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Die 20 neuesten Rechtschreibbeiträge ...


Zwangsgebührengestützte Indoktrination

Als ich Montag abend, den 13. Januar, den Kieler Hauptbahnhof durch den Haupteingang betreten wollte, war er wie eine Baustelle zugehängt, und man gelangte nur seitlich durch ein Schlupfloch hinein.

Mir schlug Lärm und Gebrülle entgegen, die Treppenstufen waren von einer Menschenmenge besetzt, die Rolltreppe stand still, und vor dem großen Fenster war ein Riesenbildschirm montiert, auf dem ein Handballspiel ablief (neudeutsch „public viewing“). Die Zuschauer feuerten die Spieler an (die das natürlich nicht hören konnten) und wurden dabei von mehreren großen Bongotrommeln und anderen Lärmgeräten unterstützt.

Später sagten mir Sportsfreunde, es sei das Spiel Deutschland gegen Lettland gewesen, das Deutschland mit 28:27 gewonnen hätte (leistungsstatistisch also genauer als die Zufallsergebnisse der kleinen Zahlen im Fußball). Aus Zeitmangel habe ich nicht näher hingeschaut. Das hätte ich aber tun sollen, wie ein Blick in die Online-Medien zeigt:
Antideutsche Stimmung beim zwangsfinanzierten GEZ-Rundfunk
WDR meint: Handball sei zu weiß, zu deutsch, zu wenig Multikulti

... Das war ein ganz anderer Auftritt als der von »Jogis Jungs« bei der Fußballweltmeisterschaft in Russland wenige Monate zuvor. Die satten, müden Balltreter stolperten über ihre eigene Überheblichkeit und ihre Selbstdarstellung in den Medien, unter anderem auch mit einem bestimmten türkischen Despoten.

freiewelt.net 20.01.2020
Und was hatte die Reform-ss-freie Junge Freiheit dazu geschrieben?
WDR wünscht sich „buntere“ Handballer
... Ein Beitrag des WDR-Formats „Sport Inside“ beklagte den Migrantenmangel in der Truppe von Bundestrainer Christian Prokop.

Auch ein türkischstämmiger Jugendtrainer des TBV Lemgo stieß in das Horn. Sein Vorwurf: Der DHB kümmert sich zu wenig um den Migrantennachwuchs. Zum Beweis lieferten die Filmemacher Trainingsbilder mit einem nichtdeutschen Kind inmitten „Biodeutscher“, unterlegt mit trauriger Musik...

Angesichts der geäußerten Kritik und des Mitgliederrückgangs gelobte der DHB Besserung. Seit Jahren werde Werbung auf Türkisch und Arabisch übersetzt und gezielt Flüchtlinge angesprochen.

Bereits 2016 attackierte der Philosoph Wolfram Eilenberger die deutschen Handballer in der Zeit. Bei den frisch_gebackenen damaligen Europameistern handele es sich „um eine Mannschaft ohne jeglichen Migrationshintergrund. 100 Prozent kartoffeldeutsche Leistungsbereitschaft“.
jungefreiheit.de 13.1.2020
Vor vier Jahren war Eilenberger nur einfacher Schlechter-Laune-Journalist:
Obligatorischer Nazi-Vergleich
Und damit das auch dem Letzten klar wird, kann sich Eilenberger den obligatorischen Nazi-Vergleich nicht verkneifen. „Ich könnte jetzt noch sagen, daß der einzige Ausländer des Teams, der Trainer, aus Island stammt und das ebenfalls perfekt ins nordisch-arisierte Bild paßt.“ Er habe aber wohl deutlich genug gemacht, warum diese Handballzukunft auch in Zukunft ohne ihn als Fan oder auch nur Zuschauer stattfinden werde. „Handball als Alternative für Deutschland? Danke, nein.“...
jungefreiheit.de 10.2.2016
Hätte die JF darüber geschwiegen, dann hätte niemand bemerkt, daß auch gelernte Philosophen Stuß von sich geben können – „si tacuisses philosophus mansisses.“


Sigmar Salzburg

21.01.2020 10:21   Veranstaltungen   >   Rundfunkzwangsbeitrag   Beitrag im Faden   Beitrag einzeln


Aus einem „Blog“-Beitrag von Prof. Dr. Ulrich Kutschera:

Unwort Klimahysterie: Die Grünen und das Bio-Mainstreaming

... Auf der legendären Gründungsveranstaltung in der Karlsruher Stadthalle gab es kontroverse Diskussionen zwischen Anthroposophen, „Bio-Bauern“ mit konservativ-nationaler Einstellung, Feministinnen, selbsternannten „Öko-Anhängern“ und sogenannten „Spontis“ (d. h. „linksgerichtete“ politische Aktivisten). All diese „Umweltbesorgten“ vereinigten sich damals unter dem „Grünen“ Markenzeichen...

Als junger Freiburger Student (Biologie & Chemie; Nf Musikwissenschaft) habe ich Anfang der 1980er Jahre die Entwicklung der „Grünen“ mit Interesse verfolgt und, aus Protest gegen die damalige umweltverachtende Mainstream-Politik, diese neue „Öko-Partei“ gewählt. Schon bald musste ich aber feststellen, dass die auf Rudolf Steiners Esoterik basierende, rechtsnationale „Waldorf-Dogmatik“ Teile der „Grünen“ unterwandert hatte und naturwissenschaftliche Konzepte immer mehr von einer irrationalen politischen Ideologie überdeckt worden sind. Für Biologen (bzw. Chemiker und Physiker) mit internationaler Forschungsexpertise waren „Die Grünen“ bald nicht mehr wählbar – mit großer Enttäuschung wandten sich viele Naturwissenschaftler von dem im Prinzip guten Konzept einer „Umweltpartei“ ab. Seither sind „wir“ zu unpolitischen Selbstdenkern mutiert ...

Die mit Steiners Biodynamik verwandte „Homöopathie“ wird von vielen „Grünen“ ernsthaft diskutiert und eine „humane Flüchtlingspolitik“ – d. h. die ungesteuerte illegale Massenzuwanderung – befürwortet. Mit der Wissenschaftsdisziplin der Ökologie, gegründet vom „deutschen Darwin“, dem Evolutionsbiologen Ernst Haeckel (1834–1919), haben unsere „Grünen Ökologen“ nichts am Hut: Haeckels 100. Todestag wurde von mir, und Kollegen aus den Biowissenschaften, ausführlich gewürdigt (1), von „Bündnis 90/Die Grünen“ jedoch ignoriert...

freiewelt.net 15.1.2020

Die linke Unterwanderung der „Grünen“ kommt hier etwas zu kurz. Die Zuwanderer aus erfolglosen kommunistischen Grüppchen nahmen schnell Führungspositionen ein und setzten sich, getarnt als Umweltschützer, in Politik, Ämtern und Organisationen fest, nachdem der RAF-Terror bei den Bürgern auf zu große Ablehnung gestoßen war. Das Ziel ist jetzt die Machtergreifung durch Multikultur und Masseneinwanderung. Kürzlich erst wurde Ernst Haeckel als angeblicher Vater des „Rassismus“ durch aufstrebende zeitgeistanfällige Wissenschaftler verdammt. Es ist also nicht nur eine Klimahysterie, sondern auch eine Anti-Deutschenhysterie ausgebrochen. Die Grünen stehen mittendrin.



Sigmar Salzburg

20.01.2020 12:22   Zeitungen, Rundfunk, Fernsehen   >   Freie Welt, FreieWelt.net   Beitrag im Faden   Beitrag einzeln


Persönliches Gedenken

Gestern vor 78 Jahren verschwand mein Vater während der Kriegshandlungen gegen die Sowjetunion als zwangseingezogener Soldat aus dieser Welt. Er war 1941 als 31jähriger Goldschmied zur Militärausbildung im I-R 526, I-D 298 nach Neuhammer [?] einberufen worden. Seine letzte persönliche Nachricht 1.12.41 kam aus Charkow als Angehöriger des 9. Kompanie Infanterie-Regiments 526. Er wird seit dem 18.01.1942 vermißt nach einem Gefecht bei Kamenka, ca 6 km südlich von Isjum, 114 km südlich von Charkow, Erkennungsmarke -5187-2.Kp.I.E.Btl.7. Daß er bei 41 Grad Kälte überlebt haben könnte, wird ausgeschlossen. Aber es wurden bisher auch keine Spuren von ihm gefunden. Er hatte eigentlich ganz andere Pläne für sein Leben und hat Hitler und seinen Krieg immer verachtet.

Sigmar Salzburg

19.01.2020 18:29   Rechtschreibforum   >   Es gehört nicht hierher, aber dennoch ... 2   Beitrag im Faden   Beitrag einzeln


Groß statt klein:

Die Rache der verhinderten Kleinschreiber:

In Berlin hat die internationale Libyen-Konferenz begonnen. Der türkische Präsident Erdogan forderte den abtrünnigen General Haftar auf, als Erstes die Kämpfe einzustellen.

spiegel.de 19.1.2020


Sigmar Salzburg

19.01.2020 16:50   Beispielsammlung über Sinn und Unsinn   >   GKS 5   Beitrag im Faden   Beitrag einzeln


Der Nutzen der „Reform“ ist nicht beweisbar – aber ...?

Die Nichtexistenz Gottes ist beweisbar

... Trotz ihrer Fehlbarkeit ist Induktion in jedem Aspekt unseres Lebens unerlässlich, von der banalsten zur am Weitesten fortgeschrittenen Wissenschaft. Ohne Induktion wüssten wir praktisch gar nichts über die Welt, was nicht durch unsere Sinne unmittelbar erfahrbar ist. Also behalten wir die Induktion lieber ungeschminkt und benutzen sie, um Verneinungen und Bejahungen gleichermaßen anzuerkennen.

Man kann Nichtexistenz beweisen – zumindest insofern man überhaupt irgendetwas beweisen kann.

Quelle: Steven D. Hales. You can prove a negative. eSkeptic. 5. Dezember 2007
Übersetzung: Andreas Müller
hpd.de 15. Dez 2007

... aber ist die Großschreibung bei Verdacht auf Substantiv sinnvoll? – Die „Reform“ im Superlativ.


Sigmar Salzburg

19.01.2020 16:15   Beispielsammlung über Sinn und Unsinn   >   GKS 5   Beitrag im Faden   Beitrag einzeln


Büchervernichtung in der fortgeschrittenen Phase?

NEUE MITTELSCHULE GUMPOLDSKIRCHEN
Neue Rechtschreibung in der Schulbibliothek

GUMPOLDSKIRCHEN | Rund 2000 Bücher mit der neuen Rechtschreibung erhielt die kleine aber feine Bibliothek der Neuen Musikmittelschule Gumpoldskirchen.
Lehrerin Ulrike Hübl ist für die Bibliothek verantwortlich, unterstützt wird sie von Schülern, denen die Aufgabe großen Spaß macht. Die Bücher sind mit Barcodes versehen, jede Ausleihung wird von einem Barcodeleser erfasst und im Computer abgespeichert.
Bürgermeister Ferdinand Köck, GGR Walter Promitzer und Elternvereins-Obmann freuten sich, dass die Bibliothek von den Schülerinnen und Schülern sehr gut angenommen wird – Lesen ist also doch noch immer in!

meinbezirk.at 17.1.2020

Der Hintergrund der Meldung ist nicht ganz klar. Bei einer Neuanschaffung wäre der Hinweis auf die „neue“ Rechtschreibung wohl überflüssig gewesen. War es also eine Bücherspende, bei der Bücher in „alter“ Rechtschreibung aussortiert wurden, möglicherweise sogar solche in „alter neuer“ Rechtschreibung – mit „tut mir Leid“ und so weiter? Ging der Eingliederung der Bücher in der „neuen neuen“ Rechtschreibung eine Vernichtungsaktion anderer Bücher voraus? Rätsel über Rätsel!


Sigmar Salzburg

19.01.2020 06:05   Rechtschreibforum   >   Büchervernichtung   Beitrag im Faden   Beitrag einzeln


Universitäre Sprachverstümmler

Neben dem „so genannten” Stotterdeutsch bei einer „Hand voll“ von Wörtern der Rechtschreib„reform“ ist das Gender*Innendeutsch ein noch ekelhafterer Anschlag auf unsere Sprache, weil es ein Anschlag auf das gesprochene Wort selbst ist. Was vor zehn Jahren närrische Grün*Innen-Minister*innen und Vorsteher*innen begonnen hatten, hält jetzt Einzug in die Universitäten. Ulrike Stockmann glossiert des längeren auf der „Achse des Guten“:
[…]
Spleens von Winkelgelehrten

Als Nonplusultra erscheint der Uni Wien die Verwendung des Gendersternchens, da dieses von vornherein alle, die genannt werden sollen, miteinschließt und niemanden ausschließt. Dies dürfte für Sie vermutlich nichts Neues sein. Darüber hinaus empfiehlt die Wiener Uni jedoch, das Gendersternchen auch in die mündliche Kommunikation miteinfließen zu lassen und als kurze Pause zu sprechen. Denn ohne Unterbrechung klingt beispielsweise das Wort „Student*innen“ wie „Studentinnen“. Das darf natürlich nicht sein. Wo blieben denn dann alle anderen Geschlechter? ...

achgut.com 18.1.2020
Dem Berliner B.Z.-Journalisten wurde schon zweimal das Auto „abgefackelt“ – weil er u.a. auch darüber sanft gespottet hatte. Nun wird diese Sprachverstümmelung auch noch universitär abgesegnet – die schleichende Machtergreifung der Bekloppten.


Sigmar Salzburg

18.01.2020 15:22   Menschen   >   Der GenderInnenwahnsinn   Beitrag im Faden   Beitrag einzeln


Wettlauf um das dümmste Unwort des Jahres

Das Relotius-Schwindel-Magazin muß sich „gesund“schrumpfen:
Die Zeit von "Spiegel Online" ist vorbei
Aufgemotzt in bessere Zeiten? Der Spiegel, das publizistisch zuletzt arg gebeutelte Nachrichtenmagazin, hat seinen Digitalauftritt überarbeitet. Von diesem Mittwoch an verschwindet die Marke "Spiegel Online", künftig firmiert das publizistische Angebot des Hauses einheitlich unter dem Namen "Der Spiegel" ...
sueddeutsche.de 8.1.2020
Die dümmlichen Linksschwätzer*innen wie Margarethe Stokowski, Ferda Ataman, Sibylle Berg, Sascha Lobo, Christian Stöcker und Arno Frank u.a. werden uns wohl noch erhalten bleiben:
"Unwort des Jahres"
Magisches Denken Ein Kommentar von Arno Frank

Kann man Dämonen bannen, indem man sie beim Namen nennt? "Klimahysterie" ist das "Unwort des Jahres" - doch nur einmal im Jahr ein Wort zu ächten, reicht bei Weitem nicht.
Wirklich? Das ist es, das "Unwort des Jahres"? "Klimahysterie"? Der wirklich übelste Auswuchs sprachlicher Abwertung und Diffamierung, den wir im vergangenen Jahr erleben durften? Schlimmer als das faschistoide Kampfmärchen von der "Umvolkung" *, das auf Platz zwei landete?...
spiegel.de 14.1.2020
Auf Zeit online gebraucht aber ein Fachmann ein noch dümmeres Wort:
 "Die Klimaleugner sind gut organisiert" | ZEIT ONLINE...

ZEIT ONLINE: Kann man die irreführenden Inhalte einfach erkennen, weil sie qualitativ schlechter sind?
Allgaier: Man findet das komplette Spektrum. Von Handyvideos, die Kondensstreifen aufnehmen, bis zu aufwändig produzierten Pseudodokumentationen. Die Klimaleugner sind auch durchaus gut organisiert...
zeit.de 5.8.2019
Alternative Medien haben das „Wahre Unwort“ gekürt: „Klimaleugner“ – mit einem Anflug von Holocaustleugner, was seine öffentliche Wirksamkeit noch unterstützen soll.


Sigmar Salzburg

16.01.2020 18:56   Zeitungen, Rundfunk, Fernsehen   >   Spiegel   Beitrag im Faden   Beitrag einzeln


Einer der „Helden“ des Reform-Widerstandes

Theodor Ickler erwähnt bei sprachforschung.org am 13.01.2020 Prof. em. Thomas Anz:
Reich-Ranicki lehnte die Rechtschreibreform ab, sein Nachlaßverwalter Thomas Anz stellte „Meine Geschichte der deutschen Literatur“ (3. Aufl. München, DVA [Random House] 2014) trotzdem um. „Die Fassungen aus den Druckvorlagen wurden, mit Ausnahme von Zitaten, gegenwärtig geltenden Regeln der Rechtschreibung angeglichen.“ (S. 556) Also: Er warb um sie aufs Leidenschaftlichste, ohne je zu vergessen, sie aufs Nachdrücklichste zu warnen. (S. 274) Ein Jahr zuvor war das sinnvollerweise noch klein geschrieben. Thomas Anz, zeitweise Vorsitzender des Germanistenverbandes, ist ein exemplarischer Fall. Er hatte auch die Erklärung der Professoren gegen die Rechtschreibreform unterschrieben. Seine eigenen Bücher erscheinen z. B. bei C. H. Beck unreformiert...
Rot durch mich. Wenn Bertelsmann & Co. befehlen, dann müssen selbstredend alle folgen. In meinem Schreiben an die bislang „reformmäßig“ dummdreisteste Ministerpräsidentin eines deutschen Bundeslandes hatte ich die Gegnerschaft Reich-Ranickis ebenfalls erwähnt.



Sigmar Salzburg

16.01.2020 07:59   Beispielsammlung über Sinn und Unsinn   >   Helden der Rechtschreibung   Beitrag im Faden   Beitrag einzeln


Not macht erfinderisch

Die Rundfunk-Zwangsgebühren-Gegnerin Rafaela Rzonsa hat eine Plastiktüte mit Kupferkleingeld geschnürt und mit einem in Sütterlin geschriebenen Brief an den Zwangsgebühren-Abzockdienst (Beitrags-„Service“) abgeschickt:
Rafaela Rzonsa 14.01.20, 21:18



Brief in Sütterlin
So wird die gute alte Sütterlin, die 1941 von Hitler als Schulschrift verboten worden war, noch einem guten Zweck zugeführt. Weiter so! Übung macht die Meisterin. Wenn jeder Gebühren-Abzockgegner jeden Monat einen solchen Brief versendet, können wir bald einer Renaissance der alten Schreibkunst entgegensehen.


Sigmar Salzburg

15.01.2020 17:29   Veranstaltungen   >   Rundfunkzwangsbeitrag   Beitrag im Faden   Beitrag einzeln


Der Riß durch Land und Schreibgemeinschaft

Das Landeshaus in Kiel wirbt für eine Veranstaltung – unter Nichtbeachtung der Zitattreue und der Volksabstimmung gegen die Rechtschreib„reform“:

AMPHIBIEN Ein deutsch-dänisches Abstimmungs-Schauspiel zum 100. Jahrestag der Volksabstimmungen von 1920 über den Verlauf der deutsch-dänischen Grenze

TOURNEETERMINE

Do 13.2.2020, 19.00 Uhr

Kiel, Schleswig-Holsteinischer Landtag

Einlass für diese Spielstätte nur nach Anmeldung und unter Vorlage des Personalausweises.

AMPHIBIEN

Ein deutsch-dänisches Abstimmungs-Schauspiel


zum 100. Jahrestag der Volksabstimmungen von 1920 über den Verlauf der deutsch-dänischen Grenze.

BIS VOR KURZEM war alles selbstverständlich. Wir waren Amphibien. Amphibien? Wir lebten in zwei Elementen: auf dem Land gehen, im Wasser schwimmen. In gewisser Weise tun wir's noch. Wir gehen von der einen Sprache in die andere wie durch eine offene Tür. Je nach Umgebung leben wir in dänischen Liedern oder in deutschen. Im Wasser schwammen sie und an Land gingen sie. Ich rede wie von einem Kindheitsparadies, von einem fernen Zuhause ... Wir redeten und wir sangen deutsch, in der Kirche und im Dorf war alles dänisch, und gingen deutsch oder umgekehrt. Je nachdem, wir konnten uns gar nicht vorstellen, dass es auch anders geht. Ja aber, das Leben in beiden Welten? Wir haben uns schlafen gelegt und sind alle als Landtiere mit Eckzähnen aufgewacht. Alles fiel auseinander. Und was war daran schuld?
Die Schleswigsche Frage ...

Aus dem Roman „Riß durchs Festland“ von Uwe Pörksen

[Leseprobe]

AMPHIBIEN

Die Theater-Arbeitsgemeinschaft des Deutschen Gymnasiums für Nordschleswig in Apenrade hat dieses Stück in Zusammenarbeit mit Studierenden und Lehrenden der Abteilungen Kunst und Visuelle Medien, Textil und Mode sowie Darstellendes Spiel der Europa-Universität Flensburg zum 100. Jahrestag der Volksabstimmungen von 1920 über den Verlauf der deutsch-dänischen Grenze entwickelt...

landtag.ltsh.de

Prof. Uwe Pörksens Austrittserklärung aus dem Rat für Rechtschreibung hier.


Sigmar Salzburg

15.01.2020 02:28   Dokumente   >   Unwichtige Geschichtsfälschungen   Beitrag im Faden   Beitrag einzeln


Vor 114 Jahren wurde Zhou Youguang geboren, ...

... der chinesische Ökonom und Linguist, der die offizielle Umschrift des Chinesischen in die Lateinschrift entwickelt hat. Er starb vor drei Jahren einen Tag nach seinem 111. Geburtstag (nach Wikipedia):
Zhou Youguang
Zhou Youguang (chinesisch 周有光, Pinyin Zhōu Yǒuguāng; eigentlich 周耀平, Zhōu Yàopíng; * 13. Januar 1906 in Changzhou; † 14. Januar 2017 in Peking) ...

Zhou Youguang studierte ab 1923 Ökonomie und Linguistik an der Saint John’s University in Shanghai. 1925 verließ er die Universität während der Bewegung des 30. Mai und setzte sein Studium bis 1927 an der Pädagogischen Universität Ostchina fort, die ebenfalls in Shanghai liegt.

Als Repräsentant einer chinesischen Bank lebte Zhou von 1946 bis 1949 in New York City. Von 1949 bis 1955 lehrte er als Professor für Wirtschaftswissenschaften an der Fudan-Universität in Shanghai, nebenbei hörte er Vorlesungen im Fach Linguistik. 1956 bis 1988 gehörte er dem chinesischen Schriftreformkomitee an. Während der Kulturrevolution von 1966 wurde er ab 1969 für zwei Jahre in ein Arbeitslager geschickt. Er ist Erfinder der Pinyin, der offiziellen Transkription des Chinesischen in Lateinschrift.

Am 13. Januar 2016 feierte Zhou seinen 110. Geburtstag. Er war von 1933 bis zu deren Tod 2002 mit Zhang Yunhe verheiratet, mit der er zwei Kinder hatte. Er starb einen Tag nach seinem 111. Geburtstag.
Der chinesischen Führung unter Mao ging es darum, die nach der Schreibreform stark veränderten Zeichen mit Hilfe einer eigenen Lateinumschrift leichter lehr- und lernbar zu machen. Seither begannen die Schüler mit Pinyin. Das wird erst jetzt wieder abgebaut. Der Plan der völligen Abschaffung der Zeichenschrift oder ihrer Beschränkung auf 800 Zeichen wurde aufgegeben, da die zahllosen gleichklingenden Wörter bzw. Silben nur durch die Zeichen in ihrer Bedeutung unterschieden werden konnten. Außerdem hätte es einen Bruch mit der Vergangenheit bedeutet, der auch so schon schlimm genug war.

Trotzdem ist die chinesische Schrift je nach Anspruch hundert- bis tausendmal schwieriger zu lernen als die unsrige – was unsere dümmlichen Kultusminister und ihre wichtigtuerischen Hiwis nicht hinderte, ihre häßliche bis nichtsnutzige Erleichterungs„reform“ auf heimtückische Weise durchzusetzen. Die Chinesenkinder lernen von Anfang an, daß nur eifriges Bemühen zum Erfolg führt.

Die schon vorhandenen Umschriftsysteme waren für den chinesischen Gebrauch weniger geeignet. Dafür können Ausländer ohne einzelne Zusatzregeln Pinyin nicht phonetisch erkennbar ablesen.

Am auffälligsten ist die zweckentfremdete Verwendung des „q“ für einen scharfen dentalen Reibelaut (Wade ch‘) anstelle des ursprünglichen gutturalen Qaf der semitischen Sprachen, und das ähnliche „x“ (Wade hs). Es wird auch das deutsche „ü“ verwendet, jedoch nur in
„lǘ“ (驢 / 驴 Esel) oder „nǚ[rén]“ (女人Frau) z.B., nicht aber, wo es durch ein vorhergehendes j, q, x und y ohnehin gesprochen werden muß: yu (=yü).

„Yi“ und „wu“ stellen nur die Laute „i“ und „u“ dar, ohne halbkonsonantische Einleitung, wohl um sie als sinntragende Silben zu markieren – aber auch nicht konsequent durchgeführt:
„é“ (鵝 / 鹅 Gans, altchin.: „nga“; Zeichen: 我 wǒ ich, altchin.: „nga'“ + Vogel).

Die vier Töne werden bildhaft durch Akzente bezeichnet, die aber erst seit Unicode maschinell für jedermann greifbar sind.

Inzwischen wurde Pinyin auch auf Taiwan zugelassen, soll dort aber teilweise noch boykottiert werden. Bei uns gibt es schon Chinesisch-Lehrgänge nur in Pinyin ohne Schriftzeichen. Das erweckt bei den meist jungen chinesischen Lehrkräften hierzulande nur ungläubiges Staunen.



Sigmar Salzburg

12.01.2020 18:17   Rechtschreibforum   >   Andere Sprachen   Beitrag im Faden   Beitrag einzeln


Die Falschmünzer von Einheit und Zusammenhalt

Ab 1996 hatten die deutschen Kultusminister begonnen, die Einheit der deutschen Rechtschreibung zu zerstören.

2004 wurde der „Rat für deutsche Rechtschreibung“ nach einer Idee der falschen Doktorin Schavan gegründet, um die entlaufenen Zeitungen wieder einzufangen, und der Rat beschrieb großkotzig seine Aufgabe als: „Bewahrung der Einheitlichkeit der Rechtschreibung im deutschen Sprachraum“, – die gerade mutwillig oder aus Doofheit zerstört worden war.

Jahrelange Nötigung und Erpressung mit Schülergeiselnahme und willfährigen Zeitungen waren und sind die Folge.

Als 1990 die deutsche Einheit Wirklichkeit wurde, verlor man die Einheit des Volkes aus dem Auge. Nachdem Edmund Stoiber mit seiner Ablehnung von Masseneinwanderung und „Durchrassung“ kaltgestellt war, trat die Dauerkanzlerin Merkel zum linksgeduldeten Machterhalt die Flucht nach vorne an, um die Bevölkerungs„reform“ zu sichern.

Für die kaum noch mögliche Einheit der Bevölkerung wurde jetzt ersatzweise der „Zusammenhalt“ beschworen. Die „Spaltung“ mußte dabei als mit den Mitteln des „Sozialismus“ behebbarer „Sozialfall“ dargestellt werden. Man sieht es an den Schulen:
Soziale Spaltung
Berliner Eltern meiden Grundschulen im eigenen Kiez


Kaum ist der Kitaplatz gefunden, da werden Berlins Eltern von der nächsten Unruhe erfasst: Die Suche nach der richtigen Grundschule treibt sie um. Wohin das führt, lässt sich an den Anmeldezahlen der Erstklässler ablesen.

Demnach wurde 2019 für rund 45 Prozent aller Lernanfänger beantragt, eine andere Schule zu besuchen als vom jeweiligen Bezirksamt vorgesehen.

Immerhin 60 Prozent der Anträge waren erfolgreich, sodass unter dem Strich knapp 30 Prozent der Kinder nicht an ihrer Kiezschule landeten. Dies ergibt sich aus einer Anfrage der grünen Abgeordneten Marianne Burkert-Eulitz [...]

• Im Schuljahr 2019/20 wurden rund 29.000 Erstklässler eingeschult.
• Im Schnitt haben 45 Prozent der Berliner Eltern den Besuch einer Schule außerhalb des Einzugsbereichs beantragt.
• Am größten war der Anteil der Wechselanträge in Charlottenburg-Wilmersdorf mit 66 Prozent. [...]

Eltern befürchten Nachteile in Brennpunktschulen

Vor einigen Jahren hatte der Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration eine Studie in Auftrag gegeben, um die Gründe und die Auswirkungen der Flucht aus der Kiezschule zu erfassen.

Dabei wurde die Vermutung bestätigt, dass bildungsinteressierte Eltern die Schulwahl stark vom Migrantenanteil abhängig machen, weil sie befürchten, dass ihre Kinder an Schulen mit vielen sozial benachteiligten Zuwanderern weniger lernen.
Was für eine Falschmünzerei! Würde man jeder Migrantenfamilie monatlich 1000 Euro dazugeben, dann wären die Lernerfolge wegen abweichender Kultur und Vorbildung um keinen Deut besser.
Das Wahlverhalten der Eltern verschärft die soziale Entmischung allerdings noch weiter. Die genannte Studie des Sachverständigenrates ergab etwa, dass die Migrantenquote an einer Kreuzberger Schule um 500 Prozent von der Quote im Einzugsgebiet abwich. Zudem hatten mehr als 20 Prozent der Grundschulen einen Zuwandereranteil, der mehr als doppelt so hoch war wie der Zuwandereranteil der Altersgruppe im dazugehörigen Schulbezirk.
Es fehlen natürlich nicht die politisch korrekten Eltern, die ihre Kinder für die „Integration“ opfern wollen:
Allerdings gibt es in den vergangenen Jahren immer mehr bildungsinteressierte Eltern, die versuchen, der Tendenz zur Entmischung zu begegnen: Sie suchen Gleichgesinnte, die gemeinsam mit ihnen ihre Kinder an Brennpunktschulen anmelden...

m.tagesspiegel.de 9.1.2020
Wir sehen hier das bekannte Versagen unserer Regierungen seit der Wiedervereinigung – und seit 2015 noch in unverantwortlichster Weise verschärft. Eine gemischte Klasse sollte nie mehr als 15 Prozent Migrantenkinder aufnehmen.

Jetzt verhandelt Erdogan auch noch über die Errichtung türkischer Schulen in Deutschland, als Gegenstück zu den deutschen Schulen in der Türkei. Dort dienen sie der Entwicklungshilfe, hier der Ausbildung vorhandener oder noch zu erzeugender Jungtürken zu türkischen Staatsbürgern für die spätere Machtübernahme.

P.S.: Siehe auch Klonovsky zum Thema Berliner Grundschulen, 8. Beitrag.


Sigmar Salzburg

11.01.2020 18:38   Schule   >   Grundschule   Beitrag im Faden   Beitrag einzeln


Aus dem Schweizer „Sprachspiegel“ 1961

Mörder unserer Sprache

Es gibt Leute, die mit eigenen Mitteln und mit viel mehr Steuergeldern hohe und höchste Schulen besucht haben und stolz auf ihre Bildung sind. Sie sollten sich darum verpflichtet fühlen, ihr Licht leuchten zu lassen, zu Nutz und Frommen der geistig minderbemittelten Massen. Englischem Vorbild folgend, sollte die Überlegenheit vor allem an der Sprache erkennbar sein. Das Gegenteil ist oft der Fall: bei erster Gelegenheit verleugnen sie die paar Deutschstunden, während welcher sie nicht geschlafen haben, und schließen sich leichtesten Sinnes dem großen Heer der Sprachreisläufer an. Ich rede hier nicht von den fremden Wörtern und unbegrenzten Begriffen, die sie uns auf ihrem hohen Seil vorgaukeln, sondern von ihrem biedern Werktagsdeutsch, von dem, was „U" sein sollte, und von dem sie meinen, es erschließe der Jugend neue, unvorstellbare Gefilde der Sprachreinheit und -feinheit.

Solange wir ihnen nicht unter Zwang zuhören oder ihre Erzeugnisse lesen müssen, schaden sie nicht mehr als einige neudeutsche Dichter, Erzähler und Volkswirtschafter. Gemeingefährlich aber sind sie in den Augenblicken, wo sie sich bei Behörden, beim Funk, bei der Nachrichtenpresse oder als Entwerfer von Gesetzen und Verfasser offizieller Ansprachen eingenistet haben und alsdann tagein, tagaus, in Wort und Schrift, unmittelbar oder durch den Mund gefügiger Sprecher und geplagter Setzer, auf uns einhämmern dürfen oder müssen. Dagegen schützte nur ein Leben in der Wildnis. Ihre stolze Oberflächlichkeit, getarnt mit stiernackiger Rechthaberei, sagt ihnen, daß das, was sie über gutes Deutsch nicht wissen, auch ihre Leser und Hörer nicht wissen. Man erinnere sich, wie unbelehrbar sie wegen der „Meteorologischen Zentralanstalt" waren, wegen „gehe" statt „geh!", „Stop" statt „Halt", „gesendet" statt „gesandt", „Maternité" statt „Geburtenhaus" (die Geburts-, Schul-, Stadt-, Amts-, Kongreß-, Zucht-, Kranken-, Pfrund- und Armenhäuser sind uns auch heute noch gut genug) usw. Und dafür zahlen wir sie noch! Die Arbeit gewissenhafter Lehrer wird zuschanden; denn soll der Schüler glauben, was ihm der Lehrer angibt oder was eine nie irrende Obrigkeit funkt, auf Schilder malt und in Blättern ausschreibt? Pausenlos wiederholen sie, was falsch und häßlich ist und unser Sprachgefühl abstumpft und schließlich tötet.

Nach eigenem Behagen erdrosseln sie gute Alt-Ausdrücke und ersetzen sie durch „zeitgemäße", nicht immer aus verlorenem oder nie gehabtem Sprachsinn heraus; Ziererei, Neuerungssucht und Unsicherheit spielen mit. Ihre Neuheiten sind indessen meistens Nachäffereien, kein eigenes Gedankengut. Daß sie uns gerade die scheußlichsten Fänge aus irgendwelchen Tümpeln vorsetzen müssen, ob wir wollen oder nicht, steht gewiß in keinem Anstellungsvertrag. Leider habe ich noch nie einen Vertrag gesehen, in dem der Arbeitgeber bessere Kenntnisse der Muttersprache ausbedingt, als jeder Haudegen sie bietet.

Ehrfurcht vor alten Meistern? Abgestreift! Um dem heutigen hohen Stand der deutschen Sprache zu genügen, müßte der „Tell", nach ihrer Meinung, neu „überarbeitet" werden; Schiller überhaupt, schrieb er doch viel zu wenig „differenziert". Zu Fürst und Stauffacher spräche dann Attinghausen, stromlinig ausgerichtet auf das hinreißende Amts-, Funk-, Illustrierten- und Kinodeutsch: „seid euch einig, euch einig, euch einig!" (Im Appenzellerland ist man zwar heute, wie vor Jahrhunderten, „ähs worde", eins oder einig worden, wenn ein Händel erledigt oder ein Handel zustande gekommen war.) Man spricht nicht mehr miteinander, man bespricht sich. Ich hoffe, die Zeit nicht zu erleben, da man sich fröhlich ist, sich etwas Gutes ißt, sich lacht oder weint; ich will mich vorher sterben.

In den Fluten läppischer Blähungen, überflüssiger Vor- und Nachsilben, nichtssagender Abstraktionen, eitler und wüster Knäuelsätze sind Behörden, Marktschreier, Seelenkenner, Volks- und Funkredner bereits erstickt. Richter, Dichter und Prediger stehen auf Kragenhöhe drin. „Das Hauptthema war die deutsche Frage..." Wer auf das unfaßbare Allerweltswort „Frage" stößt, soll zuerst fragen, wer denn eigentlich wen und was fragt, Fall, Gegenstand, Sache oder Angelegenheit zählen nicht mehr; dafür haben wir das „Anliegen", das jedem salbigen Redner sein eigenes ist, in Verbindung mit „Verpflichtung" natürlich („Es ist mir Anliegen und Verpflichtung").

Eine der neuesten Bescherungen von oben herab sind die „Entwicklungsländer". Was sind denn die Vereinigten Staaten, England und die meisten europäischen Länder, die laufend Neues schaffen? Was sind Indien, Laos, Tibet, Iran, Ceylon, Ghana usw. usw., die trotz Hilfe stillstehen? – Neu ist auch der Beherrscher" an Statt des „Herrschers"; noch lange nicht jeder Herrscher beherrscht. – Ein hoher Beamter, Dr. phil., mahnte uns, „man müsse einander gegenseitig helfen", und fügte bei „... ich glaube, daß es genüge". Ich glaube, es genüge ohne das „daß"; oder Gautschi aus New York: „Kennedy und de Gaulle waren gegenseitig voneinander beeindruckt". Sagt man unter Freunden nicht einfach „sie hatten einen guten Eindruck voneinander"? Und Staub aus Paris: „man setze sich zusammen...". aus wieviel Stücken? Kürzlich hoffte ein Magistrat zuversichtlich. Leser, haben Sie schon ohne Zuversicht und Hoffnung gehofft?

Der Diener ist in der Amtssprache zum Bedienten vorgerückt; folglich müßten die Richter den Betrüger zum Betrogenen umbiegen. Rücksicht ist zu Rücksichtnahme ausgewalzt. Meint man, es töne menschlicher, menschlicher etwa als Rücksichtgabe? Bereiten wir uns vor bald mit Rücksichthabe, Vorsichtsein und Ähnlichem beschenkt zu werden! – Selbst der schwallreichsten Revolverzunge eines amerikanischen Hochdruckverkäufers genügt „Fühlung" (Contact); vermutlich um jede Verwechslung mit Fühlunggabe zu meiden, besteht unser Lautsprecher auf Fühlungnahme. Er nimmt nun fortan Fühlungnahme. „Nun" genügt ihm übrigens nichts mehr, „nunmehr" sagt ihm nunmehr mehr.

In einer Sendung von „Tag zu Tag" hörten wir, wie ein schnellzüngiger Berichter die französische Liedlein-Sängerin X in Kloten begrüßte und fortfuhr: „nun lassen wir die französische Star selbst einige Worte sagen .". – Haben Sie das Wort „spätzeitig" schon vernommen? Wenn nicht, werden Sie es bald hören, denn schon haben wir frühzeitig. Spät genügt noch, früh nicht mehr, obwohl früh an sich ein Zeitbegriff ist und „zeitig" überflüssig macht, besonders wenn man bedenkt, daß die Zeit zeitlos ist.

Eine Ansagerin (Ansagerinnen und Ansager haben zu gehorchen, nicht zu „verbessern“) mußte „... um Berichtgabe an die Polizei" hersagen und das Wetter sei „vielfach sonnig"; auch „den Beruf hat er mehrfach gewechselt ...". Ohne jemand zu fragen, ersetzt man „mal" durch“ -fach". („Das wievielte Fach ist er schön gebüßt worden?" „Das erste Fach"; wievielfach über den Ozean geflogen? „zweifach!".) Ein Ansager mußte durchgeben, es habe sich „verlohnt", ferner „dem Jubilar war es vergönnt", wenn diesem das Schicksal in Wirklichkeit etwas gegönnt hatte (gönnen – Gunst, vergönnen = Mißgunst; in den Mundarten gönnt man einem Menschen einen heiteren Lebensabend, vergönnt oder mißgönnt ihm aber erschlichene Vorteile. Die Mundarten sind im Zweifel oft zuverlässiger als der Duden). Es ist nicht ausgeschlossen, daß, diesem Beispiel folgend, auch der Unterschied zwischen kaufen und verkaufen, heiraten und verheiraten verwischt wird und wir dann nicht mehr wissen, ob es auf das Gleiche herauskommt, ob man jemand heirate oder verheirate. – Man macht kein Hehl mehr daraus, daß das Zeitwort verhehlen am Sterben ist.–

Die Denkfaulheit vieler Verfasser amtlicher Mitteilungen wird unter anderem darin sichtbar, daß heute jeder zweite Satz mit „Nachdem ..." beginnt, selbst wenn „seit", „da" oder „weil" stehen müßte; desgleichen in den ewigen „Verlautbarungen" und in der Unzahl „Rahmen", außerhalb deren auf Erden rundweg nichts geschieht. „Verhältnisse" gehören zum eisernen Bestand eines Berichters; so streikten denn die Postier in Zürich „für bessere Lohnverhältnisse", nicht allein für den Lohn. Verhältnis hat Zustand, Los, Gegend, Umgebung und Umstand beinahe verdrängt, der Einfachheit wegen. Daß die Behörden nicht ruhig sind, wenn wir ihre Gesetze nur achten, ist eindeutig; sie verschaffen Nachachtung, denn doppelt genäht hält besser. Wer hat zu bestimmen, wieviel verschiedene Wörter in einem einzigen Sammelwort aufgehen dürfen? Jene etwa, die nur kraft eigenen Rechts und dank ihrer Stellung ungestraft und laufend Begriffsgrenzen verwischen? –

Es scheint, beim Rundfunk, gleich wie bei Bundes-, Kantons-, Stadt- und Gemeindeämtern, den Polizei- und Heeresverwaltungen, lasse man nur noch Leute zu (mit abgeschlossener Hochschulbildung), die sich zum kindischen und wandelbaren Abklatschallerlei bekennen und allzeit streben, ihre Sprache zu entwerten. Mit Grausen stellt man fest, wie abgenützt und gleichförmig Stil und Wortwahl vieler dieser Stellen sind. Man muß dies zum Teil begreifen, denn ihre Welt beschäftigt sich, gleich dem Obligationenrecht und dem Zivilgesetzbuch, hauptsächlich mit Sachwerten, denen der Mensch Untertan ist.

Die zunehmende Unfähigkeit unserer Funk- und Amtsredner und -Schreiber, sich an feste Begriffe zu halten, merkte jeder, der einen Tag lang am Empfänger säße und alles, was sinn- und stilwidrig ist, niederschriebe, von den Sendungen „zum neuen Tag" (die offensichtlich auf der Annahme beruhen, die Hälfte der Hörer seien Köhler) bis zu den Spätnachrichten. Er müßte zwar ein sehr rascher Schreiber sein! Eine halbe Stunde länger nachgedacht, und wir hätten zum Beispiel keine Mutationen, sondern (militärische) Beförderungen; die wichtige Kunde eines Heerführers hieße nicht mehr Tagesbefehl. Wir hätten auch kein Bundesamt für Industrie, Gewerbe und Arbeit (BIGA), keine drei Wörter, die im Grunde ein und denselben Begriff ausdrücken. Eine Menge juristischer Sprachzöpfe wären längst abgeschnitten. Wir hätten keine Aktie, weder ein Obligationen-Recht noch ein Zivil-Gesetzbuch, keine Miliz, kein Militär, keine Rekruten und Offiziere und kein Departement. – Eine neue Perle wird nun auch in den Amtsstuben herumgeboten: „ausgelastet". Wissen Sie, was es heißt? Nichts anderes als voll, ausverkauft, voll beschäftigt, ausgenützt, besetzt. Sorgen wir dafür, daß es rasch ausgelachtet wird.

Im privaten Leben findet man der Sprachsünden nicht weniger, seien es geschäftliche oder „schön“geistige. Hier richten sie aber geringeren Schaden an, weil wir nicht verpflichtet sind, Bücher und Anpreisungen zu lesen; über die Sender zu hören bekommen wir sie glücklicherweise noch nicht. Aktien- statt Bier-Brauerei ist weder geistreich noch richtig, ebensowenig der „Timber Room" einer zürcherischen Gaststätte. Vermutlich wurden beide, wie eine Unzahl andrer Geschäftswörter, im Alkoholdunst geboren.

Zu der Oberflächlichkeit in einer Reihe von Amtsstuben reiht sich ein beachtenswerter Mangel an Mut. Daß die Amtssprache gewundener sein muß als der Lauf des Jordens, ist klar, denn die Losung unserer Vormünder und Wegweiser heißt Vorbehalt. Sie bringen somit nicht mehr den Schneid auf, Meinungen zu haben: sie vertreten nur noch welche, auch ihre eigenen. Auch nicht den Mut, andere gute Wörter zu gebrauchen als die „andern", denn man will auf keinen Fall aus der Reihe tanzen. Darum Parks statt Pärke, die Autos statt die Auto, Schutztrupps statt -truppen (Deutsch hat keine Mehrzahlendungen mit s), Endzielsetzung statt Ziel. Darum nie mehr Imbiß, Schnaps und Wirtshaus; der neue Heimatstil verlangt Snack, Cocktail, Restaurant und Bar (meistens gewöhnliche Standbeizen oder Spunten mit minderem Bier als in Fuhrmännerkneipen.

Unsichere und alle, die schneller schwatzen als denken, sollten jede mündliche oder schriftliche Kunde an die Jugend meiden. Ich habe hier im einzelnen wohl nur Kleinigkeiten bemängelt; die Summe dieser Nadelstiche kann jedoch unheilbar verletzen. Die Würger unserer Sprache sind gegen Tadel taub und blind; überdies haben sie keine Zeit, ihn zu lesen oder zu hören. So etwa von Vierzig an lernen die meisten Menschen zu ihrem alten, halb oder ganz vergessenen Kram überhaupt nur ungern anderes, als was ihnen höheren Lohn oder größeres Ansehen verspricht. Zu diesem Behufe ist schwätzen oft wichtiger als reden, sudeln einträglicher als schreiben, verdüstern feinsinniger als klären. Manch einer der durch Ton und Schrift zum Volke drängt, ist ob der Wucht und Blütenreinheit seines eigenen Stils derart verzückt, daß nichts ihn retten kann. Aber selbst der tiefste Gehalt eines Gedankens ist nie so stark, als daß ihm ein Lumpengewand, genannt Schluderdeutsch, nicht schadete. Man denke daran, wieviel die englische Bibel durch die Übersetzung in die Gegenwartssprache an Wucht und Poesie verloren hat; eine schlechte Reportage sei aus ihr geworden, hieß es in einer englischen Zeitung. So darf es nicht weitergehen. Man soll sich aus Bequemlichkeit und Denkfaulheit nicht auf die „Lebendigkeit" und den „unvermeidbaren stetigen Wandel" in der Sprache berufen und so der Sprachleere verfallen.

Ein Sprachgericht mit Wächtern brauchen wir. Kein Amtssatz über die Sender, keiner auf Papier soll uns erreichen, es habe ihn denn ein Wächter gestriegelt. Sprachkenner gibt es genug, besonders unter unverbrauchten Lehrern im Ruhestand; sie bieten auch Gewähr für ruhige Überlegung. „Die Kosten!", werden die Räte und Unterausschüsse händeringend und sorgenfaltig mahnen, denn es geht hier vermeintlich nicht um materielle Gewinne. – Es wird weniger kosten als zwei Handels- oder Militärattaches. – Oder ist etwa mit Dunst und Doppelsinn leichter zu herrschen? W. E.

Mörder unserer Sprache
Autor(en): W.E.
Objekttyp: Article
Zeitschrift: Sprachspiegel : Zweimonatsschrift
Band (Jahr): 17 (1961)
Heft 6
http://doi.org/10.5169/seals-420664
PDF erstellt am: 02.01.2020 ETH-Bibliothek

Zusätzliche Absätze eingefügt! Sa.


Sigmar Salzburg

09.01.2020 19:54   Dokumente   >   Historische Trouvaillen   Beitrag im Faden   Beitrag einzeln


Es gehört fast nicht hierher ...

Foto aus dem Iran weckt schlimmen Verdacht
Schossen die Mullahs den Jet mit dieser Russen-Rakete ab?


Das Foto mit dem Raketenteil zeigt eine Bewässerungssenke am Straßenrand. BILD fragte den Exil-Iraner, der das Foto als Erster veröffentlichte, woher es stamme. Seine Antwort: „Ein Freund hat es mir per WhatsApp geschickt. Er fand es heute (am Mittwoch) am Straßenrand vor seinem Wohnhaus in der Stadt Parand. Er hatte keine Ahnung, um was es sich handelte.“

Auffällig: Parand liegt etwa 15 Kilometer vom Absturzort entfernt. Genau über dieser Stadt verlor die Flugsicherung das Signal der Boeing, bevor sie mehr als eine Minute später nahe dem Ort Khalaj Abad brennend zu Boden stürzte.

bild.de 09.01.2020 - 14:34 Uhr


Sigmar Salzburg

09.01.2020 18:00   Rechtschreibforum   >   Es gehört nicht hierher, aber dennoch ... 2   Beitrag im Faden   Beitrag einzeln


Die CDU – Steigbügelhalter für die umbenannte SED?

Dr. Wolfgang Prabel hat eine Veranstaltung der Werte-Union beobachtet und berichtet (in bewährter Rechtschreibung):

In der CDU rauchen die Colts

Veröffentlicht am 9. Januar 2020 von Wolfgang Prabel

Das thüringer CDU-Landesschiff dümpelte gestern abend im linken und rechten Brackwasser, der Kapitän Mohring wurde auf der Brücke wieder einmal nicht gesehen. Er ist ein Schettino, der die Kommandobrücke des CDU-Schiffs nach der Landtagswahl-Kollision mit den widerborstigen Wählern immer dann verläßt, wenn etwas zu entscheiden ist.

Die Werteunion hatte eine Veranstaltung mit Hans-Georg Maaßen in Niederorschel organisiert. Der Saal war mit 250 Personen bis auf den letzten Platz gefüllt, eine namentliche Anmeldung war erforderlich. Etliche Personen, insbesondere von der Antifa, waren im strikten Sieb der Auswahl hängengeblieben, darunter nach meinen Erkundigungen auch die Landtagsabgeordnete Preuss-König. Linke sollen nach Erkenntnissen in der Regel gut informierter Kreise geplant haben sich als AfD-Mitglieder auszugeben und die Veranstaltung zu ruinieren...

... die CDU sollte jetzt mutig sein: „Sie sollte einen eigenen Kandidaten oder eine Kandidatin stellen, um dann eine Minderheitsregierung zu bilden. Es gibt eine Mehrheit jenseits einer sozialistischen Regierung.“ Man dürfe nicht zum „Steigbügelhalter der Sozialisten“ zu werden. Alles andere sei „ein Verrat“ an den Opfern der SED und den Werten der Union. An dieser Stelle ist der Beifall im Saal zu erwähnen. Auf eine Frage nach Stimmen von der AfD sagte er: „Wer uns wählt, sollte uns schnurz sein.“ ...

prabelsblog.de 9.1.2020 und pi-news.net 9.1.2020

Sigmar Salzburg

09.01.2020 12:21   Rechtschreibforum   >   Andere Foren   Beitrag im Faden   Beitrag einzeln


Auch in die USA ausgelagerte Zensur ist unzulässig

Bei Nadine Hoffmann AfD MdL gefunden:
AfD Mittwoch, 8. Januar 2020 um 13:35
·
++ Gericht bestätigt: Auch harsche Kritik an „Flüchtlingspolitik“ ist durch die Meinungsfreiheit gedeckt! ++

Weil er einen Post von Ungarns Ministerpräsidenten Viktor Orban geteilt hatte, in dem „Flüchtlinge“ durch Orban unter anderem als Invasoren bezeichnet wurden, hatte Facebook einem Mann aus Bayern nicht nur den Post gelöscht, sondern gleich das gesamte Facebook-Konto gesperrt und ihn aus dem sozialen Netzwerk ausgeschlossen.

Das durfte Facebook nicht und der Post ist auch nicht zu beanstanden. Auch die Formulierung, die vermeintlichen „Flüchtlinge“ hätten „gewetzte Messer“ ist durch die Meinungsfreiheit gedeckt.

Das haben gestern die Richter am Oberlandesgericht in München entschieden. Ähnlich hatte auch schon das Landgericht geurteilt – doch dagegen war Facebook in Berufung gegangen, hat nun jedoch verloren.

Das ist eine ganz wichtige Entscheidung zur Stärkung der Meinungsfreiheit. [...]
Was Merkel und Maas mit Zuckerberg und Durchsetzungsgesetzen ausgekungelt haben ist damit großenteils verfassungswidrig – obwohl das OLG hier nicht die letzte Instanz ist. Auch „harsche Kritik“ ist durch die Meinungsfreiheit gedeckt.

Damit agiert auch der umfunktionierte und personell umgebaute bundesdeutsche Verfassungsschutz verfassungsfeindlich, indem er die harsche Kritik des AfD-Politikers Björn Höcke an der Bundesregierung als verfassungsfeindlich darstellt – mit dem Ziel der Ausschaltung der Partei:
„Die tiefe Abneigung Höckes gegen das politische System in Deutschland spiegelt sich nicht zuletzt in der ständigen Schmähkritik gegenüber dessen Repräsentanten wider, insbesondere in der kontinuierlichen Beleidigung der Bundeskanzlerin....“

„ Höcke äußert wiederholt pauschale und verächtliche Diffamierungen gegenüber den demokratisch legitimierten Repräsentanten des Volkes.“

(„Gutachtendes Amtes für Verfassungsschutz)
Wie kann eine 12 bis 23-Prozent-Oppositionspartei auf den ständigen Verfassungsbruch der Regierung anders reagieren als mit ständiger harscher (Schmäh?)Kritik?



Sigmar Salzburg

09.01.2020 05:18   Demokratiefrage   >   Demokratie?   Beitrag im Faden   Beitrag einzeln


Sind die wirklich so naiv?

Bei Michael Klonovsky gefunden:





9.1.20 Nachtrag BILD:
Heftige Kritik von Historiker Wolffsohn ...
Der ZDF-Tweet vom Dienstag wurde später am Tag gelöscht ...
bild.de 7.1.20 – 22:14

Der „Streit“ wurde nun eine „Zäsur“ – ebenso dümmlich!




Sigmar Salzburg

08.01.2020 22:40   Veranstaltungen   >   Rundfunkzwangsbeitrag   Beitrag im Faden   Beitrag einzeln


Gehört das wirklich nicht hierher?

Meine Frau wurde auf dem Weg zum Arzt in Bahnhof und Bahn belästigt. Als sie einen höheren Bahnangestellten darauf ansprach, meinte der, sie könne 150 Anzeigen erstatten, ehe der Staatsanwalt vielleicht tätig werde. Sie müsse froh sein, wenn ein Einbrecher in ihre Wohnung sich nicht auf der Treppe das Bein bräche, sonst werde sie ihm noch lebenslänglich Rente zahlen müssen. Der Arzt erzählte von Bekannten im Ruhrpott, die aufs Land gezogen seien, weil sie die Umwandlung ihrer Stadt nicht mehr ertragen konnten. Zum Abschied habe man ihnen noch nachgerufen: „Wir werden euch totgebären!“ – Aber das kennen wir hier schon.


Sigmar Salzburg

08.01.2020 18:06   Rechtschreibforum   >   Es gehört nicht hierher, aber dennoch ... 2   Beitrag im Faden   Beitrag einzeln


Was bedeutet „offene Gesellschaft“?

Die Bürgerinitiative Unser Holzland - kein Windkraftland hat am 12 November 2019 eine Petition gegen die Abholzung von Wald für die Windkraft im Thüringer Landtag eingeleitet:
12. November 2019 ·
Bitte unterzeichnen.
An alle Freunde, Verwandte, Arbeitskollegen weiterleiten.
https://petitionen.thueringer-landtag.de/petitions/1660
Danke
Deren Sprecher Tobias Gruber hat einen offenen Brief an den derzeit nur geschäftsführenden Ministerpräsidenten Bodo Ramelow geschrieben und Landtagsfraktionen zukommen lassen. Ich finde den ausführlichen Brief nicht auf der Facebook-Seite der Bürgerinitiative, jedoch ohne Quellenangabe bei Björn Höcke (6. 1. 2020). Ich zitiere einen wichtigen Abschnitt daraus:
Sehr geehrter Herr Ministerpräsident Ramelow,
seit fünf Jahren führen Sie die Geschicke des Freistaates Thüringen...

Herr Matthias Hey (SPD) schießt jedoch ganz vermessen den Vogel ab, wenn er nun meint, Windkraft im Wald sei für die SPD nie ein „Herzensthema“ gewesen und laut Presse gleichzeitig Wert auf die Absicht legt, dass „wir nicht in die Situation kommen (dürfen), in der 22 AfD Abgeordnete über Gesetze entscheiden“.

In seinem sehr empfehlenswerten Buch „Die Offene Gesellschaft und ihre Feinde“ schreibt Karl-Raimund Popper: Demokratie ist „eine Herrschaftsform, in der es möglich ist, die Herrschenden ohne Blutvergießen auszutauschen. Dies, und nicht etwa die Behauptung, dass die Mehrheit recht habe, sei der größte Vorzug der Demokratie.“ Laut Popper ist in einer Demokratie der Mechanismus wichtig, welcher „Menschen die Möglichkeit gibt, Entscheidungen kritisch zu diskutieren und Fehler zu korrigieren“. Für Popper ist die offene Gesellschaft allein die der offenen Diskussion, und nichts anderes. Er geht davon aus, dass „Menschen immer Fehler machen und sich irren können; kein Mensch kenne die letzte Wahrheit; keine Partei oder Gruppe hat die Lösung für alle Probleme“.

Herr Ministerpräsident, die Mehrheit der Thüringer Wähler möchte diese wirkliche „Offene Gesellschaft“ leben und sich auch von keinem DIKTIEREN lassen, „wie eine Gesellschaft auszusehen hat.“

Geregelt haben dies die Väter des Grundgesetztes in Artikel 21 Absatz (1) „Die Parteien wirken bei der politischen Willensbildung des Volkes mit“. Da steht nicht, die SPD oder eine andere Partei diktiert, wer über Gesetze entscheiden darf...

Tobias Gruber
Sprecher der BI „Unser Holzland – kein Windkraftland“
Hier spricht einmal jemand aus, was Popper mit dem Begriff „Offene Gesellschaft“ gemeint hat: die der „offenen Diskussion“ und nicht die der offenen Grenzen, die alle Ethnien der Welt zur Ein- und Unterwanderung nach Deutschland einlädt.

Die deutsche und türkische Staatsbürgerin Aydan Özoguz hatte als SPD-Staatministerin erfolglos den Satz „Die Bundesrepublik ist ein vielfältiges Einwanderungsland“ ins Grundgesetz schleusen wollen – jeder Gegner wäre ein Verfassungsfeind geworden. Der deutsche Verfassungsschutz jedoch unter dem gezielt gegen die AfD installierten Chef Thomas Haldenwang agiert schon nach dieser Maxime.

In dem zusammengestoppelten unsäglichen „Gutachten“ gegen die AfD heißt es zu Björn Höcke:
Auf der bereits erwähnten PEGIDA-Demonstration am 14. Mai 2018 äußerte sich Höcke zur unauflöslichen Verbindung von Heimat- und Menschenrecht folgendermaßen:
„Und Menschenrecht ist Heimatrecht und Heimatrecht ist Menschenrecht. Und eine Politik, die Menschen ihrer Heimat beraubt, ist ein Verbrechen [beginnender Applaus] gegen die Menschlichkeit und der Widerstand dagegen, der ist nicht nur erlaubt, nein er ist eine moralische Pflicht! [Applaus und diverse Rufe, u. a.: ‚Multikulti Endstation, Heimat, Freiheit, Tradition, Multikulti Endstation!‘]“
Diese Wahrnehmung der ethnokulturell definierten Heimat und Identität als Basis des eigentlichen Menschseins – statt der vom Individuum her verstandenen Menschenwürde des Grundgesetzes – erklärt die Vehemenz und Schärfe, mit der Höcke Migration, offene Gesellschaften und in sich pluralistische Kulturen als unmittelbaren Angriff auf sich und Gleichgesinnte bekämpft. Den mit der Aufweichung oder gar Aufgabe des geschlossen ethnozentristischen Kulturkonzepts vermeintlich einhergehenden irreversiblen Schaden beschreibt Höcke deshalb oft mit dem – üblicherweise im Kontext brutaler Gewaltregime wie der NS-Diktatur benutzten – ultimativen Negativbegriff des „Kultur- und Zivilisationsbruchs“.

https://netzpolitik.org/2019/wir-veroeffentlichen-das-verfassungsschutz-gutachten-zur-afd/#2019-01-15_BfV-AfD-Gutachten_C-III-5 (Rot redaktionell).
Es ist festzustellen: Hier wird der Begriff „offene Gesellschaft“ umgefälscht in eine für alle Welt offene Einwanderungsgesellschaft. Die ursprüngliche Bedeutung ist aber die für alle Diskussion offene Gesellschaft – in der sich zum Beispiel die derzeit zwanghaft betriebene Ausgrenzung der AfD verbieten würde, die schon an ähnliches im „Dritten Reich“ erinnert. Der Verfassungsschutz handelt hier, wie mit dem kürzlichen Führungswechsel beabsichtigt, als Instrument der Regierungsparteien, um unliebsame Konkurrenz auszuschalten – mithin selbst verfassungsfeindlich.

Man sieht dem „Gutachten“ an, daß jede Rede Höckes ausgequetscht wird, wie im Märchen vom tapferen Schneiderlein der als Stein ausgegebene Käse, um aus ihm für das dumme Riesenvolk sichtbar angeblich verfassungsfeindlichen Saft herauszupressen. Eins muß festgehalten werden: Die Väter(innen) des Grundgesetzes meinten mit „Volk“ im wesentlichen nur dasjenige, das seit Beginn der deutschen Geschichtsschreibung in Mitteleuropa lebt.


Sigmar Salzburg

08.01.2020 06:26   Demokratiefrage   >   Demokratie?   Beitrag im Faden   Beitrag einzeln