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Unsere Politiker und die RSR
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Wolfgang Scheuermann
01.10.2002 07.44
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Reiner Kunze und die Taliban

Wenn ein herausragender Autor wie Reiner Kunze derart verletzt ist, daß er aus dieser Verletztheit heraus zu einem so extremen Beispiel greift, so sollte man das meines Erachtens zunächst einmal als solches in großem Ernst und mit Respekt zur Kenntnis nehmen.
Liest man seine Denkschrift genau, so wird ja auch mehr als deutlich, woraus diese Verletzung resultiert. Es ist verständlich, denke ich, was ihn zu dieser Verzweiflungstat getrieben hat.
Der einzige lebende Literatur-Nobelpreisträger eines Landes bezieht mehrfach – und vehement – Stellung gegen die geplante (und an den Schulen sogar schon ins Werk gesetzte) Zerstörung seines Handwerkszeugs – und es prallt einfach ab!
Man muß die Denkschrift Kunzes als Dokument der Verzweiflung verstehen und als Ergebnis eines mehrjährigen Prozesses. Gibt es etwas, das daran nicht verständlich ist?

Ja sicher, das stupende Unverständnis des Kultusministers, mit dem er gesprochen hat.

Herr Melsa stellt hier sicher berechtigte taktische Überlegungen an, aber es sind eben „nur“ taktische Überlegungen. Ich bin Reiner Kunze dankbar, daß er in dieser Deutlichkeít öffentlich (und zitierbar! – natürlich nicht nur bezüglich der Taliban!) Stellung bezogen hat (obwohl er weiß, daß er durch dieses Büchlein endgültig aus den Schulbüchern verschwinden dürfte ... es sei denn, es käme zu der von ihm und den wohl meisten in diesem Forum erhofften Wende zur Vernunft).

Ich meine schließlich auch, daß eine umfassende Auswertung der Protokolle des 14. Bundestages generell wichtig ist – mit dem Ziel der Beantwortung folgender Fragen:

1. Weicht das Protokoll des Deutschen Bundestages von den „amtlichen“ Regeln des Neudeutschen ab? Wenn ja, worin (und weshalb)?

2. An welchen Stellen führt die Rechtschreibreform zu Veränderungen des protokollierten „gesprochenen Wortes“?

Und evtl. 3. An welchen Stellen hat die Rechtschreibreform bereits zu Veränderungen des „gesprochenen gesprochenen“ Wortes geführt?

(Die Redemanuskripte Edmund Stoibers, die jeweils im Internet veröffentlicht worden waren, hätte ich stellenweise nur noch mit einiger Konzentration richtig vortragen können.)

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Dr. Wolfgang Scheuermann

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Martin Reimers
30.09.2002 16.54
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Sprechpausen

Sicher hat Herr Melsa recht, wenn er einige überzogene Äußerungen zurechtgerückt. Auch als Reformgegner sollte man die Kirche im Dorf lassen (bzw. die Taliban in Afghanistan).

Die Worttrennungen allerdings (die natürlich nicht immer mit den Sprechpausen korrelieren) sind allerdings auch dann ärgerlich, wenn sie nicht zu groben Mißverständnissen führen. Je anspruchsvoller ein Text gehalten ist, desto größer ist die Zahl der semantischen Nuancen, die bekanntermaßen zum Teufel gehen. Und je genauer er gelesen wird, desto weniger wird das Raten über das Gemeinte (oder Angedeutete) zum Extremfall.

Was die Redeprotokolle betrifft, so ist die Lage wohl noch schlimmer, als Herr Scheuermann befürchtet. Ich habe jedenfalls den Eindruck, daß die Sprecher des NDR immer häufiger auf eine reformierten Aussprache verfallen.


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Martin Reimers

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Christian Melsa
30.09.2002 16.05
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Manöverkritik

Daß man jeden schriftlichen Leerschritt als Sprechpause hören müßte, halte ich für eine etwas problematische Behauptung. Auch daß selbstständig aufgeschrieben wird, obwohl nicht wirklich so ausgesprochen wurde, kann man schwerlich als sinnverfälschend anklagen. Auf dieser Ebene die Reform zu kritisieren, führt letztendlich zu unhaltbaren Positionen. Die Redeprotokolle verzeichnen schließlich auch nicht jede Abschleifung und jedes Nuscheln. Viele Leute sagen Kunstoff (bzw. Kunschtoff) zu Kunststoff. Oder nich statt nicht usw. Entscheidend ist doch vielmehr, daß die vermehrte Getrenntschreibung Sinnzusammenhänge nicht mehr so augenfällig darstellt. Das zwingt zwar nur im recht seltenen Extremfall tatsächlich zum Raten über das Gemeinte, dieser Fall kommt aber dennoch eben auch vor; man kann eine Rechtschreibänderung mit solchen Merkmalen schon zu Recht als mangelhaft bezeichnen. Die syntaktischen Beziehungen sind nicht mehr so lesekomfortabel verschriftet. Natürlich muß jedem klar sein, der kurz über den Inhalt eines Satzes mit Hand voll nachdenkt, in dem eigentlich Handvoll gemeint ist, daß hier von keiner konkreten Hand die Rede ist (selbst wenn gar nicht geredet wird, sondern das nur geschrieben steht). Es steht wohl kaum zu befürchten, daß jemand, der diese Redepassage Angela Merkels liest, glaubt, da gehe es um eine Hand, die die Welt bedrohe, und diese Hand sei voll Interessen (kann man die überhaupt greifen?) usw. Daher ist es unangemessen, von einer „Fälschung“ zu sprechen, denn eine Fälschung ist erst dann eine Fälschung, wenn sie von sich aus zur Täuschung geeignet ist (wie bei einem gefälschten Geldschein oder Gemälde, der/das für echt gehalten wird). Man kann höchstens von einer Verfälschung sprechen, doch auch das ist noch etwas schrill. Treffender wäre es, die Sache als Lesehindernis zu bezeichnen. Das Problem bei Hand voll entsteht ja eigentlich dadurch, daß es Handvoll bereits gegeben hat bzw. gibt, und ein Kenner dieses Wortes der Getrenntschreibung reflexartig einen besonderen Grund beimißt. Sprachentwicklung sollte eben nicht rückgängig gemacht werden. Rückgängigmachung der Rückgängigmachung wäre dagegen wieder ein Fortschritt (noch mal für die liebe Frau Dr. Menges, die diese Erkenntnis erstaunlich hartnäckig verweigert, muß ich schon sagen).

Man tut der so berechtigten wie notwendigen Widerstandsbewegung gegen die sogenannte Reform mit überzogenen Vorwürfen aber keinen Gefallen. Der psychologische Effekt einer beispielig ausgewählten Redepassage, die sich mit (vermeintlich) antijüdischen bzw. antiamerikanischen Attitüden auseinandersetzt – gesellschaftlich schon für sich genommen sehr schwierige Angelegenheiten –, ist nämlich der mehr oder weniger unterschwellige Eindruck, es solle damit behauptet werden, Aussagen dieses Themenkreises würden durch die Neuschreibungen brisantest verfälscht, was hier aber natürlich nicht der Fall ist. Aus einem ähnlichen Grund halte ich die Verwendung des Begriffs „Taliban“ in der Überschrift von Herrn Genzmanns Frustexplosion für unangebracht; so schlimmen Quatsch die KMK auch im Laufe der Jahre verbrochen haben mag, es ist völlig absurd, im Umkehrschluß geradezu brutal verharmlosend, die Truppe auch nur in Sichtweite zu dem afghanischen Schreckensregime zu rücken, eigentlich BILD-Niveau. Genau diese zweifelhaften Beispiele und Kampfbegriffe sind es dann, die von den Reformbefürwortern herausgepickt werden, um die Reformkritiker als kleinkarierte Aufbauscher hinzustellen. Man braucht die Reform jedoch nur an dem Anspruch zu messen, mit dem ihre Verantwortlichen selbst sie antreten lassen, um zu einem vernichtenden Urteil über sie zu kommen: Weder läßt sich eine Vereinfachung oder Begünstigung sinkender Fehlerquoten bzw. der Lernbarkeit nachweisen, noch ist die modifizierte Rechtschreibung systematischer als die bisherige. Nachweisen läßt sich vielmehr das Gegenteil. Dann kommen die semantisch-kommunikativ gelagerten Mängel und grammatischen Inkompatibilitäten noch hinzu. Aber mit solchen Kleinigkeiten wie angeblich fehlenden Sprechpausen in Bundestagsreden muß man sich doch eigentlich nicht abgeben. Das setzt an einer ungünstigen Stelle an. Warum mit der Stecknadel kämpfen, wenn man ein riesiges Schwert, ja ein ganzes Waffenarsenal hat?

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Theodor Ickler
30.09.2002 14.49
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Nachtrag

Besser als ein Brief an die Sünder ist natürlich allemal, ihn als Text in die Zeitung zu setzen. Aber das ist leider nicht so einfach. Immerhin könnte man ihn als Leserbreif irgendwo aufhängen.
Heute zum Beispiel die lächerlichen Sachen aus S-H über erleichterte Volksentscheide. Dort wird ja immerhin (auch in der heutigen WELT) die Rechtschreibgesetzgebung erwähnt.
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Th. Ickler

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Ruth Salber-Buchmüller
30.09.2002 14.44
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unterwürfige Protokollanten der CDU/CSU

Es ist schade, daß Dr. D. Steppuhn
für seinen Brief an A. Merkel am 30.Sept.
(s. CDU Deutschland/Forum) diese Information
von W. Scheuermann noch nicht hatte.

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Ruth Salber-Buchmueller

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Theodor Ickler
30.09.2002 14.31
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Thierse fragen

Man sollte einmal solche Fälschungen und Sprachverhunzungen zusammenstellen und dem Germanisten Thierse vorlegen. Die Antwort wäre interessant. Bitte nicht vergessen, auch die Zukunftsaussichten zu erwähnen: Der Unfug mit der „Hand voll“ wird ja ganz bestimmt zurückgenommen, aber die Protokolle sind gedruckt und bleiben ...
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Th. Ickler

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Wolfgang Scheuermann
30.09.2002 13.30
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Bundestagsprotokolle - gefälscht!

Daß die Protokollanten des Deutschen Bundestages nicht mehr protokollieren dürfen, was die Redner tatsächlich sagen, ist skandalös. (Ist das nicht nicht vielleicht ein weiterer Ansatz, über den man der RSR noch ein wenig beikommen könnte? Dieser Beitrag enthält Informationen, die den Besuchern dieser Website großenteils vertraut sind; ich habe ihn – je ein bißchen abgewandelt – in den Foren der größeren Parteien „gepostet“.)


Zwei klitzkleine Beispiele aus dem letzten Protokoll des letzten Bundestages (daß beide Beispiele Vertreter der CDU/CSU betreffen, ist Zufall):

Laut offiziellem Protokoll der 253. Sitzung soll Frau Dr. Angela Merkel dem 14. Deutschen Bundestag am 13. 9. d.J. vorgetragen haben:

»Es ist ausgesprochen problematisch, wenn der irakische Außenminister Nadschi Sabri in diesen Tagen sagt, Deutschlands Veto erfolge im Namen aller Völker, die sich nicht damit abfänden, dass eine Hand voll jüdischer und amerikanischer Gruppen der Welt ihren Willen aufzwingt. Einen solchen Kronzeugen möchte ich für deutsche Politik nicht haben.«

Das hat Frau Dr. Merkel natürlich nicht gesagt! Jeder, der die Rede gehört hat, konnte das ganz deutlich vernehmen! Hätte Frau Dr. Merkel das sagen wollen, was im Protokoll steht, dann hätte sie zwischen „Hand“ und „voll“ eine kurze Sprechpause einlegen müssen. Das aber hat sie natürlich nicht getan, weil sie einen solchen Unsinn nie im Sinn hatte – eine Hand voll Gruppen! Sie wollte – und das hat sie auch unzweifelhaft getan – von einer „Handvoll“ sprechen. Aber das Protokoll verzeichnet es offenkundig falsch!
Sind die hochausgebildeten Protokollanten schlicht und einfach unfähig? Ist Ihnen ein Flüchtigkeitsfehler unterlaufen? Nein, gewiß nicht! Dieser Fehler wurde nahezu mit Sicherheit bewußt – und sogar wider besseres Wissen! – begangen. (In Protokollen früherer Bundestage findet sich solcher Unsinn nie.)

Schuld daran, daß wir in den Protokollen des Deutschen Bundestages zur Zeit nicht mehr nachlesen können, was die Abgeordneten tatsächlich gesagt haben, ist die unsägliche Rechtschreibreform, die dem Wörtchen „Handvoll“ (und unzähligen anderen) schlicht und einfach das Existenzrecht absprach. In diesem Falle ist das Erraten dessen, was tatsächlich gemeint gewesen sein muß, ziemlich einfach, aber in anderen Fällen führt diese Wortvernichtung durch die Rechtschreibreform, wie der Schriftsteller Reiner Kunze in seiner neuen Denkschrift »Die Aura der Wörter« ausführt, zu völlig mißverständlichen Wendungen. Weshalb? Worin soll der Nutzen einer solchen Reform bestehen? Der Schaden ist klar zu fassen. Gibt es aber auch einen Nutzen? Ich kann keinen sehen. (Es müßte ja ein sogar weit überwiegender Nutzen sein, um eine solche Reform irgendwie zu rechtfertigen; derlei hat aber wohl noch niemand zu belegen vermocht.)

Auch dem bayerischen Ministerpräsidenten wird laut Protokoll dieser Bundestagssitzung unterstellt, etwas gesagt zu haben, was er nicht gesagt hat.

Laut Protokoll:
»CDU/CSU werden in einer neuen Bundesregierung Deutschland zu einem Land machen, in dem es wieder attraktiv und erstrebenswert ist, sich selbstständig zu machen.«

Dr. Stoiber hat hier ganz deutlich „selbständig“ gesagt, nicht „selbstständig“.

Warum legt ihm das Protokoll ein anderes (und zudem etwas kakophones) Wort sozusagen nachträglich in den Mund? Wieder ist die Rechtschreibreform schuld, die behauptet, „selbstständig“ und „selbständig“ seien das gleiche Wort mit zwei unterschiedlichen Schreibweisen, zwischen denen der Schreiber sich entscheiden könne. Hier hat also das Protokoll sogar „ohne Not gefälscht“, diese Abweichung vom gesprochenen Wort ist zwar an sich harmloser, aber durch die Rechtschreibreform nicht einmal erzwungen.

Solche Abweichungen vom gesprochenen Wort finden sich genauso auch bei Reden des Bundespräsidenten oder bei im Internet abrufbaren Radionachrichten, etwa beim Deutschlandfunk oder bei der Deutschen Welle. (Die Nachrichtensprecher müssen höllisch aufpassen, falls diese Texte ihnen auch als Manuskript dienen sollten, daß sie NICHT vorlesen, was da steht!)

Mir erscheint das alles als irritierend, manchmal als störend, immer wieder einmal als ärgerlich. Geradezu wütend macht es mich aber, daß ein solch vielfältig entstelltes Deutsch Kindern beigebracht wird, denen es dadurch systematisch verwehrt wird, die „Aura der Wörter“ ihrer Muttersprache überhaupt kennenzulernen. Zu den Menschen, die dies zu verantworten auf sich genommen haben, und die z.B. Brechts „Mutter Courage“ wegen der beibehaltenen Rechtschreibung für Schullektüre als nicht mehr tragbar eingestuft haben, schreibt Reiner Kunze, daß sie um der reinen Lehre willen die Taliban übertrumpften.
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Dr. Wolfgang Scheuermann

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Ruth Salber-Buchmüller
29.09.2002 19.42
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Brief an Angela Merkel

Im CDU-FOrum ist ein Brief nachzulesen,
den Dr. Diether Steppuhn an
Angela Merkel geschrieben hat!
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Ruth Salber-Buchmueller

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Ruth Salber-Buchmüller
23.09.2002 12.10
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"Deutschland und Reformen"

W. Scheuermann hat heute
ins CDU-Forum einen sehr lesenswerten
Beitrag gesetzt.
Er sollte auch in anderen Foren erscheinen und
vor allem in ZEITUNGEN.
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Ruth Salber-Buchmueller

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Reinhard Markner
21.09.2002 22.56
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Späte Einsicht

»Das Wort Reform löst bei den Leuten nicht mehr automatisch Begeisterung aus.« (Gregor Gysi)

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Christian Melsa
21.09.2002 01.20
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Herr Frey sagt in seiner Rede auch:

Was haben – bitte erinnern Sie sich an die entsprechenden Anzeigen – damals diverse Untergangspropheten von bürgerkriegsähnlichen Zuständen und Zusammenbrüchen palavert! Was geschah? Der Euro wurde nicht nur sofort angenommen, sondern setzte sich auch mit erstaunlicher Schnelligkeit als allgemeines und einziges Zahlungsmittel durch.

Kein vernünftiger Mensch hat von unmittelbar bürgerkriegsähnlichen Zuständen gesprochen (weil das Volk etwa schon gegen die Einführung mit Gewalt aufstehen würde). Aber als Rechtschreibreformgegner wird einem ja auch ständig unterstellt, man habe den Untergang des Abendlandes wegen der neuen Rechtschreibung befürchtet. Daß der Euro als Bargeld von einem Tag auf den anderen angenommen wurde, war gar nicht anders möglich, da schlichtweg keine Bank nach dem 1.1.2002 mehr Bargeld in DM ausgezahlt hat. Dieser Aspekt des Vergleichs ist also besonders schwachsinnig. Andererseits ist aber auch der Euro nicht nur demokratisch gesehen, sondern auch rechtlich eine faule Angelegenheit. Das Bundesverfassungsgericht setzte das Höchstmaß der Inflationsrate für die Zulässigkeit des Euro auf 3% fest. Diese Rate hatte der Euro schon vor der Bargeldeinführung überschritten. Aber was soll's, unser Thema hier ist ja die Rechtschreibung, und die läßt sich eben nicht einfach mit Geld vergleichen.

Ist Herr Frey nun ein unerträglich hinterhältiger Eristiker? Oder ist er einfach nur realitätsfern oder dumm oder ignorant? Hoffentlich nicht alles auf einmal.

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Theo Grunden
20.09.2002 12.47
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Orthographisches Freystilringen

Auch das kann man dort bestaunen:

Nach bestandenem Examen kehrte der frischgebackene Studienrat an das Grillo-Gymnasium zurück und arbeitete dort als Pädagoge ...

Frey: „Klaus Matthiesen war für mich nicht nur einer der talentiertesten Politiker, die ich je kennengelernt habe, sondern ...

P.S.: Und dabei ist Hans Frey studierter Germanist und Deutschlehrer. Ein Widerspruch? Keineswegs!
(Dieser Satz ist kein Kommentar von mir, sondern auch auf der Seite zu lesen, allerdings in anderem Zusammenhang.)

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Elke Philburn
20.09.2002 02.20
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Eher zufällig bin ich über das Protokoll der Beratung über die Zurücknahme der RSR im nordrhein-westfälischen Landtag (April d. J.) gestolpert. Interessant dabei die Argumente des Reformverfechters Hans Frey:

Ich bin mir ziemlich sicher, dass dieser Prozess noch vor dem Jahr 2005 faktisch abgeschlossen sein wird.[...]

Die Menschen sind weit flexibler und verständiger, als Sie es annehmen. Das gilt eben auch für den Bereich der Rechtschreibreform. [...]

Sie, meine Damen und Herren vor allen Dingen von der CDU, können oder wollen nicht begreifen, dass die Sprache kein entrücktes Geistwesen ist, das im Reich der platonischen Ideen herumwabert. Nein, die Sprache und ihr Regelwerk sind lebendige Gebilde, die ständig von der Sprachgemeinschaft (sic!) und den sich ändernden Konventionen beeinflusst und gestaltet werden. [...]

Jedenfalls ist die Regel auch hier sehr einfach – hören Sie einmal zu! -: „Wird der vorangehende Vokal bzw. Umlaut kurz gesprochen, folgt ein Doppel-s, wird er dagegen lang gesprochen, wie bei dem Wort 'Maß', folgt ein Eszett.“ – Das werden Sie wahrscheinlich auch noch lernen.


“Irgendwo muß Schluss sein, damit man wieder zu sich selbst finden kann”, bekennt Frey auf seiner eigenen Hompage hinsichtlich seines vollen Terminkalenders...

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Sigmar Salzburg
28.06.2002 17.31
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Das Ding ist gelaufen

Volker Rühe bei einem Wahlkampfauftritt Oktober 1999 in Flintbek bei Kiel: „1996 habe ich mit dem Kanzler über die Rechtschreibreform gesprochen. Er sagte mir: ‘Da kann man nichts mehr machen. Das Ding ist gelaufen’.“ ... Rühe weiter: „Sie können mir glauben, ich liebe diese neue Rechtschreibung auch nicht“ ... „Ich werde auch noch bis zum Ende meines Lebens in der neuen Rechtschreibung Fehler machen!“ – Beifall bei den älteren CDU-Herrschaften, die einen Mitfühlenden vor sich zu haben glauben.

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Sigmar Salzburg

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Theodor Ickler
28.06.2002 15.53
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Kohl?


„Als er voraussagte, die Bundesländer würden sich in den siebziger Jahren ihrer Neuordnung nicht verweigern können, überschätzte er die Möglichkeiten der Politik. Nach einem Aufschub von drei Jahrzehnten ist allerdings diejenige Neuregelung verwirklicht worden, die nach Kohls Planungen aus dem Epochenjahr 1968 Schul-, Verwaltungs- und Justizreform komplettieren sollte: die Reform der deutschen Rechtschreibung. Die Unordnung des neuen Regelwerks ist ein erhabenes Denkmal für Kohls Mißtrauen gegenüber allen Schranken der Gestaltungskraft und für seinen kreativen Gebrauch der Sprache.“
Patrick Bahners: Im Mantel der Geschichte: Helmut Kohl oder Die Unersetzlickeit, Berlin: Siedler, 1998, S. 66f.

„Kohl war ein Modernisierer – zunächst der Partei, schließlich des Bundeslandes, dem er vorstand. Er stand als Ministerpräsident für Schul-, Verwaltungs-, Justiz- und – jawohl! – Rechtschreibreform.“
Jörg Lau: Auf der Suche nach der verlorenen Normalität – Helmut Kohl und Hans Magnus Enzensberger als Generationsgenossen. Vorabdruck aus: Klaus Naumann (Hrsg.), Nachkrieg in Deutschland. Hamburger Edition. 2001.

(Lau zitiert allerdings Bahners und hat diesen Satz wahrscheinlich von dort übernommen.)

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Th. Ickler

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