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Drosdowski - der Brief
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Werner Fahnenstich
19.08.2002 12.33
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Zum FOCUS v. 05.08.02
„Die Freiheit nehm ich mir“
ist im FOCUS v. 19.08. 02
Prof. Icklers Leserbrief
veröffentlicht.

Aber leider in Neuschrieb.

Gruß in die Runde
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Werner Fahnenstich

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Ruth Salber-Buchmüller
19.08.2002 12.00
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Ickler-Leserbrief im FOCUS v. 19.08.02

Zum FOCUS v. 05.08.02
„Die Freiheit nehm ich mir“
ist im FOCUS v. 19.08. 02
Prof. Icklers Leserbrief
veröffentlicht.
__________________
Ruth Salber-Buchmueller

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Elke Philburn
14.08.2002 01.44
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Link zum Brief im MAZ-Forum.

und

zum Forum der CSU.

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Wolfgang Scheuermann
12.08.2002 14.53
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Nachahmen - mit der richtigen Strategie!

Sehr geehrte Frau Salber-Buchmüller,

es freut mich, daß Ihnen der Brief gefällt. Leider bin ich selbst sehr im Zweifel, ob er „was bringt“.
Ich habe Frau Doktor Schavan geschrieben, daß ich dieses Schreiben an sie wie einen „offenen Brief“ behandele und habe es putzigerweise bereits im (redigierten) Internet-Forum der CSU unterbringen können. (Putzigerweise, weil Frau Schavan doch in Stoibers „Kompetenzteam“ für die Bildung einstehen soll.)

Richtig wirken kann so ein Schreiben nur, wenn ein Minister erfährt, daß es von vielen zur Kenntnis genommen wird und auch auf Zustimmung stößt. Und diese Zustimmung müßte sich am besten zeigen auch an „neuen“ Namen. Ich muß da immer wieder an die riesige Zahl von Unterschriften denken, die die „Grass-Anzeige“ vor zwei Jahren erbracht hat. Die Unterzeichner können doch eigentlich nichts dagegen haben, wenn ihre Namen in einem solchen Zusammenhang genutzt würden. (Man müßte natürlich nachfragen.) Es war, wie mir immer klarer geworden ist, ein Versäumnis, daß man bei dieser Aktion nicht gleich auch um die Angabe von E-Mail-Adressen gebeten hat – das hätte sie erheblich ergiebiger gemacht.

Man kann die Wirkung von solchen Briefen sicher steigern, wenn man noch ein paar gute Ideen hinsichtlich Strategien hätte. Vorschläge werden gerne angenommen.

__________________
Dr. Wolfgang Scheuermann

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Ruth Salber-Buchmüller
12.08.2002 12.35
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Endlich mal ein Vorstoß

Die „Hexen“ hier im Forum haben
offensichtlich den Brief von
Wolfgang Scheuermann v. 12.08.02
„Mal so'n Versuch“ an A. Schavan
weggehext, zumindest in den Köpfen
der Diskutanten.
Meiner Meinung nach verdient dieser
Brief allerhöchste Beachtung und
sollte Nachahmer finden!










__________________
Ruth Salber-Buchmueller

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Wolfgang Scheuermann
11.08.2002 09.28
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Mal so'n Versuch

An die „private“ E-Mail-Adresse von Frau Schavan geschickt:

Sehr geehrte Frau Ministerin,

dürften Sie verfügen, daß an den Schulen des Landes Baden-Württemberg zukünftig
zu lehren sei, 2 + 3 = 6?

Das ist eine richtig dumme Frage, nicht wahr? Warum sollten Sie etwas verfügen wollen, was offenkundiger Unsinn (und als solcher noch dazu leicht zu erkennen) wäre? Sie würden das natürlich nie verfügen wollen. Das ist mir klar, aber
DÜRFTEN Sie es rein rechtlich doch?

Wahrscheinlich dürften Sie es! (Und damit wird die „dumme Frage“ doch ein bißchen spannend, finde ich.) Sie dürften es wahrscheinlich nicht allein; Sie müßten ziemlich sicher eine Zustimmung zu diesem Plan in der Kultusministerkonferenz erzielt haben (und noch einiges andere) – aber dann dürften Sie: Kultusminister dürfen verfügen, daß in zentralen Unterrichtsfächern für jeden klar erkennbare Fehler gelehrt werden! Sie können die Lehrer sogar gegen deren Willen dazu zwingen, diese Fehler zu lehren!

Das ist – ich gebe Ihnen recht – eigentlich unfaßbar, aber es ist Realität. Und Sie selbst sind mit dafür verantwortlich, daß es Realität ist. Ich wundere
mich, wie Sie das schaffen: Einerseits treten Sie mit Nachdruck dafür ein, daß die Qualität der schulischen Ausbildung erhalten und verbessert werden soll und
dann so etwas! Wie können Sie es mit Ihrem Gewissen vereinbaren, so frage ich mich in großer Ernsthaftigkeit, daß den baden-württembergischen Kindern die Chance genommen wird, ihre Muttersprache richtig zu lernen?

Sie wissen inzwischen wahrscheinlich schon längst, was ich meine, und haben innerlich auf Abwehr umgeschaltet: Ich, eine besonders erfolgreiche Ministerin, werde ungerechtfertigt und unsachlich angegriffen; dagegen muß ich mich zur Wehr setzen. Nein, weder ungerechtfertigt noch unsachlich: Die Rechtschreibreform, die Sie (mit den anderen Kultusministern) verantworten und deren Durchsetzung an den Schulen Sie erzwingen, ist so offenkundig fehlerhaft, wie 2 + 3 nicht 6 ergibt. Das wird doch auch gar nicht mehr ernsthaft bestritten! Ich will nur ein einziges Beispiel anführen: „Die Ministerin hat völlig Recht!“ Jeder merkt, daß das völlig falsch ist! Wäre es richtig, so müßte man auch sagen dürfen: „Die Ministerin hat völlig Arbeit!“

Mit der Rechtschreibreform sind die Kultusminister Leuten aufgesessen, die der langjährige Leiter der Dudenredaktion, Dr. Günther Drosdowski, folgendermaßen
charakterisiert hat: „Einige Reformer hatten von der Verschriftung der Sprache und der Funktion der Rechtschreibung für die Sprachgemeinschaft keine Ahnung,
von der Grammatik, ohne die es bei Regelungen der Orthographie nun einmal nicht geht, sowieso nicht. Sie mißbrauchten die Reform schamlos, um sich Ansehen im
Fach und in der Öffentlichkeit zu verschaffen, Eitelkeiten zu befriedigen und mit orthographischen Publikationen Geld zu verdienen. Selten habe ich erlebt, daß Menschen sich so ungeniert ausziehen und ihre fachlichen und
charakterlichen Defizite zur Schau stellen. Es ist schon ein Trauerspiel, daß die Sprachgemeinschaft jetzt ausbaden muß, was sich Zabel, Schaeder, Heller und andere ausgedacht haben.“1

Es ist lange an der Zeit, dem ein Ende zu setzen. Es kann doch nicht andauernd so weitergehen, daß Kindern der Zugang zum richtigen Erlernen ihrer Muttersprache an den Schulen systematisch verwehrt wird. (Mein oben angeführtes Beispiel war nur EIN Beispiel! Mit den Fehlern und Mängeln der
Rechtschreibreform lassen sich problemlos ganze Bücher füllen!) Die Kultusminister haben einen schweren Fehler begangen, aber er wird doch nicht dadurch besser, daß sie versuchen, ihn „auszusitzen“. Die Schäden werden nur
immer größer (und langsam irreparabel, wie ich fürchte). Wenn alle unsere bedeutenden Schriftsteller (und fast alle Fachwissenschaftler – sofern sie nicht direkt oder indirekt in die Reform involviert sind), diese Reform ablehnen, kann man dann „immer so weiter“ als Parole ausgeben? (Nebenbei: Kann eine Rechtschreibreform, die so schwer zu erlernen ist, daß eine Kultusministerin sie auch sechs Jahre nach Ihrer Einführung nicht richtig beherrscht – wie Ihr Schreiben an die „Märkische Allgemeine“ am 8. August
belegt – für die Schüler wirklich einen Nutzen bedeuten?)

Ich vermute, daß Sie dieses Schreiben gar nicht zu Gesicht bekommen. Dennoch habe ich es geschrieben – vielleicht bleibt es ja doch nicht ohne alle Wirkung.

Mit freundlichen Grüßen

1 In einem Brief an Professor Ickler vom 10.11. 1996, den dieser inzwischen veröffentlicht hat

__________________
Dr. Wolfgang Scheuermann

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Karl Eichholz
12.03.2002 07.57
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Danke!

wobei auch noch für die Öffentlichkeit interessant sein dürfte, wann der Brief geschrieben wurde.

__________________

mit herzlichen Grüßen
Karl Eichholz

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Elke Philburn
11.03.2002 14.52
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Dieser Brief spricht ja wirklich Bände.

Danke, daß Sie der Öffentlichkeit diesen Einblick gewähren.

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Theodor Ickler
11.03.2002 13.48
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Ein Jahr nach dem Tode des früheren Dudenchefs Günther Drosdowskis scheint mir die Zeit gekommen, seinen handschriftlichen Brief an mich der Öffentlichkeit in voller Länge zugänglich zu machen. Es handelt sich meiner Ansicht nach um ein wichtiges zeitgeschichtliches Dokument, das für ein volles Verständnis der Rechtschreibreform unentbehrlich ist.
Die Abschrift ist buchstabengetreu und vollständig.

Mannheim, 10. 11. 1996

Lieber Herr Ickler,

entschuldigen Sie bitte, daß ich erst heute dazu komme, Ihnen zu schreiben und mich für Ihre Post zu bedanken, aber mein 70. Geburtstag zwang mich, aus Mannheim zu flüchten.

Auf Zypern, der Insel der Aphrodite, hatte ich mich verkrochen, um Altersplissierungen zu mildern und meinen Gram über die Rechtschreibreform und das Gerangel um den neuen Duden zu vergessen. Ich bin zwar nicht schön wie Aphrodite dem Meer entstiegen, aber immerhin gut erholt und mit mehr Abstand zu den Dingen nach Mannheim zurückgekehrt.

Über die unselige Rechtschreibreform noch Worte zu verlieren lohnt sich aus meiner Sicht fast nicht, peinlich auch, daß die Schriftsteller jetzt erst aus ihrem Dornröschenschlaf aufgewacht sind. Mir erlegten Anweisungen der Kultusministerien und die Verlagsräson auf, daß ich die Reform mit trage, aber es ist nicht meine Reform. Ich habe mich mit meinen Vorstellungen von einer vernünftigen Neuregelung nicht durchsetzen können, bin immer überstimmt worden – in der Rechtschreibkommission und in den Arbeitsgruppen herrschten mafiaähnliche Zustände. Einige Reformer hatten von der Verschriftung der Sprache und der Funktion der Rechtschreibung für die Sprachgemeinschaft keine Ahnung, von der Grammatik, ohne die es bei Regelungen der Orthographie nun einmal nicht geht, sowieso nicht. Sie mißbrauchten die Reform schamlos, um sich Ansehen im Fach und in der Öffentlichkeit zu verschaffen, Eitelkeiten zu befriedigen und mit orthographischen Publikationen Geld zu verdienen. Selten habe ich erlebt, daß Menschen sich so ungeniert ausziehen und ihre fachlichen und charakterlichen Defizite zur Schau stellen. Es ist schon ein Trauerspiel, daß die Sprachgemeinschaft jetzt ausbaden muß, was sich Zabel, Schaeder, Heller und andere ausgedacht haben.

Ich selbst habe natürlich auch den Duden mit der Bertelsmann-Rechtschreibung verglichen und stimme mit Ihnen weitestgehend überein. Auch wenn ich die „Duden-Brille“ abnehme, bin ich fest davon überzeugt, daß die Dudenredaktion die Neuregelung besser umgesetzt hat. Daß sie nicht alles optimal gelöst hat, daran gibt es keinen Zweifel, liegt aber auch daran, daß einige Regelungen unglücklich oder sogar idiotisch sind. In der letzten Sitzung des Wissenschaftlichen Rates der Dudenredaktion habe ich veranlaßt, daß alle Vergleiche und Besprechungen kritisch ausgewertet und Verbesserungsmöglichkeiten bedacht werden. Wie Änderungen dann eingebracht werden, steht allerdings offen, schon jetzt bestürmen einige Reformer die Dudenredaktion, bloß keine Korrekturen vorzunehmen, sondern abzuwarten, was die internationale Kommission vom nächsten Jahr an tut.

Von dieser Kommission stehen uns ja sicherlich auch noch Burlesken ins Haus, ein Rüpelstück schon allein die Besetzung: Diejenigen, die ihre Spielwiese erhalten wollen, schließen diejenigen, die etwas von der Sache verstehen und Kritik üben, aus, und Kultusministerien drängen auf Quotenregelung! Wundert es Sie da, daß ich des Treibens müde bin?

Herzlich grüßt Sie

Ihr Günther Drosdowski

– geändert durch Theodor Ickler am 13.03.2002, 13.09 –
__________________
Th. Ickler

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