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Kirchen und Religion
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Sigmar Salzburg
01.02.2008 08.54
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Zensur … besonders Angst einflößende Schreibung bleibt aber erlaubt

Wie antisemitisch kann ein Kinderbuch sein?

Das Bundesfamilienministerium geht gegen das Kinderbuch „Wo bitte geht’s zu Gott? fragte das kleine Ferkel“ vor. Es soll auf den Index. Grund: Die Weltreligionen werden darin verunglimpft, besonders das Judentum. Aber eigentlich ist das atheistische Werk für die Zensur viel zu schlecht. … Am Ende kommen Ferkel und Igel zum Ergebnis: Wer Gott nicht kennt, dem fehlt eigentlich nur die Angst. Und um die Lehre einzubläuen, heißt es in einem lustigen Verschen zum Schluss: „Der Gottesglaube auf den Globus / Ist fauler Zauber, Hokuspokus, / Rabbis, Muftis und auch Pfaffen / Sind, wie wir, nur nackte Affen. / …“ So weit, so blöd. Denn genauso wenig, wie es jüdische, christliche oder muslimische Kinder geben dürfte, sollte es atheistische Kinder geben. Kinder sind Kinder. Die Frage, ob es einen Gott (oder hundert Götter) gibt, sollten Menschen möglichst ohne frühkindliche Indoktrination in einem Alter entscheiden, in dem sie nicht an den Weihnachtsmann und den Klapperstorch glauben
[das würde auch gegen frühe Religionseinübung sprechen, deshalb hängt der Autor schnell noch an:] – oder daran, dass ihre Eltern immer die Wahrheit sprechen. Dass aber solche Reimdichoderichfressdicherei wirklich „jugendgefährdend“ sei, glaubt man vermutlich auch in Ursula von der Leyens Ministerium nicht. Denn jugendgefährdend nach dem Gesetz sind „unsittliche, verrohend wirkende, zu Gewalttätigkeit, Verbrechen oder Rassenhass anreizende Medien“. Deshalb wird die ultimative Keule herausgeholt: Das Judentum, so das Ministerium, „werde als besonders Angst einflößend und grausam dargestellt“. Das stimmt, leider. [… nicht überzeugend belegt, aber hier nicht zu diskutieren.]

Welt online 30. Januar 2008

http://www.welt.de/kultur/article1614414/.html#reqNL

http://alibri.denkladen.de/product_info.php/info/p214_Nyncke---Schmidt-Salomon--
Wo-bitte-geht-s-zu-Gott----.html

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Sigmar Salzburg
31.01.2008 09.31
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Gräuliche Säuberer

http://www.shortnews.de/start.cfm?id=696655

Scientology wehrt sich gegen die in der „Bild am Sonntag“ gedruckten Vorwürfe
… Die Sekte reagierte … auf eine in der „Bild am Sonntag“ veröffentlichte Kritik des ZDF-Historikers Guido Knopp und des evangelischen Sektenbeauftragten Thomas Gandow. Dabei wurde eine Rede von Tom Cruise mit Reden des NS-Propaganda-Ministers Joseph Goebbels verglichen.
Scientology erklärte, dass Cruise sich lediglich für einen humanitären Preis bedankte und mit der Rede andere dazu aufgefordert habe, sich ähnlich zu engagieren. Die Organisation erinnert daran, dass die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte eine Folge der Gräueltaten Deutschlands im Zweiten Weltkrieg war.
WebReporter: evil_weed
Quelle: http://www.spiegel.de


Folgt man dem Link, dann liest man:
Die Organisation wies zudem darauf hin, dass die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte ja schließlich eine Folge des Zweiten Weltkriegs und der von Deutschland begangenen Greueltaten gewesen sei – "Greueltaten, die von deutscher Propaganda ermöglicht wurden“.
Der Grund für diesen Seitenhieb ist eindeutig: Deutsche Politiker diskutieren immer wieder über ein Verbot von Scientology. Die Organisation ist im Unterschied zu den USA nicht als Kirche anerkannt. …

spiegel.de
Spiegel online 21. Januar 2008

FAZ.net, (jetzt in Schirrmacher-Dass-Deutsch):

Im zweiten Clip spricht er zu seinen Brüdern und Schwestern im Geiste, und seine Rede läuft auf den Satz „let's clean-up the place!“ hinaus, was die „Bild“-Zeitung als Aufforderung zur Säuberung der Welt verstanden hat, obwohl es doch nur heißt: „Lasst uns den Laden aufmischen!“…

faz.net

Durch Raffgier und Psychoterror wird übrigens Scientology keineswegs zu einer Nicht-Religion, wie die abendländische Geschichte zeigt – ansonsten:

Vgl. Günter Kehrer: Religion darf Unsinn sein. In. Die Zeit v. 7.2.97 (noch in Kulturrechtschreibung):
zeit.de/1997/07

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Sigmar Salzburg
01.02.2006 11.27
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Kirchen und Religion

Enzyklika „Gott ist die Liebe“

zu F.A.Z. v. 26.01.2006

Es heißt, Papst Benedikt habe seine Enzyklika auf deutsch niedergeschrieben. Dies klingt glaubhaft, denn nur in der Muttersprache kann das Thema Liebe mit der nötigen Empathie durchdacht werden. Vielen Menschen deutscher Zunge ist es jedoch nicht vergönnt, diese Gedanken unverfälscht kennenzulernen. Zwischen Papst und Volk drängt sich neuerdings eine Mittler-Instanz von Unberufenen, die die Unterwerfung des Textes unter die Sprach- und Schreibregelungen der Kultusminister betreibt und entsprechende Eingriffe vornimmt.

War in dem wohl authentischen Text nach kath.net noch die Rede von dem Prasser im Gleichnis Jesu, „der den notleidenden Armen übersehen hat“, so steht in der überarbeiteten Fassung der Bischofskonferenz falsch klingend: „der den Not leidenden Armen …“. Ähnliches ist noch zwei weitere Male zu lesen. Es wird suggeriert, daß der Verfasser, ein Meister der theologischen Prosa, das Wort „notleidend“ nicht kennt. Diese übereifrige Unterwerfung unter das staatliche Schreibdiktat ist umso ärgerlicher, als die Kultusminister in diesem Fall den Anspruch auf Alleingültigkeit ihrer Reformschreibweise seit kurzem wieder aufgegeben haben. Dasselbe gilt für das gespaltene „so genannt“, das seit dem Öffnen der Büchse der Reform-Pandemie durch Presse geistert.

An dem Satz: „Dieses Herz sieht, wo Liebe not tut …“ hat man einen wahren orthographischen Greuel verübt: „…wo Liebe Not tut“ läßt eher an kirchliche Probleme mit sexueller Not und Notzucht denken. Es ist die seit Sommer 2005 verbindliche falsche Schulschreibung.

Die „Reform“ ist unter dem Vorwand vom Zaun gebrochen worden, die Rechtschreibung an die Entwicklung der Sprache anzupassen. Tatsächlich haben die Reformer eine achthundertjährige Sprachentwicklung zurückgedreht, indem sie „vereinfachend“ dem Substantiv „Not“, das nichts mehr von „Notwendigkeit“ hat, das seltenere Adverb „not“ einverleibten, das nur noch „nötig“ oder „notwendig“ bedeutet.

Von den übrigen störenden Wortaufspaltungen, „ineinander greifen“, „auseinander fallen“, „zufrieden stellend“ und dergleichen, ist „hinein genommen“ sogar neu falsch.

Der in der F.A.Z. dankenswerterweise in herkömmlicher Rechtschreibung abgedruckte Teil der Enzyklika zeigt in der reformierten Fassung nur die penetrant allgegenwärtigen neuen „ss“. Aber auch hier kann man die völlige Nichtsnutzigkeit der Neuregelung erkennen: Endständige „ß“ bezeichnen herkömmlich meist die Kürze des voraufgehenden Vokals. Die wenigen Fälle mit Langvokal lesen Muttersprachler immer richtig. Im Enzyklika-Text finden sich nur drei solcher Stämme: „bloß“„maß/gemäß“ und „groß“ (20mal). Um diese nach der neuen Regel als lang herauszuheben, ist die Konversion von 172 traditionellen „ß“ in „ss“ nötig. Davon sind aber 62 Prozent „daß“, womit niemandem geholfen ist.


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Sigmar Salzburg

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