zitat:
Ursprünglich eingetragen von Walter Lachenmann
Zitat:
In der Sache, ob man unliebsame und unqualifizierete Beiträge, insbesondere wenn sie deutlich nur mit der Absicht des Störens verbunden sind, löscht oder duldet, gibt es für beide Positionen einleuchtende Gründe.[1] ... in einem ganz anderen Zusammenhang ... ganz anders zu bewerten ... einen anderen Gesinnungshintergrund ...[2]


[1] Lieber Herr Lachenmann, Zustimmung!
[2] Natürlich gibt es bei Vergleichen Unterschiede. Immer. Aufschlußreich ist es aber nicht, Parallelen pauschal mit dem Hinweis zu entwerten, daß es auch Unterschiede gebe. Gleich und interessant ist: In beiden Fällen gibt es eine mutwillige Störung der Kommunikation zu Lasten der Gemeinschaft. In beiden Fällen gibt es Leute, die sich nicht gegen die Störung wehren wollen, die sogar dazu aufrufen, die Störer sorgsam zu behandeln bzw. sich auf die Störung engagiert einzulassen, und mit vermeintlich gutem Beispiel vorangehen. In beiden Fällen läuft es stets darauf hinaus, daß es Mühe, Ärger, Ineffizienz gibt. Es werden dieselben Argumente gegen jene andere Partei vorgebracht, die Werte wie Effizienz, Leserfreundlichkeit, Qualität und Attraktivität schützen wollen. Und – auch wenn es Herrn Lachenmann nicht gleich einleuchtet: Es steckt meiner Meinung nach dieselbe „korrekte“ deutsche Gesinnung dahinter. Nämlich: Man läßt bis zum Überdruß jeden *** mit sich machen, einfach weil man meint, damit auf der korrekten oder korrekteren Seite zu stehen. Man traut sich nicht, sich gegen etwas zu wehren, obwohl man es selbst als Belästigung und Zumutung empfindet. In der Not versucht man dieses unterwürfige Verhalten mit edlen Motiven zu erklären und wehrt sich gegen andere, die die Zumutung abschaffen wollen. – Ist das nicht aufschlußreich? Könnte diese Darstellung nicht eine geistige Herausforderung sein, wie sie angeblich von neuen Besuchern erhofft wird, oft vergebens?

Das falsche Verständnis besteht vor allem darin, lieber Herr Lachenmann, daß Sie meinen, ich wolle mit ideologischen Keulen arbeiten (wie Sie es aus anderen Zusammenhängen kennen), und im besonderen, der Vergleich mit Reformverteidigern sei eine schwere Beleidigung. Beides ist nicht richtig. Die Reformverteidiger sind meines Erachtens ganz normale Mitbürger, an ihnen ist nichts Schlechtes oder ideologisch Verwerfliches. Sie sind wie wir. Zum Beispiel wollen sie sich korrekt verhalten, und sie sind sehr geduldig. Nur sind sie im Bereich Rechtschreibung nicht so sensibel und auch nicht so informiert wie wir. Und daran werden wir wohl wenig ändern können. Ich finde, das sollte man bedenken.

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Alle Zeiten sind MEZ    Dieser Faden ist 8 Seiten lang:    1  2   3  4  5  6  7  8  Neuen Faden beginnen     antworten
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