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eingetragen von 1 am 18.07.2005 um 15.43

>>18.07.2005/ 14:00
Telefonkonferenz der Unionsländer zur Rechtschreibreform vertagt
Stuttgart (dpa) - Die unionsgeführten Bundesländer haben die für heute geplante Telefonkonferenz im Rechtschreibstreit auf morgen vertagt. Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger hatte sich am Wochenende für eine einheitliche Linie der Union im Streit um die neuen Schreibregeln ausgesprochen. Dazu hatte er eine Telefonkonferenz ins Spiel gebracht. Bayern und Nordrhein-Westfalen haben als einzige Länder angekündigt, die neue Rechtschreibung zum 1. August noch nicht verbindlich für Schulen und Behörden einzuführen.<<

http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/10526086/63589/


eingetragen von Detlef Lindenthal am 18.07.2005 um 09.37

>>KOMMENTAR: RECHTSCHREIBREFORM
Flatterhaft
VON MATTHIAS ARNING

Für einen Augenblick hat Peter Müller gezögert. Soll er? Oder soll er nicht? Kürzlich, am Ende des Treffens mit seinen Kollegen aus den Ländern, blieb der Ministerpräsident dann doch hart. Der CDU-Politiker signalisierte: Das Saarland ist am 1. August dabei, macht bei der für die Schulen von diesem Zeitpunkt an bundesweit verbindlichen Rechtschreibreform mit.

Viele reagierten erleichtert. Selbst wenn manche, mit dem Anspruch kultureller Hegemonie auftretende Verlagshäuser von der neuen Rechtschreibung nichts wissen wollen, sollte doch für die Schulen und die Schüler nach langem Kulturkampf Verbindliches garantiert sein.

Verbindlichkeit gehört zu den Grundlagen des Rechtsstaats. Ohne Rechtssicherheit ließe sich kein Kaufmann auf ein Geschäft ein, stellte kein Arzt eine Untersuchung an, schlösse kein Bürger eine Versicherung ab. Rechtssicherheit zu schaffen gehört zu den originären Aufgaben des Gesetzgebers. Erfüllt der diese an ihn gerichteten, unter demokratischen Verhältnissen selbstverständliche Erwartung, kann er selbst in Zeiten des Politikverdrusses mit Vertrauen rechnen.

Anders als das Saarland scheren Bayern und Nordrhein-Westfalen bei der Rechtschreibreform jetzt doch noch aus. Dabei hatte schon Peter Müller eingesehen, dass ein Rückzieher "die Verwirrung noch größer" macht.<<

http://www.fr-aktuell.de/ressorts/nachrichten_und_politik/die_seite_3/?cnt=700739

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„Rechtssicherheit zu schaffen gehört zu den originären Aufgaben des Gesetzgebers.“ – Was hat RS„R“ mit Gesetzgebung zu tun?? Einziger Gesetzgeber in Sachen Rechtschreibung waren wir schleswig-holsteinischen Bürger; alle „Reform“-Maßnahmen wurden dagegen auf dem Verordnungswege eingeführt, wie 1933 bei Hitler.
„Verbindlichkeit gehört zu den Grundlagen des Rechtsstaats. “ – Sowas aus der linken FR; die ist so links, daß sie, wie bei Stalin, ultrarechts schon wieder anschließt.
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Detlef Lindenthal


eingetragen von 1 am 18.07.2005 um 08.27

Hamburg führt neue Rechtschreibung ein
Quelle: Die Welt

Bayern und NRW kassieren Kritik für Vorstoß bei Rechtschreibreform
... - Für ihr Vorpreschen zur Verschiebung der RECHTSCHREIBREFORM haben die unionsgeführten Länder Bayern und Nordrhein-Westfalen ...
Quelle: Yahoo News

Berlin kritisiert Bayern für Ausscheren aus Rechtschreibreform
... August geplanten verbindlichen Einführung der RECHTSCHREIBREFORM kritisiert. Berlin bleibe "selbstverständlich" bei ...
Quelle: Yahoo News

Bayern und Nordrhein-Westfalen blockieren Rechtschreibreform
... Stoiber geht der jahrelange Streit um die RECHTSCHREIBREFORM völlig unerwartet in eine neue Runde: Zwei Wochen vor ...
Quelle: Yahoo News

Bayern und Nordrhein-Westfalen stoppen Rechtschreibreform
... August vorgesehene verbindliche Einführung der RECHTSCHREIBREFORM verschieben. Das bericht der "Spiegel" vorab in seiner ...
Quelle: Yahoo News

Unionsländer wollen Übergangsfrist bei Rechtschreibreform verlängern
... August vorgesehene verbindliche Einführung der RECHTSCHREIBREFORM verschieben. Das bericht der "Spiegel" vorab in seiner ...
Quelle: Yahoo News

Mehrere Länder blockieren Schreibreform
Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) sagte der "Bild am Sonntag", seine Regierung "wird die RECHTSCHREIBREFORM am 1. August nicht in Kraft setzen.
Quelle: Die Welt

Rechtschreibreform – Stück aus dem Tollhaus
Wiesbadener Kurier – Rheinland-Pfalz


eingetragen von Detlef Lindenthal am 17.07.2005 um 23.25

DLF, 0:37 Uhr:
»Eine Meldung aus Flensburg:
Schleswig-Holstein führt die Rechtschreib„reform“ wie geplant zu 1. August ein. „Wir haben 7 Jahre lang diskutiert, jetzt bleiben wir beim vereinbarten Fahrplan“, sagte die stellvertretende Regierungssprecherin Anne Neelkes dem Flensburger Tageblatt. Zum neuen Schuljahr werden an Schleswig-Holsteins Schulen die unstrittigen Teile der neuen Regeln gelten. ... [auch] Hessen, Sachsen und Thüringen wollen beim Beschluß der Kultusminister bleiben.«

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Die tägliche Lüge wird hier aufgedeckt: Keinesfalls haben die CDU oder eine andere Partei „7 Jahre lang diskutiert“. Herr Peter Harry Carstensen rief mich eigens zu Hause an, um mich einzuschüchtern und mich von der Erörterung der Rechtschreibfrage abzuhalten. Herr Volker Rühe brachte in Flintbek unzutreffende Behauptungen zur Schulrechtschreibung, nachhaken durfte ich nicht.

Der Kultusministerin Frau Ute Erdsieck-Rave gefror ihr Lächeln, als ich sie in der Husumer Messehalle auf der Bildungsmesse als Elternvertreter um eine Aussprache über die Rechtschreibänderung bat, und sie log mich an: „Und wir haben auch gar keine Zeit mehr. Das ist nicht gelogen.“ Es war aber doch gelogen, denn gerade zuvor hatte sie mir zuckersüß lächelnd geantwortet, daß ich ihr Fragen stellen könne.

Auch im Kieler Landtag wurde am 17. September 1999 nicht diskutiert, als unser vom Volke selber beschlossenes Rechtschreibgesetz ohne jede Aussprache von den gleichgeschalteten Parteien in den Boden getreten wurde, so daß jedes Schulkind verstanden hat: In unserem Land wird nicht gedacht und diskutiert, sondern gehorcht.
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Detlef Lindenthal


eingetragen von 1 am 17.07.2005 um 20.59

Potsdam (dpa) – Um die deutsche Rechtschreibung gibt es erneut Verwirrung: Die CDU-Bundestagsabgeordnete Katherina Reiche begrüßte, dass Bayern und Nordrhein-Westfalen die Einführung der neuen Rechtschreibregeln verschieben wollen. Die KMK-Vorsitzende und brandenburgische Kulturministerin Johanna Wanka (CDU) zeigte sich "verwundert und erstaunt".

Reiche sagte am Samstag in Potsdam, auch Brandenburg solle sich den beiden Ländern anschließen. "Die Reform war ein großer Fehler und hat bisher in den Schulen und bei der Bevölkerung nur zu Verwirrung und Unsicherheit geführt." Es sei eine Frage der Vernunft, zunächst die Korrekturempfehlungen des Rates für Rechtschreibung in den nächsten Monaten abzuwarten.

Nach Berichten des Magazins "Der Spiegel" und der Zeitung "Bild am Sonntag" wollen beide Länder warten, bis der Rat für deutsche Rechtschreibung in den nächsten Monaten seine Empfehlungen für Korrekturen an dem seit Jahren umstrittenen Regelwerk vorlegt. Damit stellen sich die Ministerpräsidenten Edmund Stoiber (Bayern/CSU) und Jürgen Rüttgers (NRW/CDU) gegen die Kultusministerkonferenz (KMK): Diese hatte Anfang Juni einstimmig beschlossen, die unstrittigen Teile der Reform zum 1. August für Schulen und Behörden verbindlich werden zu lassen.

KMK-Chefin Wanka sagte der dpa, sie wisse nicht, was Rüttgers und Stoiber mit ihrem Vorstoß bezweckten. "Die Kultusminister haben sich mit ihren Beschlüssen an das gehalten, was die Ministerpräsidenten wollten", sagte sie. Für die Schüler entstehe mit der Forderung einmal mehr eine große Verunsicherung. Sie wies darauf hin, dass die mit viel Mühe gefundenen und nun erneut in Frage gestellten Regelungen auch in Österreich und der Schweiz in Kraft treten sollen. "Wir haben zuvor keine Signale erhalten", sagte Wanka.

Der Rat will bis Sommer 2006 die noch strittigen Reformteile überarbeitet haben. Dabei soll nicht das Regelwerk, sondern der Sprachgebrauch in den Mittelpunkt gerückt werden.“

Sonntag, 17. Juli 2005 (15:42)
http://www.moz.de/index.php/Moz/Article/id/75169


eingetragen von Robert Weller am 17.07.2005 um 17.10

Franz Müntefering, SPD-Bundesgeschäftsführer, in einem Brief an die Parteibasis 1997:
„Sollte ein Land ausscheren, wäre die Reform gescheitert. Ein Rückfall in die ‚orthographische Vielstaaterei‘, wie sie vor der Einführung der für alle verbindlichen Regeln 1901 herrschte, wäre die Folge. Das kann niemand wollen.“


eingetragen von 1 am 17.07.2005 um 15.52

"Es ist ein Befreiungsschlag: Zwei Bundesländer brechen aus der Einheitsfront aus. Bayern und Nordrhein-Westfalen wollen ihren Landeskindern nicht zumuten, zweimal innerhalb eines Jahres umzulernen und womöglich ab nächstem Sommer schon wieder eine neue Orthographie zu lernen. Das Pfuschwerk, das derzeit vom 'Rat für deutsche Rechtschreibung' gründlich umgearbeitet wird, soll zumindest in diesen beiden Ländern nicht schon in zwei Wochen 'verbindlich' werden. Es ist ein erster bescheidener Sieg der Vernunft in einer völlig überflüssigen Streitfrage, die ein Klüngel von zwölf Linguisten einer Sprach- und Schreibgemeinschaft von 100 Millionen Europäern eingebrockt hat. Der mutige, längst fällige Beschluß von Bayern und Nordrhein-Westfalen könnte durchaus den Einstieg in den Ausstieg bedeuten. Für die Sprach- und Schriftkultur wäre es ein Segen."

Kommentar der Berliner Morgenpost, 16(?). 7. 2005, lt. DLF


eingetragen von 1 am 17.07.2005 um 15.42

Der Deutsche Philologenverband hat das Ausscheren Bayerns und Nordrhein-Westfalens bei der verbindlichen Einführung der Rechtschreibreform zum 1. August als 'Zickzack-Kurs' kritisiert. Grundsätzlich könne es sinnvoll sein, die Übergangsfrist zu verlängern, so der Lehrerverband. Entscheidungen kurzfristig über den Haufen zu werfen, trage aber mehr zur Verunsicherung als zur Klärung bei. Bayern und NRW hatten gestern angekündigt, die verbindliche Einführung der neuen Rechtschreibregeln verschieben zu wollen.

http://www.rtl.de/news/artikel/news/news_817810_683007.php


eingetragen von Karl-Heinz Isleif am 16.07.2005 um 22.33

Die Foren der FAZ und der SZ sind zu Baustellen mutiert, und die Welt beobachtet stirnrunzelnd die Umbauarbeiten dort, die länger zu dauern drohen als der Ausbau des Mittleren Rings in München. Darum freut es mich besonders, daß es hier in diesem Forum weitergeht. War ich doch schon immer ein eingefleischter Rechtschreibreformgegnerschaftsmonopolgegner.

Freundlichst

Karl-Heinz Isleif


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