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Die 20 neuesten Rechtschreibbeiträge ...


Re: Astrid Schulz an Eltern im SHEV

Zitat:
Ursprünglich verfaßt von Peter Schmachthagen
... Der Hamburger Schulsenator Ties Rabe (SPD) hat inzwischen einen Kanon von 800 Wörtern verkündet, deren Schreibweise alle Viertklässler am Ende der Grundschule beherrschen müssen. Außerdem verbot er die Methode "Lesen durch Schreiben", was bei einigen Eltern und Lehrern nicht ohne Widerspruch blieb. Doch wo die Einsicht fehlt, muss die Obrigkeit eingreifen...

Der Verfasser beschwört die höhere Einsicht der Obrigkeit gegenüber dem beschränkten Untertanenverstand. Nachtigall, ick hör dir trapsen!

Deswegen meinte doch die Politik, sich der „Reform“ unserer bewährten Rechtschreibung zuwenden und dazu unsere Schulkinder instrumentieren zu müssen. Schmachthagen unterschlägt wieder diesen Bruch in der Literatur- und Lesetradition und bauscht dafür die Reichen-Methode auf.

Ein aufgewecktes Kind braucht keine Anlauttabelle. Das ist ja wie chinesische Zeichen aufsuchen. Einmal gesehen, ausgesprochen und geschrieben, dann sitzt der Buchstabe – schneller als bei vielen Erwachsenen. Es muß nur noch fleißig geübt werden.


Sigmar Salzburg

15.12.2017 00:13   Veranstaltungen   >   Schleswig-Holsteinischer Elternverein e.V.   Beitrag im Faden   Beitrag einzeln


Astrid Schulz an Eltern im SHEV

Meinung – Was Frau Bachmayer für Schwachsinn hält
12.12.17
Deutschstunde
Von Peter Schmachthagen

Nämlich die Methode "Lesen durch Schreiben" als Anschlag auf die Schüler und die Rechtschreibung.

Zitieren wir Frau Bachmayer. Frau Bachmayer ist Mitte 30, Lehrerin und bloggt auf bild.de über ihren Schulalltag. Das heißt, Frau Bachmayer heißt gar nicht Frau Bachmayer. Sie benutzt dieses Pseudonym, weil sie ihren Job behalten und keinen Ärger mit ihrem Direktor, dem Kollegium und der GEW haben will. Aber ihre Geschichten sind echt, wird versichert, und ihre Beobachtungen lassen die Leser bei allem Unterhaltungswert betroffen über den Stand des deutschen Bildungswesens zurück.

Frau Bachmayer schreibt: "In den Klassenarbeiten wimmelt es nur so vor Rechtschreibfehlern. Selbst in meiner 10. Klasse können viele nicht mehr richtig schreiben. Und so sitze ich im Moment ewig an den Bewerbungsschreiben meiner Schüler, um diese zu korrigieren. Da steht dann zum Beispiel: 'Hallo Herrn Steffens, ich habe ihre Anzeige gelesen und möchte mich bei sie Bewerben da ich Großes interesse an Menschen und spaß beim umgang mit ihnen habe.' Rechtschreibung und Grammatik Sechs, setzen!" Der Schüler hat es nicht anders gelernt, jedenfalls nicht in den ersten beiden Klassen der Grundschule, in der es geradezu als Mangel an Kreativität sowie Entfaltung der Schreiblust galt und teilweise immer noch gilt, richtig zu schreiben.

Die Kinder sollten ohne Regeln so drauflosschreiben, wie sie sprachen und hörten, und den Eltern wurde streng verboten einzugreifen. Dann stand da "Der fuks Leuft WEK" oder "vadda hadd fädestelle" (Pferdeställe), und das Kind wurde ob dieser Leistung gelobt, um ja nichts zu blockieren. Las die Lehrerin aber "Der Fuchs läuft weg", gab es Ärger, weil hier offenbar völlig unkreativ die Mutter geholfen hatte. Ab der dritten Klasse soll dann regelgerecht geschrieben werden. Doch dann ist es für viele Schüler zu spät.

"Schreiben nach Gehör" – eine ideologische Methode


Die weniger praktischen als ideologischen Methoden "Lesen durch Schreiben" oder "Schreiben nach Gehör" lassen sich nicht mehr umbiegen. Das merkt man spätestens, wenn ein Zehntklässler die Lehrstelle nicht bekommt, weil er sich für eine "Leerstelle" beworben hat. Gegen Kreativität ist nichts einzuwenden, aber warum nicht gleich mit Regeln?

Es ist zwar schon 70 Jahre her, doch ich und die anderen Abc-Schützen waren damals begeistert und stolz, wenn wir ein Wort richtig gelernt hatten, und wir wollten voller Eifer und völlig ohne Frust und Blockade möglichst viele neue Wörter wie die Erwachsenen richtig schreiben. Das Gleiche erlebte ich mit meiner Tochter, und selbst meine Enkelin präsentiert glücklich und ohne Zwang, was sie schon alles wie Papa und Mama richtig machen kann. Natürlich kommt es dabei auf den Sprachhintergrund der einzelnen Familien an, aber ich vermag nicht einzusehen, dass einem kleinen Syrer geholfen ist, wenn er erst "fädestelle" und zwei Jahre später "Pferdeställe" lernen soll.

Rechtschreibung: Wo Einsicht fehlt, muss die Obrigkeit eingreifen

Stellen Sie sich vor, ein Fahrschüler sitzt zum ersten Mal hinter dem Steuer, und der Fahrlehrer sagt: "Junge, fahr los! Die Verkehrsregeln lernen wir später!" Bei Rot halten? Rot ist die Zukunft, gib Gas! Rechtsverkehr? Links liegt die Wahrheit, rüber auf die andere Straßenseite! Es könnte sein, dass nach riesigem Blechschaden, Blaulicht und Krankenhaus die Straßenverkehrsordnung selbst von uneinsichtigen Pädagogen doch von Anfang an für die richtige Lösung gehalten wird.

Lesen wir weiter bei Frau Bachmayer, die (wie immer mehr Experten) die Methode "Schreiben nach Gehör" für kläglich gescheitert hält: "Es wird also dringend Zeit, die Methode zu überdenken, damit nicht noch mehr Lehrkräfte auf diesen Schwachsinn abfahren. Unsere Kinder müssen wieder richtig lesen und schreiben lernen. Von Anfang an."

Der Hamburger Schulsenator Ties Rabe (SPD) hat inzwischen einen Kanon von 800 Wörtern verkündet, deren Schreibweise alle Viertklässler am Ende der Grundschule beherrschen müssen. Außerdem verbot er die Methode "Lesen durch Schreiben", was bei einigen Eltern und Lehrern nicht ohne Widerspruch blieb. Doch wo die Einsicht fehlt, muss die Obrigkeit eingreifen. Vielleicht bekommt unser Schüler dann ja doch noch seine Lehrstelle, selbst wenn Frau Bachmayer ein weinig bei der Bewerbung geholfen hat.

deutschstunde@t-online.de

https://www.abendblatt.de/meinung/article212811129/Was-Frau-Bachmayer-fuer-Schwachsinn-haelt.html

--
Astrid Schulz-Evers
Vorsitzende des Schleswig-Holsteinischen Elternvereins e.V.
Bürgermeister-Kinder-Str.9
24306 Plön am See


Kevin Kraus

14.12.2017 12:00   Veranstaltungen   >   Schleswig-Holsteinischer Elternverein e.V.   Beitrag im Faden   Beitrag einzeln


Aberglaube [?]

Streng hüten Franzosen ihre haarsträubende Orthografie

Französisch schreiben ist tückisch, das mussten jüngst auch „Presse“-Feuilletonisten und ihre Leser merken. Es hat mit der Renaissance zu tun.

Anne-Catherine Simon
13.12.2017 um 07:55

Englische Liedtexte sind für „Presse“-Feuilletonisten vertrautes Terrain. Treten jedoch Charles Aznavour und Carla Bruni in Wien auf, kann es für Kritiker schwer werden, sich an sämtlichen orthografischen Fallen vorbei_zu_manövrieren. Leser zürnten uns zuletzt zurecht.*)

Und doch: Lassen Sie mich um Nachsicht für jene werben, die mit der französischen Rechtschreibung hadern (zu ihnen gehören nicht zuletzt viele österreichische Schüler). Denn das tun ja auch die Franzosen selbst. Ihre für Eleganz und Wohlklang berühmte Sprache hat eine berüchtigt komplizierte Orthografie. Sie wirkt skandalös unlogisch – weil so weit von der Aussprache entfernt.

Dabei hat sie sehr wohl ihre Logik; nur eben die von Renaissance-Gelehrten. Nachdem König François I. im 16. Jahrhundert statt dem Latein das Französische zur Amtssprache erhoben hatte, vereinheitlichte man die Schreibung. Bisher war diese mehr der Aussprache gefolgt, die Reformer gingen nun zurück zu den etymologischen Wurzeln. Nicht zu den direkten freilich, dem Vulgärlatein. Vielmehr hielten sie sich an einen in ihren Augen würdigeren Ahnen: das klassische Latein.

Die Académie française, im 17. Jahrhundert geschaffene oberste Sprachpflegerin, zementierte dann die neue Norm und nannte sie „alte Schreibung“. Am berühmten Rolandslied etwa, das um 1100 entstanden ist, kann man sehen, wie wenig diese angeblich alte mit den tatsächlichen alten Schreibgewohnheiten zu tun hat.

Damals wurde zum Beispiel aus „tens“ („Zeit“) die Schreibung „temps“ – nach dem lateinischen „tempus“. Das Wort für Mensch, „homme“, war bis dahin oft ohne h ausgekommen (dieses fehlt ja auch im italienischen „uomo“). Doch wegen „homo“ kam nun das obligatorische „h“. Nicht immer waren die Gelehrten dabei konsequent: Das Pronomen „on“ für „man“, verlor sein „h“, das es davor teilweise gehabt hatte.

Hier und da schlichen sich auch etymologische Fehler ein. So legten die Reformer für das Verb „wissen“ zunächst die Schreibung „sçavoir“ fest, strichen das „c“ aber wieder, als sie erkannten, dass sich das Wort nicht von „scire“, sondern vom spätlateinischen „sapere“ herleitet.

Schon im 16. Jahrhundert wollte der Schöpfer der ersten großen französischen Grammatik, Louis Meigret, die Rechtschreibung wieder vereinfachen. So wie er sind im Land der eifrigen Sprachhüter bis jetzt alle gescheitert. Eine Rechtschreibreform von 1990 ist bis heute nicht zwingend und wird kaum angewendet. Dem Französischen als Weltsprache hilft das nicht. Aber eines lässt sich nicht bestreiten: Es gibt der Sprache dafür den Reiz des Elitären – einer Schönheit, die sich nicht so leicht erobern lässt.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.12.2017)

diepresse.com 13.12.2017

*) Die „zu Recht/zurecht“-Fehlschreibung wird wohl auch inspiriert von der „mithilfe“-Reform.

„Die Presse“ hatte bekanntlich nach einer Leserbefragung 1999 gezögert, sich auf »unsere« „Reform“ umzustellen – zu Recht: Man kann es auch heute kaum glauben, daß es einer penetranten Kleinschreibersekte gelang, eine 100-Millionen-Sprachgemeinschaft wie am Nasenring „mithilfe“ von nutzlosen „dass“ und „Ass“ zur „Tollpatsch“-Großschreibung zu ziehen – nicht zuletzt, weil in der Bundesrepublik 64 unfähige Politiker ihrem Urinstinkt nachgaben, den Affenärschen von wichtigtuerischen „Experten“ nachzufolgen. – Wie man sieht, kommen die traditionsbewußten Franzosen und Engländer mit zehn- und zwanzigfach schwierigerer Rechtschreibung auch gut zurecht.


Sigmar Salzburg

13.12.2017 11:44   Zeitungen, Rundfunk, Fernsehen   >   Die Presse   Beitrag im Faden   Beitrag einzeln


Komma eingespart, Schwachsinn vorgelesen ...

Dies wurde am 12.12.17 gegen 19:12 im Deutschlandfunk so vorgelesen:
    „Zu groß war die Angst beim Wähler in Ungnade zu fallen.“
Der DLF hält sich nicht an die Abmachung der Presseagenturen und Zeitungen, die Kommata in bewährter lesefreundlicher Weise zu setzen.

Und, klar: Wählerinnen sind naürlich nicht so ängstlich, oder wie.

Detlef Lindenthal

12.12.2017 19:01   Beispielsammlung über Sinn und Unsinn   >   Unser tägliches Doofdeutsch 2   Beitrag im Faden   Beitrag einzeln


Schule heute

Schulalltag in Deutschland: Lehrerin wird von Schülern und Schulleitung schikaniert!

Ein Freund schrieb mir: Meine Tochter (42) hat sich Ihren Traum erfüllt, als Lehrerin Schüler zu unterrichten. Als Klassenlehrerin konnte sie in einer Realschule in NRW außerhalb von Köln eine 5. Klasse erfolgreich bis zum Abschluss führen. Mit großem Dank und Anerkennung ihrer Leistungen als Klassenlehrerin hat sich ihre Klasse bei der Abschlussfeier mit zahlreichen Geschenken von ihr verabschiedet.

von Vera Lengsfeld

Weil sie sich auch örtlich verbessern wollte, hat sie sich in eine Kölner Realschule versetzen lassen und musste hier feststellen, dass diese Kölner Realschule überwiegend von lernunwilligen, teilweise extrem pöbelnden Schülern besucht wurde und wird.

Gleich zu Beginn des Unterrichts im ersten Schulhalbjahr 2016 wurde ihr von pöbelnden Schülern gesagt, dass sie schon mal einen Lehrer von dieser Schule gemobbt haben und das auch sie nicht lange hierbleiben wird.

Hier einige Auszüge des Schulalltags:

Die 5. Klasse ist gemischt, der kleinere Teil der Schüler ist deutsch, soweit ich weiß, sind auch drei Förderschüler darunter.

Schüler während des Unterrichts:

Werfen mit dem Experimentiermaterial um sich,
bewerfen auch die Lehrerin,
verdrecken den Fußboden, wollen nicht sauber machen,
verstecken Material im Raum,
randalieren, schreien und toben oberhalb eines Schallpegels von 85 dBA und boykottieren den Unterricht,
trinken provozierend Tee aus ihren Thermoskannen im Fachraum, hinterlassen eine Teepfütze,
rülpsen,
Jacken werden anbehalten,
Taschen liegen auf dem Tisch,
Kaugummi im Mund,
reden, schreien,
beleidigen Mitschüler,
keine Reaktion auf Anweisungen der Lehrerin,
Störungen während der Prüfungen,
treten massiv unverschämt, beleidigend und provozierend auf und verweigern ganz offen ihre Mitarbeit,
mutwillig zerbröseltes Versuchsmaterial,
spielen Karten,
weigern sich die Jacken auszuziehen, Taschen vom Tisch zu nehmen,
lautstarke Gespräche quer durch den Raum,
provozieren die Lehrerin, auf die Tische zum Schlafen gelegt,
reagieren gar nicht oder erst nach dem 20. Mal auf eine Aufforderung der Lehrerin,
packen nichts aus,
schreiben nicht mit,
erledigen keine Arbeitsaufträge,
reden mit Nachbarn,
gehen verschwenderisch mit Verbrauchsmitteln um,
nehmen Sachen der Lehrerin vom Pult,
lassen Notizzettel verschwinden,
pflegen auch gerne unaufgefordert ans Pult zu kommen, Notizen der Lehrerin zu lesen und zu verlangen, die Lehrerin solle begründen, warum sie dies und jenes aufschreibt,
verlassen ohne Erlaubnis den Klassenraum,
Tierlaute als Störung oder als Antwort,
Herumlaufen trotz Verbot,
Blick in Notizen und Notenlisten der Lehrerin, trotz ständiger Aufforderung Abstand zu nehmen, zum Pult laufen und nachlesen, was die Lehrerin notiert hat, Anweisungen ignorieren, sich lautstark über die Notizen aufregen, wenn sie andere betreffen „vorlesen“.

Schüler zu Lehrerin:

“Wenn Sie mir mein Zeugnis (mit einer 5) versauen, mache ich Ihnen das Leben zur Hölle, was glauben Sie, wer Sie sind, Sie sind nur eine Nebenfachlehrerin, erst mal abwarten, wie lange Sie noch hier sind, wir haben schon mal einen Physiklehrer weg gemobbt, was soll das, Sie Hässliche, sind Sie noch ganz dicht, ich kann hier machen, was ich will, Frau XXX (gemeint ist die Schulleiterin) und ich sind so (Fingerkreuzen), die Schulordnung schreib ich nicht ab, da können Sie auch meine Mutter informieren, die anderen reden auch, warum soll gerade ich still sein, Hausordnung schreib ich nicht ab, im Gegensatz zu Ihnen hab ich ein Leben, Sie begehen einen großen Fehler, wenn Sie den meisten eine 5 geben, Sie können dies und das nicht, Sie haben meinen Arm im Fenster eingeklemmt, Sie haben meinen Arm in der Toilettentür eingeklemmt. Weil sie gar keinen richtigen Physikunterricht gehabt hätten, und vorher auch keinen (dabei wurden jede Menge ziemlich abfällige Bemerkungen über den ehemaligen Kollegen gemacht), ist mir egal, interessiert mich nicht, uns wurde gesagt, wir sollen Respekt vor Ihnen haben, aber ich komme rein, schaue in Ihr Gesicht und weiß, vor Ihnen habe ich keinen Respekt, ich höre nicht auf Sie, weil Sie mir nicht pädagogisch genug reagieren. Sie können keinen Unterricht machen, Sie benehmen sich kindischer als sonst was, ich gehe zu Frau XXX, geben Sie es auf! Sie haben es nicht drauf! Warum sagen Sie das immer wieder? Geben Sie doch auf, Sie hören doch eh immer das Gleiche von uns! Es nutzt gar nichts, wenn SIE das sagen! Macht Ihnen das Spaß, alles über uns aufzuschreiben? Schreiben Sie ein Buch über uns? Haben Sie Test? [Diesen Fragesatz „Haben Sie Test?“ verstehe ich gar nicht!] Nein? Warum? Wir müssen auch Hausaufgaben machen! Was, wieso werde immer ich ermahnt? Alle anderen reden und ich werde (direkt) angesprochen?“

Dazu mischen sich dann alle Nachbarn lautstark ein: „Jaaa, der hat gaar nix gemacht! Wo haben Sie eigentlich studiert? Sie sind unfähig, Sie sind eine Lügnerin!“

Weil die Lehrerin, meine Tochter auch mit sämtlichen Hilferufe an die Schulleitung von dieser völlig schutzlos und ohne Unterrichtsbesuche von der Schulleitung alleine gelassen und regelrecht verheizt wurde, habe ich im Januar 2017 eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen die Schulleiterin eingereicht.

Und plötzlich änderte sich die Lage.

Im zweiten Schulhalbjahr, nach meiner Dienstaufsichtsbeschwerde gegen die Schulleiterin im Januar 2017, wurde und wird meine Tochter zusätzlich von der Schulleiterin schikaniert, verleumdet, genötigt, geärgert, verbal angegriffen oder mit übler Nachrede herabgesetzt.

Beginn einer zunehmenden Zermürbung wegen meiner Dienstaufsichtsbeschwerde mit der bösartigen Wegnahme des gut funktionierenden Mathematikunterrichts in der Klasse 5 c mitten im Schuljahr, denn gerade hier gab es nicht nur positive Rückmeldungen der Schüler, sondern auch von deren Eltern. Plötzliches Interesse am Unterricht meiner Tochter mit fadenscheinigen Bewertungen, als wäre meine Tochter eine unerfahrene Praktikantin. Starrsinnige Verweigerung der Schulleiterin von klärenden Gesprächen für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit, welche von meiner Tochter wiederholt angefragt wurden.

Die Weisungsbefugnisse der Schulleiterin gegen meine Tochter und gegen weitere drangsalierte Lehrkräfte enden spätestens da, wo strafbare Handlungen (§ 186 StGB Üble Nachrede, § 187 StGB Verleumdung, § 240 StGB Nötigung) anfangen.

Es ist kriminell, wie die Schulleiterin immer wieder vorsätzlich neutral engagierte Lehrkräfte solange gesundheitsschädigend drangsaliert, bis sie zermürbt diese Schule krank verlassen müssen!

Danach erfolgten drei Dienstgespräche bei der Bezirksregierung ohne Erfolg!

Zudem wird eine erforderliche Mediation zwischen der Schulleiterin und meiner Tochter , welche im dritten Dienstgespräch von der Bezirksregierung im September 2017 angewiesen wurde, doch nicht stattfinden – stattdessen nimmt die Zermürbung und das Mobbing mit Intrigen gegen meine Tochter weiter verstärkt ungehindert ihren Lauf.

Entsprechend habe ich beim Ministerium und der Schulministerin von NRW mehrmals um Beendigung der strafbaren Handlungen gegen meine Tochter ersucht – bis heute (30.11.2017) ohne Erfolg!

freiewelt.net 11.12.2017 und vera-lengsfeld.de 8.12.2017


Sigmar Salzburg

11.12.2017 11:43   Schule   >   Was ist heute Schule?   Beitrag im Faden   Beitrag einzeln


Träume und Freunde

Der Volksmund sagt:
Der Tag hat 24 Stunden, und wenn die nicht reichen, nehmen wir die Nacht zur Hilfe
– so auch ich:

Der Traum brachte mir heute eine Erkenntnis, die mir, obgleich ich zuvor 66 Jahre lang jeden Tag über Sprache nachgedacht habe, tagsüber noch verborgen geblieben war und die ich heute im Traum verstanden habe:

Freunde sind welche, sie sich beim Wiedersehen freuen; Sie sind Freuende, und damit sie ein eigenes Wort bekommen, lassen wir das zweite e weg und bekommen die Freunde, und wenn wir das zweite e weglassen, den Freund. In unserer Muttersprache klappt das voll gut.

Im Englischen haben wir zwar auch den friend, aus dem niederdeutschen Angeln mitgebracht (Een Fründ is een, de sick freiht, u.s.w. = un so wieder), aber die Verbindung zum freuen ist bei den Briten unterbrochen, weil sie das Wort freuen  on de boat over de northsea  nicht mitgenommen haben, statt dessen heißt dann viel mühsamer
    rejoice (immerhin mit Verbindung zu joy) oder
    to gloat (als Schadenfreude) oder
    to be glad oder
    to be pleased oder
    to be delighted – also viele Wörter, die erst einzeln gelernt werden müssen.

Irgendwie fehlt dort also unser Wort freuen, weil damals bei der Eroberung der britischen Inseln die Sprachschützer nicht aufgepaßt haben und jenes Wort über Bord fallen ließen (they have let it fall over board).
Ganz vielleicht lebt es noch im Wort
    to frolic,
welches von froh und fröhlich und frohlocken kommen könnte.


Wenn ein deutscher Reifeschüler mit 19 Jahre (mal angenommen) die Hälfte des Wörterbücherwortschatzes von sagen wir 140.000 Wörtern soweit gelernt haben wird, daß er sie verstehen oder erschließen kann, muß er vom 2. bis zum 19. Lebensjahr 18 Jahre lang an jedem einzelnen Tag 70.000/(18 * 365) = zehn Wörter lernen, und auch am Sonntag und auch in den Ferien. Das klappt nur, wenn solche Wortverbindungen wie
    freuen, Freuende, Freunde, Freund, Freundin, Freundschaft, freundlich und
    Freude, froh, Frohsinn, frohgemut
verfügbar und lebendig sind.

Diese Wortverbindungen klappen deshalb so gut, weil die Muttis ihren Kindern genau die Wörter beibringen, die in den erst noch reifenden Kindergehirnen gut erinnert werden können: Der Muttersprachunterricht der Mütter und Väter und Ahnen und Kitatanten ist ein ganz wesentlicher Grundbaustein für die Sprachpflege einer leistungsstarken Alltagssprache.

Naja, und wenn es im Einzelfall mit dem Spracherwerb und der Sprachliebe etwas weniger gut geklappt hat, dann gibt es ja noch die Zeitung mit den großen Bildern und großen Buchstaben und den kürzeren Sätzen und wenigeren Wörtern. – Es gilt als eine Königsdisziplin der Journalisten, die leicht verständlichen Wortlaute zwischen den dicken Bildern und dicken Schlagzeilen zu schreiben. In meinen jungen Jahren war Peter Boenisch sowohl Regierungssprecher wie abwechselnd auch Chefredakteur der Bild-Zeitung (so ähnlich wie Conrad Ahlers, gleichfalls Springer-Presse). Das hat mich beeindruckt.

Muttersprache ist am besten bei Müttern, (Groß-)Eltern und Psychologen aufgehoben und weniger bei Lateinlehrern, Kanzleischreibern und Journalisten; denn sonst kommt sowas dabei heraus wie bei den Angelsachsen: Die haben keine eigenen Wörter für frei, Mensch, Recht, Heimat (die in einer Kolonialmacht vielleicht ohnehin nicht so hoch im Ansehen stehen), ingleichen sind sie die treibende Kraft in der Kolonialierungs-Nachfolgemodell namens Globalisierung.


So wie ordentliche Hunde aus gutem Grund eine Beißsperre haben gegenüber Rudelführer und Welpen, so sehe ich im Deutschen eine Hemmung gegen die Verwendung eines Wortes in einer anderen Bedeutung als der gelernten Bedeutung.
Beides hat sehr nützliche Ergebnisse: Lebendigen Nachwuchs ebenso wie eindeutige Wortfelder. Das klappt im Deutschen recht gut.

Und es könnte deutlich werden, daß es in der Sprachpflege eine eigene Abteilung gebe namens Wortpflege oder Wörterpflege. Ich bin begeistert, welche herrlichen Wörter bei Adelung und Grimm verzeichnet sind. Neue Wörterbücher braucht das Land.


Zusammenfassung:
Sprachpflege lohnt sich, denn wir haben in unseren Muttersprachen ausgezeichnete Werkzeuge für eine erstklassige Gedankenübertragung und Zusammenarbeit für allen Menschen, Völker, Kulturkreise, Bevölkerungen, Schichten, Fachgruppen.

Detlef Lindenthal

11.12.2017 08:11   Deutsch   >   Muttersprache   Beitrag im Faden   Beitrag einzeln


Gekaperter Volksbund

1942, vor bald 76 Jahren, erhielt meine Mutter die Nachricht, daß mein Vater am 18. Januar nach einem Gefecht nahe Kamenka bei Isjum vermißt werde. Bis heute ist keine Spur von ihm gefunden worden. Ein späteres Gutachten stellte fest, daß damals eine Temperatur von minus 40 Grad herrschte, die keine Überlebenschance bot. Mein Vater war kein Soldat, sondern Künstler und Nazigegner, ein schmächtiger Mann, „er konnte ja kaum den Tornister tragen“.

Jetzt führt der „Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge“ ein Possenspiel auf, um die AfD auszugrenzen, die einzige Partei, die sich noch um ein versöhnliches Verhältnis zu Rußland bemüht. Die JF schreibt:
Das deutsch-russische Kriegsgräberabkommen von 1992. Es sieht vor, daß sich der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge im Auftrag der Bundesregierung um den Erhalt und die Pflege der Gräber deutscher Gefallener in Rußland kümmert...

Der 25. Jahrestag der Unterzeichnung wird kommende Woche mit einem Festakt im Deutsch-Russischen Museum in Berlin-Karlshorst feierlich begangen...

Ausgerichtet wird der Festakt zum Jubiläum des Abkommens vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge. Nach Informationen der JUNGEN FREIHEIT hat die Organisationen dazu alle im Bundestag vertretenen Parteien eingeladen – bis auf die AfD-Fraktion...

Der Fraktionsvorsitzende der AfD im Bundestag, Alexander Gauland, kritisierte gegenüber der JF die Nicht-Einladung als „willkürliche Ausgrenzung“. Zuletzt hatte in der Führung des Volksbunds das große Interesse von AfD-Abgeordneten am Festakt zum Volkstrauertag im Bundestag für Wirbel gesorgt.

jungefreiheit.de 8.12.2017
Zwei Tage vorher hatte mich noch der „Volksbund“ angeschrieben:
Damit unsere Arbeit auch in Zukunft weitergehen kann, brauchen wir Menschen, denen der Frieden am Herzen liegt - wir brauchen Menschen wie Sie, die uns unterstützen! Jeder Euro, jeder Cent ist wichtig!
In einer anderen Nachrichtenquelle erfährt man, wer den Bund gekapert hat und wundert sich nicht mehr:
Rund 50 Mitglieder der AfD-Fraktion hatten ihr Kommen angekündigt. Grund genug für den Vorstand des Volksbundes, die Vertreter des Kartells um ihre Teilnahme anzubetteln. Zu den Unterzeichnern des Bettel- und Diffamierungsbriefes gehören u.a. Hartmut Tölle, Berufsfunktionär im DGB und Beisitzer im Vorstand sowie die Landessprecherin der Grünen Jugend Baden-Württemberg, Lena Christin Schwelling, Berufsfunktionäre des DGB und linksversiffte Grüne.
pi 10.12.2017


Sigmar Salzburg

10.12.2017 20:47   Rechtschreibforum   >   Es gehört nicht hierher, aber dennoch ... 2   Beitrag im Faden   Beitrag einzeln


Das reformierte Rechtschreib-Trauerspiel geht weiter

Verlernen wir, richtig zu schreiben?

[I bims ... hatten wir schon, lassen wir weg] ... Der (anonyme) Betreiber karikiert die vielen Schreibfehler im Internet, indem er absichtlich falsche Sätze auf kitschige Fotos klatscht. 360.000 Usern gefällt das. Es ist zu befürchten, dass nicht alle von ihnen merken, wenn etwas inkorrekt geschrieben wird.

Denn immer mehr Menschen stehen mit der Rechtschreibung auf Kriegsfuß. Für Österreich gibt es dazu keine belegbaren Zahlen, für Deutschland schon – etwa in der Studie von Wolfgang Steinig. Der Germanistikprofessor der Uni Siegen hat Schulaufsätze aus drei Jahrzehnten miteinander verglichen und kommt zum Schluss: Schüler machen heute mehr als doppelt so viele Rechtschreibfehler wie vor vierzig Jahren. Besonders erschütternd ist die Entwicklung bei Kindern aus bildungsfernen Familien – bei ihnen hat sich die Fehlerhäufigkeit sogar verdreifacht. Die pädagogische Mode, Kinder anfangs nach Gehör schreiben zu lassen, könnte eine Ursache sein. [Gut als ablenkende Erklärung!]

Angehende Lehrer

Dass das nicht nur ein deutsches Phänomen ist, beobachtet Erwin Rauscher, Rektor der Pädagogischen Hochschule (PH) Niederösterreich: "Das haben wir bei den Eingangsprüfungen festgestellt, die die Studienbewerber bis vor zwei Jahren ablegen mussten. Da scheiterten die meisten neben Sport und Musik an der Rechtschreibung." Er ortet nicht nur Probleme bei Orthografie und Interpunktion: "Auch die Vielgestaltigkeit des Ausdrucks geht zurück." Doch gerade Lehrer müssten die Rechtschreibung verinnerlichen, fordert Christine Schörg, Fachdidaktikerin an der PH NÖ: "Die Gesellschaft hat ein Recht darauf, dass Pädagogen diese beherrschen – Physik- genauso wie Deutschlehrer." Ein frommer Wunsch. Denn auch sie stellt fest, "dass sich das Schreibbewusstsein verändert hat. Es wird toleriert, dass man Fehler macht".

Eine Ursache sieht Schörg in den zahlreichen Rechtschreibreformen: "Die Regeln wurden sehr oft geändert, etwa für die Schreibweise von Fremdwörtern oder die Getrennt- und Zusammenschreibung. Viele haben sich nicht mehr ausgekannt und gedacht, dass es eh nicht so wichtig ist. Manche Lehrer haben aufgegeben." Und auch in den Zeitungen schleichen sich immer mehr Flüchtigkeitsfehler ein. Ein Umstand, den der eine oder andere KURIER-Leser bereits zurecht [zu Recht] kritisiert hat.

„Gemma Billa?“

Deutlicher wird Andreas Hock, Journalist und Autor aus Deutschland: Der 43-Jährige hat ein Buch geschrieben, in dem er den Niedergang der deutschen Sprache beklagt. "Wenn wir so weitermachen, züchten wir eine Generation von Analphabeten heran." Einen großen Teil des Problems sieht auch er in modernen Kommunikationskanälen wie WhatsApp. "Es gibt Studien, wonach 14- bis 20-Jährige noch nie einen Brief geschrieben haben. Man schreibt ja nicht einmal mehr falsch, sondern drückt Gefühle nur noch mit gelben Gesichtern aus."

Er wünscht sich, im Bus wieder vollständige Sätze zu hören (Stichwort: "Gemma Billa?"). "Natürlich muss sich Sprache verändern. Der Unterschied zu früher ist, dass man damals die Regeln noch kannte und sich absichtlich abgrenzte. Heute weiß man es schlicht nicht besser." Hock befürchtet, dass Grammatik weiter an Bedeutung verlieren wird und fehlerhafte Mails in der Berufswelt eines Tages Alltag sein werden: "Menschen mit einer gepflegten Sprache werden immer weniger werden."

Steht das Abendland also vor dem Untergang? Nein, beruhigt Erwin Rauscher. "Schüler haben dafür andere Fähigkeiten." Zum Beispiel fänden sie sich in der globalisierten Welt besser zurecht als ihre Großeltern.

kurier.at 8.12.2017

Sicher können sie Rechtschreibung besser rappen. Es fing mit der Ganzwort-Reformiererei in den 60ern an. Meine Frau klagt noch heute darüber.


Sigmar Salzburg

10.12.2017 19:18   Zeitungen, Rundfunk, Fernsehen   >   Kurier.at   Beitrag im Faden   Beitrag einzeln


Im Wartezimmer gelesen

Gräuliche Esssitten, gräuliches Schnäuzen
Welcher Reformverblödete erkennt noch den Witz?


SPIEGEL 2.12.2017 (ganz ernsthaft):
1518 Martin Luther warnt vor dem Gebrauch der Gabel: „Teufelszeug“.

1530 Erasmus von Rotterdam „Schnäuze dich nicht in das Tischtuch.“

Benimm dich bei Tisch und schnäuz dich gefälligst in die linke Hand, wenn Gäste da sind. Weil man mit der rechten Hand das Fleisch nimmt. Und piss nur gegen die Tapete, wenn schon abgeräumt ist.

1624 Hinweis für Offiziersanwärter im Elsass: „Spuck nicht in den (gemeinsamen) Teller.“

1714 Ein Manierenbuch empfiehlt: „Wirf nicht Knochen und Eierschalen oder Fruchtschalen auf den Boden.“

1861 Karl Marx rät zum Gebrauch von Besteck...
Die Empfehlungen des Erasmus hörte ich schon 1965 von einer Werbe-Schallplatte der Firma WMF, leider unverkäuflich. Die Zitate wurden aufgelockert durch Musik der Luther-Zeit. Im Buch „Die deutsche Stadt. Band 13“ (2005) werden sie unreformiert mit dem richtigen „Schneuzen“ beschrieben.


Sigmar Salzburg

09.12.2017 20:02   Deutsch   >   ä, ö, ü und ie   Beitrag im Faden   Beitrag einzeln


Raketenbeschuß

Man kann raten, ob Nicolaus Fests eingestreute Traditions-ß mangelnde Lernfähigkeit oder subversive Mißachtung der obrigkeitlichen „Reform”politik sind. Hier ist es wieder der „Raketenbeschuß“ im mitlaufenden Untertext:
https://youtu.be/OogMuvtSG6M
Fest erkennt bei Trump Realitätssinn in der Jerusalemfrage – im Gegensatz zu unseren Altparteien. Die heucheln Achtung des Völkerrechts. Dagegen handeln sie, meine ich – verhüllt durch politische Korrektheit – gegenüber dem absterbenden autochthonen Deutschland nach Nietzsches Ideologie: „Was fällt, das soll man auch noch stossen.“ Deswegen die Moscheen-Predigten und Anforderung neuer Massen „Geflüchteter“.


Sigmar Salzburg

09.12.2017 18:23   Rechtschreibforum   >   Unsere Politiker und die RSR   Beitrag im Faden   Beitrag einzeln


CERN-Collider und Wort-Spalter

Eben haben wir Icklers Spott über die deutschen Mitläufer von „dass“ und „so genannt“ zitiert, da bringt „Spektrum“ die Übersetzung eines langen Interviews mit der 28jährigen Teilchenphysikerin Yangyang Cheng mit ebendiesen Markenzeichen des Reformunfugs im Übermaß:
Um der Natur nach der Entdeckung des Higgs-Bosons weitere Geheimnisse zu entlocken, wollen Forscher als Nachfolger des LHC einen noch stärkeren Teilchenbeschleuniger bauen – möglicherweise in China. Die chinesischstämmige Teilchenphysikerin Yangyang Cheng warnt vor diesem Vorhaben...

Spektrum.de: Frau Dr. Cheng, wozu benötigen Physiker einen noch größeren Teilchenbeschleuniger als den LHC?


Yangyang Cheng: Wir haben am LHC bisher nichts gefunden, was über das Standardmodell der Teilchenphysik hinausreicht. Für vieles, was wir in der Natur beobachten, liefert das Standardmodell keine Erklärung. Zum Beispiel bietet es keinen Kandidaten für die Dunkle Materie und kann nicht erklären, warum die elektroschwache Kraft so viel stärker ist als die Gravitation – das so genannte Hierarchieproblem. Meine Kollegen und ich arbeiten am CERN daran, die Fähigkeiten der Detektoren und die Intensität des LHC zu verbessern ...

Es gibt außerdem Pläne für eine zweite Art von Beschleunigern, die eher dem LHC ähneln würden. Um was handelt es sich dabei?

Um so genannte Hadronen-Beschleuniger. Hadronen setzen sich aus mehreren Elementarteilchen zusammen, zu ihnen zählen beispielsweise die Protonen, die am LHC kollidieren...

Es gibt Pläne für einen Linearbeschleuniger des oben skizzierten Typs namens ILC (International Linear Collider) Ringbeschleuniger und einen Linearbeschleuniger am CERN . Daneben gibt es Pläne für einen Ringbeschleuniger in China, den so genannten Circular Electron Positron Collider (CEPC)...

spektrum.de 7.12.201

2439 Wörter: 17 dass, 12 andere Reform-ss*, 3 so_genannte; Albtraum, Gräueltaten*
Obwohl der lächerliche Einfall, „sogenannt“ aufzuspalten, längst nicht mehr bindend ist (wie von Anfang an die ganze „Reform“), besteht Spektrum auf dieser Skurrilität, weil man ja staatstragend „demokratisch“ ist und macht mit, die Sache dem Volk undemokratisch überzustülpen. Auf der anderen Seite grenzt Spektrums Springer-Verlag Menschen von Informationen aus, die das Pech haben, nicht in einer westlichen Demokratie zu leben:
[Spektrum] Der Verlag Springer Nature (zu dem auch "Spektrum.de" gehört – Anm. d. Red.) hat als Reaktion auf chinesische "Vorschriften" kürzlich einen kleinen Teil seiner englischsprachigen Fachinformationen für den chinesischen Markt gesperrt. Man habe diesen "bedauerlichen Schritt" unternommen, um noch weitaus gravierendere Konsequenzen für wissenschaftliche Autoren und Kunden abzuwenden. Was halten Sie von dieser Entscheidung, die offenbar einem Dilemma entspringt?

[Yangyang Cheng] Springer Nature ist ein gewinnorientiertes Unternehmen, das Geld verdienen und sein Geschäft ausbauen will. Das sind vernünftige Bestrebungen. Andererseits hat das Streben nach Kapital einige der schrecklichsten Gräueltaten der letzten Jahrhunderte verursacht, wie zum Beispiel die Sklaverei. Ich denke, es sollte nie ohne Prinzipien erfolgen, vor allem nicht bei einem akademischen Verlag. Was für einen Zweck hat ein Wissenschaftsverlag, der den Grundsatz der akademischen Freiheit nicht aufrechterhalten kann?...
Yangyang Cheng arbeitete mit 19 Jahren auf ihre Doktorarbeit hin, nachdem sie in die USA übergewechselt war. Man sieht, welche Talente dem Land aus Fernost zuströmen, im Gegensatz zu Deutschland, das sich gutmenschlich mit Kopftuchintelligenz anreichert. Daß Quantenphysiker jung sind, fiel schon in den Zwanziger Jahren auf. Man sprach damals geradezu von einer „Knabenphysik“. Der jüngste war der (natürlich jüdischstämmige) russische Physiker Lew Landau, dem mit 18 seine erste Veröffentlichung gelang.


Sigmar Salzburg

09.12.2017 09:11   Zeitungen, Rundfunk, Fernsehen   >   Spektrum der Wissenschaft   Beitrag im Faden   Beitrag einzeln


Tucholsky

Simone Guski ist „gelernte Philosophin, arbeitete viele Jahre lang als Kulturjournalistin mit dem Schwerpunkt Kunst im In- und Ausland für Tageszeitungen und Magazine“, schreibt der „Humanistische Pressedienst“. Dort fallen ihre fundierten Artikel zu Anthropologie, Primatologie und Tierrechten angenehm auf. Aber man wundert sich, warum sie (oder eher die Redaktion?) meint, ältere, in bewährter Kulturrechtschreibung verfaßte Zitate den Lesern nicht im Original zumuten zu dürfen, so daß diese nun verfälscht im Dass-Deutsch der Kultusminister erscheinen. Ihr hübscher Aufsatz „Können Tiere eitel sein“ verliert damit an Schönheit und Glaubwürdigkeit, zumindest für Kenner:
Was wir an Tieren schön finden, abgesehen von ihrer Anmut, die Muster ihrer Felle und Gefieder, entstanden zur Abschreckung, zur Arterkennung und sollen den potentiellen Partner beeindrucken. Aber schmücken sich Tiere auch? Nein, meint Nobelpreisträgerin Christiane Nüsslein-Volhard in ihrem jüngsten Essay. Doch, meinte ein Leser unserer Rezension...
Am Schluß bringt Frau Guski einen Textabschnitt aus der „Weltbühne“, die eigentlich nur bewährt druckte, und man ahnt, daß da etwas nicht stimmt:
Unter dem Decknamen Ignaz Wrobel schrieb Kurt Tucholsky am 3.6.1930 in seiner Weltbühne den Verhaltensforscher [Wolfgang Köhler 1917] detailliert zitierend:
Da erzählt er, wie die Affen gern allerlei Gegenstände mit sich herumschleppen, an ihrem Körper anbringen, sich mit ihnen behängen. "Fast täglich sieht man ein Tier mit einem Seil, einem Fetzen Zeug, einer Krautranke oder einem Zweig auf den Schultern dahergehen. Gibt man Tschego eine Metallkette, so liegt diese sofort um den Nacken des Tieres. Gestrüpp wird mitunter in größeren Mengen auf dem ganzen Rücken ausgebreitet getragen. Seil und Zeugfetzen hängen gewöhnlich zu beiden Seiten des Halses über die Schultern zu Boden; Tercera lässt Schnüre auch um den Hinterkopf und über die Ohren laufen, so dass sie zu beiden Seiten des Gesichts herunterbaumeln."

Und Köhler fügt nun eine glänzende Beobachtung hinzu: "… dass die am Körper hängenden Gegenstände Schmuckfunktion im weitesten Sinne haben. Das Trotten der behängten Tiere sieht nicht nur mutwillig aus, es wirkt auch naiv-selbstgefällig. Freilich darf man kaum annehmen, dass die Schimpansen sich eine optische Vorstellung von ihrem eignen Aussehen unter dem Einfluss der Toilette machen, und nie habe ich gesehen, dass die äußerst häufige Benutzung spiegelnder Flächen irgend Beziehung auf das Behängen genommen hätte; aber" – passt auf! – "aber es ist sehr wohl möglich, dass das primitive Schmücken gar nicht auf optische Wirkungen nach außen rechnet – ich traue so etwas dem Schimpansen nicht zu –, sondern ganz auf der merkwürdigen Steigerung des eigenen Körpergefühls, Stattlichkeitseindrucks, Selbstgefühls beruht, die auch beim Menschen eintritt, wenn er sich mit einer Schärpe behängt oder lange Troddelquasten an seine Schenkel schlagen. Wir pflegen die Selbstzufriedenheit vor dem Spiegel zu erhöhen, aber der Genuss unsrer Stattlichkeit ist durchaus nicht an den Spiegel, an optische Vorstellungen unsres Aussehens oder an irgend genauere optische Kontrolle überhaupt gebunden; sobald sich so etwas mit unserm Körper mitbewegt, fühlen wir ihn reicher und stattlicher."
Wolfgang Köhler beobachtete also, wie Schimpansen sich Ranken, Stofffetzen und Metallketten um die Schultern beziehungsweise um den Hals hängten. Demnach ginge es den Schimpansen zwar nicht darum schöner zu sein, aber sich imponierender zu fühlen. Sozusagen um ein Körpergefühl, eine Sebstwahrnehmung wohlgemerkt. Nicht zufällig hat Tucholsky diesen Aspekt schmunzelnd aufs Korn genommen. Sporenklirren oder Säbelrasseln muss den deutschen Militärs, wie Tucholsky sie noch erleben konnte, ein ähnliches Glücksgefühl verschafft haben. Diese Art von "Schönheit" hört man! So wie sich schön Fühlen macht auch sich fulminant und beachtenswert Fühlen glücklich, und auf diese Emotion, nicht die Außenwirkung kommt es bekanntlich genauso an, wenn wir Menschen uns einmal so richtig aufbrezeln.

hpd.de 7.12.2017
Da kann man die Lebenserfahrung des Erlanger Sprachwissenschaftlers Theodor Ickler nahtlos anschließen, warum wohl nicht nur einzelne Wichtigtuer, sondern gerade die Medien und Redaktionen die Durchsetzung der hübsch häßlichen und sinnlosen „Reform“ für die Kultusminister betrieben haben: Diese Art von Staatsgefälligkeit sieht man!
„Welch wohligen Schauer muß es dem unterwerfungssüchtigen deutschen Mitläufer bereiten, wenn er zum erstenmal dass schreibt oder so genannt spaltet und sich damit demonstrativ auf die richtige Seite, die Seite der Staatsmacht schlägt! („Der Staat schreibt vor“ 1998).

Sigmar Salzburg

07.12.2017 20:02   Dokumente   >   Unwichtige Geschichtsfälschungen   Beitrag im Faden   Beitrag einzeln


Der von den Kleinschreibern verordnete Großschreibwahn

Zahlwörter, bestimmte und unbestimmte, werden traditionell klein geschrieben, außer wenn es sich um eine spezielle Gruppenbezeichnung handelt. Die kleinschreibgläubigen Rechtschreib„reformer“ auf der Suche nach „Reformbedarf“ behaupteten hier angebliche Vereinfachungsmöglichkeiten, hatten aber wohl eher im Hinterkopf, die Absurdität der Groß- und Kleinschreibung vorzuführen, die ja ihrer Meinung nach sowieso bei der nächsten „Reform“ fallen würde.

So wagte man nicht, „ein Bisschen“ und „ein Wenig“ vorzuschreiben, auch nicht ein völliges Verbot „der meisten“, aber ließ „die Meisten“ gemäß der neuen kryptischen Regel „groß bei Verdacht auf Substantiv“ zusätzlich zu. Es wurde also nur eine Grenzlinie verschoben und unkenntlicher gemacht. Der Gedanke, daß die Fehler weniger würden, wenn man zwei Möglichkeiten für richtig erklärt, hob sich dadurch auf, daß die „Schreibenden“ nun alles mögliche (oder Mögliche) für möglich hielten, auch „am Meisten“.
Fremde im eigenen Land - Wie geht es den Arabern in der Stadt?
Dabei gerät die Lage der Araber in Ostjerusalem oft aus dem Blick: Sie stellen heute rund 35 Prozent der Gesamtbevölkerung in Jerusalem. Die meisten von ihnen lehnen die israelische Besatzung ab. Nach israelischem Gesetz gelten sie, die seit Generationen in Jerusalem leben, nur als "Wohnberechtigte", basierend auf dem israelischen Einreisegesetz von 1952.
Als Wohnberechtigte besitzen sie nur eine sogenannte Jerusalemer Ausweiskarte. Damit dürfen sie zwar in Israel arbeiten und leben, aber beispielsweise bei den nationalen Wahlen zur Knesset nicht abstimmen. Auch einen Reisepass haben die Wenigsten, stattdessen nur ein "Laissez-Passer-Dokument", mit dem sie außer Landes reisen dürfen.
spiegel.de 6.12.2017
Reformverbildete spüren nicht mehr den Kategorienfehler, der dem „am Meisten“ ähnelt.

Zur Politik wollen wir lieber schweigen. Bemerkenswert ist, daß sich die israelischen Juden als Angehörige eines Volkes verstehen – das was man uns Deutschen auszutreiben will. Einstein dachte eher an eine „Schicksalsgemeinschaft“. Interessant ist auch die Tatsache, daß lange genug aufrechterhaltenes Unrecht zu Recht wird. Im Bewußtsein der Juden reichen jedoch zweitausend Jahre Ferne nicht aus, um ihnen ihr Heimatrecht am östlichen Mittelmeer zu nehmen. Willy Brandt genügten fünfundzwanzig Jahre, um der (echten) ostdeutschen Bevölkerung ungefragt ihre Heimatrechte zu verschleudern.



Sigmar Salzburg

07.12.2017 08:08   Beispielsammlung über Sinn und Unsinn   >   GKS 4   Beitrag im Faden   Beitrag einzeln


Zwangsgebühren: Geldsegen auch für Linksextremisten-Sender

Eben lese ich bei Theodor Ickler:
Mit meinen Rundfunkgebühren finanziere ich auch solche Sender, auf die ich erst durch die Verlinkung bei Google-News aufmerksam gemacht geworden worden bin:
rdl.de. schill justiz und polizei konstruiert sich landfriedensbruch für von ihnen schwerverletzte
Das möchte ich eigentlich nicht.
Bemerkenswert auch ist die grammatisch und orthographisch verwahrloste Sprache.
... da fische ich aus dem Briefkasten eine Rechnung vom Beitrags„service“ über 1150,95 Euro für unerwünschte und nie gesehene Fernsehsendungen. Bei Wikipedia erfahre ich, daß vom Zwangsbeitrag tatsächlich jährlich 51000 Euro für diesen linksextremen Sender abgezweigt werden, dessen unverhohlene Fake-News-Hetze einem schon die Sprache verschlagen kann:
Radio Dreyeckland
(Update) Scholz (SPD) versucht mit bundesweiten Razzien, Polizei-"Brutalität" bei G20 zu übertünchen
Schill-Justiz und Polizei konstruieren sich Landfriedensbruch für von ihnen Schwerverletzte


Update: Mittwoch 18 Uhr Freiburg-Bertoldsbrunnen: Kundgebung nach bundesweiter Razzia gegen G20-Gegner*Innen Auf Indymedia findet ihr den Demonstrationsaufruf: Kundgebung am 6.12. in FR: Fight Repression - United we stand ! Was wir bisher wissen: Fünf Monate nach dem G20-Gipfel in Hamburg wurden am Dienstag, 5.12.2017 insgesamt 24 Objekte von der Polizei durchsucht.

rdl.de 5.12.2017
Schill war vor 12 Jahren! Der Link zu „Indymedia“ verwundert. Wurden die nicht erst kürzlich verboten? Oder war es nur die Abteilung „Linksunten“? Dort wurde sicher auch vor der gestrigen, völlig verspäteten polizeilichen Razzia gewarnt und zu neuen bürgerkriegsähnlichen Demonstrationen aufgerufen.
Der seit 1949 aufgebaute Rechtsstaat geht nun wohl endgültig den Bach hinunter.



Sigmar Salzburg

06.12.2017 17:49   Veranstaltungen   >   Rundfunkzwangsbeitrag   Beitrag im Faden   Beitrag einzeln


Astrid Schulz an Eltern im SHEV

[SHEV] DIGITALISIERUNG? - Prof. Johannes Naumann: Digitale Texte erfordern andere Lesekompetenz als gedruckte Texte
Diese spezifischen Anforderungen meistern Schülerinnen und Schüler in Deutschland deutlich weniger gut als das Lesen „traditioneller“ gedruckter Texte.
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Lesen im digitalen Medium geht anders
Prof. Johannes Naumann: Digitale Texte erfordern andere Lesekompetenz als gedruckte Texte – Kein direkter Zusammenhang mit der Verfügbarkeit von Computern

Veröffentlicht am: Montag, 04. Dezember 2017, 11:12 Uhr

FRANKFURT. Im Frühjahr 2018 steht mit der nächsten PISA-Erhebung zum dritten Mal ein umfassender Test der Lesekompetenz fünfzehnjähriger Schülerinnen und Schüler weltweit an.Prof. Johannes Naumann von der Goethe-Universität und PD Christine Sälzer (Technische Universität München) weisen im Vorfeld erstmals nach, dass sich die Fähigkeiten deutscher Schülerinnen und Schüler beim Lesen digitaler Texte nicht mit ihren Fähigkeiten beim Lesen gedruckter Texte decken.

Naumann und Sälzer haben den computerbasierten Teil in der PISA-Studie 2012 ausgewertet, als das Lesen digitaler Texte erstmals in Deutschland getestet wurde. Das Ergebnis erscheint im Dezember-Heft der „Zeitschrift für Erziehungswissenschaft“: Danach erfordert das Lesen digitaler Texte zum Teil andere Kompetenzen als das Lesen gedruckter Texte. Dabei handelt es sich in beiden Fällen um „Lesekompetenz“, aber die beiden Formen sind nicht deckungsgleich. Vielmehr stellt das Lesen digitaler Texte eine weitere, im gedruckten Format nicht erfasste Dimension der Lesekompetenz dar: Digitale Texte erfordern häufig in besonderem Maße und in einer für das digitale Medium spezifischen Form die selbstgesteuerte Auswahl und Bewertung von Textinformationen. Diese spezifischen Anforderungen meistern Schülerinnen und Schüler in Deutschland deutlich weniger gut als das Lesen „traditioneller“ gedruckter Texte. Wie beim Lesen gedruckter Texte besitzen Mädchen gegenüber Jungen auch beim Lesen digitaler Texte einen ausgeprägten Vorsprung.

Dabei hängt die Häufigkeit des Umgangs mit Computern und anderen digitalen Medien keineswegs stark damit zusammen, wie gut Jugendliche digitale Texte lesen und verstehen können. Dies war durchaus vermutet worden. Diese Vermutung hat sich jedoch nicht bestätigt: Die Verfügbarkeit digitaler Geräte und deren Gebrauch ist weniger relevant als erwartet; sie hängt sogar negativ mit der Lesekompetenz zusammen. Stattdessen zeigte sich, dass für eine gute digitale Lesekompetenz die Einstellungen der Schülerinnen und Schüler gegenüber Informations- und Kommunikationstechnologien besonders wichtig sind: Je mehr sich die Jugendlichen hier zutrauen, desto besser können sie digitale Texte lesen und verstehen.

Publikation: Naumann, J. & Sälzer, C. (2017). Digital reading proficiency in German 15-year olds: Evidence from PISA 2012. Zeitschrift für Erziehungswissenschaft, 20(4), 585-603. doi: 10.1007/s11618-017-0758-y

Informationen: Prof. Dr. Johannes Naumann, Institut für Allgemeine Erziehungswissenschaft, Fachbereich 04 Erziehungswissenschaften, Campus Bockenheim (Juridicum), 069 798 23001, j.naumann@em.uni-frankfurt.de, http://www.fb04.uni-frankfurt.de/eduquant

http://www.muk.uni-frankfurt.de/69495319/260?
--
Astrid Schulz-Evers
Vorsitzende des Schleswig-Holsteinischen Elternvereins e.V.
Bürgermeister-Kinder-Str.9
24306 Plön am See



Re: [SHEV] [G9-SH] DIGITALISIERUNG? - Prof. Johannes Naumann: Digitale Texte erfordern andere Lesekompetenz als gedruckt ...
Von: Ulrich Kliegis 06.12.2017

> Dabei hängt die Häufigkeit des Umgangs mit Computern und anderen
> digitalen Medien keineswegs stark damit zusammen, wie gut
> Jugendliche digitale Texte lesen und verstehen können. Dies war
> durchaus vermutet worden. Diese Vermutung hat sich jedoch nicht
> bestätigt: Die Verfügbarkeit digitaler Geräte und deren Gebrauch ist
> weniger relevant als erwartet; sie hängt sogar negativ mit der
> Lesekompetenz zusammen. Stattdessen zeigte sich, dass für eine gute
> digitale Lesekompetenz die Einstellungen der Schülerinnen und
> Schüler gegenüber Informations- und Kommunikationstechnologien
> besonders wichtig sind: Je mehr sich die Jugendlichen hier zutrauen,
> desto besser können sie digitale Texte lesen und verstehen.


Das ist interessant - nun bin ich gespannt, ob dieses Selbstvertrauen auch mit der Fähigkeit und der Bereitschaft einhergeht, eigene Texte, sowohl im öffentlichen (vulgo Soziale Netze, was wiederum eine dieser unglücklichen, weil auf sprachlicher Inkompetenz beruhenden linearen Eindeutschungen ist) als auch im privaten Bereich zu schreiben.

Vor knapp zwanzig Jahren konnte ich im persönlichen Umfeld schon beobachten, daß die Schreibfehlerrate bei Grundschülern, die das Lesen (und konsequenterweise, wenn schon Blödsinn, dann richtig, auch das Schreiben) nach der Ganzwortmethode zu lernen hatten, was von Anfang an danebengehen mußte. 'Literatur' kommt vom lateinischen litera, der Buchstabe; sonst müßten wir uns eher mit Hieroglyphologie zu beschäftigen haben, was sich außer im alten Ägypten und in eigener Spielart bis heute im fernen Osten nicht hat durchsetzen können.

In dem Augenblick also, in dem die Kinder damals jedes Wort fingerfertig auf der Tastatur aus Buchstaben zusammenzusetzen hatten, gelang ihnen auch ohne Mühe die Translation zurück auf die Handschrift, und das oft sogar mit großer Erkenntnisfreude.

Man könnte nun wortspielerisch darüber sinnieren, daß digital ja nur wieder auf dem Weg über die englische Fachsprache die heute landläufige Bedeutung hat und dazu noch fälschlicherweise mit dem Opponenten analog kontrastiert. Da kräuseln sich dem Hobbyelektroniker die Augenwimpern... digitus, hier zahlen sich neun Jahre Latein an der Schule mal wieder voll aus, ist das lateinische Wort für Finger. An denen abgezählt, kommt man lustigerweise auch zum Zehnersystem (was da im angelsächsischen Raum schiefgegangen ist, weiß ich nicht). Soweit waren die ollen Römer mit ihrem Zahlensystem ja zwar auch schon, nur kannten sie keine Zahl Null. Die kam erst im Mittelalter aus dem arabischen Denkerraum zu uns und erschloß damit überhaupt erst die moderne Mathematik (und Physik und Chemie und und und).

Uups, nun bin ich mal wieder vom Thema abgekommen. Also: Schreib- und Lesekompetenz gehören zueinander, und spannend ist nun allemal die Frage, wie die vier Pole konventionelles Lesen und Schreiben und ihre elektronisch-medialen Varianten miteinander im kognitiven und reproduktiven Bereich verkettet und vernetzt sind. Dabei verdient das koordinierte Setzen und Wiedererkennen der Buchstaben in der richtigen Auswahl und Reihenfolge besonderes Augenmerk.

Daraus sollte die Pädagogik dann konkrete und förderliche Schlüsse ziehen.

Wie gut, daß Gutenberg den Buchstabensatz erfunden hat und nicht irgendwelche Ganzwortstempel.

Im Amerikanischen gibt es den sogenannten Ob-joke. Hier kommt einer zum Thema:
Als neulich der Erfinder der Autokorrektur gestorben war, las man in seiner Todesanzeige: 'Restaurant in piece!'

Weiter einen schönen Advent, und: Dranbleiben!
Gruß,
UK


Kevin Kraus

06.12.2017 15:03   Veranstaltungen   >   Schleswig-Holsteinischer Elternverein e.V.   Beitrag im Faden   Beitrag einzeln


Re: Schwarzer Humor der GroKo-Gegner ist Kunst!

Zitat:
Ursprünglich eingetragen von Sigmar Salzburg
Mit lebensgroßen Galgen

ca 1,20m lang

Also ein Fall von Lügenpresse. Sollen wir solche Meldungen auf
      http://afd.luegenpresse.de
veröffentlichen? (Mit Rechtschreibung und Schule haben sie nicht gar so viel zu tun.)

Detlef Lindenthal

06.12.2017 09:10   Rechtschreibforum   >   Schwarzer Humor, Satire   Beitrag im Faden   Beitrag einzeln


Schwarzer Humor der GroKo-Gegner ist Kunst!

Mit lebensgroßen Galgen reserviert für Bundeskanzlerin Angela Merkel und Sigmar Gabriel hatten Pegida-Demonstranten in Dresden vor gut zwei Jahren die Öffentlichkeit verstört. Die Staatsanwälte der Stadt hatten jedoch keinen Anlass gesehen, die Sache vor Gericht zu bringen. Die Ermittlungen wurden nach kurzer Zeit wieder eingestellt.

Die nachsichtige Haltung der sächsischen Justiz hat jetzt einen Devotionalien-Händler ermuntert, ein kleines Geschäft mit den provokativen Symbolen aufzuziehen. Wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, stehen kleine Nachbildungen der Galgen zum Verkauf - für 15 Euro das Stück. Die Staatsanwaltschaft Chemnitz findet das in Ordnung. Die Galgen seien wegen ihrer vieldeutigen Botschaft als Kunst zu betrachten.

spiegel.de 6.12.2017 [fett original] Siehe auch Klonovsky 6.12.17

Pegida-Protest: Ist ein Galgen schlimmer als die Guillotine? - WELT
13.10.2015 - Auch dies eine eindeutige Androhung von Gewalt an die Adresse von Sigmar Gabriel. Pegida errichtet Galgen für Merkel und Gabriel ... Bachmann über den Galgen: „ca 1,20m lang, aus dünnen Latten (also kein Verstoß gegen Versammlungsauflagen), kann offensichtlich einhändig getragen werden ...

Orthographisch relevanter Nachtrag: Vor 224 Jahren waren Guillotinen sogar als Kinderspielzeug beliebt. Goethes Mutter schrieb, von Adelung noch unbeeindruckt, an ihren Sohn, der eine solche für seinen Stammhalter begehrte:

»den 23. December 1793. Lieber Sohn! Alles was ich dir zu gefallen thun kan, geschieht gern und macht mir selbst Freude – aber eine solche infame Mordmaschine zu kaufen – das thue ich um keinen preiß – wäre ich Obrigkeit die Verfertiger hätten an Halseißen gemußt ... «



Sigmar Salzburg

06.12.2017 07:35   Rechtschreibforum   >   Schwarzer Humor, Satire   Beitrag im Faden   Beitrag einzeln


Bildungsferne Nazi-Rechtschreibung

Als wenn ich das schon geahnt hätte: Im Gedenken an die putativen Rechtsbeuger im Landgericht Flensburg bin ich eingeknickt, und ich habe mit meiner Schere im Kopf die staatsgefährdenden Symbole (die in der staatstragenden F.A.Z. erscheinen dürfen) vom Bild abgeschnitten.
Wenn Sie dennoch eine erzene Swastika sehen wollen, hier gibt es sie: klick.

Das habe ich mir auch noch nicht träumen lassen, daß ich hier auf den Rechtschreibseiten ein Hakenkreuz-Bild veröffentliche; ein erzenes sogar, nein, nicht das Bild, sondern das Zeichen.
Und ich frage mich, ob die F.A.Z. (faz.de) keinen Ärger mit dem Staatsanwalt bekommt, weil sie eine Swastika abbildet ...

(... wird sie natürlich nicht bekommen, denn als Fast-noch-Lizenzpresse [gegründet 1949 von u.a. Hitler-Journalisten] hat sie selbstredend einen riesigen arielweißen Persilschein), und ob ich b.) aus selbem Grund solchen Ärger bekomme, zumal ich mangels nichtabweichernder Meinung einen entsprechenden Mangel an Gleichschaltung aufweise.
Ich versuche, solchem Ärger zu entgehen, indem ich durch die folgenden Kommentarzeilen zu derartigen Darstellungen möglichst weit und deutlich auf Abstand gehe:

Die Inschrift ist ein deutlicher Hinweis auf die Bildungsferne a.) der Nazi-PGn, die die Glocke veranlaßt haben, und b.) der eifrigen Glockengießer, die zwar die markige Losung in die Glockenform eingelassen haben, aber keinen Lektor dafür befassen mochten.
Dort steht, in ordentlicher Gestaltung:
      ALLES  FUER’ S  VATERLAND  ,
von der F.A.Z. (aha, Lügenpresse …) verfälscht zu
      Alles für’s Vaterland  .
Richtig allein wäre gewesen:
      ALLES FÜRS VATERLAND   .

Nichtbildungsferne Nichtnazis, die auch schon mal einige Bücher gelesen haben, wissen, daß das Auslassungszeichen, der Apostroph, dann steht, wenn etwas Wesentliches ausgelassen wird; zum Beispiel:
      Ich hab’s geahnt; ich will’s versuchen; wie geht’s?
– verkürzt wurde hier jeweils das Wörtlein es, welches ein unverzichtbar sinngebender Satzteil ist und nicht völlig geschluckt werden darf, damit der Satz noch verstehbar sei.
Gegenbeispiele:
      Ich will ans Meer, durchs Dünenland ...
– ausgelassen wurde hier zweimal das Wörtlein das, welches aber keine eigene Satzteil-Wichtigkeit hat und keinen Hochstrich bekommt.
Übrigens hat der Hochstrich = das Hochkomma = der Apostroph die Gestalt einer kleinen hochgestellten zugeklecksten 9, also  ’ , und nicht des anderen Krümelkrames:  '  ´  `  ‘  "  ”  “  ˚ ˙, den man bei der bildungsfernen, gleichgeschalteten Hauptstrom-Lügenpresse mannigfach antrifft – HTML-Zeichen 146, ’.

Sowas können freilich braununiformierte Parteigenossen (PGn), die hauptsächlich Biere trinken, Lieder singen, Fahnen hissen, mit ihrer Herde Aufmarsch üben und mit den Kirchenhirten kungeln, und die Glockengießer-Formenbauer, für die Bronzeguß und Brotzeit wichtiger sind als breit angelegte Bildung, nicht so gut wissen, weil das Bücherlesen nicht so ihre Stärke ist.

Im Gegensatz zu mir, weshalb ich mich gegen Gleichschaltung und für Rechtschreibung entschieden habe.

Detlef Lindenthal

05.12.2017 09:10   Ickler-Wörterbuch   >   Bildungsferne Nazi-Rechtschreibung   Beitrag im Faden   Beitrag einzeln


Dr. Ulrich Kliegis an SHEV

04.12.2017 21:29 Uhr

Re: [SHEV] Medizin-NC: Sollte man auch ohne Einser-Abi Arzt werden dürfen?
Von:
Dr. Ulrich Kliegis

> Eine andere deutsche Besonderheit ist die Wartezeitquote. Sie wurde
> eingeführt, um das Grundrecht auf freie Berufswahl zu gewährleisten.
> Allerdings müssen die Bewerber aktuell sieben bis acht Jahre auf
> ihren Medizinstudienplatz warten. ...

Allein bei diesem Punkt wird der ganze bizarre Wahnsinn des Systems leitsymptomatisch deutlich. Jährlich kommen in Deutschland ca. 2.000 junge Leute nach aktuell über 8 Jahren Wartezeit nach dem Abitur endlich zu ihrem Wunschstudienplatz. Das sind Jahr für Jahr 16.000 fremdverschwendete Lebensjahre, die diese jungen Leute, die dann doch ganz überwiegend hervorragende Studien- und Lernleistungen und am Schluß auch noch sehr gute ärztliche Fähigkeiten vorweisen, ganz gewiß nicht zum eigenen Nutzen ins Gemeinwohl einbringen.

Um den Wahnsinn noch zu potenzieren, hat sich die KMK, übrigens ein total unkontrollierbares Gebilde in einem rechtsfreien Umfeld, nach dem 2. Weltkrieg von den Briten erstmals eingesetzt, um in dem jungen föderalen System, in dem die Bildungshoheit den Ländern zugesprochen wurde, wenigstens etwas Synchronität herzustellen, ausgedacht, daß diese jungen Leute in der Wartezeit auf diesen Studienplatz an keiner deutschen Hochschule studieren dürfen. Jedes Semester (z.B. i.S. eines studium generale, was ja noch sinnvoll wäre, oder z.B. Jura, um dann mit einer Doppelausbildung ein guter Rechtsmediziner zu werden) wird auf die Wartezeit angerechnet. Man kann fast dankbar sein, daß die Wartezeit dann nicht ggf. wieder bei Null beginnt.

Studieren diese jungen Leute in der Wartezeit aber im Ausland, z.B. werden in einigen neuen osteuropäischen EU-Ländern hervorragende vorklinische Studiengänge auf deutsch oder englisch angeboten, das Physikum ist nach deutscher Approbationsordnung gestaltet, dort erlangte Prüfungen werden immerhin hier regelmäßig anerkannt, steht ihnen unverhofft die nächste Hürde bevor: Obwohl sie bereits mindestens zwei Jahre Regelstudienzeit, durchgehend privat finanziert, mit Abschluß dieser Phase vorweisen können, wird ihnen der Zugang zum dann folgenden klinischen Teil des Medizinstudiums an deutschen Universitäten (mit einer rühmlichen Ausnahme (noch!), nein, sie ist nicht in SH) verwehrt. Sie müssen sich als formale Erstsemester wieder hinten anstellen.

Schlimmstenfalls heißt es dann also noch einmal zwei Jahre rumsitzen und warten, bis man nach Kalender dran ist.

Und dann sind da noch die Gemeinschaftsschul-Abiturzeugnisse. Ganze drei Jahre Unterricht nach gymnasialen, nein, sagen wir mal, schemenhaft einem gymnasialen Curriculum ähnelnden Ideen eines Lehrplans, denn nach 5 Jahren Unterricht auf unterem Hauptschulanspruchsniveau in der Gemeinschaftsschule und einem Jahr leidlichem Realschulanspruch kann von dem immer noch gültigen Maßstab der KMK, der für die Allgemeine Hochschulreife das Äquivalent von neun Jahren herkömmlichen gymnasialen Unterricht voraussetzt, wirklich keine Rede mehr sein.

Und 'echte' Gymnasiasten, die erkennen, daß das an ihrem genuinen Bildungsinstitut nicht so erfolgversprechend für sie selbst aussieht, wechseln dann gern mal zur Oberstufe in eine Gemeinschaftsschule. Dort sind sie dann die Kings, ohne sich (nach eigener Aussage, ich kenne eine Menge von diesen Hoffnungsträgern) sonderlich anzustrengen. Ein Einserabi ist dort dann ein Selbstgänger, und ihren fleißigen früheren Mitschülern zeigen sie dann eine lange Nase...

Die mehr oder weniger direkt verfügte Anweisung, das Werden der Gemeinschaftsschulen durch eine ausgesprochen großzügige Leistungsbewertung zu fördern, wird allenthalben willig durchgesetzt. Ovid hatte dafür das Bild eines bovinen Gehorsams...

Schulleiter, die solche Zeugnisse der Allgemeinen Hochschulreife unterzeichnen, machen sich eigentlich der Urkundenfälschung strafbar. Ganz konkret wird an allen Hochschulen, nicht nur in SH, z.B. über die in den letzten Jahren komplett abgestürzten Mathematik- und Rechtschreibkenntnisse der neuen Studienanfänger geklagt. Das ist ernstzunehmen, und man kann den Hochschulen nicht zumuten, den als nahezu prägenial eingestuften Abiturienten erstmal in einem Propädeutikum "the basics" beizupulen. Das ist und bleibt die Aufgabe der Schulen.

Wenn schon nicht jeder Wunsch nach einem Medizinstudienplatz befriedigt werden kann, sind eigentlich nur zwei Wege denkbar:

a) der lange praktizierte österreichische Weg, nach dem zunächst mal fast jeder angenommen wird, nach zwei Semestern dann aber die Weiche gestellt wird. Die Grundsemester müßten dann sinnvollerweise auf andere Studiengänge, namentlich im Lehramt, anzurechnen sein.

b) eine einheitliche allgemeine Eingangsprüfung, z.B. nach Art des sog. Mainzer Medizinertests. Ein Test, der seit Jahren in Gebrauch ist und ein paar Prozentpunkte bei dem 'rats' race' um die Studienplätze bringt. Solide, fachbezogen, aber fachkenntnisvoraussetzungsfrei, der die mentale Leistungsfähigkeit der Aspiranten recht gut abbildet.

Eine Änderung ist jedenfalls unabdingbar, und das schnell.

Die Politik hat gegenüber der Gesellschaft die Pflicht und Bringeschuld, dafür zu sorgen, daß a) genügend Ärzte ausgebildet werden, und daß b) hierfür die am besten geeigneten die Chance erhalten, diesen Berufswunsch verwirklichen zu können.

Vielleicht zeigt unsere neue Bildungsministerin ja auch in der KMK mal ein deutliches Profil. Zu wünschen ist es allen jetzigen und zukünftigen Studienplatzanwärtern, ob nun für Medizin oder ein anderes NC-Fach.

Gruß,
UK
(im richtigen Leben Dr. med. ...)


Kevin Kraus

04.12.2017 21:48   Veranstaltungen   >   Schleswig-Holsteinischer Elternverein e.V.   Beitrag im Faden   Beitrag einzeln


Astrid Schulz an Eltern im SHEV

xing.com, 04.12.2017

Medizin-NC: Sollte man auch ohne Einser-Abi Arzt werden dürfen?


Das Karlsruher Bundesverfassungsgericht prüft derzeit, ob das aktuelle Zulassungsverfahren für Medizin mit dem Grundgesetz vereinbar ist. Wird das Urteil das deutsche Schulsystem verändern?

Wir brauchen mehr Tests, weniger Abitur, kürzere Wartezeiten

Prof. Dr. Wolfgang Hampe

Arbeitsgruppe Auswahlverfahren, UKE Hamburg


Medizinstudienplätze sind in Deutschland hart umkämpft – nur etwa jeder fünfte Bewerber bekommt einen. Sollen die knappen Plätze an Abiturienten mit exzellenten Noten vergeben werden, um sie für ihre Schulleistungen zu belohnen? Oder sollen diejenigen ausgesucht werden, die das Studium voraussichtlich am besten bestehen oder es zumindest nicht abbrechen? Am besten wäre es, wir könnten schon vor der Zulassung eine zuverlässige Prognose darüber treffen, welcher der meist noch im Teenageralter stehenden Bewerber später ein guter Arzt wird. Doch schon mit der Definition wird es schwierig: Soll es der kommunikative Hausarzt sein? Oder die Fachspezialistin, die perfekt auch seltene Krankheiten diagnostiziert? Oder die Leiterin eines Kliniklabors? Für jede Spezialisierung werden unterschiedliche Kompetenzen benötigt.

Abiturnote: gute Vorhersage, aber ungerecht

Einfacher ist die Vorhersage des Studienerfolgs. Die Noten in den Prüfungen lassen sich am zuverlässigsten durch die oft kritisierten Abiturnoten vorhersagen. Der Grund für ihre Zuverlässigkeit ist, dass sie ein Mittelwert aus vielen Einzelbewertungen durch unterschiedliche Lehrer sind, weshalb der Gesetzgeber die Universitäten auch verpflichtet, sie als wichtigstes Auswahlkriterium zu verwenden. Allerdings haben es die Bundesländer in den vergangenen Jahrzehnten nicht geschafft, die Schulsysteme und die Notenvergabe zu vereinheitlichen. So ist der Anteil der 1,0-Abiturienten in Thüringen etwa viermal so hoch wie in Niedersachsen, die Abiturientenquote in Hamburg mit knapp 60 Prozent fast doppelt so hoch wie in Bayern. Das führt dazu, dass sehr viel weniger Schüler aus Niedersachsen als aus Thüringen eine fürs Medizinstudium ausreichende Abiturnote haben. Eine Möglichkeit, diese Ungerechtigkeit zu minimieren, wäre eine Umrechnung der Abiturnote in einen Prozentrang, der von der Anzahl der Abiturienten und dem Notenspektrum im jeweiligen Bundesland abhängt.

Eine andere deutsche Besonderheit ist die Wartezeitquote. Sie wurde eingeführt, um das Grundrecht auf freie Berufswahl zu gewährleisten. Allerdings müssen die Bewerber aktuell sieben bis acht Jahre auf ihren Medizinstudienplatz warten. Während dieser langen Zeit schwinden ihre Chancen auf einen erfolgreichen Studienabschluss: Bis zu 40 Prozent von ihnen brechen das Studium ab, weit mehr als bei den direkt nach der Schule Zugelassenen. Das Bundesverfassungsgericht wird demnächst urteilen, ob diese Praxis verfassungskonform ist.

Bundeseinheitlicher Test und lokale, hoch strukturierte Interviews

Doch was wäre besser? Durch einen für alle Bewerber verpflichtenden Test könnte die Bedeutung der Abiturnote für die Auswahlentscheidung reduziert werden. In Deutschland kommen aktuell der TMS (Test für Medizinische Studiengänge) und der HAM-Nat (Hamburger Auswahlverfahren für Medizinische Studiengänge – Naturwissenschaftsteil) zum Einsatz. Eine Kombination aus beiden Tests, gemeinsam entwickelt von den Medizinuniversitäten, könnte die Vorhersage des Studienerfolgs verbessern.


Zusätzlich könnten die Universitäten psychosoziale Auswahlkriterien einsetzen. Klassische Interviews haben sich dabei als wenig aussagekräftig herausgestellt. In Hamburg führen wir multiple Mini-Interviews durch: In neun fünfminütigen Stationen müssen die Bewerber zum Beispiel mit Schauspielpatienten kommunizieren oder in einer Dreiergruppe gemeinsam Aufgaben bewältigen. Durch die Vielzahl an Bewertungen kann so der Studienerfolg im psychosozialen Bereich in gewissem Umfang vorhergesagt werden. Allerdings sind Interviewverfahren sehr aufwändig und teuer und nicht für Zehntausende Medizinbewerber der gebührenfreien staatlichen Universitäten durchführbar. Eine Vorauswahl etwa durch Abiturnote und einen bundeseinheitlichen Test könnte hier weiterhelfen.

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Astrid Schulz-Evers
Vorsitzende des Schleswig-Holsteinischen Elternvereins e.V.
Bürgermeister-Kinder-Str.9
24306 Plön am See



Kevin Kraus

04.12.2017 21:42   Veranstaltungen   >   Schleswig-Holsteinischer Elternverein e.V.   Beitrag im Faden   Beitrag einzeln