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RenateMariaMenges
28.11.2002 17.10
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Meistersinger in Nürnberg

Statt hier zu lesen habe ich geforscht. Ich dachte Theo Grunden bringt es mit, aber leider war es nicht so:


Hans Sachs, Schustermeister und Meistersinger. Nürnberg.
Zeit: Mitte des 16. Jahrhunderts:


Schuster bleib bei deinem Leisten.


Jetzt wissen wir auch warum es Walter Lachenmann so in Erinnerung hat.

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Michael Krutzke
28.11.2002 17.09
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Re: Erinnerung

Danke!
Ein wahrhaft Denk-würdiger FAZ-Beitrag. :-)
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Michael Krutzke

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Theodor Ickler
28.11.2002 16.52
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Erinnerung

Na, das war doch damals in den morgenfrischen Zeiten des Widerstandes, gleich nach der Frankfurter Erklärung ... Kurt Reumann interviewte Friedrich Denk, und in derselben Nummer stand auch mein ganzseitiger Artikel. Also hier, zur Erinnerung

F.A.Z.

Zeitgeschehen

Samstag, 12. 10. 1996, Seite 12

Antreiber der Poeten

„Na, endlich“, jubeln die Anhänger der traditionellen Rechtschreibung: Endlich begehren die Schriftsteller gegen die Reform auf. Dagegen spottet der bayerische Kultusminister Zehetmair, der späte Protest wirke, als kämen die Kritiker gerade von einem mehrjährigen Auslandsaufenthalt in das bereits reformierte Vaterland zurück. Aber nicht unsere Dichter waren geistig abwesend, sondern ihr Diener und Antreiber Friedrich Denk ist erst spät, wenn auch vielleicht nicht zu spät, auf den Frevel aufmerksam geworden, den die Reformer gern in „Frefel“ umbuchstabiert hätten. Die Schriftsteller mögen gedacht haben, das Reförmchen sei ihrer Aufmerksamkeit nicht wert. Als Sprachschöpfer erneuern sie die Sprache nicht selten gegen die Regeln. Ein Deutschlehrer wie Denk wägt jedoch sorgfältig ab, ob die Neuregelungen die Sprache geschmeidiger und ausdrucksvoller machen oder nicht, ob sie das Verstehen und Schreiben erleichtern oder erschweren. Der Studiendirektor aus dem oberbayerischen Weilheim argwöhnt, die Schreibreform nutze nur Verlegern, die zumal an Lexika und Wörterbüchern viel verdienten.
Die meisten Lehrer sind, anders als Niedersachsens Ministerpräsident Schröder vermutet, keine faulen Säcke. Zumal Denk stellt sich und andere ständig unter Volldampf. Der 53 Jahre alte, im schlesischen Wohlau geborene und auf der Schwäbischen Alb und in Bayern aufgewachsene Germanist und Romanist ist ein Wirbelwind in allen Gassen der Literatur und Pädagogik. Daher war er mit der Organisation von Auftritten seiner Schriftstellerfreunde sowie mit einer Kampagne gegen die Verharmlosung von Drogen beschäftigt, als die Schreibreform beschlossen wurde. Erst zur Buchmesse hat er die neuen Regeln analysiert und jene Autoren zur Unterzeichnung einer „Frankfurter Erklärung“ gegen die Reform ermuntert, die er bei den von ihm und seinen Deutschkollegen organisierten Dichterlesungen für Schüler kennengelernt hat.
Kein berühmter Schriftsteller, der nicht in der Weilheimer Turnhalle gelesen hätte. Nirgends werden Schüler so liebevoll und begeisternd auf die Begegnung mit Autoren vorbereitet wie hier. Wer diese Feste der Literatur nacherleben möchte, lese die von Denk redigierten „Weilheimer Hefte zur Literatur“ (seit 1980) und seine „Lesebogen“ (seit 1989): Vorbilder für den Deutschunterricht. Pädagogischer Elan, Organisationstalent und Stehvermögen sind Voraussetzungen auch für den „Weilheimer Literaturpreis“, den einzigen großen Poeten-Preis, in dem nur Schüler als Juroren wirken. Selbstredend gehört Denk zu den Lehrern, die mit ihren Schülern am Projekt „Jugend schreibt“ dieser Zeitung teilnehmen: Abenteuer Literatur, Lust am Lesen, Freude am Schreiben. Einer seiner Schüler erhielt den F.A.Z.-Preis „Jugend schreibt“.
Sogar die Londoner hat Denk mit Poesie berauscht, als er dort von 1982 bis 1985 als Gastlehrer wirkte: Daran erinnern seine „Londoner Hefte“. Ilse Aichinger, Günter Grass und Martin Walser folgten seinem Ruf in die britische Hauptstadt, und sie gehörten auch zu den ersten, welche die „Frankfurter Erklärung“ gegen die Schreibreform unterzeichneten. Alle profitieren heimlich von Denks Feuereifer und Unverdrossenheit, die ihnen gleichzeitig unheimlich vorkommen. Der frühere bayerische Kultusminister Maier ermahnte Denk, er solle sich bei seiner Kampagne gegen das „Portmonee“ (statt Portemonnaie) nur keinen Herzinfarkt holen. Prompt antwortete der Unermüdliche: Für den Chikoree (statt Schikoree) zu sterben wäre „ein starker Abgang“. KURT REUMANN
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Th. Ickler

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Michael Krutzke
28.11.2002 16.33
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Zitat:
Walter Lachenmann:
... einen freundlichen Umgang mit Frau Menges, die sich als einzige hier einer kontroversen Diskussion stellt.

Das versteht sich eigentlich von selbst. So lassen sich nicht zuletzt auch gedankliche Inzucht und Selbstbeweihräucherung wirkungsvoll vermeiden. Wie man aber Diskussions„gegnern“ gegenübertritt, hat wohl eher etwas mit dem Sinn für Umgangsformen zu tun. Erfahrungsgemäß ist das aber nicht diskutierbar.

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Michael Krutzke

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Walter Lachenmann
28.11.2002 16.15
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Schickoree

Um dies zu begreifen, müßte man die Geschichte vom Schickoree kennen. Es geht, das könnte man bei gutem Willen erkennen und außerdem weiß es jeder, nicht um einen Abgang, ganz im Gegenteil, sondern um das Dämpfen von Übertreibungen und um einen freundlichen Umgang mit Frau Menges, die sich als einzige hier einer kontroversen Diskussion stellt. Ob einer etwas witzig findet, hängt von vielen Sachen ab, auch das weiß jeder. Das muß man nehmen, wie es kommt.
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Walter Lachenmann

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Michael Krutzke
28.11.2002 16.15
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Re: Schickoree

Zitat:
Th. Ickler:
... aber das war wenigstens witzig.

Kann man das irgendwo nachlesen? Ein bißchen witzig wär mal nicht schlecht.
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Michael Krutzke

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Norbert Schäbler
28.11.2002 16.11
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Re: Schickoree

Zitat:
Ursprünglich eingetragen von Theodor Ickler
Das Ganze erinnert mich allmählich an Friedrich Denks ins Auge gefaßten „starken Abgang“ wegen des Schickorees, aber das war wenigstens witzig.

„Abgänge“, in welcher Form auch immer, sind nie witzig – meist nur traurig.
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nos

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Theodor Ickler
28.11.2002 16.05
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Schickoree

Das Ganze erinnert mich allmählich an Friedrich Denks ins Auge gefaßten „starken Abgang“ wegen des Schickorees, aber das war wenigstens witzig.
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Th. Ickler

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Walter Lachenmann
28.11.2002 15.59
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Großer Zapfenstreich

Wenn jeder schon bei den einfachen Dingen kuscht, haben die Volksverführer bei den großen Vorhaben ein umso leichteres Spiel.
Wohl wahr! Helm ab zum Gebet! So viel entschlossenen Mannesmut hatte ich nicht vermutet.
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Walter Lachenmann

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Norbert Schäbler
28.11.2002 15.59
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Die Geschichte vom Rapport

Damals, als ich beim Führungsgespräch antrat, holte ich mir zunächst Kraft in einer Würzburger Kirche. Danach stellte ich mich dem Weltlichen.
Ich traf auf einen „General“, der – warum auch immer – Menschlichkeit zeigte und manchen Widerspruch nicht sofort abstrafte, ihn – so war mein Gespür – sogar sacken ließ.

Am Ende des Rapports sprach der General zu mir: „Werden Sie kein Eiferer.“

Ich fürchte, ich bin es trotzdem geworden.

(Fragen habe ich keine mehr, und wenn, dann muß ich sie mir selbst stellen!)

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nos

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Detlef Lindenthal
28.11.2002 15.53
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Waren Sie Pilot ....

Können wir solche Fragen erstmal ein wenig sammeln? Ich möchte nämlich erst einmal einen Eindruck gewinnen, was das hier psychologisch alles so zu bedeuten hat.

Wir können ja erstmal in die Runde fragen: Wer war alles Pilot oder Pilotin? Frau Dr. Menges vielleicht?

Welche Fragen fallen Ihnen sonst noch ein, lieber Herr Schäbler?


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Detlef Lindenthal

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Detlef Lindenthal
28.11.2002 15.48
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„Geht es nicht ein paar Nummern kleiner?“

Dies Argument kommt mir bekannt vor: »Es gibt schließlich Wichtigeres als die RS„R“« und so ähnlich; abwiegeln, ablenken, Leute verschaukeln.

Wenn jeder schon bei den einfachen Dingen kuscht, haben die Volksverführer bei den großen Vorhaben ein umso leichteres Spiel.

Erst bleibt die Rechtschreibung auf der Strecke, dann (oder vorher schon) die Wahrheit; jeder darf jeden belügen, so wie hier.

Nein, Herr Lachenmann, Sie haben nicht recht.
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Detlef Lindenthal

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Norbert Schäbler
28.11.2002 15.48
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Frage und Urteil

Frage an Herrn Lindenthal:
Waren Sie Pilot?
Urteil über Lachenmann:
bien parlé.
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nos

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Detlef Lindenthal
28.11.2002 15.37
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„Waren Sie schon einmal bei einem Führungsgespräch?“

Ja.
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Detlef Lindenthal

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Walter Lachenmann
28.11.2002 15.37
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Geht es nicht ein paar Nummern kleiner?

Zivilcourage von anderen einfordern erfordert nicht viel Zivilcourage, wenn man nicht selbst in einer Situation ist, wo man beweisen muß, daß man sie hat. Darüber gab es hier schon vor einigen Tagen etwas zu lesen. Da Frau Menges die Rechtschreibreform positiv beurteilt, wäre es von ihr eine seltsame Zivilcourage, die gegenteilige Meinung unter Gefahr der beruflichen Disziplinierung zu vertreten. Das ist wohl doch etwas zu viel verlangt.

Wir wissen doch ganz genau, daß die Lehrer die neue Rechtschreibung unterrichten müssen! Daß das gänzlich unmöglich ist, steht auf einem andern Blatt.

Schade, daß die beiden Kollegen, von denen wir wissen, daß sie als Lehrer in diesem Konflikt Zivilcourage und Rückgrat bewiesen haben, hier nicht einmal davon erzählen, was ihnen dies und vor allem der Verhinderung der neuen Rechtschreibung genützt hat. Ein Idealist tut manchmal gut daran, den Koofmichs über die Schultern zu gucken. Die rechnen Aufwand und Ertrag gegeneinander, und wenn nichts rauskommt, sparen sie ihr Kapital für erfolgversprechendere Projekte.
Mourir pour des idées, d'accord, mais de mort lente ... sang Georges Brassens, und der war weiß Gott ein Unangepaßter mit Zivilcourage, dem wir alle miteinander nicht das Wasser reichen können.

Daß ich, wo ich als Verleger selbst entscheiden kann, die neue Rechtschreibung verweigere, hat nichts mit Zivilcourage zu tun. Wo ich nicht selbst entscheiden kann, richte ich mich nach den Wünschen des Kunden. Dabei lerne ich viel über diesen Schwachsinn. Und schließlich geht es ja nicht um Kopf und Kragen, also lassen wir die Kirche im Dorf und bewahren uns unseren heroischen Todesmut für bessere Gelegenheiten auf.
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Walter Lachenmann

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